Die vorliegende Arbeit soll den Unterschied zwischen dem von Bernstein formulierten „Restringierten“ und dem „Elaborierten“ Sprachkode verdeutlichen. Es soll der Forschungsstand von Bernsteins Untersuchungen aus den Jahren 1956 bis 1973 wiedergeben und eventuell Vergessenes wieder in die aktuelle Diskussion gebracht werden. Einer kurzen Einführung, in welcher die soziale Bedeutung von Sprache erläutert wird, folgt eine Erläuterung des eigentlichen Forschungsgegenstandes. Die Unterschicht und Mittelschicht werden in jeweils ein Kapitel gegliedert, und diese Kapitel noch einmal unterteilt. Den Beginn bildet die Unterschicht, und zwar mit der Beschreibung der sozio-ökonomischen Lebensbedingungen und deren Folgen, bevor der „Restringierte“ Sprachkode erläutert wird. Anschließend geht es im Mittelschichtkapitel um Kennzeichen des Sprachverhaltens und den „Elaborierten“ Sprachkode, bevor im Fazit die Ergebnisse zusammengefasst werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Soziale Bedeutung von Sprache
3. Unterschicht
3.1. Die sozio-ökonomischen Lebensbedingungen und die Folgen
3.2. Der „Restringierte Sprachkode“
4. Mittelschicht
4.1. Kennzeichen des Sprachverhaltens
4.2. Der „Elaborierte Sprachkode“
5.Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die von Basil Bernstein entwickelten Konzepte des „restringierten“ und „elaborierten“ Sprachkodes im Kontext des schichtspezifischen Sprachverhaltens zwischen 1956 und 1973, um Unterschiede in der Sprachnutzung von Unter- und Mittelschicht aufzuzeigen.
- Soziale Funktionen von Sprache in der Gesellschaft
- Sozio-ökonomische Lebensbedingungen der Unterschicht
- Merkmale des „restringierten Sprachkodes“
- Erziehungsstile und Sprachverhalten in der Mittelschicht
- Definition und Charakteristika des „elaborierten Sprachkodes“
Auszug aus dem Buch
3.2. Der „Restringierte Sprachkode“
Basil Bernstein arbeitete an seinen Forschungsergebnissen verschiedene Merkmale des „Restringierten Sprachkodes“ heraus. Die wichtigsten Merkmale hat Stefan Hradil zusammengefasst. So benutzten Menschen aus der Unterschicht oft formelhafte Sätze und verwenden dabei oft dieselben Wörter (Hradil, 2001, S.451). Ebenso müsse man den Kontext kennen, um die oft kurzen und recht einfach gestrickten Sätze verstehen zu können. Man könne beobachten, dass häufig dieselben Konjunktionen, kurze Befehle und Fragen verwendet würden. Unpersönliche Pronomen, wie z.B. „man“, würden so gut wie gar nicht verwendet werden. Ebenso würden oft Begründung und Schlussfolgerung verwechselt. Insgesamt seien die Menschen oft nicht in der Lage, ihre individuellen Absichten ausreichend genug zu formulieren (Hradil, S.451).
Hartfiel (1978, S.153) formuliert es zusammenfassend: „Dem restringierten Kode ist eine Tendenz zur Konkretheit und weniger zu Analyse und Abstraktion immanent.“
Bernstein (1973, S.243) geht in seiner Untersuchung noch weiter und stellt fest, dass die linguistischen Prozesse Auswirkungen auf die Wahrnehmung der Sozialstruktur durch die Kinder hätten. Eine genauere Analyse würde hier jedoch zu weit führen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Fragestellung zur Differenzierung zwischen restringiertem und elaboriertem Sprachkode basierend auf Bernsteins Untersuchungen und skizziert den Aufbau der Hausarbeit.
2. Soziale Bedeutung von Sprache: Dieses Kapitel behandelt die grundlegenden Funktionen von Sprache sowie ihre Rolle als Bedingung sozialer Interaktion und Gruppenbildung innerhalb einer Gesellschaft.
3. Unterschicht: Hier werden die sozio-ökonomischen Lebensbedingungen der Unterschicht sowie die daraus resultierende Verwendung des restringierten Sprachkodes analysiert.
3.1. Die sozio-ökonomischen Lebensbedingungen und die Folgen: Das Kapitel beschreibt, wie materielle Lebensumstände und soziale Beziehungsformen in der Unterschicht das Sprachmilieu und das Rollenverhalten prägen.
3.2. Der „Restringierte Sprachkode“: Dieser Abschnitt definiert die linguistischen Merkmale des restringierten Sprachkodes, wie Konkretheit, einfache Satzstrukturen und mangelnde Abstraktionsfähigkeit.
4. Mittelschicht: Das Kapitel kontrastiert die Gegebenheiten der Mittelschicht mit denen der Unterschicht, insbesondere im Hinblick auf Erziehung und Sprachgebrauch.
4.1. Kennzeichen des Sprachverhaltens: Hier wird erläutert, wie ein Erziehungsstil, der auf Argumentation setzt, die Ausbildung differenzierter sprachlicher Fähigkeiten bei Kindern fördert.
4.2. Der „Elaborierte Sprachkode“: Es werden die Merkmale des elaborierten Sprachkodes hervorgehoben, darunter komplexer Satzbau, Kontextunabhängigkeit und die Verwendung differenzierter grammatikalischer Strukturen.
5.Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert die Bedeutung der Erziehungsstile und reflektiert kritisch die Übertragbarkeit von Bernsteins Theorien auf die deutsche Sprache.
Schlüsselwörter
Basil Bernstein, schichtspezifisches Sprachverhalten, restringierter Sprachkode, elaborierter Sprachkode, Soziolinguistik, Unterschicht, Mittelschicht, Sozialisation, Sprachbarrieren, soziale Interaktion, Sprachmilieu, Erziehungsstile, Sprachentwicklung, soziale Schichtung, sozio-ökonomische Lebensbedingungen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den soziolinguistischen Untersuchungen von Basil Bernstein, die den Zusammenhang zwischen sozialer Schichtzugehörigkeit und individuellem Sprachgebrauch analysieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen umfassen die soziale Funktion von Sprache, die sozio-ökonomischen Hintergründe von Unter- und Mittelschicht sowie die spezifischen Sprachkodes (restringiert vs. elaboriert).
Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die Unterschiede zwischen dem restringierten und dem elaborierten Sprachkode präzise herauszuarbeiten und zu verdeutlichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf empirischen Studien von Basil Bernstein sowie soziologischen Analysen von Hartfiel und Hradil basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Lebensbedingungen und Sprachverhalten der Unterschicht sowie der Mittelschicht, wobei jeweils ein eigenes Kapitel den Sprachkodes gewidmet ist.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Kernbegriffe sind Sprachkode, Schichtspezifik, Sozialisation, Abstraktion, Kontextabhängigkeit und soziolinguistische Barrieren.
Wie prägt der Erziehungsstil laut der Arbeit die Sprache?
Die Arbeit legt dar, dass in der Mittelschicht durch argumentationsorientierte Erziehung eine höhere Differenzierungsfähigkeit der Sprache gefördert wird, während in der Unterschicht kommandierendes Verhalten dominiert.
Warum ist die Theorie von Bernstein nicht unumstritten?
Die Kritik richtet sich unter anderem gegen die Schwierigkeit, die auf dem Englischen basierende Theorie unkritisch auf die komplexere deutsche Sprache zu übertragen und die Einteilung in lediglich zwei Sprachkodes.
- Arbeit zitieren
- Christine Konkel (Autor:in), 2007, Der restringierte und elaborierte Sprachkode. Bernsteins Untersuchungen zum Sprachverhalten der Unter- und Mittelschicht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278004