Vergleich der Ziele und Ergebnisse der Revolution für verschiedene Bevölkerungsgruppen


Unterrichtsentwurf, 2004
19 Seiten, Note: 11

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Pädagogische Situation der Klasse – Lernvoraussetzungen

2. Begründung der Ziel – Inhalt – Methode – Relation
2.1. Auswahl und Begründung der Ziele
2.2. Begründung des didaktisch – methodischen Vorgehens

3. Angaben zur Lernzielrealisierung

4. Anhang
A 1 Einstiegsbilder
A 2 Vorbereitende Hausaufgabe
A 3 Aufgabenstellung
A 4 Diagrammvorlage mit Erwartungsbild

5. Literaturverzeichnis

1. Pädagogische Situation der Klasse- Lernvoraussetzungen

Die Klasse 8a besteht aus 21 Schülern, davon 7 Mädchen und 14 Jungen. Im Unterrichtsraum herrscht aufgrund der Klassenstärke ein sehr gutes Lernklima. Da die Lehrprobe zu einem Zeitpunkt stattfindet, der nicht dem regulären Stundenplan der Schüler entspricht, kann ich auch keine Aussagen zur Unterrichtszeit machen.

Zum Leistungsstand der Klasse im Fach Geschichte lässt sich Folgendes sagen: Der überwiegende Teil der Klasse erzielte im bisherigen Verlauf des Geschichtsunterrichts durchschnittliche Leistungen. So bewegen sich beim großen Teil der Klasse die Zensuren im 1. Halbjahr des Schuljahres zwischen zwei und vier. Die leistungsmäßige Spitze der Klasse stellen für mich vier Schüler dar. Allen voran J., die auch als einzige Schülerin der Klasse im Fach Geschichte eine Eins als Halbjahresnote erreicht. Sie zeigt ein sehr großes Interesse für Geschichte und zeichnet sich durch eine sehr gute Allgemeinbildung aus. Zudem weist sie einen großen Ideenreichtum und Kreativität in Gruppenarbeitsphasen auf.

Weiterhin sind als leistungsstark C. und L. zu nennen. Sie verfolgen den Unterricht sehr aufmerksam und können beinahe immer auf die Fragen des Lehrers antworten. Zudem zeigen sie in schriftlichen Arbeiten ansprechende Leistungen. Als leistungsstark wäre abschließend noch R. zu nennen. Er fällt dadurch auf, dass er sich sehr stark am Unterricht beteiligt. Seine schriftlichen Noten fallen allerdings ein wenig hinter den mündlichen zurück.

Innerhalb der Klasse gibt es einige leistungsmäßig schwächere Schüler, die aber im Fach Geschichte nicht, im Gegensatz zu anderen Fächern, versetzungsgefährdet sind. Bei diesen Schülern ist besonders die Verbindung von Problemen im Elternhaus, und schlechten beziehungsweise sehr durchwachsenen Noten auffällig. Nach Gesprächen mit der Klassenlehrerin Frau Mollenhauer wurden fünf Schüler genannt, bei denen sich die Eltern gerade getrennt haben oder trennen wollen. Auffällig sind an dieser Stelle besonders zwei Schüler: M. und R.. M. hat im Fach Geschichte Noten von eins bis fünf und fällt besonders dadurch auf, dass sie fast nie Hausaufgaben macht und ständig ihr Buch oder andere Unterrichtsutensilien vergisst. Ähnliches trifft auch auf R. zu, der außerdem während des Unterrichts oftmals abwesend wirkt. Wenn er aus dem Unterrichtsgeschehen heraus angesprochen wird, weiß er sehr oft nicht, wo wir gerade sind.

Zu den Leistungsvoraussetzungen der Klasse differenziert nach Kompetenzen ist festzustellen:

Im Bereich der Methodenkompetenz weisen die Schüler sichere Kenntnisse auf. Sie können gut in Gruppen zusammenarbeiten und zielstrebig die ihnen gestellten Aufgaben bearbeiten. Besonders hervorzuheben wäre an dieser Stelle, dass oftmals besonders kreative Lösungen durch die Schüler gefunden werden.

Auch die abschließenden Präsentationen der Schüler zeugen von ihren Kompetenzen. Sie wissen, wie eine gute Präsentation aussehen muss und können dies durchaus umsetzen.

Anders gestalten sich die Sozialkompetenzen. So stellt die Bildung von Gruppen ein erstes Problem für die Schüler dar. Ich konnte bei freiwilligen Gruppenbildungen feststellen, dass sich die Gruppen streng getrennt nach Mädchen und Jungen bildeten. Zudem fanden sich sowohl bei den Jungen als auch bei den Mädchen immer die leistungsstarken Schüler zusammen. Erste Gruppenbildungen durch das Zufallsprinzip riefen große Proteste bei den Schülern hervor. Sie wurden außerdem von teilweise derben Worten über andere Gruppenmitglieder begleitet. Ich konnte bei diesen Gruppenarbeiten beobachten, dass der Umgang der Jungen und Mädchen miteinander noch nicht angemessen ist. Einige Schüler, hier sind besonders die Jungen zu nennen, beteiligten sich wenig oder gar nicht an den Diskussionen und Erarbeitungen in der Gruppe. Was, wie ich glaube, mit der Gruppenzusammensetzung zusammenhing.

Dies wirkt sich natürlich auch auf die Selbstkompetenz der Schüler aus. Einige Schüler ziehen sich bei Gruppenarbeiten zurück und weisen die Verantwortung von sich. Sie beteiligen sich kaum an der Lösung der Aufgabenstellung. Zudem muss ich als Lehrer immer sehr genau darauf achten, dass alle Schüler sich Notizen im Unterricht machen. Einige Schüler schreiben beispielsweise das Tafelbild nur nach Hinweisen durch den Lehrer mit. Noch größere Probleme zeigen die Schüler, wenn sie selbstständig entscheiden müssen, was sie notieren. Hier weisen nur sehr wenige Schüler die nötigen Selbstkompetenzen auf.

Die Sachkompetenz der Schüler im Fach Geschichte entspricht etwa ihrem Leistungsstand. Die Schüler haben durchaus Vorwissen und können dieses mit dem aktuellen Stoff in Verbindung bringen. Allerdings weist die Klasse auch hier eine weite Streuung auf, so dass es auch Schüler mit lückenhaften Sachkompetenzen gibt.

2. Begründung der Ziel- Inhalt- Methode- Relation

2.1. Auswahl und Begründung der Ziele

Das Thema Französische Revolution findet man im Lehrplan Geschichte 7/8. Es ist im Lehrplan in zwei Abschnitte unterteilt: einmal von der Krise des Absolutismus bis zur Radikalisierung der Jakobinerdiktatur und zum anderen vom Aufstieg Napoleons bis zu seinem Fall[1].

Diese Unterrichtsstunde gehört eindeutig zum ersten Teil des großen Themas Französische Revolution. In dieser Unterrichtssequenz wurde am Anfang auf die Krise des Absolutismus in Frankreich eingegangen und die Forderungen der einzelnen Bevölkerungsgruppen analysiert. Im Verlauf des Unterrichts kam dann das weitere Revolutionsgeschehen zur Sprache. So behandelten wir die Ereignisse um die Entstehung der Nationalversammlung aus den Generalsständen, die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte, die konstitutionelle Monarchie und die Gründung der Republik. Im direkten Vorfeld dieser Lehrprobenstunde wurde die Jakobinerdiktatur näher untersucht und ihr Ende beschrieben. Dabei wurde auch auf das Direktorium als darauf folgende Herrschaftsform eingegangen.

In der Lehrprobenstunde wird nun versucht, den Bogen von der Ausgangssituation vor der Revolution bis hin zur Herrschaft des Direktoriums zu schlagen. Es werden hier die Forderungen der einzelnen Bevölkerungsteile, so wie sie am Anfang der Sequenz vor Beginn der Revolution herausgearbeitet wurden, mit den Ergebnissen bis an diese Stelle verglichen. Die Lehrprobenstunde gibt also zunächst eine Zusammenfassung über die Ergebnisse der Revolution.

Zudem geht die Stunde auf eine weitere Problematik ein, nämlich die Frage nach dem Ende der Revolution. Diese Frage hat für die Sequenz insofern eine Bedeutung, als dass insgesamt, also nicht nur bis zur Herrschaft des Direktoriums, sondern auch bis zum Fall Napoleons geklärt werden muss, wann die Revolution beendet ist. Diese Frage soll am Ende des gesamten Stoffgebietes noch einmal aufgegriffen und diskutiert werden. In der Lehrprobenstunde wird lediglich ein Zeitpunkt unter dieser Fragestellung untersucht. Weitere sollen nach Behandlung der napoleonischen Ära folgen. In dieser Stunde wird für eine solche Abschlussdiskussion ein Teilschritt getan.

Nachdem zu Anfang des Stoffgebietes die Krise des Ancien Regime behandelt wurde, spielten die Forderungen der einzelnen Bevölkerungsteile eine Rolle. Hier gingen wir auf den Provinzadel, das freiberufliche Bürgertum, die Handwerksgesellen, die Dorfpriester, die Bauern und auf die Frauen ein. Wir fassten die Gemeinsamkeiten bei den Forderungen der verschienen Bevölkerungsteile zusammen.

Dabei ergaben sich im Wesentlichen zwei Forderungen der Bevölkerung: Steuergleichheit aller Stände und politische Gleichberechtigung aller Menschen.[2] Andere Interessen in Bezug auf eine Umgestaltung der Gesellschaft verfolgten vor der Revolution der 1. und der 2. Stand. Klerus und Adel waren nicht an den Forderungen der übrigen Teile der Gesellschaft interessiert. An diese Auseinandersetzung mit den Forderungen der verschiedenen Bevölkerungsteile vor der Revolution soll in dieser Stunde angeknüpft werden.

Ich habe in der Lehrprobenstunde den Adel und den Klerus unter einem Punkt zusammengefasst. Für eine solche Reduktion spricht, dass sie in Bezug auf die beiden von der Klasse erarbeiteten Forderungen nach Steuergleichheit und politischer Beteiligung die gleiche ablehnende Haltung einnahmen.

Außerdem wird auf die Umsetzung der Interessen der Frauen in der Lehrprobenstunde verzichtet. Die Frauen und ihre Stellung in der Revolution sind in einer Extrastunde bereits näher beleuchtet worden. Ihrer Vorstellungen von politischer Gleichberechtigung wurde in keiner Phase der Revolution Rechnung getragen. So konnten sie zwar im Verlauf der Revolution Teilerfolge wie die Zulassung als Hörerinnen in der Nationalversammlung erreichen, erhielten aber nie ein Wahlrecht oder die Anerkennung als Staatsbürger.[3] Den Schülern ist dieser Sachverhalt bekannt und er kann deshalb für diese Stunde unberücksichtigt bleiben.

Weiterhin werde ich auf die Frage der Steuergleichheit in der Lehrprobenstunde verzichten. Steuergleichheit wurde bereits in der konstitutionellen Monarchie 1791 hergestellt und wurde im Verlauf der Revolution auch nicht mehr abgeschafft. Auch dieser Punkt ist den Schülern bekannt.[4]

Die zu untersuchende Forderung aus dem Vorfeld der Revolution wird also die Frage nach der politischen Beteiligung der einzelnen Bevölkerungsteile zum Zeitpunkt der Herrschaft des Direktoriums darstellen.

[...]


[1] Vgl. Lehrplan Geschichte, S. 25

[2] Vgl. Geschichte lernen, Heft 60, 1997, S.21

[3] Vgl. Koltrowitz, Bernd (Hrsg.), Geschichte plus 7/8 Ausgabe Thüringen, Berlin 2000, S. 184

[4] Vgl. Weis, Eberhard, Weltbild Geschichte Europas 1776-1847, Augsburg 2002, S. 125

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Vergleich der Ziele und Ergebnisse der Revolution für verschiedene Bevölkerungsgruppen
Veranstaltung
2. benotete Lehrprobe Geschichte
Note
11
Autor
Jahr
2004
Seiten
19
Katalognummer
V27728
ISBN (eBook)
9783638296946
Dateigröße
724 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Vergleich, Ziele, Ergebnisse, Revolution, Bevölkerungsgruppen, Lehrprobe, Geschichte
Arbeit zitieren
Reiner Heubach (Autor), 2004, Vergleich der Ziele und Ergebnisse der Revolution für verschiedene Bevölkerungsgruppen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27728

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