Die Frage nach der Befürwortung oder der Ablehnung eines Schwangerschaftsabbruches ist eine ethisch und allseits aktuell relevante Frage. Deutschland gehört heutzutage zu den Ländern mit der niedrigsten Abtreibungsrate. Jedoch wurden 2013 in Deutschland immer noch rund 102.800 Schwangerschaftsabbrüche gemeldet.
Mit Parolen wie z.B.: „Mein Bauch gehört mir“ kämpften Frauen bereits in den 60er Jahren für die Selbstbestimmung und Legalisierung des Schwangerschaftsabbruches. Diese Parole ist möglicherweise nachvollziehbar, wenn schwere Schicksalsschläge zur Befürwortung eines Schwangerschaftsabbruches führen. Andererseits stellt sich für mich persönlich die Frage, ob man ethisch gesehen einen Schwangerschaftsabbruch befürworten muss, wenn die Gründe hierfür nicht nachvollziehbar sind? [...]
Vorrangig soll die Frage geklärt werden ob man die Befürwortung oder Ablehnung eines Schwangerschaftsabbruches generell als moralisch richtig oder falsch einordnen kann? Zunächst sollen die Begrifflichkeiten des Schwangerschaftsabbruches und der Ethik definiert werden, wie auch der rechtliche Stand der gesetzlichen Regelung des Schwangerschaftsabbruches erklärt werden. Desweiteren sollen verschiedene Situationen skizziert werden, die ein Pro oder Contra zum Schwangerschaftsabbruch aufzeigen. Hierbei sollen nicht nur die Befürwortung oder Ablehnung erläutert werden sondern auch, in knapper Ausführung, mögliche Konsequenzen der jeweiligen Entscheidung aufgezeigt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 Die Rechtswidrigkeit eines Schwangerschaftsabbruchs ist ausgeschlossen
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die ethische Dimension des Schwangerschaftsabbruchs unter besonderer Berücksichtigung der Rolle der Schwangerschaftskonfliktberatung in der Sozialen Arbeit, um aufzuzeigen, inwieweit eine moralische Bewertung in diesem komplexen Spannungsfeld überhaupt möglich ist.
- Ethische und moralische Grundlagen der Schwangerschaftskonfliktberatung
- Rechtlicher Rahmen und Indikationen für Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland
- Die Rolle und Funktion der Beraterin im Schwangerschaftskonflikt
- Spannungsfeld zwischen Selbstbestimmung der Frau und dem Lebensrecht des Ungeborenen
- Kritische Reflexion der staatlich festgelegten Beratungsaufgabe
Auszug aus dem Buch
Die Rechtswidrigkeit eines Schwangerschaftsabbruchs ist
„…im Falle der medizinischen Indikation (§ 218 a Abs. 2 StGB), um Lebensgefahr oder die Gefahr einer schwerwiegenden Beeinträchtigung des körperlichen oder seelischen Gesundheitszustandes der Schwangeren abzuwenden, und im Falle der kriminologischen Indikation, weil die Schwangerschaft auf einem Sexualdelikt (§§ 176 bis 179 StGB) beruht…“ (zit. Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) ausgeschlossen.
Demnach ist ein Schwangerschaftsabbruch nicht rechtswidrig, wenn die Mutter durch die Schwangerschaft oder die Entbindung erheblichen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt wäre. Desweiteren ist eine Abtreibung nicht rechtswidrig, wenn die Schwangerschaft, z.B. durch eine Vergewaltigung entstanden ist. Eine verpflichtende Beratung ist hier nicht vorgesehen. Es genügt eine schriftliche Feststellung durch einen Arzt, der jedoch den Schwangerschaftsabbruch nicht selbst vornehmen darf. Allerdings besteht auch hier eine Frist bis zur 12. Woche.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die ethische Relevanz des Themas, stellt die historische Bedeutung der Selbstbestimmungsdebatte dar und definiert das Ziel, den Schwangerschaftsabbruch ethisch und unter dem Fokus der Sozialen Arbeit zu betrachten.
2. Hauptteil: Der Hauptteil erläutert die rechtlichen Grundlagen (§ 218 StGB), die Beratungsregelung sowie die medizinischen und kriminologischen Indikationen und setzt sich kritisch mit der Aufgabe der Schwangerschaftskonfliktberatung auseinander.
2.1 Die Rechtswidrigkeit eines Schwangerschaftsabbruchs ist ausgeschlossen: Dieses Unterkapitel konkretisiert die gesetzlichen Ausnahmeregelungen, unter denen ein Schwangerschaftsabbruch rechtlich zulässig ist.
3. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass eine allgemeingültige moralische Bewertung nicht möglich ist und ein ethisch verantwortungsvoller Umgang zwingend eine situative Betrachtung des Einzelfalls erfordert.
Schlüsselwörter
Schwangerschaftsabbruch, Schwangerschaftskonfliktberatung, Ethik, Moral, Selbstbestimmung, § 218 StGB, Soziale Arbeit, Ungeborenes Leben, Beratungsregelung, Schwangerschaftskonfliktgesetz, Lebensrecht, medizinische Indikation, kriminologische Indikation, Post-Abortion-Syndrom, Wertereflektion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der ethischen Fragestellung, ob man die Befürwortung oder Ablehnung eines Schwangerschaftsabbruchs als moralisch richtig oder falsch einordnen kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der rechtliche Rahmen des Schwangerschaftsabbruchs in Deutschland, die Definition von Ethik und Moral sowie die spezifische Rolle der Schwangerschaftskonfliktberatung in der Sozialen Arbeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die moralische Komplexität des Schwangerschaftsabbruchs zu beleuchten und zu reflektieren, ob die festgeschriebene Aufgabe der Beraterin – die Ermutigung zur Fortsetzung der Schwangerschaft – ethischen Ansprüchen in allen Einzelfällen gerecht wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine essayistische Arbeit, die auf einer Literaturanalyse sowie der Auseinandersetzung mit gesetzlichen Grundlagen und ethischen Definitionen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die strafrechtlichen Voraussetzungen (§ 218 StGB), die medizinischen und kriminologischen Indikationen sowie die gesetzlichen Anforderungen an die Schwangerschaftskonfliktberatung dargelegt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlüsselbegriffe sind Schwangerschaftsabbruch, Schwangerschaftskonfliktberatung, Selbstbestimmung, § 218 StGB und ethische Reflexion.
Welche Kritik übt die Autorin an der Schwangerschaftskonfliktberatung?
Die Autorin kritisiert, dass die gesetzlich festgelegte Aufgabe der Beraterin, primär zur Fortsetzung der Schwangerschaft zu ermutigen, eine ergebnisoffene ethische Reflexion der Beweggründe der Frau in schwierigen Lebenssituationen einschränken kann.
Warum ist laut der Autorin eine pauschale moralische Einstellung zweifelhaft?
Aufgrund der Komplexität und der Individualität der Schicksale – etwa bei Sexualdelikten oder Behinderungen des Fötus – hält die Autorin eine pauschale, allgemeingültige moralische Positionierung für ethisch kaum vertretbar.
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- Monika Jenke (Autor), 2014, Die ethische Frage des Schwangerschaftsabbruches, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278433