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‚Frühling‘ in Brasilien? Eine Analyse der Juni-Proteste

Titel: ‚Frühling‘ in Brasilien? Eine Analyse der Juni-Proteste

Hausarbeit , 2013 , 25 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Jasmin Brands (Autor:in)

Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Fällt das Wort Brasilien, so denken die meisten sofort an den Karneval in Rio de Janeiro oder die brasilianischen Fußballkünste. So war die große Freude des Volkes im Oktober 2007 als verkündet wurde, dass die Fußballweltmeisterschaft 2014 in Brasilien stattfinden wird, wenig verwunderlich (vgl. Spiller/Backhouse, 2012, S. 2). Ähnliches galt für die Bekanntgabe der Austragung der Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro (vgl. ebd.). Im Juni 2013 machte Brasilien jedoch aufgrund von Massenprotesten auf sich aufmerksam, welche ihren Anfang aufgrund einer Fahrpreiserhöhung nahmen und sich ausweiteten. Ähnlich wie in anderen Ländern forderten die Brasilianer die Behebung sozialer Missstände und mehr Demokratie. Kritisiert wurden in diesem Zusammenhang insbesondere die Mängel des Bildungs- und Gesundheitssystems, die Infrastruktur des öffentlichen Nahverkehrs und die Korruption im Land (vgl. z.B. Bartelt, 2013b, online). Ebenso wurden die genannten Sportevents trotz des in Brasilien herrschenden Sportsgeists aufgrund hoher Ausgaben Ziele und Schauplatz der Proteste (vgl. ebd.). Verschiedene Veröffentlichungen fragen nun nach dem ‚Brasilianischen Frühling‘, so auch diese Ausarbeitung. Ziel dieser Ausarbeitung ist in diesem Sinne die Untersuchung des Verlaufs der so genannten Juni-Proteste und eine Einschätzung derer Veränderungskraft im Hinblick auf das brasilianische System.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Theoretischer Rahmen

1.1 Schwellenwertmodell

1.1.1 Kosten-Nutzen-Abwägungen auf Seiten des Regimes

1.2 Soziale Bewegungen

1.2.1 Die WUNC-Kriterien

2 Analyse des Fallbeispiels

2.1 Historischer Kontext

2.2 Ablauf der Proteste

2.2.1 Ursachen für die Juni-Proteste

2.2.2 Die Juni – Proteste: Beginn und Verlauf der Demonstrationen

2.2.3 Die Bewegung: Organisationstruktur – Zusammensetzung – Forderungen

2.2.4 Reaktionen der Regierung und Entwicklung der Bewegung

3 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert die brasilianischen Juni-Proteste von 2013, um deren Ursachen, Verlauf und politisches Veränderungspotenzial unter Anwendung des Schwellenwertmodells nach Gary Marks sowie der WUNC-Kriterien nach Charles Tilly zu bewerten.

  • Analyse der Protestdynamik im Kontext sozioökonomischer Ungleichheit und Korruption.
  • Untersuchung der rationalen Entscheidungsprozesse von Akteuren bei staatlicher Repression.
  • Evaluation der Organisationsstruktur und Mobilisierung durch soziale Medien.
  • Bewertung der Rolle der brasilianischen Regierung und der Militärpolizei bei der Eskalation.
  • Einschätzung der langfristigen Auswirkungen auf die brasilianische Demokratie.

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Ursachen für die Juni-Proteste

Auf den ersten Blick zählt Brasilien zu den aufstrebenden Ländern des Südens, neben eher außenpolitischen Errungenschaften wie der „[…] Akzeptanz und Kooperationsbereitschaft seitens wichtiger Industrieländer […]“ und der „[…] anerkannten Rolle als Wortführer des globalen Südens […]“, haben sich auch die innerbrasilianischen Verhältnisse verbessert (Schläger, 2007, S. 3). So konnte das Bruttoinlandsprodukt deutlich gesteigert 8 und die Armutsquote seit 1990 von 17,2 auf 6,1 Prozent in 2009 reduziert werden (vgl. DGVN, 2013, S. 18).

Trotz dieser positiven Entwicklungen zählt Brasilien weiterhin zu den Ländern, die mit gravierender sozialer Ungleichheit 9 zu kämpfen haben. Der Human Development Index (HDI)10 beträgt 0,53111 (2012) und liegt nur knapp über dem Wert zu Zeiten der Diktatur12.

Darüber hinaus hat das Land mit hohen Ausgaben für den Staatsapparat13 und Korruption14 zu kämpfen und sowohl im Bildungs-, als auch Gesundheitssystem sind gravierende Mängel festzustellen. In diesem Zusammenhang weist Markus Fraundorfer darauf hin, dass die Juni Proteste nicht über Nacht entstanden seien, sondern ihre Wurzeln in den bereits 2012 begonnenen, eher erfolglosen Demonstrationen, welche eben jene Missstände thematisierten und mehr Gehalt, bessere Arbeitsbedingungen und Ausbildungschancen forderten und sich gegen die herrschende Korruption richteten, lägen (vgl. Fraundorfer, 2013, S. 4f.). „Die gehäufte Aneinanderreihung von Protesten zu unterschiedlichen Themen in knapp zwei Jahren zeigt, dass es letzten Endes nur noch eines Funkens bedurfte, um allgemeine Unzufriedenheit eskalieren zu lassen“ (ebd. S. 5). Dieser Funken meint Fahrpreiserhöhungen im städtischen Personennahverkehr.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Theoretischer Rahmen: Einführung in die wissenschaftlichen Grundlagen, bestehend aus der Transformationsforschung sowie dem Schwellenwertmodell von Gary Marks und den WUNC-Kriterien nach Charles Tilly.

2 Analyse des Fallbeispiels: Detaillierte Untersuchung der historischen Hintergründe und des chronologischen Ablaufs der brasilianischen Proteste von 2013, inklusive ihrer Ursachen und der Reaktionen aller beteiligten Akteure.

3 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Protestbewegung, ihrer Wirkungskraft und ihres Einflusses auf die zukünftige Stabilität und Entwicklung der brasilianischen Demokratie.

Schlüsselwörter

Brasilien, Juni-Proteste, Schwellenwertmodell, WUNC-Kriterien, Soziale Bewegungen, Transformationsforschung, Demokratie, Korruption, Militärpolizei, Mobilisierung, Soziale Medien, politische Partizipation, soziale Ungleichheit, Dilma Rousseff, Movimento Passe Livre.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die im Juni 2013 in Brasilien ausgebrochenen Massenproteste und bewertet deren Verlauf sowie den Einfluss auf das politische System des Landes.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf den Ursachen der sozialen Unruhen, der Rolle sozialer Medien bei der Mobilisierung sowie der rationalen Entscheidungsfindung der protestierenden Akteure unter staatlichem Druck.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Einschätzung der Veränderungskraft der Juni-Proteste und deren Bedeutung für die Stärkung oder Gefährdung der brasilianischen Demokratie.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Es werden das Schwellenwertmodell von Gary Marks zur Analyse von Kosten-Nutzen-Abwägungen und die WUNC-Kriterien von Charles Tilly zur Bewertung der Wirkungskraft sozialer Bewegungen genutzt.

Was umfasst der inhaltliche Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil analysiert den historischen Kontext, den akuten Auslöser der Fahrpreiserhöhungen, die Organisationsstruktur der Bewegung und die wechselseitigen Reaktionen von Regierung und Demonstranten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Inhalt?

Wesentliche Begriffe sind Brasilien, Juni-Proteste, Demokratie, soziale Ungleichheit, Schwellenwertmodell, WUNC-Kriterien und politische Partizipation.

Welche Rolle spielte die Militärpolizei bei den Protesten?

Die Militärpolizei agierte durch oft brutales Vorgehen als Katalysator, der einerseits die Kosten der Partizipation erhöhte, andererseits aber auch die Entschlossenheit (Commitment) und Empörung der Bevölkerung verstärkte.

Wie reagierte die Regierung unter Dilma Rousseff auf die Forderungen?

Die Regierung reagierte ambivalent: Einerseits zeigte sie Dialogbereitschaft und versprach Reformpakete, während andererseits die Militärpolizei weiterhin hart gegen Demonstranten vorging, was zu Glaubwürdigkeitsverlusten führte.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
‚Frühling‘ in Brasilien? Eine Analyse der Juni-Proteste
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Fakultät für Sozialwissenschaft)
Veranstaltung
Wandel durch Demonstrationen? – Erfolgsaussichten von Demokratiebewegungen
Note
1,3
Autor
Jasmin Brands (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
25
Katalognummer
V278186
ISBN (eBook)
9783656708124
ISBN (Buch)
9783656710301
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Juni-Proteste Brasilien Fußball Demokratiebewegungen WUNC Schwellenwertmodell
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jasmin Brands (Autor:in), 2013, ‚Frühling‘ in Brasilien? Eine Analyse der Juni-Proteste, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278186
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  25  Seiten
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