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Darstellung und Funktion der Figur des Hilse in Hauptmanns Drama „Die Weber“

Titel: Darstellung und Funktion der Figur des Hilse  in Hauptmanns Drama „Die Weber“

Hausarbeit , 2009 , 16 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Corinna Gronau (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Dramen, die ihre Zeit überleben, haben zum Hauptmotiv den Menschen, der zeitlos ist, und nicht das Problem […].“ Gerhart Hauptmann hat hier ein wesentliches Kriterium seines Erfolges herausgestellt, welches für seine Werke bezeichnend ist. So auch für sein naturalistisches Drama „Die Weber“, das den historischen Weberaufstand von 1844 literarisch verarbeitet. Protagonist ist eine ganze soziale Schicht, deren Leben von Hunger, Not und Verzweiflung bestimmt wird. Einer von ihnen ist der alte Weber Hilse, der Kritik an der Revolte übt und am Ende durch eine verirrte Gewehrkugel getötet wird. Um ihn dreht sich der gesamte letzte Akt, der in der Forschung vielfach diskutiert wurde und Ausgangspunkt für zahlreiche verschiedene Interpretationen ist.
In der vorliegenden Seminararbeit möchte ich mich genauer mit der Figur des Hilse in Hauptmanns Drama „Die Weber“ beschäftigen. Welche Funktion erfüllt die Figur? Wie wird sie dargestellt? Zur Beantwortung der Fragen wird zunächst die Figur des Hilse analysiert, wobei dessen Charakterisierung und die Figurenrede herangezogen werden. Im Folgenden soll die Figurenkonstellation des fünften Aktes untersucht werden und das Verhältnis des Hilse zu den anderen Figuren herausgearbeitet werden. Im dritten Teil der Arbeit wird der fünfte Akt in seiner Gesamtheit mit den vorherigen Akten verglichen und seine Form und Funktion erläutert. Eine Analyse der Schauplatzdarstellung soll an dieser Stelle weiterhelfen.
Im Verlauf der Arbeit soll gezeigt werden, dass die Figur des Hilse und sein Tod der Verdeutlichung der Ohnmacht des Einzelnen gegenüber der Masse dienen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Figur des Hilse

2.1. Figurendarstellung

2.2. Figurenkonstellation

2.2.1. Hilse und seine Familie

2.2.2. Hilse und die aufständischen Weber

2.3. Hilses Tod

3. Form und Funktion des fünften Aktes

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Seminararbeit untersucht die Funktion der Figur des alten Webers Hilse in Gerhart Hauptmanns naturalistischem Drama "Die Weber". Dabei wird analysiert, wie Hilses Charakterisierung, seine Rolle innerhalb der Figurenkonstellation und seine passive Haltung gegenüber dem Weberaufstand die dramatische Wirkung des fünften Aktes prägen, wobei insbesondere das Verhältnis des Einzelnen zur Masse und die Ohnmacht der Religion beleuchtet werden.

  • Charakterisierung des alten Webers Hilse
  • Analyse der Figurenkonstellation im fünften Akt
  • Untersuchung der Funktion des fünften Aktes im Gesamtdrama
  • Kontrastierung von individuellem Glauben und sozialem Aufstand
  • Reflektion über die Machtlosigkeit des Einzelnen gegenüber kollektiven Bewegungen

Auszug aus dem Buch

2.3. Hilses Tod

Als sich der Aufstand voll entfaltet, hält es auch Gottlieb nicht mehr in der Wohnung: „Solln mir Pulver und Blei fressen statts Brot? […] Soll mir mei Weib derschossen werd´n?“ (S. 479). Einzig Hilse und seine taube und blinde Frau verweilen im Weberstübchen. Ihnen bleibt das Aufstandsgeschehen vor der Tür verborgen. Die Warnungen mehrerer Hausbewohner ignoriert Hilse, indem er unbeirrt an seinem Webstuhl sitzen bleibt: „Hie hat mich mei himmlischer Vater hergesetz.“ (S. 479). Im nächsten Moment trifft den alten Weber eine verirrte Gewehrkugel, die ihn tötet. Zur gleichen Zeit ertönen „Hurra-Rufe“ der Aufständischen, das sich langsam entfernt (Vgl. S. 479). Der Ausruf von Mutter Hilse: „Nu mach ock, Mann, und sprich a Wort, ´s kann een´n ja ordentlich angst werd´n.“ (S. 479) beendet den Text.

Der Kontrast vom Tod Hilses und den freudigen Ausrufen der aufständischen Weber hat eine tragisch-ironische Wirkung. Auch der Ausspruch der alten Frau trägt zu diesem Eindruck bei. Dass gerade der einzige Weber stirbt, der das Verhängnis erkennt: „Mit Gewalt? Nu, da lasst euch bald begraben dahier. Se wern’s euch beweisen. Wo de Gewalt steckt.“ (S. 471), hat jedoch noch eine zusätzliche Bedeutung: hier wurde nicht nur einfach der Zufallstod eines Unbeteiligten dargestellt; dadurch, dass der alte Hilse stirbt, ein Weber der sich bewusst gegen die Mehrzahl der Weber gestellt hat, wird die Machtlosigkeit des Einzelnen in Bezug zur Masse aufgezeigt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in Hauptmanns Naturalismus ein, stellt die zentrale Figur des alten Webers Hilse vor und definiert das Ziel der Arbeit, die Funktion dieser Figur im Drama zu untersuchen.

2. Die Figur des Hilse: Dieses Kapitel analysiert Hilses äußeres Erscheinungsbild, seine tiefe Religiosität, seine Position innerhalb der Familie sowie seine Haltung zu den aufständischen Webern und seine Rolle in der Massendynamik.

3. Form und Funktion des fünften Aktes: Hier wird die Schauplatzwahl des Weberstübchens im Vergleich zu anderen Akten untersucht und die dramaturgische Bedeutung durch Methoden wie den Botenbericht und die Geräuschkulisse erörtert.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die Figur des Hilse die Ohnmacht des Einzelnen gegenüber der gesellschaftlichen Massenbewegung verdeutlicht.

Schlüsselwörter

Gerhart Hauptmann, Die Weber, Hilse, Naturalismus, Weberaufstand, Figurenkonstellation, Religion, Ohnmacht, Massenpsychologie, Dramentheorie, fünfter Akt, Sozialkritik, Schauplatzdarstellung, Passivität, Tragik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Figur des alten Webers Hilse in Gerhart Hauptmanns Drama "Die Weber" und deren Bedeutung für das Verständnis des Werkes.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Darstellung von Armut und sozialem Druck, die Rolle des religiösen Glaubens als passives Erleiden sowie die Dynamik von individuellem Widerstand versus kollektivem Aufstand.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es herauszuarbeiten, welche Funktion die Figur des Hilse erfüllt und wie ihr Tod die Ohnmacht des Einzelnen gegenüber der aufständischen Masse verdeutlicht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es werden eine textnahe Analyse der Figurenrede, die Untersuchung der Figurenkonstellation sowie eine formale Analyse der dramaturgischen Mittel, wie etwa die Schauplatzgestaltung, angewandt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Charakterisierung Hilses, die Untersuchung seiner Beziehungen zu anderen Figuren und eine Analyse der Funktion des fünften Aktes innerhalb der Struktur des Dramas.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Naturalismus, Weberaufstand, Religiosität, Massendynamik und die spezifische Figurenkonstellation um den alten Hilse.

Warum spielt die Religion eine so zentrale Rolle für die Figur des Hilse?

Die Religion dient Hilse als Trost in seinem freudlosen Leben und begründet seine passive Haltung. Sie ist der Kern seines Wesens, der ihn davon abhält, sich der Gewalt der Aufständischen anzuschließen.

Was macht das Ende der Arbeit in Bezug auf die Figur des Hilse besonders tragisch?

Besonders tragisch ist, dass gerade der einzige Weber stirbt, der die Gefahr der Gewalt erkennt und sich bewusst gegen den Aufstand stellt, was seine prinzipielle Machtlosigkeit unterstreicht.

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Details

Titel
Darstellung und Funktion der Figur des Hilse in Hauptmanns Drama „Die Weber“
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Veranstaltung
Zwischen Baum und Bedeutung: Literatur der frühen Moderne
Note
1,0
Autor
Corinna Gronau (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
16
Katalognummer
V277907
ISBN (eBook)
9783656708025
ISBN (Buch)
9783656709329
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Weber Hauptmann Hilse Drama Figur Naturalismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Corinna Gronau (Autor:in), 2009, Darstellung und Funktion der Figur des Hilse in Hauptmanns Drama „Die Weber“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/277907
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  16  Seiten
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