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Stabilitäts- und Wachstumspakt

Title: Stabilitäts- und Wachstumspakt

Seminar Paper , 2004 , 18 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Nils Kompe (Author)

Economics - Economic Cycle and Growth
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[...] Auf Initiative der deutschen Bundesregierung aus Sorge um die Stabilität der zukünftigen gemeinsamen Währung wurde der Stabilitäts- und Wachstumspakt im Sommer 1997 in Amsterdam ratifiziert. Bereits die erste Bewährungsprobe jedoch bestand der Pakt schon nicht, indem wiederum auf Drängen der deutschen Bundesregierung von einer Frühwarnung, aufgrund den Referenzwert überschreitender Defizite, gegenüber Deutschland und Portugal abgesehen wurde. Viel schwerwiegender dagegen wirkt jedoch die Entscheidung der Europäischen Kommission vom 24.11.2003 das laufenden Defizitverfahren gegenüber Deutschland auszusetzen, denn damit ist der Wirtschafts- und Stabilitätspakt schon im ersten Sanktionen betreffenden Anwendungsfall ausgesetzt worden, woraufhin sich die Presseorgane, wie der Pressespiegel zu Beginn nahe bringt, in möglichen Interpretationen überschlugen. Die Zeit titulierte zu Recht: „Da ist das Regelwerk mal tot. Mal scheintot. Dann nur geschwächt oder nicht einmal das. Und schließlich besonders flexibel und höchst lebendig.“4 Genauso stark wie die Meinungen von Presse, Wirtschaft und Politik über den Beschluss der Europäischen Kommission differieren, genauso divergent sind die Aussagen über die Zukunft des Paktes. Sicher scheint nur, dass das Regelwerk einer Änderung vollzogen werden wird. Der Maastricht-Vertrag bzw. die durch den Vertrag von Amsterdam geänderte Fassung mit der Ergänzung durch den Stabilitäts- und Wachstumspakt sollten zur Sicherung der hierzu notwendigen Haushaltsdisziplin dienen. Es sollte in jedem Mitgliedsland eine auf Dauer tragbare Finanzsituation geschaffen werden. Zur Klärung der in der Überschrift formulierten Frage, welche Zukunft der Stabilitätspakt hat, werde ich in dieser Arbeit zunächst auf die Entstehungsgeschichte des Stabilitäts- und Wachstumspaktes eingehen und dessen Wirkungsmechanismen erläutern. Im Anschluss daran werden die möglichen Wirkungen eines erhöhten Budgetdefizits dargestellt. Zum Schluss möchte ich mich mit den Perspektiven, der Kritik und möglichen Änderungen des Paktes auseinandersetzen. 4 Petra Pinzler, Stabilitätspakt in der Krise, in: DIE ZEIT 27.11.03, S.24

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zur Entstehung des Stabilitäts- und Wachstumspaktes

2.1 Der deutsche Vorschlag eines „Stabilitätspaktes für Europa“

2.2 Der Stabilitäts- und Wachstumspakt von Dublin

2.3 Die vorgesehenen Kriterien des Stabilitäts- und Wachstumspaktes

3. Zur Anwendung des Stabilitäts- und Wachstumspaktes

3.1 Das Präventivverfahren oder multilaterale Überwachungsverfahren

3.2 Das Defizitverfahren

4. Mögliche Folgen erhöhter Budgetdefiziten

4.1 Definition: strukturelle und konjunkturelle Budgetdefizite

4.2 Risiko staatlicher Insolvenz

4.3 Risiko eines erhöhten Zinsniveaus

4.4 Stabilitätspolitische Folgen für die gemeinsame Währung

5. Zukunft des Stabilitätspaktes

5.1 Das strukturelle Defizit als Entscheidungskriterium

5.2 Verankerung von Budgetregeln in den nationalen Verfassungen

5.3 Die Erhebung von Steuern auf die Kreditaufnahme

5.4 Umfassendere Erfassung des Schuldenstandes

5.5 Stabilitäts- und Wachstumspakt als Haupthindernis für Wachstum

6. Schlussbemerkung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Zukunft des Stabilitäts- und Wachstumspaktes vor dem Hintergrund seiner ersten Bewährungsproben und der aktuellen Kritik. Ziel ist es, die Entstehungsgeschichte, die Wirkungsmechanismen und die ökonomischen Folgen von Budgetdefiziten zu analysieren, um daraus Perspektiven für eine Reform des Regelwerks abzuleiten.

  • Entstehung und institutioneller Rahmen des Stabilitäts- und Wachstumspaktes.
  • Funktionsweise der Überwachungs- und Defizitverfahren.
  • Analyse der ökonomischen Konsequenzen von Budgetdefiziten, wie Insolvenzrisiken und Zinsniveaueffekte.
  • Diskussion von Reformalternativen und zukünftigen Herausforderungen der Haushaltsdisziplin.

Auszug aus dem Buch

4.3 Risiko eines erhöhten Zinsniveaus

Im Zusammenhang mit einer übermäßigen Verschuldung eines Mitgliedstaates werden die Bedenken geäußert, dass eine unsolide Finanzpolitik Auswirkungen auf das Zinsniveau in der Europäischen Union haben könnte. Berücksichtigt man jedoch die Größe und Offenheit des europäischen Kapitalmarktes, so sind die möglichen Zinseffekte jedoch als eher gering anzusehen. Dies ist damit zu erklären, dass die Kreditnachfrage eines einzelnen Mitgliedstaates im Vergleich zu dem Volumen des gesamten europäischen Kapitalmarktes eher gering ist.

Selbst wenn die Kreditaufnahme eines Mitgliedstaats sein eigenes Zinsniveau in die Höhe treiben würde (z.B. durch eine höhere Risikoprämie), so wird dies nur marginale Auswirkungen auf das Zinsniveau der Europäischen Union haben. Diese Annahme konnte mit Hilfe von Granger-Kausalitätstests belegt werden. Hierbei wurde untersucht, wie sich Änderungen der langfristigen Zinssätze in Deutschland auf das Zinsniveau der übrigen Welt sowie auf das Zinsniveau der restlichen europäischen Staaten auswirken und umgekehrt. Dabei kam heraus, dass zwar die Zinssatzänderungen der übrigen Welt und Resteuropas Auswirkungen auf das deutsche Zinsniveau haben, der umgekehrte Effekt war jedoch nicht zu beobachten. Grundsätzlich wurde immer die kleinere Wirtschaftseinheit durch die größere beeinflusst. In Bezug auf diese Ergebnisse lässt sich das Risiko eines erhöhten Zinsniveaus, verursacht durch eine übermäßige Staatsverschuldung, nicht als Argument für ein mittelfristig ausgeglichenes Budget identifizieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die aktuelle Kritik am Stabilitäts- und Wachstumspakt dar und umreißt die Zielsetzung der Arbeit sowie den methodischen Aufbau der Untersuchung.

2. Zur Entstehung des Stabilitäts- und Wachstumspaktes: Das Kapitel erläutert den institutionellen Rahmen der EWU sowie den historischen Ursprung des Paktes als Instrument zur Sicherung der Haushaltsdisziplin.

3. Zur Anwendung des Stabilitäts- und Wachstumspaktes: Hier werden die prozeduralen Abläufe des präventiven Überwachungsverfahrens sowie des Defizitverfahrens und die damit verbundenen Sanktionsmechanismen detailliert beschrieben.

4. Mögliche Folgen erhöhter Budgetdefiziten: Dieses Kapitel analysiert ökonomische Risiken wie das Crowding-Out, die Gefahr staatlicher Insolvenz und deren Auswirkungen auf das Zinsniveau sowie die Währungsstabilität.

5. Zukunft des Stabilitätspaktes: Die Arbeit diskutiert verschiedene Reformvorschläge, wie die stärkere Berücksichtigung struktureller Defizite oder die nationale Verankerung von Haushaltsregeln, um die Effektivität des Paktes zu verbessern.

6. Schlussbemerkung: Der Autor resümiert, dass das aktuelle Regelwerk in seiner Form kaum Bestand haben wird und plädiert für eine notwendige Reform, um Haushaltsdisziplin mit wirtschaftlichem Wachstum in Einklang zu bringen.

Schlüsselwörter

Stabilitäts- und Wachstumspakt, Europäische Wirtschafts- und Währungsunion, Budgetdefizit, Haushaltsdisziplin, Maastricht-Vertrag, Sanktionsmechanismen, Defizitverfahren, EWU, Staatsverschuldung, Zinsniveau, Fiskalpolitik, Europäische Kommission, Finanzpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Funktionalität und der Zukunftssicherheit des Stabilitäts- und Wachstumspaktes innerhalb der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion nach der kritischen ersten Bewährungsprobe Anfang der 2000er Jahre.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Entstehungsgeschichte des Paktes, die Anwendung der Überwachungs- und Sanktionsverfahren, die ökonomischen Folgen von Haushaltsdefiziten sowie mögliche politische Reformalternativen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist die Analyse der Zukunftsfähigkeit des Stabilitätspaktes. Die Arbeit fragt kritisch, ob das aktuelle Regelwerk unter Berücksichtigung der ökonomischen Realität reformiert werden muss.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine deskriptive und analysierende wirtschaftswissenschaftliche Arbeit, die auf Literaturrecherche und der Auswertung ökonomischer Berichte und institutioneller Rahmenbedingungen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Entstehung des Paktes, der Ablauf der Präventiv- und Defizitverfahren, die Gefahren erhöhter Budgetdefizite und verschiedene Reformvorschläge detailliert dargelegt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Stabilitäts- und Wachstumspakt, EWU, Haushaltsdisziplin, Defizitverfahren und fiskalpolitische Steuerung charakterisiert.

Warum ist das Risiko eines erhöhten Zinsniveaus laut der Arbeit zu relativieren?

Der Autor argumentiert mit der Größe und Offenheit des europäischen Kapitalmarktes, wodurch die Kreditnachfrage eines einzelnen Staates nur geringe marginale Auswirkungen auf das Zinsniveau der EU hat.

Welche Rolle spielt die „No-bail-out“-Klausel im Kontext des Paktes?

Sie soll verhindern, dass Mitgliedsländer oder die EZB für die Schulden eines zahlungsunfähigen Staates haften. Die Arbeit zeigt jedoch auf, dass aufgrund der engen Vernetzung der Bankensysteme Zweifel an der Glaubwürdigkeit dieser Klausel bestehen.

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Details

Title
Stabilitäts- und Wachstumspakt
College
University of Hamburg  (Volkswirtschaftslehre)
Grade
1,3
Author
Nils Kompe (Author)
Publication Year
2004
Pages
18
Catalog Number
V27841
ISBN (eBook)
9783638297738
Language
German
Tags
Stabilitäts- Wachstumspakt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nils Kompe (Author), 2004, Stabilitäts- und Wachstumspakt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27841
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