Der restringierte und elaborierte Sprachkode. Bernsteins Untersuchungen zum Sprachverhalten der Unter- und Mittelschicht


Hausarbeit, 2007
10 Seiten, Note: ohne Benotung

Leseprobe

Inhaltverzeichnis

1. Einleitung

2. Soziale Bedeutung von Sprache

3. Unterschicht
3.1. Die sozio-ökonomischen Lebensbedingungen und die Folgen
3.2. Der „Restringierte Sprachkode“

4. Mittelschicht
4.1. Kennzeichen des Sprachverhaltens
4.2. Der „Elaborierte Sprachkode“

5.Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die folgende Arbeit über die Ergebnisse der Untersuchungen Basil Bernsteins zum schichtspezifischen Sprachverhalten in der Unter- und Mittelschicht in den Jahren 1956 bis 1973 schreibe ich, um den Unterschied zwischen dem von Bernstein formulierten „Restringierten“ und dem „Elaborierten“ Sprachkode zu verdeutlichen. Deshalb heißt meine Fragestellung auch: Was ist der Unterschied zwischen dem „Restringierten“ und dem „Elaborierten“ Sprachkode?

Ich habe gerade dieses Thema ausgewählt, da mich Sprachthemen aufgrund meines Germanistikstudiums besonders interessieren.

Mit der Hausarbeit möchte ich den Forschungsstand von Bernstein wiedergeben und eventuell Vergessenes wieder in die aktuelle Diskussion bringen.

Zunächst beginne ich mit einer Einführung, indem ich die soziale Bedeutung von Sprache erläutere. Dann widme ich mich dem eigentlichen Forschungsgegenstand. Ich werde die Unterschicht und Mittelschicht in jeweils ein Kapitel gliedern und diese Kapitel noch einmal unterteilen. Ich beginne mit der Unterschicht, und zwar mit der Beschreibung der sozio-ökonomischen Lebensbedingungen und deren Folgen, bevor ich den „Restringierten“ Sprachkode erläutern werde. Anschließend geht es im Mittelschichtkapitel um Kennzeichen des Sprachverhaltens und den „Elaborierten“ Sprachkode, bevor ich im Fazit die Ergebnisse zusammenfasse.

Für die Arbeit werde ich zum einen, einen Text von Basil Bernstein heranziehen, sowie zwei Bücher von Günter Hartfiel und Stefan Hradil, die sich mit seinen Forschungsergebnissen beschäftigt haben.

Zum Ende darf nicht unerwähnt bleiben, dass die Forschungsergebnis-

se von Bernstein nicht unumstritten sind, doch um die Kritik an seinen Ergebnissen zu diskutieren, bleibt in einer Hausarbeit mit solch einem geringen Umfang kein Platz.

2. Soziale Bedeutung von Sprache

Die Sprache ist eines der wichtigsten Medien einer jeden Gesellschaft. So geht der Soziologe Günter Hartfiel (1978, S.148) sehr ausführlich auf die verschiedenen Funktionen von Sprache ein und führt die vier Wichtigsten an. Er stellt dar, dass Sprache eine Symbolfunktion habe. Sie sei das Medium, mit dem Gegenstände, Eigenschaften, Beziehun-gen sowie Gedanken darüber dargestellt würden. Als zweite Eigen-schaft führt er die Signalfunktion an. So könne Sprache dazu dienen, andere Menschen zu einem bestimmten Verhalten aufzufordern. Als Drittes nennt Hartfiel die Informations- und Kommunikationsfunktion. Damit meint er, dass Sprache die Weitergabe und den Austausch von sprachlichen Symbolen für Gegenstände ermögliche. Die letzte Funk-tion, die Hartfiel anführt, ist die so genannte Symptomfunktion. Sprache sei das Mittel, mit dem man anderen seine Gefühle mitteile oder bei anderen Menschen Gefühle auslöse.

Aber auch gesellschaftswissenschaftlich hat die Sprache eine wichtige Funktion. So seien nach Hartfiel (1978, S.148) „soziale Gruppenbildun-gen [...] immer auch Sprachgruppenbildungen [...].“ Dabei gelte, dass Sprachbarrieren auch soziale Barrieren [...] seien. Daraus folgert Hartfiel (1978, S.149): „Sprache ist die Bedingung sozialer Interaktion.“

Er stellt heraus, dass in komplexen Gesellschaftsstrukturen, wie in Industriegesellschaften, die Sprachbeherrschung des Menschen zu ei-nem wichtigen Persönlichkeitsmerkmal werde, da Abweichungen von der Norm soziale Sanktionen nach sich zögen (1978, S.149).

Seit Mitte der 1950er-Jahre gibt es Versuche, die Zusammenhänge zwischen gesellschaftlichen und sprachlichen Strukturen zu erforschen. So führte der britische Soziologe Basil Berstein in der Zeit von 1956 bis 1973 grundlegende empirische Untersuchungen durch, die zu einer Theorie über schichtspezifisches Sprachverhalten führten.

Hartfiel (1978, S.150) stellt die zwei wichtigsten Punkte der Forschungsergebnisse Bernsteins dar:

Nach Auffassung von Bernstein und seiner theoretischen Anhänger verinnerlicht das Individuum mit dem Erlernen und Anwenden von Sprache die Bewußtseins- und Verhaltensschemata derjenigen Subkultur, in der seine Sprache gesprochen wird. Weiterhin behauptet Bernstein, daß sich die Eigenschaften bestimmter familialer Sozialbeziehungen (als Sozialisationsbedingungen), die ihrerseits wiederum von der Familie konstitutiven umgebenden Sozialstruktur abhängen, in bestimmten soziolinguistischen Sprachkodes niederschlagen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Der restringierte und elaborierte Sprachkode. Bernsteins Untersuchungen zum Sprachverhalten der Unter- und Mittelschicht
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Fakultät für Sozialwissenschaft)
Note
ohne Benotung
Autor
Jahr
2007
Seiten
10
Katalognummer
V278004
ISBN (eBook)
9783656726524
ISBN (Buch)
9783656741411
Dateigröße
380 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Basil Bernstein, schichtspezifisches Sprachverhalten, Sprachkodex, Elaborierter Sprachcode, restringierter Sprachcode, Sprachcode, elaboriert, restringiert, Hradil, Sprachkode, Unterschicht, Mittelschicht
Arbeit zitieren
Christine Konkel (Autor), 2007, Der restringierte und elaborierte Sprachkode. Bernsteins Untersuchungen zum Sprachverhalten der Unter- und Mittelschicht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278004

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