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Die Wirkung der Gewaltdarstellung im Fernsehen auf Kinder und Jugendliche

Titre: Die Wirkung der Gewaltdarstellung im Fernsehen auf Kinder und Jugendliche

Mémoire pour le Diplôme Intermédiaire , 2004 , 38 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Christina Buchholz (Auteur)

Médias / Communication - Recherche et études
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Neu ist sie nicht, die Frage nach den Wirkungen von Gewaltdarstellungen, jedoch immer noch so
aktuell und kontrovers wie zu Zeiten Platons. Und obwohl zu keinem Bereich der
Medienwirkungsforschung mehr Untersuchungen vorliegen, ist die Publikations flut ungebrochen.
Bis heute wurden über 5000 Studien zu diesem Thema gezählt, wobei die Quantität angesichts der
herrschenden Uneinigkeit oder stellenweise gar Widersprüchlichkeit der Forschungsergebnisse
nicht zwangsläufig auf deren Qualität schließen lässt.
Verursacht die Gewaltdarstellung im Fernsehen reale Gewalt? Betrachtet man den öffentlichen
Diskurs, scheint diese Frage längst überflüssig. Bei jeder spektakulären Gewalttat, besonders durch
Jugendliche, entflammt die Diskussion erneut. Mangels plausibler Erklärungen wird das Fernsehen
zum Sündenbock.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich im Folgenden mit eben dieser Frage. Denn unter Experten
wurde der direkte Schluss vom Inhalt auf die Wirkung längst negiert. Aber auch die noch in den
70er Jahren vertretene „These der Wirkungslosigkeit“ ist heute nicht mehr haltbar.
Eine empirisch gesicherte Antwort auf diese Wirkungsfrage gibt es nicht und kann es nicht geben,
da sich nicht nur die Medienlandschaft permanent verändert, sondern auch Wirkungen an sich im
Laufe der Zeit immer wieder Veränderungen, ja gar einem „Verfallsdatum“2 unterliegen. Diese
Tatsache weist auf die Problematik der vorliegenden Arbeit hin. Sie kann aufgrund der
Komplexität keinen Anspruch auf Berücksichtigung sämtlicher Aspekte des Themengebiets
erheben. Stattdessen soll versucht werden, einen Überblick über die Thematik zu geben und auf
besonders interessante und prägnante Aspekte vertiefend einzugehen.
Als fester Teil im kindlichen Alltag kann von dem Leitmedium Fernsehen als einer neuen
Sozialisationsinstanz, neben den Eltern, gesprochen werden. Junge Rezipienten sind den Wirkungen der Fernsehinhalte besonders stark ausgesetzt, da sie bis zu einem Alter von 10 bis 11
Jahren längst nicht alle Geschehnisse auf dem Bildschirm kognitiv nachvollziehen können. 3 Aus
diesem Grund bilden sie die in dieser Arbeit untersuchte Personengruppe.
Die Einbeziehung der Wirkungen weiterer Medien mit violenten Inhalten wie Comics,
Computerspiele oder das Internet wäre in einem weiteren Rahmen ebenfalls interessant, würde hier
jedoch zu weit führen. [...]
2 Merten (1999), S. 257.
3 Vgl. Kübler (1998), S. 507.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gewalt und Aggression

3. Gewalt im Fernsehen

3.1 Struktur der Gewalt des Gesamtangebotes

3.2 Gewaltanteile der einzelnen Sender und Genres

4. Fernsehverhalten von Kindern und Jugendlichen

4.1 Quantitative Fernsehnutzung

4.2 Fernsehnutzung nach Wochentagen und Tageszeiten

4.3 Senderpräferenzen

4.4 Programminhalte

4.5 Gewaltrezeption und –faszination der Kinder und Jugendlichen

5. Modelle zur Erklärung der Wirkung medialer Gewaltdarstellungen

5.1 Die Katharsisthese

5.2 Die Inhibitionsthese

5.3 Die Stimulationsthese

5.4 Die Habitualisierungsthese

5.5 Die Suggestionsthese

5.6 Die Kultivierungsthese

5.7 Die These der Wirkungslosigkeit

5.8 Die Theorie des sozialen Lernens

6. Die Wirkungen des medialen Gewaltkonsums auf Kinder und Jugendliche

6.1 Nachahmungstaten

6.2 Unterschiede im Erleben medialer Gewalt von Mädchen und Jungen

6.3 Auswirkungen auf das Aggressionsverhalten von Kindern und Jugendlichen

7. Interventionsmöglichkeiten

8. Schlussfolgerung und Ausblick

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Darstellung von Gewalt im Fernsehen und deren Wirkung auf das Aggressionsverhalten von Kindern und Jugendlichen. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit mediale Gewaltdarstellungen reale Gewalt bei jungen Rezipienten provozieren können oder als bloße Sündenböcke für gesellschaftliche Probleme fungieren.

  • Analyse der Gewaltpräsenz im deutschen Fernsehprogramm und des kindlichen Fernsehverhaltens.
  • Kritische Auseinandersetzung mit verschiedenen medienpsychologischen Wirkungstheorien.
  • Untersuchung der geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Wahrnehmung medialer Gewalt.
  • Diskussion von pädagogischen Interventionsmöglichkeiten und der Relevanz von Medienkompetenz.

Auszug aus dem Buch

3.1 Struktur der Gewalt des Gesamtangebotes

Groebel und Gleich konnten feststellen, dass in „fast der Hälfte aller deutschen Fernsehsendungen [...] zumindest einmal Aggression oder Bedrohung in irgendeiner Form thematisiert“ und „stündlich [...] im deutschen Fernsehen fast fünf aggressive Handlungen gezeigt“17 werden. Mehr als 50 Prozent der medialen Gewaltdarstellungen beinhalten eine direkte physische Schädigung, annährend 20 Prozent ziehen die Todesfolge nach sich.

Dabei sind die Aggressionsakte wie folgt verteilt: 39 Prozent werden als körperlicher Zwang bzw. leichte Körperverletzung klassifiziert, 32 Prozent als psychische Bedrohung und 23 Prozent als Sachbeschädigung. Mord folgt mit weiteren 15 Prozent aller Gewaltdarstellungen vor der Schlägerei mit 14 Prozent und der Körperverletzung mit 11 Prozent aller Aggressionsereignisse. 10 Prozent lassen sich weiterhin als „Massive Beschimpfung“ zusammenfassen.

Der Großteil der „Aggressoren“ (92 Prozent) waren Erwachsene mittleren Alters, 4 Prozent Jugendliche und weniger als 2 Prozent Kinder oder ältere Leute.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Medienwirkungsforschung und Darlegung der zentralen Fragestellung bezüglich der Wirkung von Fernsehwalt auf junge Menschen.

2. Gewalt und Aggression: Theoretische Abgrenzung der Begriffe Gewalt und Aggression in den Sozialwissenschaften und der Psychologie.

3. Gewalt im Fernsehen: Analyse der Gewaltstruktur im deutschen Fernsehen sowie der Verteilung auf verschiedene Sender und Formate.

4. Fernsehverhalten von Kindern und Jugendlichen: Untersuchung des quantitativen und qualitativen Fernsehnutzungsverhaltens sowie der Senderpräferenzen junger Rezipienten.

5. Modelle zur Erklärung der Wirkung medialer Gewaltdarstellungen: Darstellung zentraler wissenschaftlicher Thesen, von der Katharsisthese bis zur Theorie des sozialen Lernens.

6. Die Wirkungen des medialen Gewaltkonsums auf Kinder und Jugendliche: Betrachtung von Nachahmungstaten, geschlechtsspezifischen Unterschieden und Auswirkungen auf das Aggressionsverhalten.

7. Interventionsmöglichkeiten: Diskussion von Strategien wie dem V-Chip, Kennzeichnungspflichten und der Notwendigkeit medienpädagogischer Arbeit.

8. Schlussfolgerung und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der komplexen Wirkungszusammenhänge und Forderung nach konsequenter Medienpädagogik.

Schlüsselwörter

Gewalt, Medienwirkung, Fernsehen, Aggression, Kinder, Jugendliche, Medienkompetenz, Sozialisation, Nachahmung, Mediale Gewalt, Sozialpsychologie, Jugendgewalt, Gewaltprävention, Fernsehnutzung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit setzt sich mit der Frage auseinander, wie die Darstellung von Gewalt im Fernsehen das Verhalten und die psychische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen beeinflusst.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Gewaltpräsenz im deutschen TV, der Erklärungstheorien für Medienwirkung sowie der Rolle von Familie und sozialen Netzwerken bei der Aggressionsentwicklung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den wissenschaftlichen Diskurs um den vermeintlich linearen Zusammenhang zwischen Mediengewalt und realem Aggressionsverhalten zu hinterfragen und zu differenzieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Studien und medienpsychologischer Forschungsergebnisse.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit Modellen zur Erklärung medialer Gewaltwirkung und analysiert spezifisch, wie Kinder und Jugendliche diese Gewalt wahrnehmen und verarbeiten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Medienkompetenz, mediale Gewalt, Aggressionsverhalten, Sozialisation und Medienwirkungsforschung charakterisiert.

Gibt es einen direkten kausalen Zusammenhang zwischen Mediengewalt und Straftaten?

Nein, die Forschung zeigt, dass Mediengewalt allein keine Ursache für reale Gewalt darstellt; sie fungiert eher als Verstärker bei bereits vorbelasteten Individuen.

Welche Rolle spielt das Geschlecht bei der Wahrnehmung medialer Gewalt?

Jungen identifizieren sich eher mit aktiven Rollen und Helden, während Mädchen stärker auf Opfer identifiziert sind und emotionaler auf Gewaltinhalte reagieren.

Sind Maßnahmen wie der "Violence-Chip" effektiv?

Die Wirksamkeit ist begrenzt, da sie oft am eigentlichen Problem – dem familiären Umfeld und fehlender Medienkompetenz – vorbeigehen und teilweise sogar den Reiz des Verbotenen verstärken.

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Résumé des informations

Titre
Die Wirkung der Gewaltdarstellung im Fernsehen auf Kinder und Jugendliche
Université
University of Göttingen  (Sozialwissenschaftliche Fakultät)
Note
1,0
Auteur
Christina Buchholz (Auteur)
Année de publication
2004
Pages
38
N° de catalogue
V27732
ISBN (ebook)
9783638296984
Langue
allemand
mots-clé
Wirkung Gewaltdarstellung Fernsehen Kinder Jugendliche
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Christina Buchholz (Auteur), 2004, Die Wirkung der Gewaltdarstellung im Fernsehen auf Kinder und Jugendliche, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27732
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Extrait de  38  pages
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