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Die Lautgesetze der Kindersprache

Title: Die Lautgesetze der Kindersprache

Elaboration , 2003 , 13 Pages , Grade: 2

Autor:in: Dieter Stubbemann (Author)

Speech Science / Linguistics
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Der vorliegende Text ist die schriftliche Ausarbeitung eines Referates aus der Lehrveranstaltung. „Strukturelle Analogien: Von Dependenzsyntax zu Dependenz in Phonologie und Morphologie“. Im Vortrag wurde vor allem die von Roman Jakobson bereits anfangs der vierziger Jahre veröffentlichte Arbeit zu den allgemeinen Lautgesetzen des Spracherwerbs „Kindersprache, Aphasie und allgemeine Lautgesetze“ zu Grunde gelegt. Erläutert wurde dabei in erster Linie die Reihenfolge der Aneignung der einzelnen Sprachlaute und deren lautsubstanzliche Begründung, wie sie von Jabobson gegeben wurde. In der schriftlichen Ausarbeitung wird versucht, den Brückenschlag zur Dependenzphonologie zu finden, wozu insbesondere der Aufsatz John Andersons „English Phonology: Theoretical, Clinical and Medieval“ herangezogen wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Lautgesetze der Kindersprache

2.1. Vom Principle of Least Effort zum Principle of Maximum Contrast

2.2. Artikulatorische und akustische Oppositionen

2.3. Theory of Distinctive Features

3. Lautgesetze und Dependenzphonologie

3.1. Lautaneignung aus dependenzphonologischer Sicht

3.2. Jakobson und die Dependenzphonologie

4. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den phonologischen Spracherwerb beim Kind. Ziel ist es, Roman Jakobsons klassische Theorie der allgemeinen Lautgesetze und der hierarchischen Aneignung von Phonemen durch den Vergleich mit der Dependenzphonologie zu beleuchten und eine Brücke zwischen beiden theoretischen Ansätzen zu schlagen.

  • Analyse der kindlichen Lautaneignung nach Roman Jakobson
  • Einführung in die Prinzipien des maximalen Kontrastes
  • Vergleich mit dem dependenzphonologischen Modell
  • Diskussion der Bedeutung binärer versus unärer Merkmale
  • Betrachtung von Schichtungshierarchien beim Spracherwerb

Auszug aus dem Buch

2.1. Vom Principle of Least Effort zum Principle of Maximum Contrast

Eine übliche Annahme über den Spracherwerb beim Kind war, dieser gelinge durch Nachahmung der Umgebungslaute, wobei diejenigen Phoneme zuerst angeeignet würden, die am leichtesten auszu-sprechen seien (Principle of Least Effort). Andere Ansichten betonten die schöpferische Eigenleistung des Kindes oder gaben psychologische Begründungen (z.B. Lippenlaute als Nachahmung des Saugens). Jakobson versuchte dagegen zu zeigen, daß das Kind zwar das Phonemsystem seiner Sprache im Austausch mit seiner Umwelt erschließt, sich dabei die Laute aber nicht willkürlich nach Maßgabe seines technischen Vermögens, sondern gemäß einem festen Schema aufeinander folgender Lautoppositionen, also systematisch aneignet. „Einerseits ist die kindliche Schöpfung offenkundig keine Urschöpfung, keine Erfindung aus dem Nichts, andererseits ist aber die Nachahmung keine mechanische und ratlose Übernahme.“ (Jakobson 1941, S. 329). So widerspreche der Behauptung, das Kind erschließe sich die Sprachlaute nach dem Schwierigkeitsgrad ihrer Aussprechbarkeit die Beobachtung, daß das Kind in der ersten Phase seiner lautlichen Entäußerung, der babbling period, mühelos in der Lage sei, eine große, über das in der Umgebungssprache vorhandene Lautmaterial hinausgehende Menge an lautlichen Äußerungen zu produzieren, die es dann fast alle beim Übergang zur few-words-period wieder aus seiner Sprache verbanne, darunter auch solche, die in der Sprache der Eltern tatsächlich vorkommen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit stellt die schriftliche Ausarbeitung eines Referates dar, das die Lautgesetze des kindlichen Spracherwerbs nach Jakobson mit der Dependenzphonologie in Beziehung setzt.

2. Die Lautgesetze der Kindersprache: Dieses Kapitel erläutert den schrittweisen, hierarchischen Aufbau des kindlichen Lautsystems anhand von Oppositionen und Implikationsgesetzen.

3. Lautgesetze und Dependenzphonologie: Hier wird der dependenzphonologische Ansatz mit Jakobsons Theorie verglichen, wobei insbesondere die Kategorisierung von Phonemklassen durch Merkmalsmatrizen im Vordergrund steht.

4. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass die Arbeit einen ersten Einstieg in die Thematik bietet und Jakobsons Arbeit als wertvolles Fundament für spätere phonologische Modelle betrachtet.

Schlüsselwörter

Spracherwerb, Phonologie, Jakobson, Kindersprache, Lautgesetze, Dependenzphonologie, Phoneme, Artikulation, Akustik, Merkmalsmatrix, Opposition, Kontrast, Sprachtheorie, Lautaneignung, Schichtungshierarchie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den theoretischen Grundlagen des kindlichen Spracherwerbs unter besonderer Berücksichtigung phonologischer Strukturen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Lautgesetze nach Roman Jakobson und deren Erweiterung bzw. Vergleich durch die dependenzphonologische Perspektive.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Analyse der hierarchischen Reihenfolge der Lautaneignung und der dabei zugrunde liegenden phonologischen Prinzipien.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Autorin/der Autor nutzt eine literaturbasierte Analyse und den Vergleich theoretischer Modelle, insbesondere Jakobsons binäre Merkmalsanalyse gegenüber Andersons unären Merkmalen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert die Phasen der kindlichen Lautentwicklung, die Bildung von Oppositionen und die formale Repräsentation von Phonemklassen in der Dependenzphonologie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Spracherwerb, Phoneme, Lautgesetze, Dependenzphonologie und phonologische Oppositionen.

Inwieweit unterscheiden sich die Merkmalskonzepte bei Jakobson und Anderson?

Jakobson arbeitet primär mit binären Merkmalen, während die Dependenzphonologie nach Anderson unäre Merkmale verwendet, um Phonemklassen zu bilden.

Warum spielt das "Principle of Maximum Contrast" eine so zentrale Rolle?

Es erklärt, warum Kinder bevorzugt laute Gegensätze (z.B. Vokal vs. Konsonant) entwickeln, um eine maximale Unterscheidbarkeit der Zeichen zu gewährleisten.

Was besagt die "Strong Identity Thesis" in diesem Kontext?

Sie postuliert, dass die Reihenfolge des kindlichen Spracherwerbs das genaue Spiegelbild des Sprachverlustes (bei Aphasien) darstellt.

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Details

Title
Die Lautgesetze der Kindersprache
College
University of Bremen
Grade
2
Author
Dieter Stubbemann (Author)
Publication Year
2003
Pages
13
Catalog Number
V277862
ISBN (eBook)
9783656705758
ISBN (Book)
9783656712282
Language
German
Tags
lautgesetze kindersprache
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dieter Stubbemann (Author), 2003, Die Lautgesetze der Kindersprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/277862
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