Wolfgang Herrndorfs "Tschick". Ein Abenteuerroman?


Facharbeit (Schule), 2014
13 Seiten, Note: 1-

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wolfgang Herrndorf: Leben und Werk

3. Inhalt des Werkes

4. Abenteuerroman
4.1 Definition
4.2 Tradition
4.3 Merkmale eines Abenteuerromans

5. Tschick als Abenteuerroman? - Überprüfung der Merkmale
5.1 Polarität zwischen bekannten und befremdlichen Verhältnissen
5.1.1 Maiks Familienleben
5.1.2 Tschicks Familienleben
5.1.3 Polarität beider Familienleben
5.1.4 Freundschaft und Liebe
5.1.5 Polarität: Freundschaft und Liebe
5.2 Auftreten einer Kettenstruktur
5.3 Nähe zur Tragödie
5.3.1 Definition: Tragödie
5.3.2 Kommt es zum Scheitern der Helden?
5.4 Aufteilung in Episoden und Auftreten von vielfältigen Schauplätzen
5.5 Dramatische Höhepunkte

6. Schluss

7. Literatur- und Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Im Rahmen dieser Facharbeit werde ich mich mit dem Roman „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf aus dem Jahre 2010 auseinandersetzten, welcher von zwei vierzehnjährigen Jungen aus Berlin handelt, die eine Reise in die Walachei mit einem gestohlenen Auto planen.

Der Schwerpunkt meiner Facharbeit liegt auf der Untersuchungen hinsichtlich der Merkmale eines Abenteuerromans. Diesbezüglich werde ich zu Anfang die Definition, Tradition und Merkmale des Abenteuerromans erläutern. Im An- schluss werde ich auf die genannten Merkmale näher eingehen und diese auf den Roman anwenden. Das Ziel meiner Facharbeit besteht somit darin, zu überprüfen ob „Tschick“ als ein solcher Roman bezeichnet werden kann. Zudem werde ich mich mit der Fragestellung „Tschick als Abenteuerroman?“ befassen. Diesen Roman habe ich für meine Facharbeit gewählt, da er viele Teenager- Probleme anspricht und er vom Erwachsen werden, Liebe und Freundschaft er- zählt. Ein weiterer Grund ist die Authentizität, die beispielsweise durch die Dia- loge, die in Jugendsprache verfasst sind, vermittelt wird.

2. Wolfgang Herrndorf: Leben und Werk

Wolfgang Herrndorf wurde am 12 Juni 1956 in Hamburg geboren. Er lebte in Berlin und war ein deutscher Schriftsteller, Maler und Illustrator. Nach seinem Schulabschluss absolvierte er sein Studium der Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg. Im Anschluss an sein Studium ar- beitete er als Illustrator und Autor, z.B. für das Fanzine Luke & Trooke, den Haffmans Verlag und die Titanic. 2002 kam sein Debütalbum In Plüschgewittern heraus, welches 2008 nach einer Überarbeitung als Taschenbuch im Rowohlt Verlag erschien. Der Eichborn Verlag veröffentliche im Jahre 2007 von Herrn- dorf stammende Kurzgeschichten mit dem Titel Diesseits des Van-Allen-Gürtels und es erschien ein von ihm erfundenes Interview mit einem Weltraumfahrer. Im Jahre 2010, nachdem der Bestseller Roman Tschick veröffentlicht wurde, dia- gnostizierte man bei Herrndorf einen bösartigen Hirntumor. Während 2011 sein Roman Sand erschien, in dem Merkmale des Kriminalromans, Gesellschaftsro- mans und des historischen Romans auftraten, wurde Tschick für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Im darauffolgenden Jahr erhielt er diesen für den Roman Sand, der anschließend auf die Shortliste des Deutschen Buchprei- ses gelang.

Herrndorf schrieb im Internetforum Wir höflichen Paparazzi und tätigte einen Beitrag zum Weblog Riesenmaschine. Darüber hinaus war er Mitglied der Autoren-Fußballnationalmannschaft Autonama. Wegen seinem diagnostizierten Hirntumor berichtete er mit einem digitalen Tagebuch, das nach seinem Tod bei Rowohlt in Buchform erschien, über sein Leben und seine Krankheit. Am 26. August 2013 beginn Herrndorf in Berlin Suizid.1

3. Inhalt des Werkes:

Der Abenteuerroman „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf, veröffentlicht im Rowohlt Taschenbuch Verlag in Berlin im Jahre 2010, handelt von zwei vierzehnjährigen Jungen aus Berlin, die in den Sommerferien mit einem gestohlenen Lada eine Urlaubsreise in die Walachei planen.

Maik Klingenberg, einer der Protagonisten und Erzähler des Romans, wird in seiner Klasse als Außenseiter und Langweiler bezeichnet. Nach den Osterferien bekommt die achte Klasse von Maik einen neuen Mitschüler russischer Abstam- mung, namens Andrej Tschichatschow (Tschick). Der neue Schüler macht einen verwahrlosten Eindruck und scheint vermehrt Alkohol zu konsumieren. Eines Tages kommt es zum ersten Kontakt zwischen Maik und Tschick, den Maik vor- erst ablehnt. Da sein Vater auf Geschäftsreise mit seiner Assistentin und Ge- liebten ist und seine alkoholkranke Mutter in die Klinik muss, ist Maik für zwei Wochen alleine zu Hause. Des Öfteren stattet ihm Tschick einen Besuch ab und so kommt es zum Beginn einer engen Freundschaft. Eines Tages kommt Tschick mit einem gestohlenen Lada vorbei und schlägt vor in den Urlaub zu fahren. Zielort ist die Walachei, wo Tschicks Großvater lebt. Am darauffolgen- den Morgen beginnt das Abenteuer. Auf ihrer planlosen Reise begegnen Maik und Tschick Menschen, die ihnen bei ihren Problemen helfen. Zunächst können sie bei einer Familie zu Mittag essen und anschließend treffen sie Isa, ein Mäd - chen das auf einer Müllkippe lebt, das ihnen beim Stehlen von Benzin aus ei- nem Tank eines anderen Autos hilft und sie für kurze Zeit auf ihrer Reise beglei- tet. Als es zu einem Autounfall kommt, leistet den beiden Abenteurern eine Sprachtherapeutin ihre Hilfe. Nach einem zweiten Autounfall kann Tschick vor- erst fliehen und Maik wird zur Polizeistation mitgenommen. Schließlich kommt es zu einem Gerichtsverfahren, das zu Folge hat, dass Maik zu Sozialstunden verurteilt wird und Tschick zukünftig in einem Heim leben muss. Nach ihrer Abenteuerreise wird Maik nun nicht mehr als Außenseiter bezeichnet und weckt sogar das Interesse bei Tatjana, einem Mädchen, in das er heimlich verliebt ist.

4. Abenteuerroman

4.1 Definition:

„Abenteuerroman, Sammelbezeichnung für → Romane mit einem zentralen Helden (oder einer Gruppe) als Identifikationsfigur(en) und mit ereignisreicher, meist in Episoden gegliederter, in zahlreicher dra- matischen Höhepunkten gipfelnder Handlung auf vielfältigen Schau- plätzen. Die psychologische Motivierung tritt gegenüber der Häufung einer bunten Fülle von Motiven zurück1, wobei der Zufall oft genug eine entscheidende Rolle spielt. - Im Unterschied zur → Aventiure haben die im A. zu bestehenden Gefahren keine >>tiefere Bedeu- tung <<, sondern entsprechen entweder der Abenteuerlust des Hel- den, oder sie sind Ausdruck bestimmter Verhältnisse in die der Held gegen seinen Willen gerät. Der A. beabsichtigt spannende Unterhal- tung, die mitunter der Wissensvermittlung oder der Belehrung dient. Er befriedigt das Bedürfnis des Lesers, in seiner Vorstellung den all- täglichen Erfahrungsbereich zu verlassen. Insofern steht der A. stets in Verdacht, als bloße → Unterhaltungsliteratur von der Auseinander- setzung mit der konkreten sozialen und politischen Wirklichkeit abzu- lenken.“2

4.2 Tradition:

In der Geschichte des Abenteuerromans fand eine bedeutende Entwicklung statt. Während die „antiken Heldenpos“3 und der „höfische Ritterroman“4 nach hoher gesellschaftlicher Anerkennung streben ist später „Krieg ,Fernweh, Ent- deckungslust“5 und der „Zufall“6 das Motiv. Es wird über Personen berichtet, die ihrer „konventionellen Lebensweise“7 entfliehen, da sie dazu gezwungen wer- den oder ihnen ihr Leben zu „eintönig und lähmend“8 vorkommt. Im 19. Jahr- hundert ist der Begriff Abenteuerroman nur auf die „Robinsons- und Aventurier- Geschichten“9 begrenzt. Im 20. Jahrhundert umfasst er einerseits den „volks- tümlichen realistischen“10 Roman und andererseits die Romane von „den Erben der deutschen Cooper-Tradition“.11

[...]


1 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Herrndorf, Wolfgang Herrndorf, entnommen am 24.02.2014

1 Francois Bondy u.a., Harrenbergs Lexikon der Weltliteratur Band 1, Dortmund 1989, S.25

2 A.a.O., S.26

3 Klaus Weimar u.a., Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft Band 1, Berlin 1997, S.3

4 Ebd.

5 Ebd.

6 Ebd.

7 Ebd.

8 Ebd

9 A.a.O., S.2

10 A.a.O., S.3

11 Ebd.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Wolfgang Herrndorfs "Tschick". Ein Abenteuerroman?
Note
1-
Autor
Jahr
2014
Seiten
13
Katalognummer
V278432
ISBN (eBook)
9783668270312
ISBN (Buch)
9783668270329
Dateigröße
1073 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Facharbeit, deutsch, sehrgut, erfolg
Arbeit zitieren
Jasmin Wippermann (Autor), 2014, Wolfgang Herrndorfs "Tschick". Ein Abenteuerroman?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278432

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