Eine Studie des Statistischen Bundesamts aus dem Jahr 2009 zeigt auf, dass der Vertrieb über das Internet und andere digitale Netze immer mehr an Bedeutung gewinnt. Diese Art des Vertriebs nimmt neben den klassischen Vertriebswegen immer mehr an Präsenz ein. In dieser Studie wird aufgezeigt, dass im ersten Quartal des Jahres 2009 in etwa 55% der rund 54 Millionen Internetnutzer in diesem Jahr etwas Online bestellt haben. Dies entspricht einer Steigerung um 166% im Vergleich zum Jahr 2002, in welchem in etwa 33% der Internetnutzer mindestens einmal im Jahr Waren oder Dienstleistungen bezogen haben.
Diese Studie zeigt auf, dass der Vertrieb von Produkten über das Internet einen wichtigen Faktor in der Gestaltung des Marketing- und Vertriebskonzepts für Unternehmen und Hersteller darstellen kann. Trotz dessen dass im Jahr 2008 ca. 14% des Gesamtumsatzes über den Onlinehandel erwirtschaftet wurden, stagniert die Anzahl der Unternehmen, die sich dazu entschließen diesen Vertriebsweg zu nutzen. WÖLFLE und SCHUBERT führen dieses Zögern auf das Fehlen geeigneter Vorbilder zurück. Weiterhin könnte dieses Zögern darin begründet sein, dass die angebotenen Produkte sich nicht für den Vertrieb über das Internet eignen. HEINEMANN sieht jedoch im Internet „[…] den Vertriebskanal mit der höchsten Wachstumsdynamik“ . Die Chancen und Risiken, die sich dabei für die Unternehmen ergeben, müssen jedoch von jedem Unternehmen individuell bewertet werden.
Das Thema Multi-Channel-Vertrieb umfasst viele Bereiche, weitaus mehr Bereiche, als in dieser Arbeit hätten thematisiert werden können. Aus diesem Grund habe ich eine Auswahl der meiner Meinung nach relevanten Punkte getroffen, die es ermöglicht einen groben Überblick über die Thematik zu erhalten.
Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Thema Multi-Channel-Vertrieb. Sie zeigt ausgewählte Chancen und Risiken des Internetvertriebs sowohl für die Anbieter als auch für die Konsumenten auf.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Ziel der Arbeit
1.2 Aufbau der Hausarbeit
2. Grundlagen
2.1 Multi-Channel-Vertrieb
2.1.1 Vertriebswege
2.1.2 Herkömmliche Vertriebswege
2.1.3 Neue Vertriebswege
2.1.4 E-Business und E-Commerce
3. Einführung eines Onlineshops
4. Chancen für Anbieter und Konsumenten
4.1 Chancen des Anbieters
4.2 Chancen des Konsumenten
5. Risiken für Anbieter und Konsumenten
5.1 Risiken des Anbieters
5.2 Risiken des Konsumenten
6. Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit hat zum Ziel, die zentralen Begrifflichkeiten des Multi-Channel-Vertriebs zu erläutern und eine fundierte Analyse der Chancen sowie Risiken durchzuführen, die sich aus der Nutzung internetbasierter Vertriebskanäle für Unternehmen und Konsumenten ergeben.
- Grundlagen des Multi-Channel-Vertriebs und Abgrenzung zu anderen Systemen
- Differenzierung zwischen herkömmlichen und neuen Vertriebswegen
- Wichtige Aspekte bei der Einführung eines Online-Shops
- Chancen und Risiken für Anbieter (z.B. Marktpotentiale, Warenlager)
- Chancen und Risiken für Konsumenten (z.B. Informationsvorteile, Datensicherheit)
Auszug aus dem Buch
2.1 Multi-Channel-Vertrieb
Der Begriff „Multi-Channel-Vertrieb“ umfasst mehrere Teilbegriffe. Das Wort „Multi“ stammt aus dem Lateinischen und steht für „viel“ oder „mehrfach“. „Channel“ ist der Englische Begriff für „Kanal“ oder „Weg“. „Vertrieb“ ist eine Umschreibung für den Verkauf von Produkten und Dienstleistungen. Bei einem Multi-Channel-System handelt es sich also um ein Distributionssystem, welches mehrere verschiedene Absatzkanäle verwendet, um Produkte (Waren und Dienstleistungen) an Absatzmittler (indirekter Vertrieb) oder die Endkunden (direkter Vertrieb) zu verkaufen.7 Ein wichtiger Faktor des Multi-Channel-Systems ist jedoch, dass die Kanäle aufeinander abgestimmt sind und nicht wie beim „Multiple-Channel-System“ unkoordiniert, parallel ablaufen.8
Zurzeit entwickelt sich die Strategie des Multi-Channel-Vertriebs jedoch mehr und mehr zu einem „Cross-Channel-Ansatz“.9 Dies bedeutet, dass ein Vertriebskanal nicht mehr separat verwendet wird. Die Verknüpfung von Stationär-, Print-, Telefon- und Onlinekanälen gewinnt an Bedeutung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Relevanz des Online-Handels durch statistische Daten und leitet daraus die Themenstellung sowie den Aufbau der Arbeit ab.
2. Grundlagen: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Multi-Channel-Vertrieb, E-Business und E-Commerce und unterscheidet zwischen verschiedenen Arten von Vertriebswegen.
3. Einführung eines Onlineshops: Hier werden die prozessualen Anforderungen und kritischen Erfolgsfaktoren für die Implementierung eines E-Commerce-Systems in bestehende Unternehmensstrukturen dargelegt.
4. Chancen für Anbieter und Konsumenten: Es werden die Vorteile wie die Erschließung neuer Marktpotentiale für Unternehmen sowie die verbesserte Informations- und Einkaufssituation für Endkunden hervorgehoben.
5. Risiken für Anbieter und Konsumenten: Dieses Kapitel analysiert mögliche Probleme, etwa durch mangelnde Integration der Kanäle, logistische Herausforderungen oder Bedenken hinsichtlich der Datensicherheit.
6. Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit fasst die Chancen und Risiken zusammen und betont, dass eine strategische Integration der Kanäle notwendig ist, um das volle Potential des Multi-Channel-Vertriebs auszuschöpfen.
Schlüsselwörter
Multi-Channel-Vertrieb, E-Commerce, E-Business, Online-Shop, Vertriebswege, Marktpotentiale, Warenwirtschaftssystem, Cross-Channel, Konsumentenverhalten, Logistik, Kundenzufriedenheit, Datensicherheit, Marketing, Kundenbindung, Absatzkanäle.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der strategischen Bedeutung des Multi-Channel-Vertriebs im heutigen E-Commerce-Zeitalter.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Analyse?
Zentrale Themen sind die Abgrenzung von Vertriebsmodellen, die Einführung technischer Systeme sowie die Bewertung von Chancen und Risiken für Unternehmen und Kunden.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Begrifflichkeiten zu klären und die Vor- und Nachteile sowie notwendige Voraussetzungen beim Einsatz von Multi-Channel-Strategien aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die aktuelle Studien und Fachbeiträge zur Multi-Channel-Thematik auswertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen, Anforderungen bei der Systemimplementierung sowie die differenzierte Betrachtung von Chancen und Risiken.
Durch welche Schlüsselwörter wird die Arbeit charakterisiert?
Kernbegriffe sind Multi-Channel-Vertrieb, E-Commerce, Systemintegration, Kundenbindung und strategisches Marketing.
Warum ist die Integration der Kanäle so entscheidend?
Ohne eine ganzheitliche Integration, wie sie etwa bei einem integrierten Warenwirtschaftssystem gefordert wird, drohen Preisunterschiede und widersprüchliche Kundeninformationen, was die Kundenzufriedenheit gefährdet.
Welche Rolle spielt der „Cross-Channel-Ansatz“ in der Arbeit?
Der Autor ordnet diesen als moderne Weiterentwicklung des Multi-Channel-Vertriebs ein, da hierbei die Kanäle nicht mehr nur parallel laufen, sondern aktiv miteinander verknüpft werden.
Was sind laut der Arbeit die größten Risiken für Unternehmen?
Zu den größten Risiken zählen mangelnde Integration der Vertriebswege, logistische Probleme und ein fehlendes einheitliches Warenwirtschaftssystem.
Wie gehen Kunden mit der steigenden Kanalvielfalt um?
Laut der Arbeit kann die Vielfalt den Kunden überfordern und bei unkoordiniertem Auftreten des Anbieters einen unprofessionellen Eindruck vermitteln.
- Arbeit zitieren
- Vanessa Heisler (Autor:in), 2014, Multi-Channel-Vertrieb. Chancen und Risiken des Internetvertriebs für Anbieter und Konsumenten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/277443