Ziel der vorliegenden Arbeit soll es sein, einen Überblick über die Rolle der Niederdeutschen Sprache in der Bildungslandschaft Mecklenburg-Vorpommerns zu erstellen. Der Schwerpunkt soll hierbei auf der Schulpolitik liegen. Anhand von entsprechend relevanten Dokumenten wie Gesetzestexten, Verordnungen und Rahmenplänen soll der Stellenwert des Niederdeutschen als Ziel der Bildungspolitik beschrieben werden. Hierbei ist anzumerken, dass dabei nur solche Dokumente Berücksichtigung finden, die bindenden Charakter haben. Im Fokus steht also der Output des Gesetzgebungsprozesses. Die Ergebnisse dieser Bestandsaufnahme sollen sodann unter anderem anhand der Vorgaben in der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen einer kritischen Beurteilung unterzogen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Historischer Abriss
3. Niederdeutsch in der Bildungspolitik
3.1. Vorgaben der Charta
3.2. Niederdeutsch in der Landesverfassung und in den Gesetzen
3.3. Niederdeutsch in den Rahmenplänen
4. Kritische Bewertung
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der niederdeutschen Sprache in der Bildungslandschaft von Mecklenburg-Vorpommern. Ziel ist es, den Stellenwert des Niederdeutschen in der aktuellen Schulpolitik auf Basis bindender Dokumente wie Gesetzen, Verordnungen und Rahmenplänen zu analysieren und kritisch zu bewerten.
- Historische Entwicklung der niederdeutschen Sprache in der DDR-Bildungspolitik
- Einfluss der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen auf die Landespolitik
- Analyse der rechtlichen Verankerung in Verfassung, Schulgesetz und Verwaltungsvorschriften
- Überprüfung der curricularen Umsetzung in den schulspezifischen Rahmenplänen
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Der Rückgang des Niederdeutschen in den vergangenen Jahrzehnten hat zu der Verabschiedung der „Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen“ geführt und damit den Fokus der Debatten um die Niederdeutsche Sprache auf das politische und Verwaltungshandeln gelenkt. Die Frage, welche Rolle die Politik spielt, um das Niederdeutsche zu schützen gewann in den letzten Jahren an Aktualität. Insbesondere die Bildungspolitik steht hierbei im Fokus:
„In der Geschichte stand der Ausschluss von Regional- oder Minderheitensprachen aus den Bildungseinrichtungen häüufig am Beginn ihrer gesellschaftlichen Abdrängung. Beim Bemühen um ihre Erhaltung kommt dem Bildungswesen insoweit die wohl wesentlichste Bedeutung zu.“ (Horn-Aps 2006, S. 20)
Ziel der vorliegenden Arbeit soll es sein, einen Überblick über die Rolle der Niederdeutschen Sprache in der Bildungslandschaft Mecklenburg Vorpommerns zu erstellen. Der Schwerpunkt soll hierbei auf der Schulpolitik liegen. Anhand von entsprechend relevanten Dokumenten wie Gesetzestexten, Verordnungen und Rahmenplänen soll der Stellenwert des Niederdeutschen als Ziel der Bildungspolitik beschrieben werden. Hierbei ist anzumerken, dass dabei nur solche Dokumente Berücksichtigung finden, die bindenden Charakter haben. Im Fokus steht also der Output des Gesetzgebungsprozesses. Die Ergebnisse dieser Bestandsaufnahme sollen sodann unter anderem anhand der Vorgaben in der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen einer kritischen Beurteilung unterzogen werden. Hierbei werden auch die Expertenberichte des Sachverständigenausschusses des Europarates zum Stand der Umsetzung einbezogen. Zunächst folgt jedoch ein historischer Abriss über die politische Behandlung des Niederdeutschen auf dem Gebiet des heutigen Landes Mecklenburg-Vorpommern. Der Blickwinkel wird hier über die reine Schulpolitik hinaus erweitert auf die generelle Sprachenpolitik, um damit Konjunkturen aufzeigen zu können. Nach Möglichkeit wurde jedoch versucht, die konkreten Auswirkungen in der Bildungslandschaft zu berücksichtigen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Relevanz der niederdeutschen Sprache im Bildungswesen und definiert das Ziel, den Stellenwert des Niederdeutschen anhand verbindlicher schulpolitischer Dokumente in Mecklenburg-Vorpommern zu untersuchen.
2. Historischer Abriss: Dieses Kapitel beleuchtet die bildungspolitische Behandlung des Niederdeutschen in der DDR von 1945 bis 1990 und identifiziert verschiedene sprachpolitische Phasen, die maßgeblich durch ideologische Strömungen geprägt waren.
3. Niederdeutsch in der Bildungspolitik: Der Abschnitt analysiert die aktuellen rechtlichen Vorgaben, beginnend bei den Anforderungen der Europäischen Charta über die Verankerung in der Landesverfassung bis hin zur konkreten Umsetzung in den schulischen Rahmenplänen.
4. Kritische Bewertung: Hier wird das Spannungsfeld zwischen dem formellen Status des Niederdeutschen als Bildungsziel und der tatsächlichen, oftmals unverbindlichen Umsetzung in der Schulpraxis analysiert.
5. Fazit und Ausblick: Die Arbeit schließt mit dem Befund, dass die Förderung des Niederdeutschen derzeit stark vom lokalen Engagement abhängt und fordert die Etablierung verbindlicherer administrativer Rahmenbedingungen.
Schlüsselwörter
Niederdeutsch, Bildungspolitik, Mecklenburg-Vorpommern, Sprachpolitik, Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen, Schulgesetz, Lehrpläne, Minderheitensprache, Sprachförderung, Bildungsstandard, Kulturpolitik, Sprachverlust, Dialekt, Unterrichtsprinzip, Identität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert, welchen Stellenwert die niederdeutsche Sprache in der Bildungspolitik Mecklenburg-Vorpommerns einnimmt und wie dieser gesetzlich sowie durch Rahmenpläne verankert ist.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung der Sprachpolitik in der DDR, den rechtlichen Vorgaben durch die Europäische Charta und der tatsächlichen curricularen Umsetzung an Schulen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist eine Bestandsaufnahme des niederdeutschen Bildungsauftrags und eine kritische Bewertung darüber, ob die aktuellen Regelungen ausreichen, um die Sprache nachhaltig zu schützen und zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin wählt einen dokumentenanalytischen Ansatz, bei dem Gesetzestexte, Verordnungen, Rahmenpläne und Expertenberichte auf ihre Bindungswirkung hin untersucht werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der DDR-Zeit, eine detaillierte Auswertung der rechtlichen Rahmenbedingungen und eine kritische Untersuchung der schulspezifischen Rahmenpläne.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Niederdeutsch, Bildungspolitik, Europäische Sprachencharta, Lehrpläne und die regionale Identitätsförderung.
Welche Rolle spielt die Europäische Charta in diesem Kontext?
Die Charta dient als verbindlicher Referenzrahmen, der den Maßstab für die Bewertung der landespolitischen Bemühungen um den Schutz der Regionalsprache bildet.
Wie bewertet der Autor die aktuelle Situation an den Schulen?
Der Autor kommt zu einem eher negativen Urteil, da die Integration des Niederdeutschen in den Lehrplänen meist fakultativ bleibt und keine verbindliche systematische Struktur erkennbar ist.
Was ist das „durchgängige Unterrichtsprinzip“ für Niederdeutsch?
Es ist die Forderung, Niederdeutsch nicht nur als isoliertes Fach, sondern fächerübergreifend in den Schulalltag zu integrieren, was jedoch in der Praxis an fehlenden Sprachkompetenzen des Lehrpersonals scheitert.
Warum wird der „Historische Abriss“ der DDR-Zeit einbezogen?
Der Rückblick dient dazu, Kontinuitäten in der funktionalen Argumentation der Sprachenpolitik aufzuzeigen, da auch in der DDR die Behandlung des Niederdeutschen stark von tagespolitischen Notwendigkeiten abhing.
- Arbeit zitieren
- Erik Pester (Autor:in), 2013, Die Bedeutung des Niederdeutschen in der Bildungspolitik Mecklenburg-Vorpommerns, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278430