Das Thema Gentechnik spaltet die Menschen in Befürworter und Gegner. Besonders der Einsatz in der Landwirtschaft wird kontrovers diskutiert. Was genau sind die Methoden der Grünen Gentechnik? Wo liegen Gefahren? Müssen gentechnisch veränderte Lebensmittel gekennzeichnet werden und falls ja, wie?
Dieser Band erklärt zunächst die Grundbegriffe der Gentechnik und geht dann auf die Lebensmittelkennzeichnung in der EU und den USA sowie das Freihandelsprojekt TTIP ein. Nach einem Überblick über die wichtigsten Akteure werden die Vor- und Nachteile der Grünen Revolution auf den Philippinen und in Afrika diskutiert. Am Beispiel von Mexiko werden biologische, rechtliche und sozio-ökonomische Folgen der Gentechnik erläutert.
Aus dem Inhalt:
Methoden der Gentechnik
Lebensmittelkennzeichnung
Transatlantisches Freihandelsabkommen TTIP
Grüne Revolution
Genmais
Inhaltsverzeichnis
Ben Paul Illesch (2013): Food with(out) GMO – Die Kennzeichnung „gentechnischer“ Lebensmittel im Freihandelsprojekt der EU und der USA
Lesehinweis
Einleitung
Gentechnik bei der Lebensmittelherstellung
Die Kennzeichnung von GV-Lebensmitteln
GV-Lebensmittel im Freihandelsprojekt TTIP
Zusammenfassung und Fazit
Steffen Bauer (2010): Gentechnologie als Beitrag einer modernen Agrarrevolution zur Hunger- und Armutsbekämpfung in Entwicklungsländern
Einleitung
Die Grüne Revolution
Zwischenfazit
Gentechnik in der Landwirtschaft
Akteure der Gentechnik
Aktuelle Situation
Argumente der Gentechnikbefürworter
Öffentliche Diskussion um die Gentechnik
Abschließende Bewertung
Julia Bultmann (2010): Gefahren der Gentechnik für den Maisanbau in Mexiko
Zukünftige Legalisierung der Gentechnik in Mexiko?
Entwicklung des Maisanbaus in Mexiko
Gefahren der Gentechnik – biologische und rechtliche Grundlagen
Sozio-ökonomische Konsequenzen für den Maisanbau in Mexiko
Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen ökonomischen, ökologischen und ethischen Aspekten der Grünen Gentechnik unter besonderer Berücksichtigung der Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Lebensmitteln. Ein zentraler Fokus liegt auf dem Vergleich der unterschiedlichen regulatorischen Ansätze in der Europäischen Union und den USA sowie der Erörterung der Auswirkungen eines möglichen Freihandelsabkommens (TTIP) auf diese Verbraucherstandards.
- Regulierung und Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Lebensmitteln im transatlantischen Vergleich.
- Sozio-ökonomische Auswirkungen der Grünen Revolution und deren Parallelen zur heutigen Gentechnik-Debatte.
- Risikobewertung von GVO hinsichtlich ökologischer Folgen und gesundheitlicher Aspekte für den Menschen.
- Einfluss von multinationalen Agrarkonzernen auf die Saatgutmärkte und die daraus resultierende Abhängigkeit kleinbäuerlicher Strukturen.
- Debatte um das TTIP und die Herausforderungen einer Angleichung divergierender Lebensmittelstandards.
Auszug aus dem Buch
Die Kennzeichnung von GV-Lebensmitteln
Angeknüpft an die im ersten Kapitel der Arbeit vorgestellten Grundlagen für die Diskussion über eine Kennzeichnung von GV-Lebensmitteln, schließt sich im folgenden zweiten Kapitel der (rechtliche) europäische und der amerikanische Umgang in Bezug auf die o.g. Kennzeichnung an. Dabei werden – soviel sei vorweggenommen – aufgrund von unterschiedlichen politischen bzw. öffentlichen Anschauungen in Bezug auf die Gentechnik, erhebliche konzeptionelle Differenzen deutlich.
Kennzeichnung in der EU
Unter anderem wegen der zuvor beschrieben Ablehnung von GV-Lebensmitteln in der EU-Bevölkerung sowie den möglichen Risiken der GVO entwickelten sich in der EU verschiedene (rechtliche) Standards und Vorschriften. Im nachfolgenden wird das Augenmerk auf GVO-spezifische Kennzeichnungsvorschriften von Lebensmitteln gelegt. Dabei werden nicht nur die EU-weite VO zur Positivkennzeichnung von GVO („Food with GMO“), sondern auch nationale Vorschriften am deutschen Beispiel der Negativkennzeichnung von „Gentechnikfreien“ Lebensmitteln („Food without GMO“) vorgestellt und unter kritischen Gesichtspunkten beleuchtet.
Gründe für die Kennzeichnung
Grundsätzlich ist die Kennzeichnung von Lebensmittelprodukten eine staatliche verbraucher(schutz)politische Maßnahme, die die Grundrechte der Verbraucher sichern und stärken soll. Zu diesen Grundrechten zählen „das Recht auf Sicherheit, das Recht auf Information, das Recht auf Wahlfreiheit und das Recht, Gehör zu finden“, welche schon im Jahr 1962 von dem damaligen US-Präsidenten John F. Kennedy benannt wurden.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in das Projekt eines Freihandelsabkommens zwischen der EU und den USA sowie die damit verbundenen Herausforderungen hinsichtlich der Gentechnik-Regulierung.
Gentechnik bei der Lebensmittelherstellung: Erläuterung der Grundlagen gentechnischer Methoden in der Pflanzenzüchtung und Einordnung des gesellschaftlichen Diskurses.
Die Kennzeichnung von GV-Lebensmitteln: Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen für die Kennzeichnung von GVO in der EU im Gegensatz zu den USA.
GV-Lebensmittel im Freihandelsprojekt TTIP: Prognose über mögliche Auswirkungen eines Freihandelsabkommens auf existierende Kennzeichnungsstandards und Verbraucherrechte.
Die Grüne Revolution: Historische Betrachtung der ersten großen Agrarrevolution und deren Auswirkungen auf Entwicklungsländer.
Gentechnik in der Landwirtschaft: Darstellung der technischen Verfahren und Potenziale der Grünen Gentechnik zur Ertragssteigerung.
Akteure der Gentechnik: Identifikation der einflussreichsten Unternehmen und Institutionen im Bereich der Gentechnologie.
Aktuelle Situation: Untersuchung der globalen Verbreitung von GVO und der Bedeutung für Landwirte in verschiedenen Regionen.
Argumente der Gentechnikbefürworter: Beleuchtung der industriellen und agrarwissenschaftlichen Argumente für den Einsatz gentechnisch veränderter Organismen.
Öffentliche Diskussion um die Gentechnik: Analyse der ethischen und gesellschaftlichen Kontroversen, insbesondere im Hinblick auf NGOs und Medien.
Abschließende Bewertung: Reflexion über die künftige Rolle der Gentechnik und die Notwendigkeit einer informierten, sachlichen Debatte.
Zukünftige Legalisierung der Gentechnik in Mexiko?: Kontextualisierung des mexikanischen Moratoriums und der Debatte um den Maisanbau.
Entwicklung des Maisanbaus in Mexiko: Historischer Abriss über die Bedeutung des Maises als kulturelle und wirtschaftliche Grundlage Mexikos.
Gefahren der Gentechnik – biologische und rechtliche Grundlagen: Untersuchung der Risiken für Biodiversität und Eigentumsrechte durch transgene Maissorten.
Sozio-ökonomische Konsequenzen für den Maisanbau in Mexiko: Erörterung der Auswirkungen auf lokale Kleinbauern und deren wirtschaftliche Existenzgrundlage.
Ausblick: Zusammenfassende Einschätzung der künftigen Entwicklung und der Notwendigkeit alternativer Anbaustrategien.
Schlüsselwörter
Gentechnik, Grüne Gentechnik, GVO, Lebensmittelkennzeichnung, Freihandel, TTIP, Landwirtschaft, Agrarrevolution, Nachhaltigkeit, Welternährung, Verbraucherschutz, Biodiversität, Risikobewertung, Maissanbau, Mexiko.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit den Chancen, Risiken und der politischen Regulierung der Grünen Gentechnik, insbesondere hinsichtlich der Kennzeichnung von Lebensmitteln und der Auswirkungen auf transatlantische Handelsabkommen.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Zentrale Themen sind die agrarwissenschaftliche Bedeutung gentechnisch veränderter Organismen (GVO), deren regulatorische Einordnung in der EU und den USA sowie die Auswirkungen auf die globale Ernährungssicherheit.
Was ist das primäre Ziel?
Das primäre Ziel ist es, die konzeptionellen Unterschiede in der Gentechnik-Politik der EU und der USA aufzuzeigen und die möglichen Folgen einer Harmonisierung für den Verbraucherschutz zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine interdisziplinäre Literaturanalyse, die politische, rechtliche und agrarökonomische Quellen auswertet, um eine vergleichende Perspektive auf die Grüne Gentechnik zu entwickeln.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in technische Grundlagen der Gentechnik, eine detaillierte Analyse der Kennzeichnungssysteme, eine Auseinandersetzung mit der Grünen Revolution und eine spezifische Fallstudie zum Maisanbau in Mexiko.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Gentechnische Veränderung, Verbraucherwahlfreiheit, TTIP, Biodiversität, Patentierung von Saatgut und agrarpolitische Regulierungen.
Welche Rolle spielt Monsanto bei der Analyse?
Monsanto wird als marktbeherrschendes Unternehmen bei gentechnisch verändertem Saatgut beleuchtet, wobei insbesondere dessen Einfluss auf Anbauweisen, Lizenzgebühren und die rechtliche Gestaltung der Saatgutmärkte in Schwellenländern thematisiert wird.
Wie bewertet die Arbeit die Situation in Mexiko?
Die Arbeit betont die hohe Bedeutung des Maises als kulturelles Erbe Mexikos und sieht in der Einführung von GVO eine Gefahr für die biologische Vielfalt der dortigen Landsorten sowie die ökonomische Autonomie kleinbäuerlicher Betriebe.
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- Ben Illesch (Author), Steffen Bauer (Author), Julia Bultmann (Author), 2014, Grüne Gentechnik – Chancen und Risiken, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278546