Diese Klausurvorbereitung bietet einen Überblick über die mittelhochdeutsche Sprache anhand des Beispielwerkes "Der arme Heinrich" von Hartmann von Aue. Betrachtet werden spezifische sprachliche Merkmale des Mittelhochdeutschen, dessen Einordnung und Metrik und der kulturelle Hintergrund. Als Einführung sehr gut geeignet.
Inhaltsverzeichnis
Einführung in die Altgermanistik
Entwicklung des Deutschen:
Althochdeutsch (150-1050):
Mittelhochdeutsch (1050-1350):
Frühneuhochdeutsch (1350-1650):
Neuhochdeutsch (ab 1650):
Gliederung nach J. Grimm:
Metrik:
Metrische Analyse:
Hartmann von Aue:
Herkunft und Leben:
Armer Heinrich:
Lautwandelerscheinungen vom Mhd. zum Nhd.
Vokalismus:
Quantitative Veränderungen:
Qualitative Veränderungen:
Konsonantismus:
Anlautveränderungen:
Inlautveränderungen:
Auslautveränderungen:
Buch Hiob:
Semantik:
Höfische Tugenden:
Motive und Stoffe im „Armen Heinrich“:
Motivverwandte Texte:
Hermeneutik (mittelalterlich-christliche Bedeutungskunde):
Allegorien und Metaphern im Armen Heinrich:
Verhältnis von Autor und Publikum:
Mittelalterliche Gattungen:
Versnovelle:
Exempel:
Höfischer Roman:
Strukturierung:
1. Ausgangssituation (V. 1-132):
2. Handlungsbeginn (V. 133-266):
3. Entstehung neuer Voraussetzungen (V. 267-368):
4. Selbstdeutung (V. 369-458):
5. Entschluss zum Opfer (V. 459-1026):
6. Reise nach Salerno (V. 1027-1386):
7. Rückkehr und Heirat (V. 1387-1520):
Das mittelhochdeutsche Verb
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit bietet eine systematische Einführung in die Altgermanistik mit einem Schwerpunkt auf der sprachwissenschaftlichen und literaturgeschichtlichen Analyse des Werks "Der arme Heinrich" von Hartmann von Aue, wobei historische Sprachveränderungen und Gattungsbestimmungen zentral sind.
- Historische Entwicklung der deutschen Sprache
- Metrische und lautliche Analyse mittelhochdeutscher Texte
- Interpretation von Symbolik und Allegorie in mittelalterlicher Literatur
- Untersuchung höfischer Tugenden und Gattungsmerkmale
- Strukturelle Analyse und Handlungsetappen des "Armen Heinrich"
Auszug aus dem Buch
Metrische Analyse:
X: Grundeinheit, Viertelnote – halbe Note
U: Achtelnote ^ pausiertes Viertel
- in der Regel 4 Hebungen im höfischen Reimpaarvers
- Hebungen im Vers werden mit Akzenten gekennzeichnet
Hauptakzent: ´ (Akut)
Nebenakzent ` (Gravis)
- 3 Elemente im Vers: Auftakt, das Versinnere, Kadenz
Auftakt:
- Silbe vor der ersten Hebung im Takt
das Versinnere:
- beginnt immer mit Hebung, endet vor der nächsten (bei Alternation immer zweisilbig)
- Möglichkeiten der Taktfüllung:
1. regelmäßige zweisilbige Taktfüllung: 2 Viertel (Hebung und Senkung), /XX/
2. einsilbige Taktfüllung: beschwerte Hebung, nur bei langen Silben möglich, bei mehrsilbigen Wörtern erhält folgende Silbe Nebenakzent, bei eigenständigem Wort aber Hauptakzent, /–/XX/
3. dreisilbige Taktfüllung: a) wenn 1. Silbe kurz, Aufspaltung der Hebung in 2 Achtel, /UUX/
b) wenn 1. Silbe lang, Aufspaltung der Senkung in 2 Achtel, /XUU/
Aufspaltung nur, wenn weder Elision noch Aphärese möglich
Zusammenfassung der Kapitel
Einführung in die Altgermanistik: Überblicksartige Darstellung der historischen Entwicklung des Deutschen und grundlegende metrische Konzepte zur Textanalyse.
Lautwandelerscheinungen vom Mhd. zum Nhd.: Detaillierte Auflistung systematischer quantitativer und qualitativer Veränderungen der Vokale und Konsonanten zwischen dem Mittelhochdeutschen und dem Neuhochdeutschen.
Buch Hiob: Zusammenfassung der biblischen Geschichte des Hiob als moralisches und inhaltliches Vorbild für die Leidensgeschichte im "Armen Heinrich".
Semantik: Untersuchung der Bedeutungswandlungen ausgewählter Begriffe vom Mittelhochdeutschen zum Neuhochdeutschen.
Höfische Tugenden: Definition der für die mittelalterliche Gesellschaft konstitutiven positiven Eigenschaften und Verhaltensweisen.
Motive und Stoffe im „Armen Heinrich“: Analyse der zentralen Erzählmotive Aussatz und Heilung sowie deren motivgeschichtliche Verknüpfung mit anderen Legenden.
Hermeneutik (mittelalterlich-christliche Bedeutungskunde): Einführung in die Analyse von Allegorien und Symbolen sowie deren konkrete Anwendung auf das Werk Hartmanns von Aue.
Verhältnis von Autor und Publikum: Erörterung der Motivation des Autors und der Interaktion mit dem zeitgenössischen höfischen Publikum.
Mittelalterliche Gattungen: Klassifizierungsversuch des "Armen Heinrich" durch Abgrenzung gegenüber Märe, Legende, Mirakel und Novelle.
Strukturierung: Chronologische Aufgliederung der Handlung des "Armen Heinrich" in sieben wesentliche inhaltliche Abschnitte.
Das mittelhochdeutsche Verb: Morphologische Kategorisierung der starken, schwachen und unregelmäßigen Verben im Mittelhochdeutschen.
Schlüsselwörter
Altgermanistik, Hartmann von Aue, Armer Heinrich, Mittelhochdeutsch, Metrik, Lautwandel, Höfische Tugenden, Hermeneutik, Allegorie, Gattungsbestimmung, Versnovelle, Semantik, Vokalismus, Konsonantismus, Literaturgeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine fundierte Einführung in die Grundlagen der Altgermanistik und analysiert strukturell sowie inhaltlich das Werk "Der arme Heinrich" von Hartmann von Aue.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder sind die sprachliche Entwicklung vom Mittelhochdeutschen zum Neuhochdeutschen, die metrische Versanalyse, die Interpretation mittelalterlicher Stoffe sowie die Gattungseinordnung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den Lesern ein Werkzeugset an die Hand zu geben, um mittelhochdeutsche Texte sprachwissenschaftlich zu deuten und das Verständnis für die höfische Literatur zu vertiefen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine philologische Methode angewandt, die sich auf Sprachvergleiche, metrische Analysen, motivgeschichtliche Vergleiche und hermeneutische Auslegung stützt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die sprachliche Entwicklung (Lautwandel), die Analyse des "Armen Heinrich" anhand von Motiven und Allegorien sowie die strukturelle Aufarbeitung des Handlungsverlaufs.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird vor allem durch Begriffe wie Altgermanistik, Hartmann von Aue, Lautwandel, Metrik, Höfische Tugenden und Gattungstypologie charakterisiert.
Wie definiert der Text die Beziehung zwischen Autor und Publikum?
Der Autor adressiert ein kunstverständiges höfisches Publikum und erwartet als Gegenleistung für die literarische Arbeit Fürbitte und Gebete, um den eigenen Heilsgewinn zu fördern.
Welchen Stellenwert nimmt die Strukturierung im "Armen Heinrich" ein?
Die Strukturierung ist essenziell, da sie das Werk in sieben klare Abschnitte unterteilt, vom Sündenfall durch den Aussatz bis hin zur ethischen Wendung und der letztendlichen sozialen Wiederherstellung.
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- Franziska Riedel (Author), 2012, Klausurvorbereitung. Einführung in die Mediävistik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/277800