Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › BWL - Wirtschafts- und Sozialgeschichte

Industrialisierung als Ursache oder Lösung des Pauperismusproblems in Deutschland in der Mitte des 19. Jahrhunderts

Titel: Industrialisierung als Ursache oder Lösung des Pauperismusproblems in Deutschland in der Mitte des 19. Jahrhunderts

Hausarbeit , 2014 , 15 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Mirko Kruse (Autor:in)

BWL - Wirtschafts- und Sozialgeschichte
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Kaum ein Prozess der Neuzeit hat das Leben der Menschen so nachhaltig geprägt wie die Industrialisierung. Dabei ist der Beginn der industriellen Revolution nicht eindeutig datierbar und gleichzeitig führt der Begriff „Revolution“ in die Irre, impliziert dieser doch eine plötzliche Veränderung. Zwar waren die nachfolgenden Veränderungen der Industrialisierung und ihre Auswirkungen auf allen Ebenen der Gesellschaft nicht weniger als revolutionär, der Wandel vollzog sich jedoch über einen Zeitraum von fünfzig bis hundert Jahren und ist somit eher als Evolution denn als Revolution zu bezeichnen. Der in England um 1765 einsetzende und in Deutschland mit Verspätung adaptierte Prozess zunehmender Verwendung von Maschinen erlaubte nicht nur eine Produktion in deutlich größerem Umfang bei sinkenden Kosten, sondern machte auch die vergleichsweise unproduktive Handarbeit überflüssig. Bis zu diesem Zeitpunkt agrarisch geprägte Staaten wandelten sich zu Industriestaaten und weite Teile der Bevölkerung verlegten ihren Lebensmittelpunkt in die Städte, in die Nähe der Industrie. Während die Anzahl der in Fabriken beschäftigten Personen permanent anstieg, begann parallel das Phänomen massenhafter unverschuldeter Armut weiter Teile der arbeitsfähigen und arbeitswilligen Bevölkerung, bezeichnet als „Pauperismus“, sich in das Zentrum des öffentlichen Interesses zu drängen. Der Schwerpunkt der vorliegenden Hausarbeit soll indes auf Deutschland liegen, genauer gesagt auf dem Gebiet des später gegründeten Deutschen Reiches. Der Einfachheit halber wird im weiteren Verlauf dieser Ausarbeitung aber der Begriff „Deutschland“ verwendet und lediglich bei empirischen Daten auf die spezifischen Erhebungsgebiete hingewiesen. Zur Verdeutlichung ihrer Auswirkungen, werden nachfolgend zuerst der Verlauf der Industrialisierung in groben Zügen dargestellt und die wirtschaftlichenVeränderungenskizziert.Anschließenderfolgt eineAnnäherunganden Begriffdes Pauperismus, indem die Lebens‐ und Arbeitsbedingungen anhand historischer Berichte nachvollzogen und im nächsten Punkt die Ursprünge der Armut beleuchtet werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Industrialisierung im historischen Kontext

2.1 Verlauf der Industrialisierung

2.2 Wirtschaftliche Veränderungen

3. Das Phänomen des Pauperismus

3.1 Lebens- und Arbeitsbedingungen der Arbeiter

3.2 Ursprünge des Pauperismus

4. Langfristige Folgen der Industrialisierung

4.1 Auswirkungen auf den Pauperismus

4.2 Bewertung der Veränderungen

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis zwischen der Industrialisierung im 19. Jahrhundert und dem Phänomen des Pauperismus in Deutschland. Das primäre Ziel ist es, kritisch zu hinterfragen, ob die industrielle Entwicklung als ursächlicher Auslöser oder als langfristige Lösung für die massenhafte Verelendung der Bevölkerung zu betrachten ist.

  • Historischer Verlauf und wirtschaftliche Rahmenbedingungen der Industrialisierung
  • Analyse der Lebens- und Arbeitsbedingungen im 19. Jahrhundert
  • Ursachenforschung zum Pauperismus und dessen gesellschaftliche Wurzeln
  • Untersuchung der langfristigen ökonomischen Folgen für die Arbeiterschaft
  • Bewertung der sozialen Auswirkungen und staatlicher Eingriffsmöglichkeiten

Auszug aus dem Buch

3.1 Lebens- und Arbeitsbedingungen der Arbeiter

Inhaltlich entsprechen sich viele zeitgenössische Schilderungen des Elends, besonders von Beschäftigten im Textilsektor (vgl. Wolff 1844, S.168), denen auch Engels den Hauptteil seines Werkes widmet. Umfangreich und eindringlich werden hier die Wohn- und Lebensverhältnisse in verschiedenen industrialisierten Städten Englands beschrieben. So schreibt Engels über die Straßen Manchesters: „Eine Unmasse Unrat, Abfall und ekelhafter Kot liegt [...] überall herum, die Atmosphäre ist durch die Ausdünstungen derselben verpestet und durch den Rauch von einem Dutzend Fabrikschornsteinen verfinstert und schwer gemacht“ (Engels 1892, S.127). Die Hoffnung auf eine Erhöhung des Lebensstandards durch die räumliche Verschiebung des Wohnortes vom Land in die Städte scheint sich also nicht erfüllt zu haben.

Im Gegenteil: Da die die Wohn- und Lebenskosten hier deutlich höher lagen, kann sogar von einer Verschlechterung gesprochen werden (vgl. Kromphardt 2004, S.108). Die quantitativen Ausmaße des Zuzuges übertrafen die Kapazitäten an zumutbaren Wohnraum weit, sodass sich bald die qualitative Situation der hohen Nachfrage und dem niedrigen Einkommen der Arbeiter anpasste. Weiterhin machten die, der Gesundheit nicht zuträgliche, kaum vorhandene Hygiene, sowie mangelnde Heizmöglichkeiten im Winter, Krankheiten häufig und führten zu einer massiv erhöhten Mortalitätsrate, verglichen mit Stadtteilen reicherer Bewohner (vgl. Engels 1892, S.163ff.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hinführung zum Thema Industrialisierung und Pauperismus sowie Darstellung der methodischen Vorgehensweise und Zielsetzung der Arbeit.

2. Industrialisierung im historischen Kontext: Analyse des industriellen Wandels in England und der zeitversetzten Entwicklung in Deutschland unter Berücksichtigung technologischer und ökonomischer Faktoren.

3. Das Phänomen des Pauperismus: Untersuchung der sozioökonomischen Bedingungen der Arbeiterschaft und der strukturellen Ursachen der Massenarmut vor und während des industriellen Durchbruchs.

4. Langfristige Folgen der Industrialisierung: Evaluierung der Auswirkungen auf den Lebensstandard und die soziale Struktur, inklusive einer kritischen Bewertung der Transformationskosten.

5. Fazit: Synthese der Ergebnisse mit dem Ergebnis, dass der Pauperismus primär eine Übergangsphase darstellte und die Wurzeln der Armut vorindustriell verankert waren.

Schlüsselwörter

Industrialisierung, Pauperismus, Arbeiterklasse, Lohnarbeit, Lebensstandard, Soziale Frage, Fabrikarbeit, Bevölkerungswachstum, Kapitalismus, Armut, Historische Wirtschaftsanalyse, Industrielle Revolution, Proletariat, Bourgeoisie, Soziale Ungleichheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der sozialen Lage der Bevölkerung während des industriellen Wandels im 19. Jahrhundert in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen der Prozess der Industrialisierung, die Entstehung des Pauperismus und die Auswirkungen auf die Lebens- und Arbeitsbedingungen der damaligen Bevölkerung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es wird analysiert, ob die Industrialisierung die direkte Ursache für die Massenarmut war oder ob sie langfristig einen Ausweg aus vorbestehenden elenden Verhältnissen bot.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf zeitgenössischen Berichten, empirischen Daten und wissenschaftlicher Sekundärliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der wirtschaftlichen Veränderungen, die detaillierte Beschreibung der Arbeiterelends sowie die Bewertung langfristiger ökonomischer Entwicklungen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Kernbegriffe sind Industrialisierung, Pauperismus, Lohnarbeit, soziale Frage und der materielle Lebensstandard im 19. Jahrhundert.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle von Friedrich Engels?

Der Autor ordnet Engels Schilderungen kritisch ein und weist darauf hin, dass seine Darstellungen zur vorindustriellen Zeit teilweise idealisiert waren, um die Kritik an der Industrie zu schärfen.

Welche Bedeutung kommt der Landwirtschaft zu?

Die Arbeit betont, dass vorindustrielle Probleme im agrarischen Sektor und das Bevölkerungswachstum entscheidende, oft unterschätzte Faktoren für die Entstehung der Armut waren.

Was war der "Take-Off" der Industrie?

Dies beschreibt die Phase ab ca. 1850, in der das Wirtschaftswachstum das Arbeitskräftepotential übertraf und somit eine erste Besserung der Lage ermöglichte.

Welche Rolle spielte der Staat bei der Bewältigung?

Es wird aufgezeigt, dass staatliche Regulierungen und Sozialversicherungen maßgeblich dazu beitrugen, die negativen Auswirkungen des industriellen Wandels einzudämmen.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Industrialisierung als Ursache oder Lösung des Pauperismusproblems in Deutschland in der Mitte des 19. Jahrhunderts
Hochschule
Hochschule Bremen
Note
1,0
Autor
Mirko Kruse (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
15
Katalognummer
V278556
ISBN (eBook)
9783656714958
ISBN (Buch)
9783656714934
Sprache
Deutsch
Schlagworte
industrialisierung ursache lösung pauperismusproblems deutschland mitte jahrhunderts
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Mirko Kruse (Autor:in), 2014, Industrialisierung als Ursache oder Lösung des Pauperismusproblems in Deutschland in der Mitte des 19. Jahrhunderts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278556
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  15  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum