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Entwicklung der Subjektpronomen vom Lateinischen über das Altfranzösische zum Neufranzösischen

Title: Entwicklung der Subjektpronomen vom Lateinischen über das Altfranzösische zum Neufranzösischen

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Sandra Schmidt (Author)

French Studies - Linguistics
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„Die einzelnen Sprachen sind nicht als Gattungen, sondern als Individuen verschieden, ihr Charakter ist kein Gattungscharakter, sondern ein individueller. Das Individuum, als solches genommen, füllt aber allemal eine Classe für sich.“ Dieser Aussage des deutschen Universalgelehrten Wilhelm von Humboldts (1767-1835) zufolge ist es nicht unproblematisch, Sprachen zu vergleichen und sie nach bestimmten Merkmalen in Gattungen oder Klassen zu kategorisieren. Es gilt dabei die Individualität einer Sprache, ihre Besonderheit zu berücksichtigen. Der Begriff des Individuums impliziert aber zugleich eine Zugehörigkeit zu einer Familie.
Demnach bietet es sich an, mit Blick auf die Subjektpronomen, verschiedene Sprachen wie das Lateinische, das Altfranzösische und das moderne Französisch vergleichend nebeneinander zu stellen, auf die „genetische Zusammengehörigkeit“ dieser drei hinzuweisen und damit der sprachgeschichtlichen Entwicklung Rechnung zu tragen. Dabei stellt sich die Frage, warum im modernen Französisch die Subjektpronomen, anders als im Latein und im Altfranzösisch und anders auch als in anderen romanischen Sprachen, obligatorisch sind.
In dieser Arbeit werden, nach einem kurzen Blick auf die Typologie von Sprachen, die einzelnen historischen Stufen, die Entwicklungslinie der Subjektpronomen dargestellt und mithilfe der Grammatikalisierungstheorie von Lehmann sowohl diese als auch eine mögliche zukünftige Entwicklung beschrieben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sprachbetrachtung

2.1 Typologie von Sprachen

2.2 Diachronie / Synchronie

3. Die Entwicklung der Subjektpronomen

3.1 Das Lateinische

3.2 Das Altfranzösische

3.3 Das moderne Französisch

3.4 Betonte und unbetonte Subjektpronomen

4. Klassifizierung der Subjektpronomen

4.1 Die traditionelle Grammatik

4.2 Die moderne Grammatik

5. Die Theorie von Lehmann

5.1 Die Grammatikalisierungsskala

5.2 Parameter der Grammatikalisierung

5.3 Einschränkungen

6. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die diachrone Entwicklung der Subjektpronomen vom Lateinischen über das Altfranzösische bis hin zum modernen Französisch und analysiert deren zunehmende Grammatikalisierung anhand theoretischer Modelle.

  • Historische Evolution der französischen Subjektpronomen
  • Vergleichende Analyse von Latein, Altfranzösisch und modernem Französisch
  • Klassifizierung der Pronomen als eigenständige Wörter, Klitika oder Affixe
  • Anwendung der Grammatikalisierungstheorie nach Christian Lehmann
  • Diskussion über potenzielle künftige Entwicklungen zur Flexionsmorphologie

Auszug aus dem Buch

3.1 Das Lateinische

Das Latein, eine indoeuropäische Sprache, bildet den Ausgangspunkt für die Entwicklung der heutigen romanischen Sprachen. In diesem Sinne handelt es sich auch nicht um eine tote Sprache, selbst wenn längst nicht mehr geschrieben und gesprochen wird wie zu Zeiten etwa von Caesar. Wie bereits angedeutet, ist das Latein ein klassisches Bespiel für eine flektierende Sprache. Im Lateinischen werden weder Artikel noch zum Verb gehörende Subjektpronomen verwendet und nur selten Präpositionen.

Grammatische Veränderungen werden sowohl an Verben als auch an Substantiven und Adjektiven mit Hilfe der an den Wortstamm angeschlossenen Flexionsaffixe angezeigt. Es gibt im Lateinischen also Endungen, die Kasus, Numerus und Genus der Substantive und Adjektive markieren. Bei den Verben werden neben Tempus und Modus auch Person und Numerus durch Suffixe angezeigt. Zur Unterscheidung von beispielsweise video (ich sehe) und videmus (wir sehen) ist es nicht notwendig, die Pronomen ego und nos zu verwenden. Subjektpronomen sind also nicht obligatorisch und in den meisten Fällen wären sie neben dem Verb „informatorisch redundant“.

Wird dennoch ein Pronomen eingesetzt, dann vor allem, um in einem Textzusammenhang für den Leser nachvollziehbar von einer Person zur anderen zu wechseln oder um die bezeichnete Person besonders hervorzuheben. Rhetorische Erfordernisse machen den Einsatz von Pronomen im folgenden Fall verständlich: „Ego sum Joseph, frater vester, quem vendidistis in Aegyptum.“ Hier zeigt das Pronomen nicht nur die grammatische Person an, sondern ihm kommt die semantische Funktion des Betonens und Überzeugens zu. Dieser hervorhebenden und betonenden Funktion der Pronomen ist es geschuldet, dass das Paradigma der Subjektpronomen (ego, tu, ille, illa, nos, vos, illi, illae) im Lateinischen als Klasse eigenständiger Wörter und nicht ausschließlich als Klasse grammatischer Informationsträger angesehen wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der sprachlichen Individualität und Zielsetzung der Untersuchung der Subjektpronomen.

2. Sprachbetrachtung: Historischer Überblick über die Sprachwissenschaft sowie Erläuterung von Typologie, Diachronie und Synchronie.

3. Die Entwicklung der Subjektpronomen: Detaillierte Darstellung der historischen Stufen vom Latein über das Altfranzösische zum modernen Französisch.

4. Klassifizierung der Subjektpronomen: Diskussion über die Einordnung der Pronomen in traditionellen versus modernen linguistischen Modellen.

5. Die Theorie von Lehmann: Anwendung der Grammatikalisierungsskala und der Parameter von Lehmann auf die Subjektpronomen.

6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Entwicklungstendenzen und der aktuellen Klassifizierung als Proklitika.

Schlüsselwörter

Subjektpronomen, Grammatikalisierung, Latein, Altfranzösisch, Französisch, Sprachwandel, Flektierende Sprachen, Diachronie, Synchronie, Proklitika, Prädetermination, Morphologie, Syntax, Christian Lehmann, Sprachgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung der französischen Subjektpronomen von ihren lateinischen Ursprüngen bis zur heutigen Form.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Das Hauptaugenmerk liegt auf der diachronen Sprachveränderung, der grammatikalischen Klassifizierung von Pronomen und dem Prozess der Grammatikalisierung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu erklären, warum Subjektpronomen im modernen Französisch obligatorisch geworden sind und ob sie sich langfristig zu Flexionsaffixen weiterentwickeln.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin verwendet einen diachronen Sprachvergleich sowie die Grammatikalisierungstheorie nach Christian Lehmann, um den Grad der morphosyntaktischen Bindung zu messen.

Was sind die wesentlichen Inhalte des Hauptteils?

Der Hauptteil behandelt die historische Abfolge (Latein, Altfranzösisch, Modernes Französisch), die Abgrenzung von betonten und unbetonten Formen sowie die methodische Klassifizierung der Pronomen.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Grammatikalisierung, Prädetermination, Proklitika, syntaktische Distanz und Fügungsenge.

Welche Rolle spielt die Unterscheidung von „Prädetermination“ und „Postdetermination“?

Diese Unterscheidung hilft bei der Analyse, ob grammatikalische Informationen primär vor oder hinter dem lexikalischen Kern angebracht werden, was die Richtung des Sprachwandels verdeutlicht.

Warum gelten moderne Subjektpronomen im Französischen als „Klitika“?

Sie werden als Klitika eingestuft, da sie zwar unbetont und eng an das Verb gebunden sind (proklitisch), aber noch nicht vollständig mit diesem als untrennbares Flexionsaffix verschmolzen sind.

Welche Rolle spielen Inversion und Imperativ in der Analyse?

Diese Konstruktionen werden als Reliktformen identifiziert, die den allgemeinen Trends der französischen Akzentuierung und Wortstellung entgegenstehen.

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Details

Title
Entwicklung der Subjektpronomen vom Lateinischen über das Altfranzösische zum Neufranzösischen
College
University of Osnabrück  (Fachbereich Romanistik)
Course
Historische Sprachwissenschaft
Grade
1,3
Author
Sandra Schmidt (Author)
Publication Year
2004
Pages
21
Catalog Number
V27827
ISBN (eBook)
9783638297653
ISBN (Book)
9783638760379
Language
German
Tags
Entwicklung Subjektpronomen Lateinischen Altfranzösische Neufranzösischen Historische Sprachwissenschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sandra Schmidt (Author), 2004, Entwicklung der Subjektpronomen vom Lateinischen über das Altfranzösische zum Neufranzösischen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27827
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