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Präimplantationsdiagnostik. Eine ethische Herausforderung im Fokus des Philosophen Peter Singer

Titel: Präimplantationsdiagnostik. Eine ethische Herausforderung im Fokus des Philosophen Peter Singer

Hausarbeit , 2013 , 17 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Tina Kaiser (Autor:in)

Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Gegenstand der vorliegenden Arbeit soll eine Diskussion um die Präimplantationsdiagnostik sein. Eine Methode, durch die der genetische Status eines extrakorporal erzeugten Embryos untersucht werden kann. Die Diagnose kann noch vor der Etablierung einer Schwangerschaft berücksichtigt werden, indem unerwünschte Embryonen selektiert werden und gesundes Material implantiert wird. Krankheitsbelasteten Paaren mit einem Kinderwunsch können demnach neue Chancen ermöglicht werden. Dennoch existieren medizinische Risiken und moralische Bedenken gegen diese revolutionären Verfahren. Im Vorfeld der Ausarbeitung wird daher über die allgemeinen Grundlagen informiert sowie ein Überblick verschafft hinsichtlich der Anwendungsgebiete und den gesundheitlichen Gefahren. Mithilfe dieses Wissens werden die ethischen Herausforderungen besonders deutlich.
Die Problematik um die Rechtfertigung dieser Technik beschäftigt seit einigen Jahren Ethiker aus unterschiedlichsten Ländern. Eine besonders radikale Position diesbezüglich vertreten Philosophen des Utilitarismus, darunter Peter Singer. Er rechtfertigt nicht nur die Selektion von potentiellem Leben, sondern bestreitet den Wert des menschlichen Lebens im Anfangsstadium. In seinem Werk „Praktische Ethik“ trifft er prägnante Aussagen über den Lebenswert von Embryonen. Seine Thesen sollen innerhalb dieser Arbeit beleuchtet werden, um sie als thematischen Schwerpunkt der Arbeit, auf die Problematik der Präimplantationsdiagnostik anzuwenden. Da sich Singer in seinem Buch nicht konkret zu der medizinischen Methode äußert, ist es für mich ein spannender Aspekt, die Konsequenzen aus seinen Theorien zu analysieren und sie auf die Gegenargumente zur PGD zu beziehen. Mithilfe dieser Werturteile wird es gelingen, eine mögliche Antwort auf die Frage nach der moralischen Vertretbarkeit der Methode zu finden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Präimplantationsdiagnostik

2.1 Allgemeine Grundlagen

2.2 Anwendungsgebiete und medizinische Risiken

3. Ethische Herausforderungen

4. Die Position von Peter Singer

4.1 Theorien

4.2 Konsequenzen für die PID

5. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die ethische Vertretbarkeit der Präimplantationsdiagnostik (PID) im Kontext der utilitaristischen Philosophie von Peter Singer. Dabei wird die zentrale Forschungsfrage gestellt, inwiefern medizinische Eingriffe in den embryonalen Status ethisch gerechtfertigt sind, wenn sie nach Singers Kriterien einer Interessenabwägung unterzogen werden.

  • Grundlagen und medizinische Risiken der Präimplantationsdiagnostik
  • Ethische Kontroversen und gesellschaftliche Debatten
  • Die utilitaristische Ethik von Peter Singer und der Begriff der "Person"
  • Anwendung Singers Theorien auf die Selektion von Embryonen

Auszug aus dem Buch

4.2 Konsequenzen für die PID

Sind dem Außenstehenden die Theorien des Moralphilosophen Peter Singer zunächst bewusst, ist es mühelos möglich sie auf alternative Gebiete der praktischen Ethik zu übertragen. Demnach gelingt es, mithilfe der Kenntnisse über die Prinzipien von Gleichheit und Interessen sowie dem Wissen über Singers Personenbegriff, von seinen Thesen auf Gutachten bezüglich der PGD-Problematik zu schließen. Singer präsentiert sich als Verfechter des viel diskutierten Verfahrens, dem es durch präferenzutilitaristische Argumente gelingt, begründete Einwände zu falsifizieren. Deutlich wird seine Position bei näherer Betrachtung seiner Haltung gegenüber ungeborenen Leben. Laut dem Bioethiker ist es untragbar, einen Fötus als selbstbewusstes Leben und damit als Person zu definieren. Dieser sei bekanntlich nicht in der Lage sich als distinktes Wesen zu erfassen. Singer legt einen Startpunkt fest, an dem das menschliche Bewusstsein beginnt: „Deshalb sollten wir [...] als definitivere zeitliche Trennlinie die physische Fähigkeit des Gehirns wählen, die für das Bewußtsein notwendigen Signale zu empfangen: also etwa ab der 18. Schwangerschaftswoche.“

Da dem frühen Fötus jede personelle Eigenschaft abgesprochen wird, muss er innerhalb der singerschen Wertekategorie der Lebewesen abgestuft werden. Aufgrund der Tatsache, dass „kein Fötus eine Person ist, hat kein Fötus denselben Anspruch auf Leben wie eine Person.“ Somit ist auch für den Embryo zutreffend: „[...] wenn der Fötus keine Person ist, dann kann der Embryo erst recht keine sein.“ Der Behauptung zufolge, besitzen Embryonen vor der 18. Schwangerschaftswoche also kein menschliches Bewusstsein und sind nicht im Stande Empfindungen wahrzunehmen. Schließlich kann daraus abgeleitet werden, dass Singer einen Embryo in die unterste Rubrik der Rangordnung des Lebens, als „nicht bewusstes Leben“, einstuft. Der Status eines Embryos nach Singer ist somit geklärt und es kann fortan der Versuch unternommen werden, mithilfe seiner bekannten Theorien, die Gegenargumente der PGD zu entkräften.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Präimplantationsdiagnostik ein und beleuchtet den Wunsch nach einem gesunden Kind gegenüber den ethischen Bedenken hinsichtlich der Selektion.

2. Die Präimplantationsdiagnostik: Dieses Kapitel erläutert die medizinischen Grundlagen, Anwendungsgebiete und die Risiken der Methode sowie deren rechtlichen Status in Deutschland.

3. Ethische Herausforderungen: Hier werden die verschiedenen gesellschaftlichen Positionen, das Spannungsfeld zwischen Lebensschutz und dem Wunsch nach Lebensqualität sowie Diskriminierungsbefürchtungen diskutiert.

4. Die Position von Peter Singer: Das Kapitel stellt Singers utilitaristische Theorien vor und wendet diese konsequent auf die ethischen Fragen der PID und den moralischen Status des Embryos an.

5. Resümee: Die Arbeit fasst die Chancen und Risiken der PID zusammen und reflektiert kritisch über die Provokation durch Singers radikale bioethische Positionen.

Schlüsselwörter

Präimplantationsdiagnostik, PID, PGD, Ethik, Utilitarismus, Peter Singer, Embryonenschutz, Selektion, Lebensrecht, Personenbegriff, Interessenabwägung, Bioethik, Medizinische Risiken, Gentechnik, Behindertenrechte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die ethische Rechtfertigung der Präimplantationsdiagnostik (PID) durch die Anwendung der utilitaristischen Philosophie von Peter Singer.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die medizinischen Prozeduren der PID, der gesellschaftliche Streit um den Schutz des Embryos sowie die philosophische Kategorisierung von Lebewesen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Singers präferenzutilitaristische Thesen zur Neubewertung der PID beitragen können und ob diese moralisch vertretbar sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Methode, um existierende ethische Argumente mit Singers philosophischem Werk "Praktische Ethik" zu verknüpfen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der medizinischen Fakten, die Diskussion der gesellschaftlichen Ethik-Debatte und die detaillierte Analyse der singerschen Personen-Theorie im PID-Kontext.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind PID, Utilitarismus, Personendefinition, Embryonenselektion und medizinische Ethik.

Wie unterscheidet Singer zwischen einem Mensch und einer Person?

Für Singer ist ein Mensch ein biologisches Wesen, während eine "Person" durch spezifische kognitive Merkmale wie Selbstbewusstsein und Zukunftsplanung definiert ist, was für ihn die Grundlage für ein Lebensrecht bildet.

Warum wird die PID im Werk kritisch betrachtet?

Die Kritik entzündet sich an den medizinischen Risiken für Mutter und Kind sowie an der Gefahr, durch die Selektion behinderten Lebens eugenische Tendenzen zu fördern.

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Details

Titel
Präimplantationsdiagnostik. Eine ethische Herausforderung im Fokus des Philosophen Peter Singer
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Institut für Philosophie)
Veranstaltung
Utilitarismus in der Bioethik: Peter Singer
Note
1,3
Autor
Tina Kaiser (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
17
Katalognummer
V277540
ISBN (eBook)
9783656704836
ISBN (Buch)
9783656709800
Sprache
Deutsch
Schlagworte
präimplantationsdiagnostik eine herausforderung fokus philosophen peter singer
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tina Kaiser (Autor:in), 2013, Präimplantationsdiagnostik. Eine ethische Herausforderung im Fokus des Philosophen Peter Singer, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/277540
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Leseprobe aus  17  Seiten
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