In the opinion of Robin Mayhead, one of the quintessential aspects of the literary method of Sir Walter Scott is its ‘bringing together of incongruously disparate worlds’. This statement is to be examined on the example of his first novel Waverley in the following essay, by proving its truth in several aspects. First of all, Scott’s use of contrast in the novel’s plot will be observed, since there are two plots to be found in Waverley, which develop on different scales but which are still unified. Afterwards, the focus of interest will be the fictional world surrounding the protagonist. In this section, contrasting pairs of characters will be examined. Particular attention will be paid to the setting since its contrasting features underline symbolically the characters’ oppositions. Moreover, the contrasts between England and Scotland will be of interest. After having studied the contrasts displayed in the fictional world itself, the focus will be on the narrator. Finally, the essay will conclude by considering the literary context in which the novel was written and the ‘disparate worlds’ that influenced Scott’s writing.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die doppelte Handlung als Spiegel historischer und persönlicher Entwicklung
3. Charakterstudien durch Kontraste und Folien
3.1. Familiäre und politische Gegensätze bei den Waverleys
3.2. Soziale und kulturelle Differenzen zwischen den Clans
3.3. Weibliche Archetypen: Rose Bradwardine und Flora MacIvor
4. Symbolik der Schauplätze und ihre narrative Funktion
5. Perspektivwechsel: Die Rolle des Erzählers im Spannungsfeld der Moderne
6. Gattungskontext: Romantische und anti-romantische Elemente
7. Fazit und Zusammenfassung der Kontrastwirkung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht Sir Walter Scotts literarische Methode der Zusammenführung "inkongruent disparater Welten" am Beispiel seines Romans Waverley. Ziel ist es zu analysieren, wie Scott durch den Einsatz von Kontrasten in der Handlungsstruktur, bei der Charakterzeichnung, in der räumlichen Gestaltung sowie durch narrative Perspektivwechsel eine kohärente fiktionale Welt erschafft, die den Übergang von der Tradition zur Moderne reflektiert.
- Analyse der zweigleisigen Handlungsstruktur (privat vs. öffentlich).
- Untersuchung von Charakter-Gegensätzen als Mittel der Folienbildung.
- Symbolische Bedeutung räumlicher Schauplätze für das Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne.
- Die Funktion der Erzählperspektive und ihre Auswirkungen auf die Leserwahrnehmung.
- Einordnung des Werkes in den literarischen Kontext des romantischen Romans.
Auszug aus dem Buch
The effectiveness of Scott’s use of contrast in the construction of the fictional world of Waverley
One of the most salient uses of ‘disparate worlds’ in Waverley can be seen in its plot, since Scott manages to tell ‘a double history: the story of not just one man but of an historical epoch.’ The novel develops in fact two plots on different scales. On a personal scale, it examines Waverley’s life and ‘the development of his character from early youth to manhood.’ Thus, the plot covers Waverley’s development from being a naïve and romantic boy who is lost in his dreams to being a man who eventually manages to base his actions on his own judgements rather than on the opinions of other people. According to Millgate, the ‘exposure to reality will cure [Waverley] of his youthful romanticism and transform [the] dreaming boy into [a] mature man of reason.’
On the public scale, however, the novel also deals with the Jacobite rebellion of 1745, which was ‘at once [a] desperate and heroic attempt to put the House of Stuart back on the British throne in the place of the House of Hanover.’ Therefore, the novel also contains the appearance of historical characters, such as Charles Edward Stuart, referred to as the Prince in this novel, as well as historical events, such as the battle of Preston, in which Waverley happens to participate. Thus, the journey, on which Waverley embarks, is ‘not timeless picaresque but one which will take him into the realms of historical action.’
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Fragestellung zur literarischen Methode Scotts und Darlegung der strukturellen Untersuchungsschwerpunkte des Essays.
2. Die doppelte Handlung als Spiegel historischer und persönlicher Entwicklung: Analyse der parallelen Erzählstränge und wie diese die individuelle Reifung Waverleys mit dem historischen Kontext des Jakobitenaufstands verbinden.
3. Charakterstudien durch Kontraste und Folien: Untersuchung der Rollen von Protagonisten und Nebenfiguren, die durch gegensätzliche Ideologien und soziale Hintergründe als Spiegelbilder fungieren.
4. Symbolik der Schauplätze und ihre narrative Funktion: Darstellung der symbolischen Bedeutung von Natur und Architektur, die den Wandel von der feudal-romantischen Welt zur rationalen Moderne verdeutlichen.
5. Perspektivwechsel: Die Rolle des Erzählers im Spannungsfeld der Moderne: Analyse der Erzählweise und der Diskrepanz zwischen der Sicht des Protagonisten und der kritisch-distanzierten Perspektive des Erzählers.
6. Gattungskontext: Romantische und anti-romantische Elemente: Einordnung des Werkes als historischer Roman, der romantische Konventionen nutzt und gleichzeitig durch eine unromantische Erzählhaltung unterläuft.
7. Fazit und Zusammenfassung der Kontrastwirkung: Abschließende Bewertung von Scotts Leistung, disparate Welten zu einem harmonischen Gesamtbild zu vereinen und die Entwicklung von Naivität zu Vernunft darzustellen.
Schlüsselwörter
Walter Scott, Waverley, historische Romane, Jakobitenaufstand, literarische Kontraste, Charakter-Folien, Erzählperspektive, Romantik, Tradition und Moderne, Plot-Struktur, historische Identität, feudale Gesellschaft, Bildungsroman, narrative Distanz, Schottland.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die literarische Technik von Sir Walter Scott in seinem Roman "Waverley", wobei der Fokus besonders auf dem bewussten Einsatz von Kontrasten liegt, um verschiedene Welten miteinander zu verbinden.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Analyse?
Zentrale Themen sind die Zweigleisigkeit der Handlung, die Charakterentwicklung des Protagonisten, der Gegensatz zwischen den schottischen Clans und der englischen Moderne sowie die Erzählstruktur des Romans.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die kritische Bewertung der Effektivität von Scotts Kontrastmethode, um zu belegen, wie der Autor durch entgegengesetzte Elemente eine in sich geschlossene und tiefgründige fiktionale Welt konstruiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text des Romans anhand von Sekundärliteratur auf erzähltechnische Muster und strukturelle Gegensätze hin untersucht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der zweigleisigen Handlung, die Analyse kontrastierender Charakterpaare, die Bedeutung symbolischer Schauplätze und die kritische Distanz des Erzählers gegenüber den romantischen Vorstellungen der Figuren.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind unter anderem "disparate Welten", "historische Imagination", "Erzählperspektive", "Charakter-Folien" und das Spannungsfeld zwischen "Tradition" und "Moderne".
Welche Bedeutung kommt der Figur des Erzählers in dieser Analyse zu?
Der Erzähler wird als eine "intrusive" und selbstbewusste Instanz verstanden, deren kritische Kommentare dem Leser helfen, die subjektive und teils naive Sichtweise Waverleys einzuordnen und den Wandel zur Vernunft zu erkennen.
Inwiefern beeinflussen die weiblichen Charaktere das Verständnis des Werkes?
Rose Bradwardine und Flora MacIvor fungieren als gegensätzliche weibliche Rollenmodelle, die einerseits die romantische Begeisterung für den Aufstand und andererseits eine moderate, rationale Haltung repräsentieren.
- Arbeit zitieren
- Patricia Schneider (Autor:in), 2011, The effectiveness of Sir Walter Scott’s use of contrast in the construction of the fictional world of Waverley, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278161