Das Prinzip "Spielerisches Lernen"


Referat (Ausarbeitung), 2013

9 Seiten, Note: 1,0

Anonym


Leseprobe

Das Prinzip „Spielerisches Lernen“

Vortragsdatum: 07.02.2013

Begriffsbestimmung

Spiel: „Spiel ist eine freiwillige Handlung oder Beschäftigung, die innerhalb gewisser festgesetzter Grenzen von Zeit und Raum nach freiwillig angenommenen, aber unbedingt bindenden Regeln verrichtet wird, ihr Ziel in sich selber hat und begleitet wird von einem Gefühl der Spannung und Freude und einem Bewusstsein des ‚Andersseins‘ als das ‚gewöhnliche Leben.[1]

Lernen: Lernen im weitesten Sinne ist das Aufnehmen, subjektive Einordnen und Bereithalten von Erfahrungen sowie von Wissens- und Erlebnisinhalten. Demnach ist Lernen eine besondere Fähigkeit des Menschen, durch die er auf die Ansprüche der Umwelt effizient reagieren kann.[2]

Was ist „Spielerisches Lernen“?

Schon lange ist bekannt, dass Kinder durch Spielen lernen. So wurde beispielsweise schon im Alten Rom das Spiel als Vorbereitung für späteres Lernen genutzt.[3] Das Spielerische Lernen ist eng mit dem handlungsorientierten Lernen verbunden und verbindet das ganzheitliche, altersgemäße und kindgemäße Lernen. Daher ist es auch ein charakteristisches Prinzip des Grundschulunterrichts, hat aber auch eine wichtige Bedeutung im Bereich der Frühpädagogik und kommt daher auch im Kindergarten zum Einsatz.[4]

Die Theorien von Piaget (konstruktivistische Theorie) und Vygotzky (sozialhistorische Theorie), haben auch heute noch eine zentrale Bedeutung im Bereich des Lernens.[5] Daher wird beim Spielerischen Lernen auf verschiedenste Methoden und Werkzeuge zurückgegriffen, mit deren Hilfe Fähigkeiten und Wissen, in einer ungezwungenen, wiederholbaren Art und Weise vermittelt werden können. Dies geschieht unter Berücksichtigung der elementaren kognitiven, rezeptiven und praktischen Erfahrungen des Menschen. Vor allem im Bereich „Sprachen lernen“ werden durch dieses Prinzip grundlegende Erkenntnisse realisiert, die davon ausgehen, dass Sprache vor allem durch den Gebrauch gelernt wird. In der kognitiven Psychologie wird darauf hingewiesen, wie vorteilhaft bei allen, auch den sprachlichen Lernprozessen, das inzidentelle Lernen ist. Das heißt, das zufällige Aufnehmen von Lernelementen. Dies gilt auch speziell für den Bereich der Frühpädagogik, da im Kindergarten durch verschiedenste Spiele elementare Fähigkeiten und Aspekte des täglichen Lebens erlernt werden. Auch spielt hier der Aspekt des zufälligen Lernens eine große Rolle. So legen Kinder beispielsweise schon Bauklötze aufeinander und testen aus, wie viele Klötze sie aufeinander setzen können, ohne dass der Turm einstürzt.[6]

Spielerisches Lernen begleitet uns also schon seit frühsten Kindertagen. Es hilft uns Zusammenhänge zu erfassen, Wissen anzueignen und Aufgaben zu lösen. Spielen und Lernen sollte jedoch nicht als kindliches Verhalten oder eine leichte, nicht ernst zu nehmende Sache angesehen werden. Spielen kann auch harte Arbeit bedeuten. Spielen sollte immer auf einer Basis der Freiwilligkeit, so wie unter bestimmter Regeln stattfinden. Wichtig ist ein Ziel vor Augen zu haben, welches eine Herausforderung darstellt und trotzdem erreichbar ist. Nur so können der Spaß am Spiel, und der Spaß am spielerischen Lernen gesichert werden.[7]

Die Werkzeuge des spielerischen Lernens

Die Werkzeuge und Methoden, die beim Prinzip des spielerischen Lernens angewendet werden, sind sehr vielfältig und stets nach dem Stichwort „Der Zweck bestimmt die Mittel“. Methoden können beispielsweise themenbezogene Spiele wie Trivial Pursuit oder Wer wird Millionär sein, welche sich besonders als „lockere Wissenstests“ bei Schülern eignen. Die Fragen können hierbei auf die jeweilige Altersstufe und den Wissensbereich angepasst werden. Auch Computerspiele oder haptische Planspiele eignen sich beispielsweise um Erwachsenen die komplexen Zusammenhänge zwischen Aktiva und Passiva einer Finanzbuchhaltung erklären zu können. Genauso können innerhalb der Methode des Rollenspiels Teilnehmer aktiv in bestimmten Rollen selbst eine Lösung erarbeiten. Denn Rollenspiele dienen als äußerst wirksames Mittel, um Lernprozesse spielerisch in Gang zu setzen, die mit herkömmlichen Lehr- und Lernmethoden nicht erzielbar wären. Beim sogenannten action learning wo auch die Team- oder Persönlichkeits-Entwicklung ihren Platz finden, lernen die Teilnehmer, während sie aktiv spielen, Kompetenzen wie Teamfähigkeit oder Selbstbehauptung. Weitere Methoden die eingesetzt werden können, wären beispielsweise das Unternehmenstheater und Outdoor-Training.[8]

Was halten Schüler selbst vom spielerischen Lernen?

Eine Schülerumfrage nach Harald Jaquet zum Thema „spielerisches Lernen“ ergab, dass Schüler das Lernen, wenn es spielerisch geschieht, als schneller, einfacher und effektiver empfinden. So hat ihnen der Unterricht beispielsweise mehr Freude bereitet, wenn der Lernstoff spielerisch vermittelt wurde, was letztendlich auch zu einem größeren Lernergebnis führt. Die Schüler äußerten sich wie folgt:

»Im Vergleich zu normalen Mathestunden waren die Spielstunden genauso anstrengend, denn man musste genau so viel nachdenken [wie] sonst auch. Aber es war viel lustiger«

»Im Vergleich zu gewöhnlichem Unterricht war ich in den Spielstunden konzentrierter, weil ich das Spiel unbedingt gewinnen wollte …«

»Ich habe mehr gelernt/geübt als in sonstigen Mathestunden. Im Unterricht sollte viel häufiger gespielt werden, weil es auf diese Art und Weise viel mehr Spaß macht zu lernen, als wenn man 45 Minuten still auf seinen Plätzen sitzt und nur auf die Tafel guckt.«[9]

[...]


[1] Huizinga, J. (2004), S. 37.

[2] vgl. Zöpfl, H. (1975), S. 151.

[3] Vgl. Höke, http://www.kita-fachtexte.de/fileadmin/website/KiTaFT_Hoeke_2011.pdf .

[4] vgl. http://www.standardsicherung.schulministerium.nrw.de/cms/upload/egs/Modul_4_Sprachenlernen_Teil-2.pdf .

[5] Vgl. Höke, online: http://www.kita-fachtexte.de/fileadmin/website/KiTaFT_Hoeke_2011.pdf.

[6] vgl. http://www.standardsicherung.schulministerium.nrw.de/cms/upload/egs/Modul_4_Sprachenlernen_Teil-2.pdf.

[7] Vgl. Zischke, J.(2010).

[8] Zischke, J.(2010).

[9] vgl. Jaquet H, 1999, S.52.

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Das Prinzip "Spielerisches Lernen"
Hochschule
Hochschule Koblenz (ehem. FH Koblenz)  (Sozialwissenschaften)
Note
1,0
Jahr
2013
Seiten
9
Katalognummer
V277964
ISBN (eBook)
9783656707820
ISBN (Buch)
9783656709732
Dateigröße
479 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
prinzip, spielerisches, lernen
Arbeit zitieren
Anonym, 2013, Das Prinzip "Spielerisches Lernen", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/277964

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