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Sorglosigkeit bei Kindern aus einem behüteten Elternhaus

Title: Sorglosigkeit bei Kindern aus einem behüteten Elternhaus

Seminar Paper , 2001 , 18 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Eva Pisinger (Author)

Psychology - Developmental Psychology
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Einleitung

Kinder, die in einem behüteten Elternhaus aufwachsen, sind es gewohnt, dass für alle Probleme materieller und sozialer Natur die Eltern aufkommen.
Durch den Rückhalt der Eltern machen sie immer wieder positive Erfahrungen von Sorglosigkeit: bei Krisen ist immer jemand da, der Probleme und Hindernisse aus dem Weg räumt. Kinder, die diese Erfahrung gemacht haben, werden nur zögernd lernen, dass sie selbst für ihr Leben verantwortlich sind und sich positive Zustände "verdienen" müssen. Gerade bei Kindern, die von Beruf "Tochter" oder "Sohn" überversorgender Eltern sind, tauchen solche Phänomene verstärkt auf.
Welche direkten und indirekten Zusammenhänge zwischen einem behütetem Elternhaus und einem späteren Verhalten im Sinne der Theorie der gelernten Sorglosigkeit zu erkennen sind, soll folgende Abhandlung zeigen. Ein Problem bei dieser Arbeit war, dass in der Literatur keine Untersuchungen über direkte Zusammenhänge dieser beiden Faktoren zu finden waren. Es ließen sich jedoch zahlreiche Hinweise darauf finden, die einen solchen Zusammenhang vermuten lassen. Diese sollen im Folgenden näher erläutert werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Aufzeigen der Hinweise auf Zusammenhänge zwischen einem behütetem Elternhaus und einem späteren sorglosen Verhalten der Kinder

2.1 Definition von „behütetem Elternhaus“

2.2 Erläuterung der Entstehung des angenommenen Zusammenhanges

2.3 Bestrafung als Einflussfaktor

2.3.1 Angst vor Strafe hemmt sorgloses Verhalten

2.3.2 Fehlendes Setzen von Grenzen begünstigt sorgloses Verhalten

2.4 Erlernen von Strategien zur Problemlösung

2.5 Erziehung zu selbständigem und verantwortungsbewusstem Handeln

2.6 Sorge als prima lex educationis

2.7 Erziehung und Geld

2.8 Erziehung und Kriminalität

3 Schlussgedanke und Forschungsideen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen einem überbehütenden Elternhaus und der Entwicklung eines sorglosen, risikofreudigen Verhaltens bei Kindern im späteren Erwachsenenalter. Im Fokus steht dabei die Frage, inwieweit das Fehlen von erlebten Konsequenzen und die Abnahme von Problemlösungsaufgaben durch die Eltern zu einer verminderten Risikokompetenz führen.

  • Einfluss von Erziehungsstilen auf das Problemlösungsverhalten.
  • Die psychologische Bedeutung von Strafe und Grenzsetzung als Hemmfaktor für Sorglosigkeit.
  • Verantwortungsübernahme und Selbständigkeit als prägende Faktoren.
  • Auswirkungen finanzieller Verwöhnung und fehlender Sanktionierung auf das Sozialverhalten.

Auszug aus dem Buch

2.2 Erläuterung der Entstehung des angenommenen Zusammenhanges

Überversorgende Eltern lösen alle Probleme für ihre Kinder, so dass es für die Kinder nicht nötig ist, bei unangenehmen Dingen selbst aktiv zu werden und eine Lösung zu finden. Dieses Verhalten stimmt überein mit der ersten Bedingung, unter der Sorglosigkeit auftritt, nämlich der Tatsache, dass Menschen ohne großen Aufwand Erfolge erzielen bzw. positive Zustände erreichen. Die Kinder erreichen in einer Problemsituation den Erfolg, nämlich die Lösung des Problems, ohne großen Aufwand, da ihnen diese Anstrengung ja von den Eltern abgenommen wird. Machen sie diese Erfahrung öfter, so nehmen sie eine sorglose Grundeinstellung gegenüber Problemen ein, weil sie es gewohnt sind, dass von selbst alles wieder gut wird, sie sich also nicht sorgen müssen.

Zum anderen werden Kinder in einem behütetem Elternhaus nur wenig oder gar nicht bestraft. Hier soll Strafe allerdings nicht nur als Bestrafung im herkömmlichen Sinne verstanden werden, sondern es ist auch gemeint, dass solche Kinder nicht für ihre Fehler einstehen müssen; sie werden nicht zur Rechenschaft gezogen, wenn sie sich fasch verhalten haben und müssen sich nicht für ihr Tun rechtfertigen. Sie erfahren also keine negativen Konsequenzen auf ihr Fehlverhalten. Sie müssen sich nicht entschuldigen und ihren Fehler eingestehen und auch wenn sie sich möglicherweise sehr genau im Klaren darüber sind, etwas Verbotenes zu tun, so hat dies keine weiteren (unangenehmen) Auswirkungen. Diese Erfahrung stimmt überein mit der zweiten Bedingung, unter der Sorglosigkeit entsteht, nämlich der Erfahrung über längere Zeit, dass wiederholtes gefährliches bzw. riskantes Verhalten ohne Eintritt negativer Konsequenzen bleibt. Das gefährliche bzw. riskante Verhalten wäre hier am Beispiel der behüteten Kinder z.B. das Tun von etwas Verbotenem, die negative Konsequenz (die aber ausbleibt), wäre z.B. das Schimpfen der Mutter oder des Vaters.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Thematik der gelernten Sorglosigkeit bei überversorgten Kindern und Darlegung der zentralen Forschungsabsicht.

2 Aufzeigen der Hinweise auf Zusammenhänge zwischen einem behütetem Elternhaus und einem späteren sorglosen Verhalten der Kinder: Analyse erzieherischer Faktoren wie Grenzsetzung, Bestrafung und Problemlösungsstrategien, die die Entstehung von Sorglosigkeit beeinflussen.

3 Schlussgedanke und Forschungsideen: Synthese der Ergebnisse und Vorschlag eines empirischen Designs zur weiteren Untersuchung des Risikoverhaltens.

Schlüsselwörter

Behütetes Elternhaus, Sorglosigkeit, Erziehungsstile, Überversorgung, Risikoakzeptanz, Problemlösungsverhalten, Selbständigkeit, Verantwortung, Grenzsetzung, Bestrafung, psychologische Entwicklung, antiautoritäre Erziehung, Risikoverhalten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die psychologischen Auswirkungen einer überfürsorglichen Erziehung auf die spätere Fähigkeit von Kindern, Verantwortung zu übernehmen und Risiken realistisch einzuschätzen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit fokussiert sich auf Erziehungsstile, die Mechanismen der "gelernten Sorglosigkeit", die Bedeutung von Grenzziehungen sowie den Einfluss von elterlichem Rückhalt auf die Selbstwirksamkeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Ausbleiben negativer Konsequenzen in der Kindheit zu einer sorglosen Einstellung gegenüber Lebensproblemen im Erwachsenenalter führt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Abhandlung, die aktuelle psychologische Literatur und Theorien (wie die der "gelernten Sorglosigkeit") analysiert und verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden verschiedene Aspekte wie Bestrafung, Problemlösungsstrategien, monetäre Erziehung und der Zusammenhang zu kriminellem Verhalten bei Kindern detailliert erörtert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind behütetes Elternhaus, Sorglosigkeit, Erziehungsstil, Verantwortung, Risikoverhalten und Problemlösung.

Welche Rolle spielt die "Angst-Lust" bei Kindern?

Die Arbeit thematisiert die "Angst-Lust" als ein positives Explorationsprinzip, das Kindern helfen kann, durch bewältigte Herausforderungen ein gesundes Risikoverhalten zu entwickeln.

Welche Bedeutung hat die antiautoritäre Erziehung für das Thema?

Antiautoritäre Erziehung dient im Text als Extrembeispiel, um zu illustrieren, wie fehlende Grenzen und die ausbleibende Konfrontation mit Konsequenzen Sorglosigkeit fördern können.

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Details

Title
Sorglosigkeit bei Kindern aus einem behüteten Elternhaus
College
LMU Munich  (Institut für Psychologie)
Course
Seminar: Risikoakzeptanz und gelernte Sorglosigkeit
Grade
sehr gut
Author
Eva Pisinger (Author)
Publication Year
2001
Pages
18
Catalog Number
V2781
ISBN (eBook)
9783638116763
Language
German
Tags
Sorglosigkeit Kindern Elternhaus Seminar Risikoakzeptanz Sorglosigkeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Eva Pisinger (Author), 2001, Sorglosigkeit bei Kindern aus einem behüteten Elternhaus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2781
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