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Unzuverlässiges Erzählen in "Casanovas Heimfahrt"

Titel: Unzuverlässiges Erzählen in "Casanovas Heimfahrt"

Essay , 2011 , 5 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Patricia Schneider (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die historische Figur des Frauenverführers Giacomo Girolamo Casanova gab Anlass zu zahlreichen literarischen Werken und Filmen. Dabei wurde er in den meisten Fällen als jugendlicher Abenteurer und Frauenheld dargestellt. In seiner Novelle Casanovas Heimfahrt wählt Arthur Schnitzler jedoch einen anderen Blickwinkel: er beschreibt einen späteren Abschnitt in Casanovas Leben, in dem dieser die Blüte seines Lebens bereits hinter sich hat. Schnitzler spielt dabei mit den Erwartungen seiner Leser, da er nicht den Abenteurer Casanova, sondern den müden Heimkehrer zum Mittelpunkt seiner Novelle macht. Im Verlauf der Novelle wird deutlich, dass sich Casanova in einer Identitätskrise befindet. Die Gründe für diese Krise und deren Auswirkungen sollen im ersten Teil dieses Essays genauer untersucht werden. In einem zweiten Schritt wird das Augenmerk auf der Erzählweise liegen, da sich als Resultat der Identitätskrise an verschiedenen Stellen Anzeichen für unzuverlässiges Erzählen finden lassen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Charakterisierung von Casanovas Identitätskrise

2. Untersuchung der Erzählweise und Anzeichen für unzuverlässiges Erzählen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologische Identitätskrise der Hauptfigur in Arthur Schnitzlers Novelle "Casanovas Heimfahrt" und analysiert, inwiefern diese Krise zu einem unzuverlässigen Erzählverhalten des Protagonisten führt.

  • Die Identitätskrise des gealterten Giacomo Casanova
  • Die Diskrepanz zwischen Selbstbild und Realität
  • Männlichkeitswahn als Bewältigungsstrategie im Alter
  • Analyse von Anzeichen für unzuverlässiges Erzählen
  • Die Rolle der Verstellungskunst und bewussten Täuschung

Auszug aus dem Buch

Casanovas Identitätskrise und die Konfrontation mit dem Alter

Er vermochte den Blick so wenig von ihr abzuwenden als sie von ihm. Wut und Scham war in dem seinen, in dem ihren Scham und Entsetzen. Und Casanova wußte, wie sie ihn sah; denn er sah sich selbst gleichsam im Spiegel der Luft und erblickte sich so, wie er sich gestern im Spiegel gesehen, der im Turmgemach gehangen: ein gelbes, böses Antlitz mit tiefgegrabenen Falten, schmalen Lippen, stechenden Augen – und überdies von den Ausschweifungen der verflossenen Nacht, dem gehetzten Traum des Morgens, der furchtbaren Erkenntnis des Erwachens dreifach verwüstet. Und was er in Marcolinens Blick las, war nicht, was er tausendmal lieber darin gelesen hätte: Dieb – Wüstling – Schurke-; er las nur dies eine -, das ihn schmachvoller zu Boden schlug als alle anderen Beschimpfungen vermocht hätten – er las das Wort, das ihm von allen das furchtbarste war, da es sein endgültiges Urteil sprach: Alter Mann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Charakterisierung von Casanovas Identitätskrise: Dieses Kapitel beleuchtet den psychologischen Zustand des gealterten Casanova, der sich durch den Verlust seiner jugendlichen Attraktivität und seinen Männlichkeitswahn in einer existenziellen Krise befindet.

2. Untersuchung der Erzählweise und Anzeichen für unzuverlässiges Erzählen: Hier wird analysiert, wie Casanovas Identitätskrise sein Erzählverhalten beeinflusst und durch bewusste Täuschung sowie das Ausschmücken vergangener Erlebnisse die Zuverlässigkeit seiner Darstellung in Frage stellt.

Schlüsselwörter

Arthur Schnitzler, Casanovas Heimfahrt, Identitätskrise, unzuverlässiges Erzählen, Alter, Frauenheld, Männlichkeitswahn, Giacomo Casanova, Literaturanalyse, Selbsttäuschung, Erzählweise, psychologische Charakterisierung, Novelle, Täuschung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Figur des gealterten Giacomo Casanova in Arthur Schnitzlers Novelle "Casanovas Heimfahrt" unter psychologischen und narratologischen Gesichtspunkten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Identitätskrise, dem Umgang mit dem Älterwerden, der Konstruktion von Männlichkeit sowie der Frage der narrativen Zuverlässigkeit des Protagonisten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass Casanovas Identitätskrise unmittelbar mit seinem Hang zum unzuverlässigen Erzählen und seiner bewussten Täuschung der Umwelt verknüpft ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Primärtext durch Textbelege und erzähltheoretische Ansätze untersucht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil wird zunächst die Identitätskrise Casanovas durch konkrete Szenen belegt, gefolgt von einer Untersuchung seiner Erzählweise und seiner bewussten Verstellungskunst.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Identitätskrise, unzuverlässiges Erzählen, Männlichkeitswahn, Alter und die literarische Analyse von Schnitzlers Novelle.

Wie reagiert Casanova auf seine Konfrontation mit der Jugend, insbesondere durch die Figur des Lorenzi?

Er erkennt in Lorenzi sein eigenes, um Jahrzehnte jüngeres Spiegelbild, was ihm die Vergänglichkeit seiner Zeit schmerzlich vor Augen führt und seine Krise verschärft.

Warum lügt Casanova sein Umfeld bewusst an?

Casanova nutzt Lüge und Verstellungskunst als Schutzschild, um sein idealisiertes Selbstbild als erfolgreicher Frauenheld aufrechtzuerhalten und seine aktuelle Realität als gescheiterter, gealterter Mann zu kaschieren.

Ende der Leseprobe aus 5 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Unzuverlässiges Erzählen in "Casanovas Heimfahrt"
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Note
2,0
Autor
Patricia Schneider (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
5
Katalognummer
V278156
ISBN (eBook)
9783656708353
ISBN (Buch)
9783656711711
Sprache
Deutsch
Schlagworte
unzuverlässiges erzählen casanovas heimfahrt
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Patricia Schneider (Autor:in), 2011, Unzuverlässiges Erzählen in "Casanovas Heimfahrt", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278156
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  5  Seiten
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