Der rote Faden in den wissenschaftlichen Arbeiten. Eine Untersuchung


Forschungsarbeit, 2014

17 Seiten, Note: Keine


Leseprobe

Inhalt

Der rote Faden in den wissenschaftlichen Arbeiten

Sprachliche Mittel zur Realisierung des roten Fadens

Die Gliederungen als Realisierung des roten Fadens

Techniken zur Herstellung eines roten Fadens

Analyse von Abschlussarbeiten

Methodisch-didaktische Konsequenzen

Literatur

Abstract

Die vorliegende Forschungsarbeit thematisiert den roten Faden in den wissenschaftlichen Arbeiten. Hauptanliegen der Arbeit ist es, Schwächen und Stärken der Studierenden hinsichtlich des roten Fadens beim Schreiben wissenschaftlicher Arbeiten zu untersuchen. Für diesen Zweck wurden Abschlussarbeiten, die von Germanistikstudenten verfasst wurden, einer näheren Analyse unterzogen. Die Ergebnisse sollen einen Beitrag zur Förderung vom wissenschaftlichen Schreiben bei den Studierenden leisten.

Der rote Faden in den wissenschaftlichen Arbeiten

Der roter Faden sei laut Beinke, Christiane, et al.[1] (2011, 150) die Gesamtheit von Verstehenshilfen, die für den Leser gemacht sind. Er gilt als Orientierung für den Leser über den Inhaltsverlauf und die Struktur des Textes. In diesem Sinne dient ein Inhaltsverzeichnis als Orientierung und Ankündigung für den Leser. Durch das Inhaltsverzeichnis wird die Abfolge der Kapitel klar dargestellt. Dadurch kann der Leser ebenfalls seine Lektüre selektiv planen. Im Inhaltsverzeichnis gibt es explizite und implizite Leseführung. Durch die Nummerierung der Gliederung wird die Abfolge der Kapitel und Unterkapitel sprachlich, explizit gemacht. Die Unterscheidung zwischen Hauptkapiteln und Unterkapiteln wird auch explizit dargestellt.

Die Erläuterung der Reihenfolge der Kapitel und Unterkapitel ist nicht explizit, sondern implizit präsentiert. Die Logik der Reihenfolge der Kapitel sollte der Leser selber verstehen. Explizite Ankündigungen findet man im Text, in der Einleitung und in den Zusammenfassungen.

Sprachliche Mittel zur Realisierung des roten Fadens

Um den Leser durch den Text zu orientieren, gibt es laut Kruse, Otto[2] (2007, 93) folgende sprachliche Mittel:

1. Vorstrukturierung (Advance Organizer):

Es geht hier um Hinweise, die einen Text voranstellen. Dadurch kann der Leser wissen, was im Text zu finden sei. Als Beispiele für solche Vorstrukturierungen sind Vorwort, Einleitung und Einführungskapitel.

2. Überschriften: Sie sollten aussagekräftig sein. Sie helfen, den Text einzuordnen. Die Überschriften werden im Inhaltsverzeichnis angeführt.

3. Verweise: Sie dienen dazu, verschiedene Textabschnitte oder Informationen im Text miteinander zu verknüpfen. Es geht beispielsweise um folgende Formulierungen „Wie im nächsten Kapitel gezeigt wird…“, „wie bereits in der Einleitung gesagt….“

4. Konnektoren: Sie dienen dazu, Sätze oder Teilsätze miteinander zu verknüpfen, z.B. (aber, also bevor, bis, da, dass, dadurch, damit, dann, dennoch, deshalb, doch, ebenso, entweder…oder…).

5. Lernzielangaben: Hier wird die Textintention dargestellt.

6. Unterstreichungen und Hervorhebungen: Sie dienen dazu, die Aufmerksamkeit des Lesers optimal zu steuern.

7. Zwischenzusammenfassungen: Zusammenfassungen am Anfang oder am Ende jedes Kapitels dienen dazu, das Wesentliche zu zeigen.

8. Meta-Aussage: Sie sind Aussagen, die erklären, was schon gesagt wurde. Dadurch können eigene Erklärungen angeführt werden, wie z.B. „Diese Aussage ist nicht so zu verstehen, dass…“, „Das Gesagte gilt nur in Bezug auf…“.

9. Innere Logik des Textes: Hier wird gezeigt, wie der Text geordnet ist, z.B. vom Allgemeinen zum Spezifischen, alphabetisch, zeitlich…Die innere Logik wird durchgehend im Text angedeutet, d.h. der Leser soll wissen, sich im welchem Gliederungspunkt befindet.

10. Integrative Elemente: Hier geht es um das Anführen von Beispielen. Sie dienen dazu, Zusammenhänge und abstrakte Aspekte zu verdeutlichen.

11. Analogien: Hier geht es, Informationen mit bekannten Phänomenen zu vergleichen. Sie verhelfen dazu, solche Informationen zu verstehen.

Der rote Faden braucht laut Esselborn-Krumbiegel, Helga[3] (2008, 136 ff.) Signale. Daran kann sich der Leser orientieren. Als Signale eigenen sich folgende Elemente:

1. Leitfrage: Dadurch wird der Leser vorbereitet, wie die nächste Argumentation aussehen sollte. Wenn solche Leitfrage noch einmal im Text erwähnt wird, sorgt dies für die Kohärenz des Textes.

2. Überleitungen: Durch Überleitungen wird der rote Faden gestärkt. Sie dienen dazu, Argumente miteinander zu verbinden.

Wenn ähnliche Argumente angeführt werden, benutzt man: gleichermaßen, ebenso, in ähnlicher Weise, auch hier, vergleichbar, dann folgen Belege: weil, da, denn, wie sich…zeigt, wie aus …hervorgeht, wie …beweist.

Dann folgen Gegenargumente: obwohl, dennoch, trotzdem, dagegen, aber, jedoch, im Unterschied zu, demgegenüber, während.

3. Vorankündigungen: Was der Leser erwarten soll.

4. Rückverweise: Was bereits gesagt wurde.

5. Zusammenfassung als Rekapitulieren der Ergebnisse festigt die Argumentation.

6. Kapitelüberschriften und Zwischentitel dienen als Orientierung für den Leser. Zwischentitel sollten nicht im Inhaltsverzeichnis erscheinen. Sie werden kursiv im Text geschrieben.

7. Leitbegriffe: Sie können kursiv oder mit Fettdruck hervorgehoben werden.

8. Absätze: Dadurch werden neue Gedanken deutlich gemacht.

9. Abbildungen und Graphiken verdeutlichen die Aussagen und Erläuterungen und unterstützen sie damit die Argumentation.

10. Beispiel: Dadurch werden Informationen leichter verstanden. So Esselborn-Krumbiegel, Helga (2008, 136 ff.)

Ferner sollte der rote Faden durch Leserfragen gestaltet werden. Die gedanklichen Zwischenschritte sollten erklärt werden. So Esselborn-Krumbiegel, Helga[4] (2008, 136 ff.)

Ein Absatz sollte laut Sommer, Roy[5] (2006, 100) gut strukturiert sein. Er endet mit einer Zusammenfassung oder einer Überleitung, die als Einführung für den nächsten Absatz diente. Die Absätze sollten aufeinander aufbauen.

Zur Realisierung einer sprachlich expliziten Leseführung können laut Beinke, Christiane, et al. (2011, 150) verschiedene Mittel auf Satzebene und Textebene eingesetzt werden. Ebenso können optische Signale verwendet werden.

Satzebene

Konjunktionen, Adverbiale, Verweise, Nominalphrase (Im Gegensatz zu).

Dadurch versteht der Leser, welche logische Verknüpfung die Sätze haben.

Textebene

Hier geht es um Textteile. Ziel ist es, einen Zusammenhang zwischen folgenden Elementen zustande zu bringen:

- Texteile untereinander
- Einem Kapitelabschnitt und dem Thema des Kapitels
- Textteil und dem Gesamttext
- Die Leseführung erfolgt durch folgende Aspekte:
- Titel
- Wiederholen
- Rückverweis
- Ankündigung von Zielen
- Ankündigung des weiteren Verlaufs
- Anknüpfung/ Überleitungen
- Zusammenfassung

Sprachliche Elemente findet der Leser in der Einleitung, am Kapitelanfang und am Ende eines Kapitels.

Die implizite Leserführung erschließt den Leser aus dem Textinhalt des Textes. So Beinke, Christiane, et al. (2011, 150).

Erläuterungen in Fußnoten helfen auch, die Argumentation sichtbar zu machen. So Sommer, Roy (2006, 100)

Die Gliederungen als Realisierung des roten Fadens

Bei Frank, Andrea, u.a.[6] (2007, 54) findet sich die Auffassung, dass der rote Faden zustande kommt, wenn eine Gliederung der Arbeit vorliegt. Ferner sollte im Text die Gliederung ausformuliert werden.

Bei Bünting, K-D. u.a.[7] (2008, 135) finden sich folgende Gliederungen:

textuelle Gliederung

Die textuelle Gliederung erfolgt durch Absätze, Abschnitte, Überschriften, Zwischenüberschriften und Kolumnen. Sie dienen dazu, formale und inhaltliche Hierarchisierung des Themas zu gewährleisten.

Im Text kommen Textelemente wie Vorbemerkung, Exkurs, Anmerkung, Zusammenfassung oder Literaturverzeichnis. Diese Bezeichnungen markieren den Rang und die Funktion dieser Textelemente.

Der Absatz erfolgt durch einen Zeilenwechsel. Er besteht aus mehreren Sätzen, die miteinander zusammenhängen. Der Zeilenwechsel deutet auf etwas Neues hin. Diese neue Überlegung hat mit dem vorigen Absatz einen inhaltlichen Bezug.

Der Abschnitt erfolgt durch eine leere Zeile. Er beinhaltet mehrere Absätze, die miteinander zusammenhängen. Man braucht hier keine Überschrift, oder kein neues Kapitel bzw. Unterkapitel. Der Abschnitt deutet auf einen neuen Gedankengang. So Bünting, K-D. u.a. (2008, 135).

Das Kapitel besteht aus mehreren Abschnitten, die miteinander zusammenhängen. Wenn zu viele Abschnitte vorkommen, werden sie in Unterkapitel untergliedert. Das Kapitel muss mindestens zwei Unterkapitel enthalten. Die Kapitel und Unterkapitel beziehen sich auf thematische Aspekte und sollten mit adäquaten Überschriften übersehen werden.

Die Überschrift muss adäquat formuliert werden.

Die Kolumne in der Kopf- oder Fußzeile dient als Orientierungshilfe für den Leser. In der Kolumne steht ein Kurztitel des Kapitels. Dieser Kurztitel wird durch den Titel der Arbeit geändert, wenn eine Seite die Überschrift eines neuen Kapitels zeigt.

[...]


[1] Beinke, Christiane, et al. (2011): Die Seminararbeit. Schreiben für den Leser. UVK Konstanz und München

[2] Kruse, Otto (2007): Keine Angst vor dem leeren Blatt. Ohne Schreibblockaden durchs Studium. 12., neu völlig bearbeitete Auflage. Campus Concept. Frankfurt am Main, New York

[3] Esselborn-Krumbiegel, Helga (2008): Von der Idee zum Text. Eine Anleitung zum wissenschaftlichen Schreiben. 3. überarbeite Auflage 2008. Padernborn. Schöningh UTB. (Erste Auflage 2002)

[4] Esselborn-Krumbiegel, Helga (2008): Von der Idee zum Text. Eine Anleitung zum wissenschaftlichen Schreiben. 3. überarbeite Auflage 2008. Padernborn. Schöningh UTB. (Erste Auflage 2002)

[5] Sommer, Roy (2006): Schreibkompetenzen. Erfolgreich wissenschaftlich schreiben. Stuttgart. Klett

[6] Frank, Andrea, u.a. (2007): Schlüsselkompetenzen: Schreiben in Studium und Beruf. Verlag J.B. Metzler. Stuttgart und Weimar

[7] Bünting, K-D. u.a. (2008): Schreiben im Studium: mit Erfolg Ein Leitfaden. Cornelsen Scriptor. Berlin.. Siebte Auflage

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Der rote Faden in den wissenschaftlichen Arbeiten. Eine Untersuchung
Hochschule
University of Oran
Note
Keine
Autor
Jahr
2014
Seiten
17
Katalognummer
V277710
ISBN (eBook)
9783656707158
ISBN (Buch)
9783656707585
Dateigröße
413 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
faden, arbeiten, eine, untersuchung
Arbeit zitieren
Mag. Mohamed Chaabani (Autor), 2014, Der rote Faden in den wissenschaftlichen Arbeiten. Eine Untersuchung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/277710

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Der rote Faden in den wissenschaftlichen Arbeiten. Eine Untersuchung



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden