Seine Haltung zu Serbien ist nicht so eindeutig wie dies scheinen mag, und sie ist auch eine konsequente Fortsetzung seiner schon in den 1960er Jahren formulierten Poetik, nach der die Sprache zum Zentrum seiner literarischen Aktivitäten gemacht wird. Seine Äußerungen zu aktuellen Ereignissen sowie die Nähe der Kriegsschauplätze machen es schwierig, in seinen Stellungnahmen vor allem ästhetische und nicht politische zu sehen. Außerdem hat er durch den von ihm immer wieder erhobenen Wahrheitsanspruch viel von seiner Glaubwürdigkeit verloren. Warum auch immer Handke versucht hat, den Krieg zu literarisieren, dies ist ihm nicht gelungen, aber dafür konnte er seine Leser zum Nachdenken und zu Stellungnahmen bewegen, weil niemand seinen Texten gegenüber gleichgültig bleiben kann.
Inhaltsverzeichnis
Peter Handke – eine Kurzbiographie
Peter Handke – Museum in Stift Griffen
Peter Handke – seine Haltung zu Serbien
Peter Handke – sein Werk „Immer noch Sturm“
Entstehungskontext
Quellenlage
Das slawische Element in diesem Stück
Eins (S. 7-43)
Zwei (S. 44-70)
Drei (S. 71-99)
Vier (S. 100-133)
Fünf (S. 134-166)
Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die komplexe Beziehung Peter Handkes zu seinen slowenischen Wurzeln sowie seine umstrittene Haltung zum Serbien-Konflikt. Dabei liegt der Fokus auf der literarischen Aufarbeitung seiner Familiengeschichte im Drama „Immer noch Sturm“ und der Bedeutung des slawischen Elements in seinem Werk.
- Biografische Einordnung und Rezeption von Peter Handke.
- Analyse der politischen Positionierung Handkes zum Jugoslawien-Konflikt.
- Untersuchung der Entstehungsgeschichte und Quellen von „Immer noch Sturm“.
- Darstellung der slowenischen Identität und des Widerstandes im Werk.
- Sprachkritik als zentrales Motiv in Handkes literarischem Schaffen.
Auszug aus dem Buch
Peter Handke – seine Haltung zu Serbien
Im Oktober 1998 drohte die NATO wegen der serbischen Offensive im Kosovo erstmals mit Luftangriffen, und als Reaktion fuhr Handke demonstrativ nach Belgrad, um seine Solidarität mit dem serbischen Volk zu bekunden. Im Februar 1999 erklärte er dem serbischen Staatsfernsehen, dass sein Platz in Serbien sei, falls es zu den von der NATO angedrohten Luftschlägen kommen sollte, und kritisierte die aus seiner Sicht extrem einseitige Berichterstattung über Serbien in den westlichen Medien.
Im März 1999 begann die NATO mit den Luftangriffen gegen Serbien. Handke meldete sich in der Belgrader Zeitung Politika zu Wort, indem er seine Schriftstellerkollegen wegen deren Schweigen scharf kritisierte, und somit endgültig in die oft nicht nachvollziehbaren Gefilden der Politik eintauchte. In den Medien wurde Handke als „eine Art serbischer Dichterbonzen“ abqualifiziert. Nur die Wochenzeitschrift Format sah darin nicht so sehr ein „Einverständnis mit der Politik des Slobodan Milošević, sondern eine Reaktion auf eine fragwürdige Bündnispolitik“.
Zusammenfassung der Kapitel
Peter Handke – eine Kurzbiographie: Diese biographische Skizze beleuchtet Handkes Werdegang von seiner Kindheit in Griffen bis zu seinem Durchbruch als Schriftsteller.
Peter Handke – Museum in Stift Griffen: Dieses Kapitel informiert über die Ausstellung und Dokumentation zu Handkes Werk in seinem Geburtsort Stift Griffen.
Peter Handke – seine Haltung zu Serbien: Hier wird Handkes umstrittene Solidaritätsbekundung mit dem serbischen Volk während der NATO-Luftangriffe 1999 sowie deren mediale Rezeption analysiert.
Peter Handke – sein Werk „Immer noch Sturm“: Eine detaillierte Untersuchung des Familiendramas, welches die slowenische Identität und den Widerstand gegen den Nationalsozialismus thematisiert.
Resümee: Das abschließende Resümee fasst die Erkenntnisse über das Stück zusammen und betont die zentrale Rolle der Sprache in Handkes Schaffen.
Schlüsselwörter
Peter Handke, Immer noch Sturm, Serbien, Slowenien, Familiengeschichte, Jugoslawien, Sprache, Sprachkritik, Partisanen, Kärnten, Identität, Widerstand, Literatur, Politik, Assimilation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die literarische Auseinandersetzung Peter Handkes mit seiner Herkunft und seine politisch kontroverse Rolle in der Debatte um Serbien.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die slowenische Identität, die Familiengeschichte im Kontext des Zweiten Weltkriegs, Sprachkritik und Handkes politische Positionierung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Zusammenhänge zwischen Handkes Poetik, seiner Familiengeschichte und seinem umstrittenen politischen Engagement darzulegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literatruwissenschaftliche Analyse des Werkes sowie eine biografische Kontextualisierung mittels vorhandener Quellen und Sekundärliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil liegt der Schwerpunkt auf dem Drama „Immer noch Sturm“, der Entstehungsgeschichte, den Quellen und der Bedeutung des slawischen Elements.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind Peter Handke, Serbien, Slowenien, Identität, Sprache und das Werk „Immer noch Sturm“.
Warum wird im Stück die slowenische Sprache besonders betont?
Die Sprache fungiert im Stück als Identitätsmerkmal, das durch die Eindeutschungspolitik unterdrückt wurde, und symbolisiert den Widerstand der slowenischen Volksgruppe.
In welchem Verhältnis steht die „Ich“-Figur zu den Ahnen?
Die „Ich“-Figur tritt in einen Dialog mit ihren „herbeigeträumten“ Ahnen, um die eigene Identität und die verdrängte Familienhistorie zu erforschen.
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- DI MMag Fabian Prilasnig (Author), 2014, Peter Handke und Serbien. Das slawische Element in seinem Werk „Immer noch Sturm“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278245