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Gottfried von Straßburgs Gestalt des "Tristan"

Title: Gottfried von Straßburgs Gestalt des "Tristan"

Seminar Paper , 2010 , 16 Pages , Grade: 2

Autor:in: B.A. Tatjana Georgievska (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Summary Excerpt Details

In meiner Seminararbeit versuche ich Tristans Edelsinn in Gottfried von Straßburgs Werk ausführlich zu beschreiben. Tristans Gestalt ist ohne Zweifel künstlerisch sehr komplex. Man muss zugeben, dass es eine gewisse Herausbildung in seiner Entwicklung gibt. Der Bruchmoment, als Transformationselement, ist Tristans Liebe zu Isolde. Tristan strebt nach ritterlichen Idealen, unter denen man auch ihre Erscheinungsformen versteht. Ethische Tugenden der Rittergesellschaft waren: die heitre Seelenlaune (der hohe muot), Beständigkeit (staete), Treue (triuwe) und Heldentum (tapferkeit). Ihre Charakteristiken waren: Gemessenheit in Benehmen (maze), Geschicklichkeit der Selbstbeherrschung und Kontrolle der eigenen Gefühle und Handlungen (zuht). All das führte zur Schaffung der gesitteten Erziehung auf dem Ritterhof (hövischheit) und diese Sitten wurden zur Regel für das heilige Leben. Von dem ehrenhaften Ritter erwartete man, dass er den Kodex des Rittertums respektierte. Die Pflicht eines Ritters war, dass er seine kämpferische Kraft im Dienste Gottes nützt, er sollte als Schützer der Kirche, Witwen und Kinder gelten. [...]
Gottfried von Straßburg musste all das im Sinne haben, als er begann, Tristans Gestalt darzustellen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. ANALYSE

2. SCHLUSSWORT

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die vielschichtige Persönlichkeitsentwicklung der Figur Tristan in Gottfried von Straßburgs Werk unter besonderer Berücksichtigung des ritterlichen Edelsinns und der psychologischen Einflüsse durch Liebe und soziale Normen.

  • Tristans Entwicklung von der heteronomen zur autochthonen Sittlichkeit
  • Die Bedeutung der väterlichen Vorbilder Rual und Riwalon
  • Die moralische Ambivalenz durch den Einfluss des Zaubertranks
  • Der Konflikt zwischen gesellschaftlichem Kodex und individueller Liebe
  • Die literarische Typisierung des Helden und mythische Bezüge

Auszug aus dem Buch

ANALYSE

Der Standpunkt, den Curtius dargestellt hatte, ist im Ganzen für das Thema, das ich behandle, akzeptierbar. In meiner Seminararbeit versuche ich, aufgrund der dargestellten Stellungnahmen, Tristans Edelsinn in Gottfried von Straßburgs Werk ausführlich zu beschreiben. Tristans Gestalt ist ohne Zweifel künstlerisch sehr komplex. Man muss zugeben, dass es eine gewisse Herausbildung in seiner Entwicklung gibt. Das Bruchmoment, als Transformationselement, ist Tristans Liebe zu Isolde. Tristan strebt nach ritterlichen Idealen, unter denen man auch ihre Erscheinungsformen versteht. Ethische Tugenden der Rittergesellschaft waren: die heitre Seelenlaune (der hohe muot), Beständigkeit (staete), Treue (triuwe) und Heldentum (tapferkeit), mit denen sie sich bemüht hatten, ihre ritterliche Ehre zu verteidigen.

Von dem ehrenhaften Ritter erwartete man, dass er den Kodex des Rittertums respektiert und diese Regeln umfassten das Musterbild des heldenhaften Verhaltens und zwar: unbesiegbare Macht und Tapferkeit, Gerechtigkeit und Bescheidenheit, Ergebenheit zu den Übergeordneten, anständiges Benehmen untereinander, Mitgefühl für die Schwachen und Ergebenheit zur Kirche. Dieses Leitbild und heldenhaftes Verhalten bemerkte man nie im alltäglichen Leben, aber es wurde als höchstes Nachahmungsmodell anerkannt. Die Pflicht eines Ritters war, dass er seine kämpferische Kraft im Dienst des Gottes nützt, er sollte auch als Schützer der Kirche, Witwen und Kinder gelten. Diese ehrenhaften Helden mussten auch am Kreuzzug gegen Ungläubigen (Paganen) teilnehmen.

Zusammenfassung der Kapitel

ANALYSE: In diesem Kapitel wird die komplexe Entwicklung der Figur Tristan untersucht, wobei ethische Ideale, psychologische Reifungsprozesse durch elterliche Vorbilder sowie der fundamentale Konflikt zwischen ritterlichem Edelsinn und der zerstörerischen Macht der Liebe thematisiert werden.

SCHLUSSWORT: Das Fazit fasst zusammen, dass Tristan eine moralische Identität besitzt, die durch Erbe und soziale Prägung geformt wird, jedoch durch die verbotene Liebe zu Isolde letztlich in eine tragische emotionale Zerrüttung und den Verlust seines ursprünglichen ritterlichen Ansehens führt.

Schlüsselwörter

Tristan, Gottfried von Straßburg, Edelsinn, Rittertum, Mittelalter, Persönlichkeitsentwicklung, Minne, Liebestrank, Ethik, Held, Psychologie, Gesellschaftsnormen, Isolde, Moral, Schicksal

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Analyse der Gestalt Tristans in Gottfried von Straßburgs Epos und untersucht, wie sich sein moralisches Bewusstsein und sein ritterlicher Edelsinn entwickeln.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Schwerpunkte sind die ritterlichen Tugenden, der Einfluss der väterlichen Vorbilder sowie die transformative Kraft der Liebe, die Tristans gesellschaftliches Handeln maßgeblich beeinflusst.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Tristans Edelsinn zu definieren, zu beschreiben, in welchem Maße er diesen besitzt und welche Faktoren ihn einschränken oder verändern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin verwendet eine literaturwissenschaftliche Analyse, die Definitionen von Curtius und psychologische Aspekte (basierend auf Fachliteratur) einbezieht, um die Handlungsweisen des Protagonisten zu interpretieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Kindheit und Prägung durch Rual und Riwalon, die heldenhaften Taten wie den Kampf gegen Morolt und den Drachen sowie die psychologischen Auswirkungen des Zaubertranks auf Tristans Identität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Tristans Edelsinn, Rittertum, Minne, moralischer Konflikt und die psychologische Entwicklung des Helden.

Welche Bedeutung hat der Drachenkampf für Tristans Charakterisierung?

Der Drachenkampf verdeutlicht Tristans prosoziales Benehmen und seinen altruistischen Charakter, da er das irische Volk von einer tyrannischen Abgabe befreit und seine adlige Bestimmung erfüllt.

Warum verliert Tristan laut der Analyse am Ende seinen Edelsinn?

Aufgrund des Konflikts zwischen der gesellschaftlichen Erwartungshaltung und seiner verbotenen Liebe zu Isolde, die zwangsläufig zur Lüge und zum Betrug führt, verliert er sein ursprüngliches Ansehen und seine ritterliche Integrität.

Wie werden die väterlichen Einflüsse auf Tristan interpretiert?

Rual und Riwalon werden als personifizierte Metaphern von Weisheit und Tapferkeit betrachtet, deren Eigenschaften Tristan zu vereinen versucht, um selbst eine vollkommene Persönlichkeit zu werden.

Welche Rolle spielt der Vergleich mit Thẽseus?

Der Vergleich dient dazu, Tristan in einen größeren mythologischen Kontext zu stellen, um seine Ähnlichkeit zu antiken Helden bezüglich Tapferkeit, Schicksal und ritterlichem Leitbild zu untermauern.

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Details

Title
Gottfried von Straßburgs Gestalt des "Tristan"
College
University of Belgrade  (Institut für deutsche Sprache, Literatur und Kultur)
Grade
2
Author
B.A. Tatjana Georgievska (Author)
Publication Year
2010
Pages
16
Catalog Number
V277331
ISBN (eBook)
9783656725770
ISBN (Book)
9783656725732
Language
German
Tags
gottfried straßburgs gestalt tristan
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
B.A. Tatjana Georgievska (Author), 2010, Gottfried von Straßburgs Gestalt des "Tristan", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/277331
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