Überblick über ausgewählte Inhalte der Religionsdidaktik für das Erste Staatsexamen (Lehramt)
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitendes
2. Examensaufgaben
2.1. Aufgaben
2.2. Auswertung
3. Religion als Unterrichtsfach der Realschule
3.1. Schulprofil Realschule (Lehrplanebene 1)
3.1.1. Ziel und Anspruch der sechsstufigen Realschule
3.1.2. Bildungs- und Erziehungsschwerpunkte an der sechsstufigen Realschule
3.1.3. Unterricht und Schulleben und Stundentafel Religion (ev.)
3.2. Fächerübergreifende Bildungs- und Erziehungsaufgaben (Lehrplanebene 2)
3.3. Pädagogische Leitthemen (Lehrplanebene 3)
3.4. Fächerprofil Religion (Lehrplanebene 3)
3.5. Lehrplan Religion (Lehrplanebene 3)
3.5.1. Jahrgangsstufe 5
3.5.2. Jahrgangsstufe 6
3.5.3. Jahrgangsstufe 7
3.5.4. Jahrgangsstufe 8
3.5.5. Jahrgangsstufe 9
3.5.6. Jahrgangsstufe 10
4. Was ist Religion?
4.1. Etymologisch, kulturhistorisch und Definitionen
4.2. Religionssoziologisch – Die Funktion von Religion für die Gesellschaft und den Einzelnen
4.3. Religionspsychologisch – Ein kritisches Verhältnis zur Religion
4.4. Offenbarungstheologisch
5. Rahmenbedingungen und Realisierungen des heutigen Religionsunterrichts
5.1. Begründungen des Religionsunterrichts
5.2. Ethik
5.3. Lebensgestaltung – Ethik – Religionskunde (LER): Der Sonderfall Brandenburg
5.4. Religionskunde – „Religion und Kultur“ im Kanton Zürich
5.5. Exkurs I: Islamische Unterweisung
5.6. Exkurs II: Die Grundsätze der Religionsgemeinschaften, Denkschrift und Bischofswort
5.7. Exkurs III: Herausforderungen und Desiderate
6. Religiöse Erziehung, Sozialisation und Bildung
6.1. Religiöse Bildung als Aufgabe der Schule – Religion braucht Bildung und Bildung braucht Religion
6.2. RU als Hilfe zur Identitätsbildung nach ZIEBERTZ – Die Stärkung des Ich
6.3. Religiöse Erziehung
6.4. Religiöse Sozialisation
7. Modelle des RU
8. Bibeldidaktik-Warum heute noch Bibel?
8.1. Bibel und biblisches Lernen heute: Eine Problemanzeige – Ein Akzeptanzproblem
8.2. Begründungsfiguren für biblisches Lernen
8.3. Bibeldidaktische Konzepte für unterrichtliche Schulstufen
8.4. Rezeptionsorientierte Bibeldidaktik
8.5. Bibeldidaktik im Horizont (post-)moderner literaturwissenschaftlicher Strömungen
8.5.1. (Post-)moderne literaturwissenschaftliche Ansätze
8.5.2. Ulrich Kropac: Postmoderne Bibeldidaktik
8.5.3. Lernwege
8.6. Exkurs: Die historisch-kritische Methode und ihre Arbeitsschritte (ADAM und LACHMANN)
8.7. Beispiel: Altes Testament
8.7.1. Einleitendes
8.7.2. Beispiel: Hiob an den vier Grundschritten nach ADAM/LACHMANN
8.7.3. Beispiel: Erzeltern
8.7.4. Beispiel: Neues Testament (Wunder)
9. Interkulturelles und interreligiöses Lernen
9.1. Einleitendes
9.2. Begriffsklärung
9.3. Veränderte Einstellung der Kirchen zu den Religionen
9.4. Religionen und ihre Beziehung zueinander – Religionstheologische Modelle
9.5. Interkulturelle und interreligiöse Kompetenzen
9.6. Interkulturelles und interreligiöses Lernen in Erziehungs- und Bildungsarbeit
9.7. Schritte in der Unterrichtspraxis nach LEIMGRUBER/ZIEBERTZ (2010)
9.8. Mögliche Ziele des Religionsunterrichts nach LÄHNEMANN (1997)
9.9. Eine besondere Beziehung: Judentum – Christentum
9.9.1. Grundlagen der Begegnung
9.9.2. Der jüdisch-christliche Dialog als Ort und Weg der Verständigung
9.9.3. Orientierung über Differenz und Gemeinsamkeit
9.9.4. Das Judentum als Thema des christlichen Religionsunterrichts
10. Religionsdidaktische Prinzipien
10.1. Hinführung
10.2. Ästhetisches Lernen (HILGER)
10.3. Erinnerungsgeleitetes Lernen (LEIMGRUBER)
10.3.1. Problemanzeige
10.3.2. Begriffsklärungen
10.3.3. Anthropologische Aspekte erinnernden Lernens
10.3.4. Erinnerung und Gedächtnis in den abrahamitischen Religionen
10.3.5. Anamnetische Zugänge im Religionsunterricht
10.4. Biographisches Lernen (ZIEBERTZ)
10.4.1. Problemstellung
10.4.2. Kontexte und Konturen der neuzeitlichen Biografie
10.4.3. Biografisches Lernen im Feld zweier Kraftströme
10.4.4. Biografisches Lernen als transitorisches Lernen
10.4.5. Biografisches Lernen als religionsdidaktische Aufgabe
10.5. Ethisches Lernen (ZIEBERTZ)
10.5.1. Definitionen und Begriffsannäherungen
10.5.2. Begründung ethischen Lernens im Unterricht
10.5.3. Problem und Fragestellung
10.5.4. Pluralität von Werten und Normen: Problem und Herausforderung
10.5.5. Vier Modelle ethischer Bildung nach VAN DER VEN 1985
10.5.6. Urteilskompetenz im Horizont der christlichen Überlieferung
10.5.7. Ethische Urteilsbildung: Elemente, Kriterien und Perspektiven
10.5.8. Ethisches Lernen: Methoden und Formen
10.5.9. Gewalt/ Aggression
10.5.9.1. Lebensweltlich
10.5.9.2. Theologisch
10.5.9.3. Didaktisch
Zielsetzung & Themen
Das vorliegende Ebook dient als strukturierte Zusammenfassung und Vorbereitungshilfe für das Lehramtsexamen im Fach Religionsdidaktik an Realschulen. Es zielt darauf ab, den Studierenden einen umfassenden Überblick über die fachlichen Grundlagen, didaktischen Konzeptionen und die rechtlichen sowie soziokulturellen Rahmenbedingungen des evangelischen Religionsunterrichts zu vermitteln und sie methodisch auf die Bewältigung examensrelevanter Fragestellungen vorzubereiten.
- Grundlagen des Religionsunterrichts und seiner konzeptionellen Ausgestaltung.
- Bibeldidaktische Ansätze und deren praktische Umsetzung im Unterricht.
- Herausforderungen durch religiöse Pluralität und interreligiöses Lernen.
- Ethische Urteilsbildung und Werteerziehung in einem säkularen Kontext.
- Biographisches Lernen und der Umgang mit Identitätsbildung bei Jugendlichen.
- Gewaltprävention und die Thematisierung von Aggression aus theologischer und pädagogischer Sicht.
Auszug aus dem Buch
8. Bibeldidaktik-Warum heute noch Bibel?
„Man muss immer wieder die Schrift lesen, selbst wenn eine solche Wanderung wie durch leere Wüste zu führen scheint. Plötzlich begegnen sich dann doch immer wieder die eigenen Lebenssituationen und ein Wort der Schrift und erhellen sich gegenseitig.“ (KARL RAHNER)
Vorbemerkung: HILGER/ ZIEBERTZ rechnen Bibeldidaktik zu den religionsdidaktischen Prinzipien. Aufgrund des Umfangs wird es allerdings als eigenes Kapitel behandelt.
8.1. Bibel und biblisches Lernen heute: Eine Problemanzeige – Ein Akzeptanzproblem
Hohe geschichtliche Wirkmacht der Bibel vs. signifikanter Bedeutungsschwund in der heutigen Gesellschaft: „gefährdetes Element der Kultur“ (FUHRMANN 2002) → Institut für Demoskopie Allensbach 2005: Nie Lektüre der Bibel von 62% der dt. Bevölkerung
Überwindung des Akzeptanzproblems durch ein sinnorientiertes Bibelverstehen mit Anknüpfung an die alltäglichen Erfahrungen der SuS
Ziel heutiger Bibeldidaktik: Überwindung des "garstigen Grabens" (Lessing) zwischen der Entstehung Situation biblischer Texte (damals) und heute → Notwendigkeit einer lebensbezogenen theologischen Auslegung biblischer Texte (Kriterium der Lebensförderlichkeit) = Berücksichtigung und Thematisierung der Beziehung Gott-Mensch und Mensch-Mensch
Zusammenfassung der Kapitel
3. Religion als Unterrichtsfach der Realschule: Dieses Kapitel erläutert das rechtliche und pädagogische Profil der Realschule sowie die didaktische Struktur und die Lehrplaninhalte für die Jahrgangsstufen 5 bis 10.
4. Was ist Religion?: Hier werden religionswissenschaftliche, soziologische und psychologische Definitionen von Religion beleuchtet, um das Verständnis für die Funktion von Religion für Individuum und Gesellschaft zu schärfen.
5. Rahmenbedingungen und Realisierungen des heutigen Religionsunterrichts: Es werden die Begründungen für den Religionsunterricht, rechtliche Rahmenbedingungen (Art. 7 GG) und verschiedene alternative Modelle wie Ethikunterricht oder LER diskutiert.
6. Religiöse Erziehung, Sozialisation und Bildung: Dieser Abschnitt thematisiert die Rolle der Schule bei der religiösen Bildung und Identitätsfindung der Jugendlichen, gestützt durch theoretische Ansätze wie das Identitätskonzept nach Erikson.
8. Bibeldidaktik-Warum heute noch Bibel?: Dieses Kapitel bietet eine tiefgehende Auseinandersetzung mit der Begründung und Methodik des biblischen Lernens, inklusive konkreter Ansätze zur Textarbeit und der historisch-kritischen Methode.
9. Interkulturelles und interreligiöses Lernen: Das Kapitel behandelt die Notwendigkeit des interreligiösen Dialogs in der Schule sowie spezifische didaktische Strategien zur Begegnung mit anderen Religionen.
10. Religionsdidaktische Prinzipien: Hier werden grundlegende fachdidaktische Prinzipien wie ästhetisches, erinnerungsgeleitetes, biographisches und ethisches Lernen detailliert dargestellt und methodisch fundiert.
Schlüsselwörter
Religionsdidaktik, Evangelischer Religionsunterricht, Bibeldidaktik, Identitätsbildung, Interreligiöses Lernen, Ethische Urteilsbildung, Werteerziehung, Historisch-kritische Methode, Sozialisation, Religiöse Bildung, Schulpädagogik, Säkularisierung, Identität, Werteorientierung, Didaktik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Lehrbuch primär?
Das Dokument ist eine strukturierte Zusammenfassung religionsdidaktischer Inhalte für das Realschullehramt und dient als Vorbereitung auf das Staatsexamen.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Themen umfassen rechtliche Grundlagen des Religionsunterrichts, biblische Didaktik, interreligiöses Lernen, Werteerziehung, ethisches Lernen sowie Konzepte zur Förderung der Identitätsentwicklung bei Schülern.
Was ist das primäre Ziel des Unterrichts laut der Arbeit?
Das Ziel ist die Vermittlung von religiöser Mündigkeit und die Förderung der Kompetenz der Schüler, eigene Standpunkte in einer pluralistischen Gesellschaft reflektiert zu begründen und zu vertreten.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden zur Analyse verwendet?
Die Arbeit greift auf aktuelle religionspädagogische Konzepte und empirische Studien zurück, nutzt hermeneutische Auslegungsmodelle und berücksichtigt sowohl historisch-kritische als auch rezeptionsästhetische Zugänge.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in didaktische Prinzipien (z.B. ästhetisches, biographisches, ethisches Lernen), Rahmenbedingungen und Lehrplaninhalte sowie spezifische Herausforderungen wie Gewalt und Aggression im schulischen Kontext.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Kernbegriffe sind Religionsdidaktik, biblische Didaktik, Identitätsbildung, interreligiöses Lernen, ethische Urteilsbildung und religiöse Kompetenz.
Wie wird das Konzept der "Elementarisierung" in der Religionsdidaktik verstanden?
Elementarisierung meint die Reduktion komplexer theologischer Themen auf ihre wesentlichen, für Schüler erfahrbaren Kerngehalte, um sie in den Unterrichtsalltag zu integrieren und eine persönliche Auseinandersetzung zu ermöglichen.
Welche Rolle spielt die historisch-kritische Methode für die Bibeldidaktik?
Sie wird als notwendiges Instrument zur wissenschaftlichen Textanalyse betrachtet, jedoch kritisch hinterfragt, wenn sie den direkten, persönlichen Zugang der Schüler zum biblischen Text überlagert und somit die individuelle Rezeption behindert.
Wie wird die Rolle des Lehrers in der modernen Religionspädagogik beschrieben?
Der Lehrer tritt weniger als reine Wissensautorität auf, sondern vielmehr als Begleiter und Moderator, der Lernprozesse initiiert und den Schülern hilft, eigene Zugänge zu Glaubensfragen und ethischen Dilemmata zu finden.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2012, Religionsdidaktik. Examensvorbereitung (Erstes Staatsexamen), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278277