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Der Kaiserkult Dalmatiens und seine imperialen Priesterämter im Vergleich mit den westlichen römischen Provinzen

Title: Der Kaiserkult Dalmatiens und seine imperialen Priesterämter im Vergleich mit den westlichen römischen Provinzen

Research Paper (postgraduate) , 2012 , 38 Pages , Grade: 5,5 (Schweiz)

Autor:in: Jelena Zagoricnik (Author)

World History - Early and Ancient History
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Summary Excerpt Details

Der Herrscher- und Kaiserkult, der überwiegend politische Eigenschaften aufweist, kam im Römischen Reich durch die Hellenisierung der römischen Religion und Kultur im 2. Jahrhundert v. Chr. auf. Während er in Rom nach bestimmten Regeln einheitlich gepflegt wurde, unterschied sich seine Entwicklung und Organisation vor allem in der Iulisch-Claudischen und Flavischen Periode von Provinz zu Provinz recht stark. Erst kurz vor dem Ende der Antoninischen Dynastie kann man von einem einheitlicheren Bild sprechen, wobei auch zu dieser Zeit und bis Mitte des 3. Jahrhunderts Abweichungen von der Norm auftauchen.
In den meisten Provinzen wurde der Kaiser nicht erst nach seinem Tode als Staatsgott (divus) in seinem eigenen Kult, sondern bereits zu Lebzeiten als ein gottähnliches Wesen verehrt. Doch was zeichnet eine Gottheit mit eigenem Kult eigentlich aus? Nach Manfred Clauss ist eine Gottheit: wer kultische Statuen, Weih- und Ehreninschriften, einen Opferaltar, einen heiligen Hain, einen Tempel, einen eigenen Priester, sowie zeremonielle Opfer erhält und wer im Verbund mit anderen Gottheiten oder allein als divus verehrt wird. Des Weiteren gehörten auch Inschriften mit Widmungen an den genius oder numen des noch regierenden Kaiser dazu.
All dies galt nicht nur für Rom, sondern auch für alle römischen Provinzen. Dabei unterscheidet sich der provinziale Kaiserkult der einzelnen Provinzen, nach unserem heutigen Wissensstand, auch im Bereich der Priesterorganisationen, die als Leiter der rituellen Opfer für die Pflege des Kaiserkultes zuständig waren. Klar ist, dass die uns bekannten Priesterämter der sacerdotes, flamines, sodales Augustales, seviri Augustales und magistri Augustales eine bestimmte Hierarchie aufwiesen und nicht jede Art von Priester als Provinzialoberpriester des Kaiserkultes fungieren konnte. Doch da die Organisation der Priester in den Provinzen nicht einem uniformen Modell folgt, gibt es fundamentale Unterschiede zwischen den Priesterämtern verschiedener Provinzen.
Zur Einführung ins Thema des Kaiserkultes und seiner Praktiken erwies sich Manfred Clauss’ Monographie als nützlich. Darin werden die Geschichte des römischen Kaiserkultes und die diversen Formen der Kaiserverehrung umfassend geschildert, wobei aber nicht partikulär auf die einzelnen imperialen Priesterschaften eingegangen wird. ...

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Entstehung des Kaiserkultes und seine Organisation in Rom

3. Die Organisation des Kaiserkultes in den römischen Provinzen

4. Die Priesterämter der römischen Provinzen

4.1. Die sacerdotes

4.2. Die flamines / flaminicae

4.3. Die sodales Augustales

4.4. Die seviri Augustales

4.5. Die magistri Augustales / Mercuriales

5. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Organisation und Struktur der kaiserlichen Priesterämter in der römischen Provinz Dalmatien im Vergleich zu anderen westlichen Provinzen des Römischen Reiches. Ziel ist es, trotz einer dünnen Quellenlage, die Existenz und den Wirkungskreis verschiedener Priesterschaften auf provinzialer, regionaler und städtischer Ebene mittels epigraphischer Analysen nachzuweisen.

  • Analyse der Entstehung und Organisation des Kaiserkultes in Rom und den Provinzen
  • Untersuchung der Hierarchie und Funktion der Priesterämter (sacerdotes, flamines, Augustales)
  • Kritische Auswertung epigraphischer Quellen zur kaiserlichen Priesterschaft in Dalmatien
  • Identifikation lokaler Besonderheiten und Ausnahmen im dalmatinischen Kaiserkult
  • Vergleichende Betrachtung der Priesterorganisationen zwischen Dalmatien und weiteren westlichen Provinzen

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Der Herrscher- und Kaiserkult, der überwiegend politische Eigenschaften aufweist, kam im Römischen Reich durch die Hellenisierung der römischen Religion und Kultur im 2. Jahrhundert v. Chr. auf. Während er in Rom nach bestimmten Regeln einheitlich gepflegt wurde, unterschied sich seine Entwicklung und Organisation vor allem in der Iulisch-Claudischen und Flavischen Periode von Provinz zu Provinz recht stark. Erst kurz vor dem Ende der Antoninischen Dynastie kann man von einem einheitlicheren Bild sprechen, wobei auch zu dieser Zeit und bis Mitte des 3. Jahrhunderts Abweichungen von der Norm auftauchen.

In den meisten Provinzen wurde der Kaiser nicht erst nach seinem Tode als Staatsgott (divus) in seinem eigenen Kult, sondern bereits zu Lebzeiten als ein gottähnliches Wesen verehrt. Doch was zeichnet eine Gottheit mit eigenem Kult eigentlich aus? Nach Manfred Clauss ist eine Gottheit: wer kultische Statuen, Weih- und Ehreninschriften, einen Opferaltar, einen heiligen Hain, einen Tempel, einen eigenen Priester, sowie zeremonielle Opfer erhält und wer im Verbund mit anderen Gottheiten oder allein als divus verehrt wird. Des Weiteren gehörten auch Inschriften mit Widmungen an den genius oder numen des noch regierenden Kaiser dazu.

All dies galt nicht nur für Rom, sondern auch für alle römischen Provinzen. Dabei unterscheidet sich der provinziale Kaiserkult der einzelnen Provinzen, nach unserem heutigen Wissensstand, auch im Bereich der Priesterorganisationen, die als Leiter der rituellen Opfer für die Pflege des Kaiserkultes zuständig waren. Klar ist, dass die uns bekannten Priesterämter der sacerdotes, flamines, sodales Augustales, seviri Augustales und magistri Augustales eine bestimmte Hierarchie aufwiesen und nicht jede Art von Priester als Provinzialoberpriester des Kaiserkultes fungieren konnte. Doch da die Organisation der Priester in den Provinzen nicht einem uniformen Modell folgt, gibt es fundamentale Unterschiede zwischen den Priesterämtern verschiedener Provinzen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entwicklung und Ausprägung des Kaiserkultes ein und definiert die methodische Herangehensweise der vorliegenden Arbeit.

2. Die Entstehung des Kaiserkultes und seine Organisation in Rom: Dieses Kapitel erläutert die Ursprünge der Herrscherverehrung in der griechischen Tradition und deren Adaption durch das römische Kaiserhaus.

3. Die Organisation des Kaiserkultes in den römischen Provinzen: Es wird die politische Motivation hinter der Verbreitung des Kaiserkultes in den westlichen Provinzen analysiert, um eine stärkere Integration und Romanisierung zu erzielen.

4. Die Priesterämter der römischen Provinzen: Das Hauptkapitel detailliert die verschiedenen Priesterschaften wie sacerdotes, flamines und Augustales sowie deren spezifische Aufgabenbereiche und Hierarchien.

5. Schlusswort: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Erkenntnisse zur Priesterorganisation in Dalmatien und der Feststellung, dass weitere archäologische Forschung für definitive Aussagen notwendig bleibt.

Schlüsselwörter

Kaiserkult, Dalmatien, Römische Provinzen, Priesterämter, Inschriften, Epigraphik, Sacerdotes, Flamines, Augustales, Herrscherverehrung, Provinziallandtag, Divus, Kaiser, Antike, Archäologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit behandelt die Struktur und organisationale Einbindung der Priesterämter des kaiserlichen Kultes innerhalb der römischen Provinz Dalmatien.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Im Zentrum stehen die Hierarchie der Priesterschaften, die Rolle des Kaiserkultes zur politischen Identitätsstiftung sowie der Vergleich mit anderen westlichen Provinzen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, trotz fehlender literarischer Quellen durch die Analyse von Inschriften und archäologischen Funden die spezifische Ausprägung des Kaiserkultes in Dalmatien zu rekonstruieren.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Arbeit stützt sich primär auf die Auswertung epigraphischer Daten (Votiv- und Grabinschriften) in Verbindung mit der Fachliteratur zur römischen Religions- und Provinzgeschichte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der verschiedenen Priesterkategorien – von sacerdotes über flamines bis hin zu den verschiedenen Gruppen der Augustales – und deren Funktionen.

Welche Begriffe beschreiben die Arbeit am besten?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Kaiserkult, Provinzialoberpriester, Epigraphik, dalmatinische Provinzgeschichte und antike Herrscherverehrung charakterisiert.

Welche Rolle spielt die Provinz Dalmatien im Vergleich zu anderen Gebieten?

Die Autorin stellt fest, dass Dalmatien im Gegensatz zu stärker formalisierten Provinzen oft eigenständige Entwicklungen zeigte, für die es teilweise einzigartige Belege in Inschriften gibt.

Welche Bedeutung haben die sogenannten Augustalen für das religiöse Leben?

Die Augustalen, oft aus der Schicht der Freigelassenen, bildeten ein wesentliches Bindeglied des Kaiserkultes auf städtischer Ebene, auch wenn sie hierarchisch unter den höheren Priesterämtern standen.

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Details

Title
Der Kaiserkult Dalmatiens und seine imperialen Priesterämter im Vergleich mit den westlichen römischen Provinzen
College
University of Zurich  (Historisches Seminar)
Course
Forschungsseminar: Dalmatien: Siedlung, Verkehr und Gesellschaft
Grade
5,5 (Schweiz)
Author
Jelena Zagoricnik (Author)
Publication Year
2012
Pages
38
Catalog Number
V278364
ISBN (eBook)
9783656708506
ISBN (Book)
9783656709206
Language
German
Tags
Kaiserkult imperiale Priesterämter römische Provinz Dalmatien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jelena Zagoricnik (Author), 2012, Der Kaiserkult Dalmatiens und seine imperialen Priesterämter im Vergleich mit den westlichen römischen Provinzen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278364
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