Die Lerngruppe der Klasse 11 Grundkurs Jungen setzt sich aus zwanzig Schülern
zusammen. In der Lehrprobenstunde ist allerdings nur mit achtzehn Schülern zu
rechnen, da einer verletzungsbedingt ausfällt und ein anderer erst in einer
Sportstunde anwesend war. In diesem Fall befinde ich mich in Gesprächen mit
seinem Stammkursleiter. Die zwei Sportstunden pro Woche finden dienstags in der
siebten und achten Stunde statt. Ich unterrichte diese Klasse eigenverantwortlich seit
Beginn des Schuljahres. Das Verhältnis zur Lerngruppe würde ich als positiv
beschreiben. Die Schüler akzeptieren mich als Lehrperson und sind kooperativ. [...]
Groblernziel:
Die Schüler erkennen die individuell unterschiedliche Belastungsintensität an den
vorgegebenen Kraftstationen und gestalten diese so um, dass für jeden eine etwa
gleiche Belastung im Kraftausdauerbereich gegeben ist, indem sie die
Trainingsstationen dementsprechend variieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Lernziele
1.1 Groblernziel
1.2 Feinlernziele
1.2.1 motorisch
1.2.2 kognitiv
1.2.3 Sozial-affektiv
2. Bemerkungen zur Lerngruppe und den organisatorischen Rahmenbedingungen
3. Sachanalyse
4. Didaktische Analyse
5. Methodisches Vorgehen
6. Verlaufsplan
7. Anhang
7.1 Station: Rücken
7.2 Station: Beine
7.3 Station: Bauch
7.4 Beobachtungskarte für Verletzte und Kranke
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel der Lehrprobe ist es, den Schülern durch ein selbstständiges Entwicklungskonzept von Trainingsstationen ein Verständnis für die individuelle Anpassung der Belastungsintensität im gesundheitsfördernden Kraftausdauertraining zu vermitteln und so eine homogene Belastung trotz unterschiedlicher körperlicher Voraussetzungen zu ermöglichen.
- Gesundheitsförderndes Kraftausdauertraining
- Individuelle Anpassung der Belastungsintensität
- Selbstständige Entwicklung und Variation von Trainingsstationen
- Prävention von Haltungsschäden durch korrekte Bewegungsausführung
- Verantwortungsübernahme und Kooperation in der Lerngruppe
Auszug aus dem Buch
Sachanalyse
Im Zentrum der Unterrichtsreihe steht das gesundheitsfördernde Kraftausdauertraining. Nach Boekh-Behrens ist das die „Fähigkeit des neuromuskulären Systems, (…) eine gegebene Kraftbelastung möglichst lange aufrechtzuerhalten (ausgedrückt als Anzahl der Wiederholungen)“ 1 . Eine Kraftausdauerleistungsfähigkeit liegt jedoch erst vor, wenn Belastungen bestehen, die größer als 30% des individuellen isometrischen Kraftmaximums sind 2. Jedoch dürfen die Lasten auch nicht zu schwer sein, damit genügend Wiederholungen hintereinander erfolgen können. Bei einem dynamischen Krafttraining geht man daher bei Anfängern von ca. zwanzig Wiederholungen, bei zwei bis vier Sätzen, aus (mit einer Pausenlänge von knapp einer Minute zwischen den Sätzen)3, um die Kraftausdauer erfolgreich zu trainieren. Gerade zu Beginn eines Krafttrainings oder auch im jugendlichen Alter (in der sich die Lerngruppe befindet) sollte die Belastung nicht zu hoch sein, das heißt sie sollte sich an der Belastungsverträglichkeit des Stütz- und Bindegewebes orientieren, sprich dem passiven Bewegungsapparat, der bei Jugendlichen oft noch nicht so stabilisiert ist (v. a. aufgrund der Wachstumsphase) wie bei Erwachsenen.
Zusammenfassung der Kapitel
Lernziele: Definiert die motorischen, kognitiven und sozial-affektiven Zielsetzungen für die Lehrprobenstunde zur Kraftausdauer.
Bemerkungen zur Lerngruppe und den organisatorischen Rahmenbedingungen: Analysiert die Zusammensetzung, das Sozialverhalten und die motorischen Voraussetzungen der Jungen-Lerngruppe sowie die äußeren Bedingungen.
Sachanalyse: Erläutert die theoretischen Grundlagen des gesundheitsfördernden Kraftausdauertrainings unter Berücksichtigung von Belastungsnormativen und physiologischer Entwicklung bei Jugendlichen.
Didaktische Analyse: Begründet die Themenwahl im Rahmen des Lehrplans und die Entscheidung für ein stationsbasiertes, schülerzentriertes Training zur Gesundheitsförderung.
Methodisches Vorgehen: Beschreibt den Ablauf der Stunde von der Aufwärmphase über die kognitive Reflexion bis hin zur praktischen Erarbeitung und Präsentation der Stationen.
Verlaufsplan: Bietet eine tabellarische Übersicht über die Zeitstruktur, Lerninhalte, Methoden und Materialien der Unterrichtsstunde.
Anhang: Detailliert die konkrete Ausgestaltung und Variierbarkeit der drei Trainingsstationen (Rücken, Beine, Bauch) sowie Hilfsmittel für Schüler mit Einschränkungen.
Schlüsselwörter
Kraftausdauer, Gesundheitsförderung, Belastungsintensität, Unterrichtsentwurf, Schulsport, Bewegungsapparat, Krafttraining, Trainingsstationen, Differenzierung, Sekundarstufe II, Bewegungsqualität, Trainingssteuerung, Muskelkraft, Prävention, Sportdidaktik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit ist ein Entwurf für eine benotete Lehrprobe im Fach Sport für eine 11. Klasse und behandelt die Gestaltung eines gesundheitsfördernden Kraftausdauertrainings.
Was sind die zentralen Themenfelder der Unterrichtsreihe?
Im Mittelpunkt stehen das selbstständige Entwickeln von Trainingsstationen sowie die Vermittlung gesundheitsfördernder Aspekte und präventiver Haltungskorrekturen.
Welches Ziel verfolgt die Lehrprobe primär?
Das Ziel ist, dass die Schüler lernen, die Belastungsintensität an Kraftstationen individuell zu variieren, um eine für alle angemessene und homogene Trainingsbelastung zu erreichen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird ein dynamisches Kraftausdauertraining an Stationen angewandt, das auf dem "Dreischritt des Zirkeltrainings" basiert und die Schüler aktiv in den Entwicklungsprozess einbindet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die Analyse der Lerngruppe, die theoretischen Hintergründe zur Trainingslehre, die didaktische Begründung der Unterrichtsinhalte sowie das methodische Vorgehen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Kraftausdauer, Gesundheitsförderung, individuelle Belastungsanpassung, Differenzierung und selbstständiges Arbeiten.
Warum wird in dieser Stunde ausschließlich dynamisch trainiert?
Das dynamische Training fördert im Gegensatz zur statischen Haltearbeit das Herz-Kreislaufsystem, ermöglicht eine gleichmäßige Atmung und integriert Kraftbeanspruchung in Bewegungsabläufe.
Wie werden die Stationen hinsichtlich der Belastung differenziert?
Die Schüler nutzen rote, gelbe und grüne Kärtchen zur Selbsteinschätzung der Belastung und entwickeln daraufhin durch Erschwerung oder Erleichterung angepasste Variationen für ihre Stationen.
- Arbeit zitieren
- Sebastian Theobald (Autor:in), 2013, Die individuelle Anpassung der Belastungsintensität für die Kraftausdauer (11. Kl. Grundkurs, Gymn.), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/277848