In der Frage des Lebensschutzes ist die Perspektive meist auf die Sicht des Menschen beschränkt. So komplex diese auch sein mag, und ohne eine ganzheitliche Antwort auf die Frage nach der Tragweite des angebrachten Lebensschutzes für den Menschen gegen zu können, möchte ich dennoch nur kurz auf dieses Thema eingehen und über dieselbe Frage in der Kategorie der Tierwelt, einen Vergleich anstreben, in dem die Frage geklärt werden soll, ob und in wie fern die Kategorie Mensch in der Frage nach dem Schutz des Lebens eine vergleichbare Rolle spielt, wie die Kategorie Tiere und falls nicht, weshalb dies der Fall ist. Um diese Frage adäquat klären zu können möchte ich mit dem Versuch einer Definition des Personenbegriffes beim Menschen beginnen. Über die Frage in wie fern eine Pflicht des Menschen besteht, Tierisches Leben zu schützen möchte ich auf einen Vergleich abzielen, an dessen Ende klar werden soll, wie sich Lebensschutz bei Menschen und Tieren gleicht, oder aber ausschließt. In meinem Fazit komme ich zu einem Ergebnis, das sich für mich persönlich aus den dargelegten Haltungen und Argumenten ergibt.
Inhaltsverzeichnis
1. Der Personenbegriff
2. Lebensschutz der Tiere, durch den Mensch
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das ethische Spannungsfeld zwischen dem Lebensschutz von Menschen und Tieren, um zu klären, ob der menschlichen Lebenskategorie ein höherer Stellenwert zukommt und inwiefern eine rechtliche oder moralische Gleichstellung möglich ist.
- Analyse des Personenbegriffs im Kontext ethischer Grenzbereiche
- Untersuchung christlicher und philosophischer Ansätze zum Lebensschutz
- Vergleichende Betrachtung verschiedener ethischer Theorien (Kontraktualismus, Utilitarismus, Rechtsansatz)
- Diskussion der Verantwortlichkeit des Menschen gegenüber Tieren
- Reflektion über die Möglichkeiten und Grenzen eines universellen Lebensschutzes
Auszug aus dem Buch
1. Der Personenbegriff
Dem Personenbegriff kommt eine besondere Bedeutung zu, wenn es sich um Grenzgebiete des menschlichen Lebens handelt, z.B. in Bereich wie Abtreibung, Früheuthanasie, Behandlungsabbruch und Sterbehilfe. Die ethischen Geister scheiden sich bei der Definition des Begriffes »Person« in der Beschreibung derer, auf die der Begriff überhaupt zutrifft. Hier steht schon die Frage im Raum, ob nur Menschen oder auch Tiere Personen sein können. Doch selbst auf Menschen bezogen ist es schwer, jemandem den Personenbegriff zuzuschreiben: Sind alle Menschen Personen oder aber nur diejenigen, denen personale Merkmale zukommen? Hierzu gib es zwei Schulmeinungen.
Die eine, vor allem von Theologen und christlich geprägten Philosophen vertreten, ist der Ansicht, der Umfang des Begriffes »Mensch« und »Person« deckt sich, die andere der Meinung vertritt die These, dass nicht alle Menschen den Personenstatus haben und schreibt ihn z.B. auch höherentwickelten Tieren, wie Menschenaffen, zu. Wichtig bei dieser letzteren Haltung ist, dass personenbestimmende Merkmale Interessen und Bedürfnisse sind, die Personen zukommen, während die erstgenannte Ansicht den Personen-Status lediglich zuschreibt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Der Personenbegriff: Dieses Kapitel erörtert die Definition und den Anwendungsbereich des Personenbegriffs, wobei es insbesondere die Unterscheidung zwischen dem Menschsein und dem Personenstatus sowie die konträren Positionen von Theologen und Philosophen wie Birnbacher beleuchtet.
2. Lebensschutz der Tiere, durch den Mensch: Der Autor untersucht die ethische Verpflichtung des Menschen gegenüber Tieren und diskutiert verschiedene Begründungsmodelle wie den Kontraktualismus, den Utilitarismus und den Rechtsansatz auf ihre Anwendbarkeit für tierische Rechte.
3. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass aufgrund der tiefgreifenden Interessenkonflikte zwischen Mensch und Tier ein gleichwertiger Schutz in der Praxis kaum umsetzbar ist und der Mensch das Tier letztlich seinen eigenen Bedürfnissen unterordnet.
Schlüsselwörter
Lebensschutz, Personenbegriff, Ethik, Mensch, Tier, Moral, Kontraktualismus, Utilitarismus, Rechtsansatz, Empfindungsfähigkeit, Bioethik, christliche Ethik, Menschenwürde, Interessenabwägung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der moralischen und ethischen Frage, ob der Lebensschutz beim Menschen einen höheren Stellenwert einnimmt als beim Tier und welche philosophischen Konzepte diesen Unterschied begründen oder hinterfragen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder umfassen die Definition des Personenbegriffs, die moralischen Pflichten des Menschen gegenüber Tieren sowie die Analyse verschiedener ethischer Theorien zur Rechtfertigung von Lebensschutz.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, zu klären, ob die Kategorie Mensch eine Sonderrolle im Lebensschutz einnimmt und ob eine Gleichstellung mit Tieren in modernen ethischen Rahmenbedingungen theoretisch wie praktisch möglich ist.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Der Autor nutzt eine Literaturanalyse bekannter ethischer Theorien, insbesondere von Dieter Birnbacher und Tom Regan, um die theoretischen Positionen kritisch zu hinterfragen und zu vergleichen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil wird zunächst der Begriff "Person" definiert, gefolgt von einer detaillierten Prüfung verschiedener Ansätze zur Begründung von Tierrechten, wie dem Kontraktualismus, dem Utilitarismus und dem Rechtsansatz.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Lebensschutz, Personenbegriff, Bioethik, Mensch-Tier-Verhältnis, Moralität und Inhärenter Wert.
Wie unterscheidet sich die christliche Sichtweise vom philosophischen Ansatz Birnbachers?
Die christliche Sichtweise setzt Menschsein und Personenstatus a priori gleich und begründet den Lebensschutz durch die jedem Menschen innewohnende Würde, während Birnbacher den Personenstatus an kognitive und moralische Fähigkeiten knüpft.
Warum hält der Autor den Kontraktualismus für problematisch im Hinblick auf Tiere?
Der Autor argumentiert, dass der Kontraktualismus auf Vereinbarungen zwischen Individuen mit Gerechtigkeitssinn basiert, wodurch Wesen ohne diesen Sinn, wie Tiere oder bestimmte Menschengruppen, aus dem direkten Schutzbereich ausgeschlossen werden könnten.
Welches Fazit zieht der Autor in Bezug auf den Lebensschutz von Tieren?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass ein Lebensschutz von Tieren gegenüber dem Menschen aufgrund der Interessenskollisionen und der faktischen Unterordnung der Tiere unter die menschlichen Bedürfnisse kaum realisierbar ist.
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- Benjamin Muske (Author), 2013, Personenbegriff und Lebensschutz der Tiere durch den Menschen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278299