Die Normenreihe DIN EN ISO 9000 ff. Qualitätsmanagementsysteme in der Pflege


Akademische Arbeit, 2007
25 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

1 Inhaltsverzeichnis

2 Einleitung

3 Die Normen für Qualitätsmanagementsysteme

4 Der inhaltliche Aufbau der DIN 9001:2000
4.1 Anforderungen an die Dokumentation
4.1.1 Qualitätspolitik und Qualitätsziele
4.1.2 Qualitätsmanagementhandbuch
4.1.3 Lenkung von Dokumenten
4.1.4 Lenkung von Aufzeichnungen
4.2 Verantwortung der Leitung
4.2.1 Verpflichtung der Leitung
4.2.2 Kundenorientierung
4.2.3 Qualitätspolitik
4.2.4 Planung
4.2.5 Verwaltung
4.2.6 Managementbewertung
4.3 Management der Mittel
4.3.1 Bereitstellung von Mitteln
4.3.2 Personal
4.3.3 Einrichtungen
4.3.4 Arbeitsumgebung
4.4 Produktrealisierung
4.4.1 Planung
4.4.2 Kundenbezogene Prozesse
4.4.3 Entwicklung
4.4.4 Beschaffung
4.4.5 Produktion und Dienstleistungserbringung
4.4.6 Prüfmittellenkung
4.5 Messung, Analyse und Verbesserung
4.5.1 Planung
4.5.2 Messung und Überwachung
4.5.3 Lenkung von Fehlern
4.5.4 Datenanalyse zur Verbesserung

5 Zertifizierung nach DIN ISO 9001:2000
5.1 Vorbereitung durch die Einrichtung
5.2 Ablauf einer Zertifizierung
5.2.1 Erster Vertragsabschnitt
5.2.2 Zweiter Vertragsabschnitt
5.2.3 Dritter Vertragsabschnitt
5.3.4 Wiederholungsaudit

6 Abkürzungsverzeichnis

7 Literaturverzeichnis (mit weiterführender Literatur)
7.1 Literatur
7.2 Quellen aus dem Internet

2 Einleitung

Die DIN EN ISO 9001:2000 ist eine internationale Norm, die von der ISO – Internationale Organisation für Normung – einer weltweiten Vereinigung nationaler Normungsinstitute erarbeitet[1] und vom Europäischen Komitee für Normung (CEN) am 15. Dezember 2000 in einer aktualisierten Version angenommen wurde.[2] In dieser neuen Norm werden Anforderungen an ein Qualitätsmanagementsystem beschrieben. Es handelt sich um einen internationalen und branchenübergreifenden Rahmen für ein QMS, der einen prozessorientierten Ansatz verfolgt.[3]

3 Die Normen für Qualitätsmanagementsysteme

Die DIN EN ISO 9000:2000 Normenfamilie besteht für den Dienstleistungssektor im Wesentlichen aus drei wichtigen Leitfäden und zwar der DIN EN ISO 9000:2000, 9001:2000 und der DIN EN ISO 9004:2000.[4]

Die drei Leitfäden der Norm im Überblick:

- ISO 9000:2000 Qualitätsmanagementsysteme – Grundlagen und Begriffe. Es werden die Grundlagen für Qualitätsmanagementsysteme und die Begriffe des Qualitätsmanagements beschrieben. Die hier genannte DIN EN ISO ist als unterstützender Leitfaden zu verstehen, um die Anforderungen aus der DIN EN ISO 9001:2000, auch Forderungskatalog genannt, umsetzen zu können.

- ISO 9001:2000 Qualitätsmanagementsysteme – Anforderungen. An dieser Stelle werden im Wesentlichen die Anforderungen an das Qualitätsmanagementsystem für den Fall, dass eine Organisation ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen muss, Dienstleistungen zu erbringen, die den Ansprüchen der Kunden und der gesetzlichen und behördlichen Forderung entsprechen. Die Wirksamkeit des Qualitätsmanagementsystems ist auf die Erfüllung der genannten Anforderungen ausgerichtet.

- ISO 9004:2000 Qualitätsmanagementsysteme – Leitfaden zu Leistungsverbesserung. Hierbei handelt es sich um einen Leitfaden für Qualitätsmanagementsysteme einschließlich der Prozesse für ständige Verbesserung, die zur Zufriedenheit der Kunden in einer Organisation bzw. den Interessengruppen beitragen. Die ISO 9004:2000 gibt über die in der ISO 9001:2000 enthaltenen Anforderungen hinausgehende Informationen und Anleitungen, um sowohl die Wirksamkeit als auch Effizienz eines Qualitätsmanagementsystems und damit die Möglichkeit einer Leistungsverbesserung einer Organisation zu berücksichtigen.[5]

Von den vorangehend geschilderten Normen beschäftigen sich vor allem die DIN ISO 9001:2000 und die DIN ISO 9004:2000 mit dem eigentlichen Thema der Qualitätssicherung und beschreiben die allgemeinen Anforderungen an ein Qualitätsmanagementsystem.[6]

4 Der inhaltliche Aufbau der DIN 9001:2000

Die Norm DIN EN ISO 9000:2000 besteht aus acht Kapiteln. Die ersten drei Kapitel beschäftigen sich mit der Einleitung, der Qualitätspolitik, der Organisation und Verantwortung und das vierte Kapitel erläutert die Stellung der Norm DIN EN ISO 9000:2000. In diesen Kapiteln werden u.a. die allgemeinen Anforderungen an ein QMS geregelt. Die allgemeinen Anforderungen erfordern von der Organisation:

- das Erkennen und Anwenden der für das Qualitätsmanagementsystem erforderlichen Prozesse,
- das Erkennen der Abfolge und der Wechselwirkung von Prozessen
- das Festlegen von Kriterien und Methoden, um die Durchführung und Lenkung der Prozesse sicherzustellen,
- die notwendigen Ressourcen und Informationen bereitzustellen, die für die Durchführung und Überwachung der Prozesse erforderlich sind,
- die Prozesse zu überwachen, zu messen und zu analysieren,
- entsprechende Maßnahmen für eine ständige Verbesserung zu treffen.[7]

In diesen ersten Kapiteln werden auch die Anforderungen an die Dokumentation beschrieben. Die weiteren Kapitel beschäftigen sich mir der Verantwortung der Leitung, dem Management von Ressourcen, der Produktrealisierung und der Messung, Analyse und Verbesserung. Diese letzten vier Kapitel sind die inhaltlich wichtigsten, da sie sich auch im Prozessmodell wieder finden.[8] Eine Übersicht über den Prozess, der nach der Novellierung der Norm nun auch eine kontinuierliche Verbesserung vorsieht, liefert die nachfolgende Abbildung. Die Abbildung macht zudem deutlich, dass der Prozess auf der einen Seite von den Kundenanforderungen und auf der anderen Seite von der Kundenzufriedenheit flankiert wird. Damit wird dem Kunden ein hoher Stellenwert eingeräumt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Prozessorientiertes Managementsystem nach DIN EN ISO 9001[9]

4.1 Anforderungen an die Dokumentation

Die Dokumentation bildet das QMS hinsichtlich der Qualitätspolitik und der Qualitätsziele ab. Ein zentrales Element ist das Qualitätsmanagementhandbuch. Weitere Bestandteile sind die Beschreibung der Prozesse und Verfahren sowie Dokumente zur Planung, Durchführung und Lenkung von Prozessen. Außerdem sieht die Norm die Lenkung von Aufzeichnungen vor. Diese Punkte werden in den folgenden Unterkapiteln näher beschrieben. Der Umfang der Dokumentation ist von Organisation zu Organisation sehr unterschiedlich und hängt beispielsweise von der Größe der Organisation und der Art ihrer Tätigkeiten, der Komplexität und den Wechselwirkungen der Prozesse und der Fähigkeit des Personals ab.[10]

4.1.1 Qualitätspolitik und Qualitätsziele

Die von der obersten Führungsebene angestrebte Qualitätspolitik, die Qualitätsziele und die Evaluation, sind mit der Unternehmensführung abzustimmen und zu dokumentieren. Dies kann wahlweise separat oder als Teil des Qualitätsmanagementhandbuchs dokumentiert werden. Die Qualitätspolitik und die Qualitätsziele sind sehr bedeutsam, da sich alle Aktivitäten und Prozesse im Unternehmen danach ausrichten.[11]

4.1.2 Qualitätsmanagementhandbuch

Das Qualitätsmanagementhandbuch sollte folgende Elemente enthalten:

- Der Anwendungsbereich für den das QMS gilt und ggf. eine Begründung für ausgeschlossene Bereiche.
- Die für das QMS erstellten dokumentierte Prozesse und Verfahren oder Verweise darauf.
- Eine Beschreibung bzgl. der Wechselwirkung von Prozessen des QMS.

Sowohl für die Dokumentation als auch für das QMH gilt, dass diese sowohl in Papierform als auch in elektronischer Form vorliegen können. Das QMH soll in regelmäßigen Abständen und bei Veränderungen z.B. durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse an diese angepasst werden. Es soll festgelegt werden, welche Person für die Überarbeitung verantwortlich ist. Die Möglichkeit des ständigen Zugriffs auf das Handbuch muss für die zuständigen Mitarbeiter gewährleistet sein.[12]

4.1.3 Lenkung von Dokumenten

Die Lenkung von Dokumenten bedeutet mit allen verwendeten Dokumenten, wie z.B. Arbeitsanweisungen, relevante Formulare des Qualiätsamangement, systematisch umzugehen. Das bedeutet, dass sie vom QMB erstellt oder geprüft und von der obersten Führungsebene genehmigt werden müssen, bevor sie herausgegeben werden. Weiterhin ist der QMB für die Bewertung und Aktualisierung der Dokumente sowie für die Verteilung und den Einzug von QM-Dokumenten verantwortlich.[13]

4.1.4 Lenkung von Aufzeichnungen

Unter diesem Punkt ist geregelt, wie mit Aufzeichnungen und Dokumenten im Unternehmen umgegangen werden soll. Die Norm fordert, dass die Aufzeichnungen lesbar, und leicht erkennbar sind. Des Weiteren muss durch die Lenkungsmaßnahmen geregelt werden, wie die Dokumente gekennzeichnet, aufbewahrt und wieder aufzufinden sind. Besondere Berücksichtigung sollen Zugangsberechtigung und Datenschutz finden. Ebenso ist die Aufbewahrungsfrist, unter Berücksichtigung gesetzlicher Maßgaben, zu regeln.[14]

4.2 Verantwortung der Leitung

Die Forderungen gegenüber der Leitung sind im Vergleich zur alten Norm umfangreicher gestaltet worden. Das QMS ist primär auf die Erzeugung von Kundenzufriedenheit durch Erfüllung der Kundenanforderungen unter Anwendung des Systems, dass die ständige Verbesserung und die Verhinderung von Fehlern mit einschließt, ausgerichtet. Die Auswahl sowie der Umfang der Qualitätsmanagementverfahren hängen von Faktoren wie Größe und Art der Organisation, Komplexität und Wechselwirkung der Prozesse, den verwendeten Methoden, dem Kenntnisstand und der möglichen Schulung der Mitarbeiter ab. Die Verantwortung der Leitung untergliedert sich in sechs weitere Punkte, wie nachfolgende Abbildung verdeutlicht.[15]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Verantwortung der Leitung (Entwurf DIN ISO 9001:2000)[16]

4.2.1 Verpflichtung der Leitung

Die oberste Leitung, in der Regel die Geschäftsführung, muss den Forderungen der Norm nachkommen und beweisen, dass sie das Qualitätsmanagementsystem eingeführt hat, aufrecht erhält und ständig verbessert. Hierzu gehören die gesetzlichen Anforderungen ebenso wie die Anforderungen von Prüfinstitutionen.[17]

4.2.2 Kundenorientierung

Die Leitung muss dafür Sorge tragen, dass die Kundenbedürfnisse und –erwartungen ermittelt werden und daraus Forderungen im Sinne der Kundenzufriedenheit abgeleitet und erfüllt werden. Dazu sind Verfahren zu entwickeln, zu dokumentieren und ständig zu verbessern. Dazu gehört auch die Schulung von Mitarbeitern sowie das Realisieren der Bedeutung von Kundenbedürfnissen und -erwartungen, da die Mitarbeiter an der Erfüllung dieser Anforderungen beteiligt sind und zum Teil mit den Kunden den direkten Kontakt pflegen.[18]

[...]


[1] vgl. Kahla-Witzsch, Zertifizierung im Krankenhaus nach DIN ISO 9001:2000, 2003, S. 11

[2] vgl. Weigert, Johann, Der Weg zum leistungsstarken Qualitätsmanagement, 2004, S. 75

[3] vgl. Kahla-Witzsch, Zertifizierung im Krankenhaus nach DIN ISO 9001:2000, 2003, S. 11

[4] vgl. Weigert, Johann, Der Weg zum leistungsstarken Qualitätsmanagement, 2004, S. 75

[5] vgl. Weigert, Johann, Der Weg zum leistungsstarken Qualitätsmanagement, 2004, S. 75

[6] vgl. Pfeifer, Qualitätsmanagement, 2001, S. 71 f

[7] vgl. Kahla-Witzsch, Zertifizierung im Krankenhaus nach DIN ISO 9001:2000, 2003, S. 25

[8] vgl. Weigert, Johann, Der Weg zum leistungsstarken Qualitätsmanagement, 2004, S. 75 f.

[9] Kahla-Witzsch, Zertifizierung im Krankenhaus nach DIN ISO 9001:2000, 2003, S. 13

[10] vgl. Kahla-Witzsch, Zertifizierung im Krankenhaus nach DIN ISO 9001:2000, 2003, S. 29

[11] vgl. Kahla-Witzsch, Zertifizierung im Krankenhaus nach DIN ISO 9001:2000, 2003, S. 29

[12] vgl. Kahla-Witzsch, Zertifizierung im Krankenhaus nach DIN ISO 9001:2000, 2003, S. 30

[13] vgl. Kahla-Witzsch, Zertifizierung im Krankenhaus nach DIN ISO 9001:2000, 2003, S. 32 ff.

[14] vgl. Kahla-Witzsch, Zertifizierung im Krankenhaus nach DIN ISO 9001:2000, 2003, S. 36 f.

[15] vgl. Becker, Prozessorientiertes Qualitätsmanagement, 2001, S. 44

[16] Becker, Prozessorientiertes Qualitätsmanagement, 2001, S. 45

[17] vgl. Becker, Prozessorientiertes Qualitätsmanagement, 2001, S. 44

[18] vgl. Becker, Prozessorientiertes Qualitätsmanagement, 2001, S. 46 f.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Die Normenreihe DIN EN ISO 9000 ff. Qualitätsmanagementsysteme in der Pflege
Hochschule
Hochschule Ludwigshafen am Rhein
Note
1,7
Autor
Jahr
2007
Seiten
25
Katalognummer
V278199
ISBN (eBook)
9783656706175
ISBN (Buch)
9783656707349
Dateigröße
865 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Qualitätsmanagementsysteme, Qualitätsmanagement-Systeme, Pflegemanagement, Qualitätsmanagement, Zertifizierung, Pflege, DIN 9001:2000, DIN EN ISO 9000 ff.
Arbeit zitieren
Dipl. Pflegewirt (FH) Martin Römer (Autor), 2007, Die Normenreihe DIN EN ISO 9000 ff. Qualitätsmanagementsysteme in der Pflege, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278199

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