Die Rolle der Krankenhäuser im Rahmen der Integrierten Versorgung


Hausarbeit, 2014
19 Seiten, Note: 2,7

Leseprobe

A. Inhaltsverzeichnis.

B. Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist integrierte Versorgung?

3. Möglichkeiten der Teilnahme an der integrierten Versorgung für Krankenhäuser
3.1 Integrationsmöglichkeiten im Bereich des Zuweiser-Managements
3.2 Schaffung von Kooperation mit den Zuweisern

4. Umgestaltung der Prozesse im Krankenhaus
4.1 Koordination im Krankenhaus
4.2 Entlassmanagement

5. Zusammenfassung

C. Literaturverzeichnis.

B. Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Möglichkeiten der sektorenübergreifenden Leistungserbringung für Krankenhäuser

Abbildung 2: Aufnahme- und Entlassmanagement an den Schnittstellen zur Akutversorgung

1. Einleitung

Das deutsche Gesundheitswesen steht vor großen Herausforderungen. Die Politik hat bereits deutlich bestimmte gesellschaftliche Risiken herausgearbeitet, denen sie unter anderem mit dem Mittel der integrierten Versorgung Herr werden möchte. Betrachtet man die demographische Entwicklung so zeigt sich, dass der Anteil der älteren Menschen in Deutschland in den nächsten Jahren zunehmen wird. Geht man davon aus, dass ältere Menschen ein höheres Krankheitsrisiko zu tragen haben und dass gleichzeitig Krankheiten im höheren Alter einen chronischen Verlauf nehmen bzw. mit weiteren Krankheiten einhergehen (Multimorbidität), so scheint gerade für diese Zielgruppe eine Anpassung des Gesundheitswesens vonnöten.1

Ein weiterer Aspekt der hinter dem Konzept der integrierten Versorgung verborgen ist, ist die flächendeckende Sicherstellung der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung. Gerade in ländlichen Räumen, in denen keine Infrastruktur auf hohem Niveau besteht, fehlen oft Anreize für die Niederlassung junger Ärzte, so dass bereits heute Arztsitze nicht mehr besetzt werden können. Hinzu kommt, dass sich der ärztliche Nachwuchs zu einem großen Teil aus Frauen rekrutiert, die das traditionelle Bild des Landarztes nicht mehr mittragen möchten, sondern sich geregelte Arbeitszeiten und eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf wünschen.

Diese Problematiken werden verstärkt durch das traditionelle Sektorendenken im Gesundheitswesen. Dieses war und ist historisch gekennzeichnet durch eine klare Trennung in den ambulanten und den stationären Sektor und hat vielfältige Implikationen: Die Sektoren folgen jeweils einer anderen Finanzierungslogik. Hier sei nur auf die Investitionsfinanzierung der Krankenhäuser hingewiesen, die durch die Länder erfolgt, während im ambulanten Sektor die Investitionen über die Regelleistungen mit erwirtschaftet werden. Auch bei der Planung der Versorgung gehen die Sektoren traditionell unterschiedliche Wege, die Planungshoheit liegt auch hier nicht in einer Hand.

Die Integrierte Versorgung ist demgemäß auch als ein Vorstoß zur Durchbrechung der Sektorengrenzen zu verstehen und weist die Richtung, in die sich das Gesundheitswesen in der Zukunft weiter entwickeln sollte. Zu beobachten sind Fusionen, Kooperationen, Netzwerke und Integrationen von Leistungserbringern, Ansätze für eine gemeinsame Versorgungsplanung, sowie eine Integration der unterschiedlichen Vergütungslogiken, was eine hohe Dynamik im Gesundheitswesen erzeugt.

Diese Hausarbeit befasst sich mit der Rolle der Krankenhäuser im Rahmen der sektorenübergreifenden Versorgung. Die Krankenhäuser mussten sich bereits seit der DRG-Einführung 2003 mit Management-Themen auseinander setzen, z.B. mit Themen wie Reorganisation von Prozessen, Qualitätsmanagement, Controlling, Vertragsmanagement, Marketing, Personalmanagement usw. Krankenhäuser halten in allen diesen Bereichen Know-how und (personelle) Ressourcen und Kompetenzen vor, was ihnen bei der Mitgestaltung und Koordination von Integrationsverträgen sicher nicht zum Nachteil gereichen dürfte.

Auch durch die vielfältigen Möglichkeiten für Krankenhäuser, an der ambulanten Versorgung teilzunehmen, z.B. durch Gründung von MVZ, Ermächtigungen, Ansiedlung von Praxen in eigenen Räumlichkeiten und der spezialfachärztlichen Versorgung eröffnen sich neue Spielräume für Krankenhäuser. Unter finanziellen Gesichtspunkten kann hier eine Erweiterung des klassischen gedeckelten Krankenhausbudgets erreicht werden, was wiederum eine Stärkung der Wettbewerbsposition und Existenzsicherung für Krankenhäuser bewirken kann.

Aber auch im eigentlichen Kerngeschäft der Krankenhäuser, der stationären Versorgung können die Anforderungen an integrierte Versorgungsprozesse berücksichtigt werden und damit eine Erhöhte Wirtschaftlichkeit, Transparenz und Qualität der Behandlung und eine Verbesserung des Ergebnisses begünstigen. Ein besonderes Augenmerk ist dabei auf das Schnittstellenmanagement zu legen, wobei insbesondere krankenhausinterne Schnittstellen aber auch Schnittstellen zwischen Krankenhaus und Zuweisern (Aufnahmemanagement) und nachgeordneten Leistungserbringern (Entlassmanagement) wie Pflegeheimen, Pflegediensten, Reha-Einrichtungen usw. optimiert werden sollten.

2. Was ist integrierte Versorgung?

Nach Bühler2 ist das Gesundheitssystem eine Branche mit starker Differenzierung und Spezialisierung der einzelnen Leistungen. Dies bringt die bekannten Probleme mit sich, denen durch Schaffung von sozialen Zusammenhängen zwischen den Dienstleistern begegnet werden soll. Integration versteht sich in diesem Zusammenhang als ein „Rahmenbegriff, übergeordnete Zielsetzung, ständiger Prozess und Endergebnis vielfältiger Bemühungen“.3

Der Prozess der Integration vollzieht sich hierbei in mehreren Schritten:

- Koordination: Abstimmung zwischen Teilaufgaben mit Verbesserung der
Gesamtleistung (Koordinationsinstrumente wären beispielsweise:
Patientenpfade, Standards, Einführung eines Überleitungsmanagements)
- Kooperation: Planmäßiges und verbindliches Hinarbeiten von einzelnen Dienstleistern auf ein gemeinsames Ziel. (Voraussetzung hierfür ist die Einsicht der Beteiligten in Sinn und Notwendigkeit der engen Zusammenarbeit)
- Vernetzung: Schaffung einer funktionierenden ständigen Kooperation mit eigenem Selbstverständnis. Das Netzwerk prägt die Einstellungen und das Verhalten der Beteiligten
- Integration: Zuvor unabhängige Dienste oder Einrichtungen schließen sich zu einer neuen Organisation zusammen. (In diesem Sinne wird bei der Integrierten Versorgung statt einzelner Leistungen ein individuelles Leistungspaket angeboten.

Der Prozess der Integration ist häufig mit vielfältigen Problemen und Widerständen auf Seiten der Beteiligten Leistungserbringer verbunden: Misstrauen der Leistungsanbieter untereinander, Trittbrettfahrer, die zwar profitieren, sich aber nicht engagieren, Neid, Risiko-Aversion, Naivität und Frustration können den Bemühungen um Integration entgegenstehen.

Grundvoraussetzung für Integration sind: Schaffung eines gemeinsamen Leitbildes, ein gemeinsames Informationssystem, ein Beschlusssystem, ein Managementsystem, ein Honorierungssystem, sowie ein Qualitätssicherungssystem. Essentiell ist jedoch die Bereitschaft der Beteiligten, auftretende Probleme und Schwierigkeiten gemeinsam zu lösen.

3. Möglichkeiten der Teilnahme an der integrierten Versorgung für Krankenhäuser

Verschiedene Reformen des Gesetzgebers in den letzten Jahren haben den Krankenhäusern neue Möglichkeiten eröffnet, sektorenübergreifende Kooperationen einzugehen (sh. Abb. 1)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Möglichkeiten der sektorenübergreifenden Leistungserbringung für Krankenhäuser4

Betrachtet man eine gesamte medizinische Episode, also den Prozess vom Beginn der Behandlung (bspw. Auftreten eines Symptoms) bis zum Abschluss der Behandlung (bspw. Beschwerdefreiheit), so kann man sich, gerade bei komplexen Episoden vorstellen, dass mehrere Leistungserbringer an der Behandlung beteiligt sind. Der Gesetzgeber hat eine Vielzahl von Koordinationsinstrumenten bereitgestellt, die das gewünschte Öffnen der Leistungserbringer hin zu einer Integration der einzelnen Dienstleistungen vorbereiten und vorantreiben. Krankenhäuser sind aus ihrer Struktur heraus gewöhnt, verschiedene betriebliche Funktionen wie Verwaltung, Personalmanagement, Einkauf, Controlling usw.

[...]


1 Vgl. Barz, Sabine und Wolf, Sascha, [2013]

2 Vgl. Bühler, Ernst[2006]

3 Vgl. Bühler, Ernst[2006]

4 Vgl.: Wallhäuser, Matthias, Schindler, Ursula,[2013]

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Die Rolle der Krankenhäuser im Rahmen der Integrierten Versorgung
Hochschule
Hochschule Fresenius; Köln  (Gesundheitsökonomie)
Veranstaltung
Alternative Versorgungsformen und Selektivvertragsgestaltung
Note
2,7
Autor
Jahr
2014
Seiten
19
Katalognummer
V277737
ISBN (eBook)
9783656705321
ISBN (Buch)
9783656709527
Dateigröße
563 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
rolle, krankenhäuser, rahmen, integrierten, versorgung
Arbeit zitieren
Claus Schildge (Autor), 2014, Die Rolle der Krankenhäuser im Rahmen der Integrierten Versorgung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/277737

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