Im Gegensatz zu Industrieunternehmen ist Qualitätsmanagement in Non-Profit-Organisationen wie Krankenhäusern, Rehabilitationseinrichtungen, Altenheimen und auch in der ambulanten Pflege ein Teil des Gesamtmanagements, dem Jahre lang wenig Beachtung geschenkt wurde. Als der Gesetzgeber Ende der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts zumindest die nach § 108 zugelassenen Krankenhäuser verpflichtete, sich an Maßnahmen zur Qualitätssicherung zu beteiligen, wurde hiermit ein erster Schritt in diese Richtung gegangen, der für die Träger dieser Einrichtungen verpflichtend war. Neben dieser Entwicklung ist weiterhin zu beobachten, dass das Qualitätsbewusstsein der Verbraucher in allen Bereichen, auch in dem, der die medizinische bzw. pflegerische Versorgung betrifft, zunimmt.
Die im Qualitätsmanagement verwendeten Begriffe sind häufig schwer ver-ständlich, weshalb in dieser Arbeit die Begriffe Qualitätsmanagement und Pflegequalität erläutert werden.
Aus dem Inhalt:
Qualität und Qualitätsmanagement,
Pflegequalität, Stufen der Pflegequalität,
Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität
Inhaltsverzeichnis
2 Einleitung
3 Definition von Qualität und Qualitätsmanagement
4 Der Begriff Pflegequalität
4.1 Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität
4.1.1 Strukturqualität
4.1.2 Prozessqualität
4.1.3 Ergebnisqualität
4.2 Die Stufen der Pflegequalität
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die für das Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen zentralen Begriffe verständlich zu erläutern, um eine fundierte Basis für das Verständnis von Qualitätsmanagement-Systemen in Pflegeeinrichtungen zu schaffen. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Operationalisierung und Messbarkeit von Pflegequalität in Krankenhäusern und Altenhilfeeinrichtungen.
- Definitionen von Qualität und Qualitätsmanagement im Dienstleistungssektor
- Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität nach dem Donabedian-Modell
- Herausforderungen bei der Messung von Pflegequalität
- Stufenmodelle der Pflegequalität (Fiechter & Meier sowie KDA)
- Die Rolle des Qualitätsmanagements als Führungsaufgabe
Auszug aus dem Buch
4.1 Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität
Die Strukturqualität beinhaltet die im Zeitablauf relativ konstanten Charakteristika wie bspw. das Personal in qualitativer und quantitativer Hinsicht, Art und Umfang der materiellen Ausstattung der Einrichtung im baulichen und apparativen Sinn, die Infrastruktur, finanzielle Mittel, Organisationsaufbau und -ablauf, den Fortbildungsstand der Mitarbeiter/innen, usw.. Zieht man die Strukturqualität als Vergleichsmaßstab heran, um Einrichtungen miteinander zur vergleichen, entsteht daraus keine für die Qualitätsmessung geeignete Aussage, da die Strukturkategorie eher das Vermögen widerspiegelt, eine bestimmte Qualität erbringen zu können und weniger die Qualität selbst. Ein weiteres Problem ergibt sich bei dem meistversprechenden Bestandteil der Struktur, der Qualifikation, die sich aus dem Wissen des Personals zusammensetzt und der Umsetzung und Anwendung des Wissens. Entscheidend ist hier die richtige Anwendung des Wissens im richtigen Moment. Dies lässt sich jedoch, möchte man diese Fähigkeit des Personals feststellen, nicht etwa mit einer schriftlichen Prüfung des theoretischen Wissens messen, da hier im richtigen Moment eine Transferleistung bzgl. des praktischen Handelns erbracht werden muss.
Zusammenfassung der Kapitel
2 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung des Qualitätsmanagements in Non-Profit-Organisationen des Gesundheitswesens und definiert den Rahmen der Arbeit hinsichtlich der untersuchten Einrichtungstypen.
3 Definition von Qualität und Qualitätsmanagement: Dieses Kapitel erläutert den Qualitätsbegriff auf Basis von Fachliteratur und Normen und beschreibt Qualitätsmanagementsysteme als strategische Führungsaufgabe.
4 Der Begriff Pflegequalität: Das Kapitel führt in die subjektive Wahrnehmung von Pflegequalität durch den Patienten ein und präsentiert wissenschaftliche Modelle zu deren Objektivierung und Messung.
4.1 Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität: Es werden die drei zentralen Qualitätsdimensionen nach Donabedian detailliert analysiert und hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit im Pflegealltag kritisch diskutiert.
4.2 Die Stufen der Pflegequalität: Hier erfolgt eine Darstellung der Qualitätsstufenmodelle, die eine Einordnung pflegerischer Leistungen anhand definierter Kriterien ermöglichen.
Schlüsselwörter
Qualitätsmanagement, Pflegequalität, Strukturqualität, Prozessqualität, Ergebnisqualität, Donabedian-Modell, Qualitätsmanagementsystem, Gesundheitswesen, Krankenhausmanagement, Altenhilfe, Pflegestandards, Patientenzufriedenheit, Zertifizierung, Qualitätsentwicklung, Krankenhausbarometer
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit widmet sich der Begriffsklärung und systematischen Einordnung von Qualitätsmanagement und Pflegequalität innerhalb von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Qualität, die Analyse der Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität sowie die Anwendung von Stufenmodellen zur Bewertung der Pflegeleistung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die häufig schwer verständlichen Begriffe des Qualitätsmanagements im Pflegebereich transparent zu machen und einen theoretischen Rahmen für die praktische Umsetzung zu liefern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse und bezieht sich dabei auf anerkannte Qualitätsnormen sowie pflegewissenschaftliche Modelle und Studien.
Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Operationalisierung von Pflegequalität durch verschiedene Qualitätsdimensionen und die kritische Auseinandersetzung mit der Messbarkeit von Leistungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Qualitätsmanagement, Pflegequalität, Donabedian-Modell, Qualitätsstufen und Pflegestandards.
Warum ist die Messung der Ergebnisqualität in der Pflege so schwierig?
Die Messung gestaltet sich komplex, da sich der Gesundheitszustand von Patienten nicht rein objektiv definieren lässt und bei Multimorbidität stark individuelle Faktoren eine Rolle spielen.
Welchen Stellenwert haben Qualitätszirkel in dem vorgestellten KDA-Modell?
Qualitätszirkel werden als zentrales Instrument für Mitarbeiter genannt, um konstruktive Kritik und Anregungen in den Prozess der Qualitätsentwicklung einzubringen.
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- Dipl. Pflegewirt (FH) Martin Römer (Author), 2007, Qualitätsmanagement und Pflegequalität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278195