Einführung in die griechische Geschichte

Vorlesungszusammenfassung: Vorlesung der Uni Gießen im Wintersemester 2010/2011


Vorlesungsmitschrift, 2011
17 Seiten

Leseprobe

VL 1: Die Gegenstände: Raum und Zeit

- in allen nachantiken Gesellschaften Rückgriffe auf Antike:
- siehe Renaissance durch Wiederbelebung antiker Ideale
- griech. Antike als normsetzende Instanz
- Vermehrung des Wissens/Vervielfältigung antiker Texte durch Buchdruck
- jedoch bis heute: griech. Antike omnipotent (Aristokratie, Demokratie…)
- „Griechen lebten in freiem Gemeinwesen“
- Ab 4. Jh. freie Poleis verlieren an Einfluss à Untergang altgriech. Kunst
- Ab 1850 erste Lehrstühle für Alte Geschichte; Geschichtslehrerausbildung

Antike:

- Ca. 1200 v. Chr. – ca. 500 n. Chr.
- Beginn; Untergang der mykenischen Palastkultur um 1200 v. Chr.
- 776 Beginn der Olympiade und damit der Zeitrechnung
- Datierung nach Olympiaden (alle 4 Jahre) oder nach Amtszeiten von Beamten (lokal)
- Verständigung zwischen Helenen, Kommunikation
- Auch Datierung nach Entstehung der Alphabetschrift um 800 durch Phönizier
- Ende der Antike
- 306 n. Chr. Konstantin d. Große konvertiert zum Christentum
- 476 Absetzung des letzten weström. Kaisers
- 565 Tod des letzen oström. Kaisers
- 711 Arabische Eroberung Spaniens
- 800 Krönung Karls des Großen

Gliederung griech. Geschichte
- Dunkle Epoche (1200 – 800 v. Chr.)
- Untergang mykenischen Paläste
- Bevölkerungsrückgang, Verlust von Schrift und Kultur („dark ages“)
- kaum Quellen/Material
- Archaische Epoche (800 – 500 v. Chr.)
- Zeitalter der Experimente
- Entfaltung/Konsolidierung (Festigung) der Polis
- Fläche einer Stadt, begrenzte Einwohnerzahl
- Innen- und Außenpolitik, autonom, eigene Verfassung, eigenes Geld, eigene Flotte,
- Polis als prägendste Staatsform
- räuml. und personale Einheit
- Grundmuster
- Volksversammlung aller männlichen Vollbürger
- Beamten/Ratsorgane
- Große Kolonisation
- Neugründung griech. Städte überall am Mittelmeer/Schwarzen Meer
- Klassische Zeit (500 – 338 v. Chr)
- Epoche des Krieges
- Peloponnesischer Krieg (Athen vs. Sparta 431-408 v. Chr.)
- Sieg über Perser (Perserkriege)
- Niederlage Athens gegen Alexander d. Großen
- Hellenismus (334 – 31 v. Chr.)
- Eroberung des Perserreichs unter Makedonenkönig Alexander dem Großem
-Reich, das schnell zerfällt
- Augustus übernimmt Ägypten als römische Provinz; Tod Kleopatras

Dimension des Raumes

- Antike Kulturen v. a. im Mittelmeerraum ansässig
- Ab 600 Kontakte von Mittelmeer- und Schwarzmeerregion
- Klima günstig für Landwirtschaft; jedoch nur begrenze Anbauflächen
- Kulturlandschaften vielfältig, v. a. in Küstenregionen
- Ab 700 Kolonisation Italiens aufgrund günstiger Bedingungen
- Größte Polis: Athen; im 5. Jh. 30.000 – 35.000 Vollbürger, insg. 200.000 Einwohner
- die meisten Polis eher klein, aber von ähnlicher Struktur
- Kommunikation nur durch Schifffahrt möglich

VL 2: Quellen und Materialien

- Geschichtswissenschaft stets quellenorientiert
- Viele Zeugnisse gehen verloren durch:
- Zerfall, Katastrophen, Raub, gezielte Zerstörung
- Desinteresse, Selektion
- Selektionsprozess heute nicht mehr nachvollziehbar; Gründe unbekannt
- In Antike auf Papyrus geschrieben à Unikate
- Im Mittelalter durch Mönche in Klöstern kopiert
- nur solche Dokumente, die mit mittelalterlichem Weltbild vereinbar sind
- Seit Neuzeit Vervielfältigung durch Buchdruck
- jedoch keine Handschriften, sondern aus MA, Neuzeit stammend
- Andererseits: einige obszöne griech. Komödien überliefert
- Funde meist in Bronze und Stein gemeißelt; Marmortafeln z. T. „recycelt“ und zu Gips für Hausbau verarbeitet

Literarische Zeugnisse:

- Historiographen: Geschichtsschreibung
- helfen andere Gattungen einzuordnen
- Konstruktion der Vergangenheit
- kein systematisches Studium älterer Quellen
- je nach Zeitspanne z. T, Rückgriff auf ältere Quellen
- Historiografen als Bewahrer:
- Grenzen v. Fakten u. Fiktion verschwimmen
- Bedürfnisse des jeweiligen Publikums befriedigen
- Geschichte als Deutung und Sinnstiftung
- Antike Werke personalisieren geschichtliche Entwicklung (Gestalten als Akteure)
- Herodot (484 – 424 v. Chr.)
- antiker Vater der Geschichtsschreibung
- verlässt Heimat in Kleinasien in Richtung Italien
- Kontakte zur Sophokles und Perikles; Vorlesungen in Athen
- 424 Werk über Perserkriege (geograf. Details, Exkurse zu einzelnen Völkern)
- Entwicklung der Polis; weite Reisen durch Mittelmeerraum
- Methode: „Alles Gehörte berichten, nicht alles Gehörte glauben“
- Thukydides (Athen: 460 – 400 v. Chr.)
- vermögende Oberschicht, Geschichte eines großen Kriegs zwischen Sparta und

Athen 434-411 v. Chr.

- nüchtern-distanzierte Sichtweise
- Chronologie; Reden von politischen Akteuren
- schreibt wie er meint, wie ein Akteur gesprochen habe
- Methodenkapitel, jede Information wird geprüft; Verzicht auf Poetik
- beide Autoren Phase der attischen Demokratie
- Xenophon (426 – 362 v. Chr.)
- Anschluss an Thukydides
- Ende der innergriechischen Konflikte
- weniger systematisch, abwechslungsreich, keine Methoden
- Verehrer spartanischer Erziehungsideale
- Polybios (200 – 120 v. Chr.)
- aus Megapolis, Vater aus Führungsschicht
- durch Geiselnahme Hauslehrer für römische Familie
- Zweisprachigkeit Latein/Griechisch der Familie
- röm. Interesse an gr. Literatur; Erziehung auch in Rhetorik
- Polybios willkommen in römischer Familie
- fasziniert an Rom
- Eroberung Griechenlands durch Römer
- Universalgeschichte der Eroberung durch Roms 264 – 164 v. Chr.
- 6. Buch: Analyse des politischen Systems der Römer
- Erfolg, denn Mischform aus Monarchie, Demokratie und Aristokratie
- Beschreibung von Sozialistationsritualen Jugendlicher
- klare Überlegenheit der Römer
- Geschichtsschreiber muss politische/militärische Erfahrung haben; dem Paradoxen zuwenden

VL 3: Quellen und Materialien (2)

- Plutarch (45 – 120 n. Chr.)
- Reisen nach Alexandria, Studium in Bibliothek
- kein Historiker, moralisch-philosophische Traktate
- Parallelbiografien (Vergleiche großer Griechen und Römer)
- Darstellungsabsicht: Bilder zeichnen, keine Geschichtsdarstellung
- Lebensgeschichten durch Spekulationen und Verweise gekennzeichnet
- zitiert politische Reden
- Kommunikation in erster Linie mündlich, Entscheidungsfindung mündlich

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Einführung in die griechische Geschichte
Untertitel
Vorlesungszusammenfassung: Vorlesung der Uni Gießen im Wintersemester 2010/2011
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen  (Professur für Alte Geschichte)
Veranstaltung
Einführung in die griechische Geschichte
Autor
Jahr
2011
Seiten
17
Katalognummer
V278106
ISBN (eBook)
9783656708391
ISBN (Buch)
9783656710172
Dateigröße
515 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
einführung, geschichte, vorlesungszusammenfassung, vorlesung, gießen, wintersemester
Arbeit zitieren
Tobias Molsberger (Autor), 2011, Einführung in die griechische Geschichte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278106

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