Eine der einflussreichsten Mätressen des französischen Königs Louis XV. (1710–1774) war die Marquise de Pompadour (1721–1764), geborene Jeanne Antoinette Poisson. Fünf Jahre lang blieb sie die Geliebte des Herrschers und danach seine Freundin. Anders als ihre um 22 Jahre jüngere Nachfolgerin Gräfin Dubarry (1743–1793) interessierte sich Madame de Pompadour für politische Fragen. Sie ernannte und stürzte Minister und verschaffte ihren Verwandten die besten Posten bei Hofe. Das Taschenbuch „Madame Pompadour. Die erste bürgerliche Mätresse von Louis XV.“ des Wiesbadener Autors Ernst Probst schildert ihr Leben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Geburt von Jeanne Antoinette Poisson
3. Ein ungewisses Elternhaus
4. Der reiche Bankier als Vormund
5. Die prophezeite Zukunft als Mätresse
6. Die Heirat mit Charles-Guillaume Le Normant d’Étiolles
7. Annäherung an den König
8. Der Aufstieg zur offiziellen Mätresse
9. Die Vorstellungen bei Hofe
10. Der Einfluss am Hofe
11. Politische Ambitionen und Gegnerschaft
12. Die Rolle der Mutter und familiäre Bindungen
13. Krisen der Zuneigung und Bemühungen um den König
14. Das Theater des kleinen Appartements
15. Gesundheitliche Rückschläge und familiäre Sorgen
16. Der Einfluss des Bruders Abel-François Poisson
17. Der Sturz des Grafen von Maurepas
18. Die Wende im sexuellen Verhältnis
19. Das Schicksal der Tochter Alexandrine-Jeanne
20. Die Etablierung des Hirschparks
21. Das Amt als Ehrendame der Königin
22. Die letzten Jahre und das Testament
23. Das Attentat auf den König
24. Bündniswechsel und der Siebenjährige Krieg
25. Tod und Vermächtnis
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Lebensweg der Marquise de Pompadour, ausgehend von ihrer bürgerlichen Herkunft bis hin zu ihrem Aufstieg als einflussreichste Mätresse am französischen Hof unter König Louis XV., wobei ihr politischer Einfluss, ihre Patronage von Kunst und Kultur sowie ihre komplizierte Beziehung zum Königshaus beleuchtet werden.
- Aufstieg einer Bürgerlichen zur offiziellen Mätresse am französischen Hof
- Politischer Einfluss auf Regierungsentscheidungen und Personalpolitik
- Rolle als Patronin der Künste, der Literatur und des Kunsthandwerks
- Komplizierte Beziehung zum Königshaus und zur Königin Maria Leszczynska
- Persönliche Schicksalsschläge und die gesundheitliche Entwicklung
Auszug aus dem Buch
Die prophezeite Zukunft als Mätresse
Eine Wahrsagerin prophezeite der bezaubernden Jeanne Poisson bereits im Alter von neun Jahren, sie werde später „ein Bissen für den König“ („un morceau de roi“). Der Gedanke an eine Zukunft als königliche Mätresse ließ sie in der Folgezeit nicht mehr los. Ihre abergläubische Mutter hielt viel vom Kartenlegen, Handlesen und dergleichen und bezeichnete sie wie ihr vermeintlicher Vater als „kleine Königin“.
Dank der Fürsprache von einflussreichen Gönnern durfte François Poisson 1736 wieder nach Frankreich zurückkehren. In einem Revisionsprozess wurde er vollständig rehabilitiert. Noch im selben Jahr zogen er und seine Frau sowie die beiden Kinder in ein Haus, das Madame Poisson selbst gekauft hatte, da sie dank mehrerer Erbschaften zu einem kleinen Vermögen gekommen war. Bereits am 8. Januar 1738 zog die Familie wieder um in das Haus Nr. 50 an der Rue de Richelieu, dessen Grundstück an den königlichen Park grenzte. Nach kurzer Zeit riss man dieses Haus ab und baute es prunkvoller als zuvor wieder auf.
Zusammenfassung der Kapitel
Die Geburt von Jeanne Antoinette Poisson: Darstellung der Herkunft Jeanne Antoinettes am 29. Dezember 1721 in Paris sowie ihres familiären Umfelds.
Der Aufstieg zur offiziellen Mätresse: Beschreibung der ersten Begegnungen mit dem König Louis XV. bei Festlichkeiten und ihre Etablierung am Hof von Versailles.
Die Etablierung des Hirschparks: Untersuchung der Einrichtung des „Hirschparks“ durch den König zur Zerstreuung und die Rolle der Mätresse bei der Auswahl junger Frauen.
Tod und Vermächtnis: Schilderung der letzten Lebensmonate der Pompadour, ihres Todes im Alter von 42 Jahren und der unterschiedlichen Reaktionen ihres Umfelds.
Schlüsselwörter
Marquise de Pompadour, Louis XV., Frankreich, Versailles, Mätresse, Jeanne Antoinette Poisson, 18. Jahrhundert, Hofleben, Politik, Kunstpatronage, Adel, Bürgertum, Siebenjähriger Krieg, Geschichte, Kulturgeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit zeichnet das Leben von Jeanne Antoinette Poisson nach, die als Marquise de Pompadour zur ersten bürgerlichen offiziellen Mätresse von König Louis XV. in Frankreich aufstieg.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf ihrem Aufstieg am Hof, ihrem politischen Einfluss, ihrer Rolle als Förderin der Künste sowie ihrem persönlichen Leben unter dem Druck der royalen Hierarchie.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist eine detaillierte historische Betrachtung der Rolle der Pompadour, die entgegen gängiger Vorurteile maßgeblich in die Geschicke des französischen Staates eingriff.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine biographisch-historische Darstellung, die auf zeitgenössischen Quellen und historischen Analysen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich chronologisch mit ihrem Leben: von der Erziehung im Kloster über ihre Heirat, den Aufstieg am Hof und ihr politisches Wirken bis hin zu ihren gesundheitlichen Problemen und ihrem Tod.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Marquise de Pompadour, Louis XV., Versailles, Mätresse, Politik, Kulturgeschichte, Frankreich, 18. Jahrhundert.
Wie stand die Pompadour zur Königin Maria Leszczynska?
Anders als ihre Vorgängerinnen suchte die Pompadour erfolgreich die Freundschaft der Königin und agierte dabei geschickt und respektvoll, um ihre Position abzusichern.
Welchen Einfluss hatte das Attentat auf den König für die Pompadour?
Das Attentat auf Louis XV. im Jahr 1757 brachte die Pompadour in eine prekäre Lage, in der sie ihre Stellung am Hof trotz starker Widerstände aus der konservativen Umgebung verteidigen musste.
- Arbeit zitieren
- Ernst Probst (Autor:in), 2014, Marquise de Pompadour, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/277623