Verschiedene Wirtschaftsformen. Kurze Stichpunktübersicht

Marktwirtschaft, Freie und Soziale Marktwirtschaft, Zentralverwaltungswirtschaft


Prüfungsvorbereitung, 2000

2 Seiten


Leseprobe

VWL-Klausur I (3.Semester)

Marktwirtschaft (z.B. Deutschland)

- dezentrale Planung mit marktwirtschaftl. Koordination
- Privateigentum an Produktionsmitteln
- Produktionsziel: Erwirtschaftung eines Gewinns
- Preisbildung am Markt
- Lohnfestsetzung durch Tarifpartner
- Gewerkschaften: Durchsetzung von Löhnen u. besseren Arbeitsbedingungen

Freie Marktwirtschaft

- Staat greift nicht ins Wirtschaftsgeschehen ein
· Produktionsfreiheit, Gewerbefreiheit
- Konsumfreiheit
- uneingeschränkter Freihandel
- Vertragsfreiheit
- Privateigentum an Produktionsmitteln ist gewährleistet
- Berufswahl- und Arbeitsplatzfreiheit
- Verteilung des BSP = Ergebnis der Marktprozesse

Soziale Marktwirtschaft

- Sozialstaat, d.h. er gewährleistet Wohlstand u. soziale Sicherheit
- Gewerbefreiheit, außer für Zweige, die Gesundheit u. Sicherheit gefährden könnten
- Konsumfreiheit, außer bei gesundheitsgefährdenden Gütern
- Freihandel, aber Eingriffe in Außenhandel erlaubt u. erwünscht
- eingeschränkte Vertragsfreiheit durch Verbot Schwächere auszunutzen
- Eigentum steht unter staatl. Schutz
- Berufswahl häufig gelenkt, um Fehlentwicklungen zu verhindern
- Staat nimmt Einkommensverteilung vor, um gerecht zu verteilen

Zentralverwaltungswirtschaft (z.B. China, Kuba)

- zentrale Planung mit administrativer Wirtschaftsführung
- gesellschaftl. Eigentum (Staatseigentum & Genossenschaftseigentum)
- Produktionsziel: Erfüllung eines bestimmten Plans
- Preisfestsetzung durch Staat
- Lohnfestsetzung durch Staat
- Vorbereitung parteil./staatl. Zielsetzung durch Gewerkschaften

BSP (Bruttosozialprodukt)

Def.: Gesamtheit aller in einem Jahr produzierten und statistisch erfaßten Sachgüter und Dienstleistungen zu Markpreisen (Indikator für wirtschaftl. Entwicklung)

Problem: Wachstum sollte Lebensqualität nicht beeinträchtigen, sondern verbessern; doch BSP wird selbst dann positiv ausgelegt, wenn Ausgaben auf Grund negativer Vorfälle getätigt werden muß. Außerdem werden aus Angst vor Stagnation unrentable Beschaffunsgprogramme durchgeführt.

(Wohlstandsverluste, ungleichmäßige Einkommensverteilung und Produktion im privaten Haushalt werden nicht erfaßt.)

Durch ein Ökosozialprodukt sollen auch qualitative Werte gemessen werden, z.B. Freiheit, Sicherheit, Gesundheit, Bildung, Wohlfahrt...

Stabilitätsgesetz:

Bund und Länder haben bei ihrer Haushaltswirtschaft den Erfordernissen des gesamtwirtschaftl. Gleichgewichts Rechnung zu tragen, durch das Magische 6-Eck

- Preisniveaustabilität (Preisindex für Lebenserhaltung sollte unter 2% jährlich steigen)
- Hoher Beschäftigungsstand (Arbeitslosenquote unter 3%)
- Außenwirtschaftl. Gleichgewicht (Außenbeitrag = 1-2% des BSP zu Marktpreisen, d.h. Ex- und Import sollte gleich bleiben, um Abhängigkeit zu verhindern
- Stetiges und angemessenes Wirtschaftswachstum (BSP sollte jährlich um 2-4% steigen)
- Umweltschutz
- Verteilungsgerechtigkeit (nimmt den Reichen und gebt den Armen)

Fiskalpolitik:

Def.: Einsatz der öffentlichen Finanzen, um gesamtwirtschaftl. Ziele zu verwirklichen (d.h. alle finanzpolitischen Maßnahmen des Staatssektors im Dienst der Konjunktur- und Wirtschaftspolitik).

Ausgaben:

- Transformationsausgaben: Zahlungen für Güter & Dienstleistungen (Lohn & Gehalt für Beamte..., Sachausgaben, öffentl. Investitonen)

- Transferausgaben: Zahlungen ohne Gegenleistung (Kindergeld, Subventionen)

Einnahmen: Steuern, Gebühren, Zölle, Kreditaufnahme...

Antizyklische Fiskalpolitik (John Maynard Kegnes)

- Gesamtnachfrage im Vergleich zum Gesamtangebot entweder zu hoch (Boom) oder zu

gering (Rezession), daher setzt Staat seine Ausgaben und Einnahmen antizyklisch ein,

d.h. entgegengesetzt zur Konjunkturlage, ein.

- Automatische Stabilisierung: Im Boom werden Mehreinnahmen stillgelegt, um Nachfrage zu verringern. In Rezession müssen Mindereinnahmen durch Auflösung von Rücklagen oder Schuldenaufnahme (deficit spending) ausgeglichen werden, um Gesamtnachfrage zu erhöhen.

- Fallweiser Einsatz von Instrumenten: Im Boom restriktiv handeln, d.h. erhöhte Einnahmen und gesenkte Ausgaben, und in der Rezession expansiv handeln, d.h. erhöhte Ausgaben und geringe Einnahmen.

Grenzen der Fiskalpolitik:

- Timing der Maßnahmen und evtl. zeitl. Verzögerung
- Fehldosierung (z.B. zu hohe Senkung der Steuern)
- Konjunkturausgleichsrücklagen sind nicht durchsetzbar
- Zinsbelastung durch hohe Staatsverschuldung engt Spielräume ein
- häufig wechselnde Maßnahmen fördern Instabilität

[...]

Ende der Leseprobe aus 2 Seiten

Details

Titel
Verschiedene Wirtschaftsformen. Kurze Stichpunktübersicht
Untertitel
Marktwirtschaft, Freie und Soziale Marktwirtschaft, Zentralverwaltungswirtschaft
Hochschule
Cologne Business School Köln
Autor
Jahr
2000
Seiten
2
Katalognummer
V278081
ISBN (eBook)
9783656717829
Dateigröße
452 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
verschiedene, wirtschaftsformen, kurze, stichpunktübersicht, marktwirtschaft, freie, soziale, zentralverwaltungswirtschaft
Arbeit zitieren
Christine Rackey-Hocke (Autor), 2000, Verschiedene Wirtschaftsformen. Kurze Stichpunktübersicht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278081

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