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Patronymische und metronymische Familiennamen. Entstehung, Entwicklung und Verbreitungsgebiete

Titel: Patronymische und metronymische Familiennamen. Entstehung, Entwicklung und Verbreitungsgebiete

Seminararbeit , 2010 , 22 Seiten , Note: gut

Autor:in: Jelena Zagoricnik (Autor:in)

Namenkunde, Onomastik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der folgenden Arbeit sollen die Entstehung, Entwicklung und die Verbreitungsgebiete patronymischer und metronymischer Familiennamen aufgezeigt werden. Dazu wird in einem ersten Schritt die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte der Familiennamen im germanischen Sprachgebiet behandelt werden. Um diesen Entwicklungsverlauf in seiner vollen Ganzheit erfassen zu können, sollen zunächst die Hauptgründe veranschaulicht werden, welche für den Übergang vom einnamigen zum zweinamigen Personennamensystem verantwortlich waren.
In einem zweiten Schritt soll die Familiennamenbildung aus Rufnamen (Patronymie / Metronymie) ausgehend vom patronymischen Beinamen, über sekundäre Patronymika bis zum patronymischen Familiennamen aufgezeigt werden, um den Prozess der Ausformung nachvollziehen zu können. Hierbei werden auch die konkreten Bildungsarten deutscher Patronymika und Metronymika mit all ihren Eigentümlichkeiten erörtert, um dem Leser die Fülle an verschiedenen patronymischen Familiennamenarten zu demonstrieren; dabei soll im Unterkapitel 3.2.3. auch auf fremdsprachige Patronymika eingegangen werden.
Im Kapitel 4 sollen schliesslich die spezifischen Verbreitungsgebiete der verschiedenen Patronymika-Arten im germanischen Sprachraum in der gleichen Reihenfolge veranschaulicht werden, in welcher sie schon im vorherigen Kapitel aufgezeigt wurden, um sich ein Bild von der geographischen Konzentrierung der jeweiligen patronymischen Familiennamen machen zu können. Zur Illustrierung sind dazu im Anhang diverse Karten und Diagramme abgebildet, welche sich auf konkrete Beispiele dieser Arbeit beziehen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entstehung und Entwicklung der Familiennamen im germanischen Sprachraum

2. 1. Übergang vom einnamigen zum zweinamigen Personennamensystem

3. Familiennamenbildung aus Rufnamen (Patronymie/ Metronymie)

3. 1. Patronymika als Beinamen

3. 2. Patronymika / Metronymika als Familiennamen

3. 2. 1. Bildungsarten von Patronymika

3. 2. 2. Bildungsarten von Metronymika

3. 2. 3. Bildungsarten von Patronymika / Metronymika in anderen Nationen

4. Verbreitungsgebiete der Patronymika / Metronymika im germanischen Sprachraum

5. Schlusswort

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entstehung, die historische Entwicklung sowie die geografischen Verbreitungsgebiete von patronymischen und metronymischen Familiennamen im germanischen Sprachraum. Ziel ist es, den Prozess der Ausformung von Rufnamen zu Familiennamen nachzuvollziehen und dabei sowohl die spezifischen Bildungsmechanismen im Deutschen als auch internationale Vergleichsbeispiele zu analysieren.

  • Historische Entwicklung vom einnamigen zum zweinamigen System.
  • Differenzierung zwischen Patronymika als Beinamen und als vererbbare Familiennamen.
  • Analyse der verschiedenen Bildungsarten (Genitiv, Suffixe, Kompositionen).
  • Vergleich der Namensbildungssysteme in verschiedenen europäischen Nationen.
  • Geografische Kartierung der Verbreitungsgebiete und regionalen Besonderheiten.

Auszug aus dem Buch

3. 2. 1. Bildungsarten von deutschen Patronymika

Es gibt mehrere Arten Patronyme zu bilden, wobei hier keine bestimmte Zahl genannt werden soll, da viele Bildungsarten auch Unterkategorien aufweisen und es somit je nach Ansicht verschiedene Arten gibt, die Bildungstypen zu zählen.

Man nimmt an, dass die erste Bildungsform eines Patronyms eine „unverkürzte genealogische Angabe vom Typ Heinrich, Dietrichs Sohn“ (Seibicke 2008, 182) war. Doch es war wahrscheinlich damals schon unüblich, eine Person mit solch einer aufwändigen Kennzeichnung zu benennen. Deshalb entstand schon früh die Bildungsform, die durch Verschmelzung mit dem Vornamen Patronyme formte (Dietrichssohn, Martinsohn), wobei Sohn häufig zu –son und später zu –sen abgeschwächt wurde (Anderson, Andersen) (Seibicke 2008, 182f.). Man geht ausserdem davon aus, dass es schon früh verschiedene dialektale Abwandlungen, wie zum Beispiel Kurz- und Koseformen (statt Dietrich z.B. Diederich, Dittrich, Derek) gab (Seibicke 2008, 182).

Eine andere Form ist die Bildung mit einem attributiven Genitiv, welche häufig mit einer starken Flexion, also mit –(e)s gebildet wird; z.B. Dietrichs, Friedrichs, Jürgens usw. Demzufolge wird dann anstatt Hans, Friedrichs Sohn, verkürzt Hans Friedrichs gesagt. Andererseits gibt es im deutschen Sprachgebiet auch Formen mit schwachen Genitivendungen auf –en (z.B. Otten) (Seibicke 2008, 183). Falls bei einer solchen Genitivbildung ein Dental am Ende des Rufnamens auf ein –s trifft, zeigt dies sich schriftlich häufig als –tz: Lampertz (aus Lampert-s), Richartz (aus Richard-s). Doch es gibt auch Fälle, bei welchen die Bildungsart nicht eindeutig bestimmt werden kann; ein Beispiel wäre der Name Klaasen, welcher entweder mit einem schwachen Genitiv (Klaas-en) gebildet wurde oder sich aus ‚Klaas’ Sohn’ (Klaa-sen) herausgebildet hatte (Seibicke 2008, 183).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, die Entstehung und Verbreitung patronymischer Familiennamen im germanischen Sprachraum zu untersuchen und den Prozess der Namenswerdung zu skizzieren.

2. Entstehung und Entwicklung der Familiennamen im germanischen Sprachraum: Dieses Kapitel erläutert die historischen Gründe für den Übergang vom einnamigen zum zweinamigen Personennamensystem, wobei insbesondere soziale und rechtliche Aspekte hervorgehoben werden.

3. Familiennamenbildung aus Rufnamen (Patronymie/ Metronymie): Hier werden die verschiedenen Typen der Namensbildung, wie etwa die Entwicklung vom Beinamen zum Familiennamen und spezifische Suffixbildungen, detailliert dargelegt.

4. Verbreitungsgebiete der Patronymika / Metronymika im germanischen Sprachraum: Dieses Kapitel analysiert die geografische Verteilung der verschiedenen Bildungstypen innerhalb Deutschlands und angrenzender Regionen.

5. Schlusswort: Das Schlusswort fasst die wichtigsten Erkenntnisse über die Entwicklung der Familiennamenführung seit dem 14. Jahrhundert und die Bedeutung der gesetzlichen Einführung des Standesamtes 1874 zusammen.

Schlüsselwörter

Patronymika, Metronymika, Familiennamen, Namenforschung, Rufnamen, Germanischer Sprachraum, Zweinamigkeit, Beinamen, Genitivbildung, Suffixe, Personennamensystem, Etymologie, Namensbildung, Historische Onomastik, Genealogie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit behandelt die Entstehung, Entwicklung und die geografischen Verbreitungsgebiete von patronymischen und metronymischen Familiennamen, die aus den Rufnamen der Eltern abgeleitet wurden.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die historische Entwicklung der Zweinamigkeit, die verschiedenen morphologischen Bildungsarten von Patronymen sowie deren regionale Verteilung im germanischsprachigen Raum.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, den Prozess der Ausformung von Rufnamen zu offiziellen, vererbbaren Familiennamen nachzuvollziehen und die Vielfalt der dabei entstandenen Namensformen wissenschaftlich zu systematisieren.

Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine philologische und onomastische Analyse, basierend auf Fachliteratur, sowie eine kartografische Auswertung, um Namensverbreitungen visuell zu illustrieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich dem Übergang vom einnamigen System zur Zweinamigkeit, der detaillierten Klassifikation von Bildungsarten (wie Genitivformen oder Suffixe) und einem Vergleich mit internationalen Namenssystemen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die zentralen Begriffe umfassen Patronymika, Metronymika, Familiennamen, Namenforschung, Zweinamigkeit und onomastische Entwicklung.

Welche Rolle spielten Frauen bei der Bildung von Familiennamen in diesem Kontext?

Metronymika sind zwar seltener als Patronymika, traten jedoch insbesondere dann auf, wenn die Mutter einen höheren sozialen Status hatte oder wenn es sich um unehelich Geborene bzw. Kinder von Witwen handelte.

Was ist der Unterschied zwischen einem patronymischen Beinamen und einem Familiennamen?

Ein patronymischer Beiname war in der frühen Phase oft individuell und nicht vererbbar, während der Familienname nach der gesetzlichen Einführung der Zweinamigkeit zu einem festen, über Generationen beständigen Namen wurde.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Patronymische und metronymische Familiennamen. Entstehung, Entwicklung und Verbreitungsgebiete
Hochschule
Universität Zürich  (Deutsches Seminar)
Veranstaltung
Einführung in die Namenforschung
Note
gut
Autor
Jelena Zagoricnik (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
22
Katalognummer
V278378
ISBN (eBook)
9783656708452
ISBN (Buch)
9783656709046
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Metronyme Patronyme Namenforschung Familiennamen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jelena Zagoricnik (Autor:in), 2010, Patronymische und metronymische Familiennamen. Entstehung, Entwicklung und Verbreitungsgebiete, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278378
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