Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Aufbau und Struktur von Daniel Kehlmanns „Die Vermessung der Welt“

Titel: Aufbau und Struktur von Daniel Kehlmanns „Die Vermessung der Welt“

Hausarbeit , 2011 , 22 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Corinna Gronau (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

„Erzählen, das bedeutet einen Bogen spannen, wo zunächst keiner ist, den Entwicklungen Struktur und Folgerichtigkeit gerade dort verleihen, wo die Wirklichkeit nichts davon bietet […].“
Diese Worte stammen vom 1975 in München geborenen Daniel Kehlmann, der es als deutscher Autor mit seinem 2005 erschienen Roman „Die Vermessung der Welt“ auf den zweiten Platz der weltweit meistverkauften Bücher des Jahres 2006 schaffte. Der Naturforscher Alexander von Humboldt und der Mathematiker Carl Friedrich Gauß, zwei bekannte historische Persönlichkeiten, werden zu Figuren dieser fiktiven Doppelbiografie. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts machen sich die zwei jungen Deutschen an die Vermessung der Welt – während Humboldt auf seiner abenteuerlichen Expedition ins südliche Amerika einen Berg an Messergebnissen anhäuft, widmet sich Gauß „allein am [heimischen] Schreibtisch, ein Blatt Papier vor sich“ (S. 247) der Wissenschaft und taucht dabei tief in die Gesetze der Zahlen und des Alls ein. Auf einer Tagung der „Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte“ treffen die beiden Genies aufeinander und stehen von da an in regem Austausch miteinander.
Es werden also zwei völlig verschiedene - wenn nicht konträre - Charaktere in einem Roman vereint. Doch auf welche Weise werden die Lebensgeschichten der beiden Figuren Humboldt und Gauß zusammengeführt?
Zu diesem Zweck sollen die Ebene der Textstruktur genauer betrachtet und ihre Besonderheiten herausgestellt werden: Wie ist der Roman aufgebaut? Welche Grundstruktur lässt der Text erkennen? Im Anschluss soll die Untersuchung der Textstruktur vertieft werden, indem die Anordnung und Verknüpfung der Themen und Motive analysiert wird. An dieser Stelle sind wiederkehrende Szenen bzw. Motive und im Laufe des Romans wiederholt auftauchende Figuren von Interesse, die auf irgendeine Art eine Verbindung - in Form von Ähnlichkeit oder Kontrast - zwischen Humboldt und Gauß herstellen. Abschließend soll die Frage beantwortet werden, in welchem Verhältnis Struktur und Inhalt in Kehlmanns Werk „Die Vermessung der Welt“ stehen und damit auch die Frage, ob dem Autor die Verbindung der beiden extremen Figuren innerhalb eines einzigen Romans gelungen ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Aufbau und Struktur von Kehlmanns „Die Vermessung der Welt“

2.1 Grundstruktur des Textes

2.2 Verbindung Humboldt – Gauß

2.2.1 explizite Verknüpfung der Figuren im Text

2.2.2 Wiederkehrende Motive und Szenen

2.2.3 Wiederkehrende Figuren

3. Funktion der verwendeten Romanstruktur

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexe Text- und Romanstruktur von Daniel Kehlmanns Werk „Die Vermessung der Welt“. Ziel ist es, die narrative Verzahnung der zwei gegensätzlichen Hauptfiguren Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauß zu analysieren und aufzuzeigen, wie der Autor durch spezifische strukturelle Elemente, Motive und ein Figurennetz die Kohärenz des Romans herstellt und die beiden Lebenswege in eine Synthese überführt.

  • Analyse der chronologischen Rahmung und der alternierenden Binnenkapitel.
  • Untersuchung von wiederkehrenden Motiven wie „Messen“, „Ordnung“ und „Altern“.
  • Erforschung des Figurennetzwerks als Bindeglied zwischen den Protagonisten.
  • Interpretation der Romanstruktur im Kontext der Zusammenführung konträrer Charaktere.

Auszug aus dem Buch

2.2.2 Wiederkehrende Motive und Szenen

Neben der aufgezeigten Grundstruktur der „Vermessung der Welt“ soll nun ein genauerer Blick auf Motive und Szenen geworfen werden, welche den Text durchziehen und ein weiteres strukturelles Element darstellen.

Wie im Titel schon zu lesen, spielt die Tätigkeit des Messens im Buch eine wichtige Rolle. Bei Humboldt geht der Messeifer so weit, dass ihn Vermessungen „stets mit Hochgefühl“ (S. 39) erfüllen bis zu einem Grad der Erregung, die ihn mehrere Nächte nicht schlafen lässt (vgl. S. 39). Ausschlaggebend für dieses Verhalten war eine Bemerkung seines Lehrers Marcus Herz im Kindesalter: „Wann immer einen die Dinge erschreckten, sei es eine gute Idee, sie zu messen.“ (S. 22). Dementsprechend oft ist Humboldt im Roman mit dem Messen von Höhen, Druckverhältnissen oder Ähnlichem beschäftigt (vgl. S. S. 30, 37 ff., 41 f., 46 f., 49, 51, 69, 71 f., 77 f., 80, 107, 115 f., 129, 136, 140, 170, 173, 176, 265, 269, 274 f., 287 f.). Gauß hingegen geht seiner Tätigkeit als Geodät nur widerwillig nach, dient sie ihm doch nur dem Gelderwerb um sein Lebenswerk, die „Disquisitiones Arithmeticae“, zu beenden (vgl. S. 88, 90, 96, 151, 160, 181, 188, 191, 195, 268). Humboldt nimmt seine Arbeit so ernst, dass er bei der Vermessung des Orinoko-Kanals formuliert: „Jetzt erst [nach der Messung], existiere der Kanal wirklich.“ (S. 136). Dem kommt die Äußerung Gauß‘ nahe: „Manchmal war ihm, als hätte er den Landstrich nicht bloß vermessen, sondern erfunden, als wäre er erst durch ihn Wirklichkeit geworden.“ (S. 268). Er fügt jedoch hinzu:

„Wo nur Bäume, Moos, Steine und Graskuppen gewesen waren, spannte sich jetzt ein Netz aus Geraden, Winkeln und Zahlen. Nichts, was einmal jemand vermessen hatte, war noch oder konnte je sein wie zuvor. Gauß fragte sich, ob Humboldt das begreifen würde.“ (S. 268).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Werk ein, stellt die beiden gegensätzlichen Hauptfiguren Humboldt und Gauß vor und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Textstruktur.

2. Aufbau und Struktur von Kehlmanns „Die Vermessung der Welt“: Dieses Kapitel untersucht die formalen Aspekte des Romans, wie die Kapitelanordnung und die alternierenden Handlungsstränge, sowie die Verknüpfung der Figuren durch Motive und Nebenfiguren.

3. Funktion der verwendeten Romanstruktur: Hier wird die Wirkung der gewählten Erzählstruktur auf die Kohärenz des Romans und die Inszenierung von Überraschungsmomenten durch die Umkehrung der zeitlichen Abfolge beleuchtet.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Struktur des Romans maßgeblich dazu beiträgt, die zwei Genies Humboldt und Gauß miteinander zu verbinden und ihre Lebensläufe zu einer Synthese zu führen.

Schlüsselwörter

Daniel Kehlmann, Die Vermessung der Welt, Alexander von Humboldt, Carl Friedrich Gauß, Romanstruktur, Motivik, Analepse, alternierende Erzählung, Literaturanalyse, Figurennetz, Wissenschaftsverständnis, Naturwissenschaft, Altern, Kohärenz, Epik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die spezifische Erzählstruktur und die narrative Gestaltung von Daniel Kehlmanns Roman „Die Vermessung der Welt“.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die formale Struktur, die Verwendung von wiederkehrenden Motiven sowie das Figurennetz, die dazu dienen, die zwei Protagonisten Humboldt und Gauß miteinander zu verknüpfen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Kehlmann durch eine gezielte Textstruktur die gegensätzlichen Lebenswege der Wissenschaftler zu einer kohärenten Einheit zusammenführt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine strukturanalytische Untersuchung, die Textstellen aus dem Roman systematisch auf Motive, parallele Strukturen und Kontrastbeziehungen hin prüft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der formalen Grundstruktur, die Analyse expliziter Verknüpfungen, die Wirkung wiederkehrender Motive und die Bedeutung des Figurennetzwerkes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Struktur, Motivation, Romananalyse, Alexander von Humboldt, Carl Friedrich Gauß und narrative Synthese.

Welche Funktion hat die Motivik des „Messens“ in Kehlmanns Roman?

Das Messen fungiert als zentrales Kontrast- und Verbindungsmotiv, das Humboldts empirischen Forschungsdrang dem theoretischen Ansatz von Gauß gegenüberstellt.

Wie spielt der Autor mit der zeitlichen Abfolge?

Durch die alternierende Erzählweise der Biografien schafft Kehlmann gezielte Überraschungsmomente, indem er dem Leser Wissen vermittelt, das den Figuren zum jeweiligen Zeitpunkt im Roman noch verborgen bleibt.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Aufbau und Struktur von Daniel Kehlmanns „Die Vermessung der Welt“
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Veranstaltung
Erzählungen und Romane nach 1989
Note
1,0
Autor
Corinna Gronau (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
22
Katalognummer
V277911
ISBN (eBook)
9783656708087
ISBN (Buch)
9783656709237
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kehlmann Humboldt Gauß Moderne Literatur Analyse Struktur Figuren Die Vermessung der Welt
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Corinna Gronau (Autor:in), 2011, Aufbau und Struktur von Daniel Kehlmanns „Die Vermessung der Welt“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/277911
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  22  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum