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Moralische Erziehung nach Immanuel Kant und Judith Butler

Unter Berücksichtigung der Möglichkeit und der Anforderung an Transparenz und Selbsteinsicht

Titel: Moralische Erziehung nach Immanuel Kant und Judith Butler

Prüfungsvorbereitung , 2007 , 20 Seiten , Note: 2

Autor:in: Diplom-Pädagoge Frank Alibegovic (Autor:in)

Pädagogik - Geschichte der Pädagogik
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Die Jugend von heute hat keine Werte mehr. Das hört man immer wieder. Der Ruf nach Werteerziehung äußert sich auch in der Einführung von unterschiedlich benannten Fächern in der Schule: Religion, Religionsunterricht für alle, Ethik, Lebenskunde, LER (Lebensgestaltung/Ethik/Religion), Ethik, Philosophie, Praktische Philosophie. Allein die Bezeichnungen weisen schon auf sehr große begriffliche Unterschiede und Unheitlichkeiten hin. Noch schwieriger wird die Differenzierung wenn, von mangelnder Moral und einem – oben bereits genannten – Ruf nach Werten gesprochen wird.

Diese pädagogische Herausforderung ist jedoch keine leichte, da in diesem Zusammenhang eine Menge verschiedener Bezeichnungen benutzt werden. Wie könnte diese Herausforderung also bewältigt werden? Lassen sich Begriffe wie Moral, Werte, Normen, Ethik usw. in ein System bringen? Bevor weitere Äußerungen zu der Forderung nach moralischer Erziehung getroffen werden, wird diese Frage der Systematisierung in Kapitel 2 beantwortet. Hierzu werden drei Ebenen eingeführt und erläutert, die zu einer besseren Orientierung verhelfen sollen. Diese Ebenen werden an Hand von Grundfragen der Ethik veranschaulicht.

Anschließend werden zwei Konzeptionen im Kontext der moralischen Erziehung (unter Berücksichtigung zweier grundlegender Prinzipien dargestellt) und nach ihrer Verortung innerhalb des zuvor beschriebenen Ebenensystems hin untersucht. Die im Kapitel 3 behandelte erste Konzeption ist die von Immanuel Kant, da er mit seiner Moralphilosophie die Grundlage für viele fruchtbringende Diskussionen auf diesem Gebiet legte. Er versuchte mit seinem Ansatz die Frage „Was soll ich tun?“ zu beantworten. Seine äußerst bekannte Antwort darauf ist der kategorische Imperativ.

In Kapitel 4 werden als zweiter Ansatz die Gedanken von Judith Butler dargestellt. Es sollen dabei die Parallelen und die unterschiedlichen Vorstellungen zu Kant herausgearbeitet werden. Dabei wird zugleich eine Verschiebung der Herangehensweise im Vergleich zu Kant ausgemacht.

Bei der Darstellung dieser beiden Konzeptionen ist es das Anliegen des Autors, vor Allem auf den Aspekt der (Selbst-)Transparenz zu achten. Wo diese Fähigkeit zur Selbsteinsicht notwendig ist, wer sie – möglicherweise unhinterfragt – voraussetzt, und welche Bedingungen zur Möglichkeit von Transparenz erforderlich sind. Oder ob die Transparenz in dem – eventuell – geforderten oder beschriebenen Umfang überhaupt verwirklich- und realisierbar ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Die Relevanz der Ethik für die Pädagogik

2. Moral und Ethik: Einführung einer Systematik

2.1 Ebene eins: die Moral

2.2 Ebene zwei: die Ethik

2.3 Ebene drei: die Metaethik

3. Moralische Erziehung bei Kant als moralische Bildung

3.1 Voraussetzungen

3.1.1 Freiheit

3.1.2 Radikal böse

3.1.3 Guter Wille

3.1.4 Pflicht

3.2 Der kategorische Imperativ

3.3 Die vier Momente der moralischen Bildung

3.4 Aspekt Transparenz

4. Moralische Erziehung bei Butler

4.1 Was soll ich tun? → Wer bin ich?

4.2 Wer bin ich? → Wer bist du?

4.3 Anerkennen → menschlich werden

5. Die Relevanz der Pädagogik für das Êthos

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen moralischer Erziehung im Kontext pädagogischer Praxis, indem sie die ethischen Ansätze von Immanuel Kant und Judith Butler gegenüberstellt. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie ein mündiger, moralischer Charakter gebildet werden kann, unter besonderer Berücksichtigung der (Selbst-)Transparenz und der Anerkennung der eigenen sowie fremden Intransparenz.

  • Systematische Einordnung von Moral, Ethik und Metaethik.
  • Analyse der moralischen Bildung nach Kant (kategorischer Imperativ, Pflicht, Gesinnungsethik).
  • Kritische Untersuchung der Subjektwerdung und moralischen Verantwortung bei Judith Butler.
  • Herausarbeitung der Bedeutung von Intransparenz und Anerkennung als zentrale pädagogische Aspekte.
  • Reflexion der Lehrbarkeit von Ethik und der Notwendigkeit eines kritischen Êthos.

Auszug aus dem Buch

3.1 Voraussetzungen

Die erste Voraussetzung ist der Aspekt der Freiheit. Um einen Menschen (und seine Handlungen) überhaupt erst als moralisch bezeichnen zu können, um also in seinem Fall von Moralität sprechen zu können, muss der Mensch nach Kant frei sein. Erst dann kann also moralische Bildung möglich werden. In welchem Sinne frei? Wenn eine Person von jemand anderem gezwungen wird, eine bestimmte Handlung durchzuführen, so hat er dies nicht aus freiem Willen und selbstbestimmt getan, sondern wurde dazu genötigt. In diesem Fall wäre er zwar der rein empirisch-physikalische Verursacher der Handlung, aber nicht der moralische. Um auch der moralische Verursacher dieser Handlung zu sein, im vollen Sinne des Wortes also autonom zu sein, müsste er sich selbst zu ihrer Durchführung entschlossen haben. Das heißt, erst wenn er sich in der Freiheit selbst (auto) das moralische Gesetz (nomos) auferlegt, kann er moralisch bewertet werden.

Auch aus dieser Notwendigkeit heraus sieht Kant den Menschen nicht als grundsätzlich gut an. Denn wenn der Mensch von vornherein gut wäre, müsste bzw. könnte er sich nicht mehr für die Moralität entscheiden. Da ihm in diesem Falle die Freiheit fehlte, wäre er zu Moralität also gar nicht in der Lage. Und weil der Mensch nicht grundsätzlich moralisch gut ist, bezeichnet Kant ihn als radikal böse.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Relevanz der Ethik für die Pädagogik: Einleitung in die begriffliche Problematik von Werten und Moral im Schulkontext sowie Vorstellung der Untersuchungsaspekte bei Kant und Butler.

2. Moral und Ethik: Einführung einer Systematik: Erläuterung einer dreistufigen Systematik (Moral, Ethik, Metaethik) zur besseren Orientierung in ethischen Grundfragen.

3. Moralische Erziehung bei Kant als moralische Bildung: Detaillierte Darstellung von Kants Theorie, inklusive der Voraussetzungen wie Freiheit und Radikalität des Bösen sowie des kategorischen Imperativs.

4. Moralische Erziehung bei Butler: Untersuchung der Butler’schen Kritik am Kant’schen Subjektbegriff und Fokus auf die gegenseitige Bedingtheit durch soziale Normen und Anerkennung.

5. Die Relevanz der Pädagogik für das Êthos: Schlussbetrachtung zur pädagogischen Umsetzbarkeit ethischer Bildung und dem Ruf nach einer kritisch-moralischen Grundhaltung.

Schlüsselwörter

Moral, Ethik, Metaethik, Kant, Butler, moralische Bildung, kategorischer Imperativ, Freiheit, Verantwortung, Subjektwerdung, Intransparenz, Anerkennung, Pädagogik, Êthos, Pflicht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der moralischen Erziehung und der Frage, wie diese theoretisch begründet und praktisch in pädagogischen Kontexten gefördert werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Differenzierung von Moral und Ethik, die Moralphilosophie Kants und die kritische Perspektive von Judith Butler auf das ethische Subjekt.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Möglichkeiten und Grenzen moralischer Erziehung auszuloten und eine Perspektive zu entwickeln, die über das bloße Befolgen von Normen hinausgeht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine systematische Analyse und Gegenüberstellung philosophischer Positionen vorgenommen, um diese auf ihre pädagogische Relevanz hin zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Erarbeitung der ethischen Konzepte von Immanuel Kant und Judith Butler sowie der kritischen Reflexion über deren Bedeutung für die Schule.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben Begriffen wie Moral und Ethik sind Freiheit, Verantwortung, Anerkennung und der Begriff des Êthos zentral für das Verständnis der Arbeit.

Warum wird Kants Konzept als Gesinnungsethik bezeichnet?

Da Kant nicht primär die sichtbare Handlung in den Vordergrund stellt, sondern den Charakter und die gute Gesinnung (den guten Willen) als moralische Basis betrachtet.

Wie definiert Butler das menschliche Subjekt?

Butler versteht das Ich nicht als isoliertes, souveränes Wesen, sondern als in gesellschaftliche und geschichtliche Normen eingebettet und damit untrennbar mit dem Anderen verbunden.

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Details

Titel
Moralische Erziehung nach Immanuel Kant und Judith Butler
Untertitel
Unter Berücksichtigung der Möglichkeit und der Anforderung an Transparenz und Selbsteinsicht
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg  (Institut für Pädagogik)
Note
2
Autor
Diplom-Pädagoge Frank Alibegovic (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
20
Katalognummer
V277977
ISBN (eBook)
9783656704638
ISBN (Buch)
9783656709992
Sprache
Deutsch
Schlagworte
moralische erziehung immanuel kant judith butler unter berücksichtigung möglichkeit anforderung transparenz selbsteinsicht
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Diplom-Pädagoge Frank Alibegovic (Autor:in), 2007, Moralische Erziehung nach Immanuel Kant und Judith Butler, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/277977
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Leseprobe aus  20  Seiten
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