Die Rolle des Sports im Franquismus


Hausarbeit (Hauptseminar), 2009

12 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. GESETZLICHE RAHMENBEDINGUNGEN DER ÖFFENTLICHEN KOMMUNIKATION IM FRANQUISMUS
2.1 Dictadura
2.2 Dictablanda

3. ENTWICKLUNG DER SPORTBERICHTERSTATTUNG IM FRANQUISMUS
3.1 Rolle der Sportberichterstattung im spanischen Fernsehen
3.2 Verschiedene Sportarten in der Sportberichterstattung
3.3 Verbindung zu Europa – Epansion der Sportberichterstattung

4. DIE STRUKTUR DES SPORTS IM FRANQUISMUS
4.1 Gesetzgebung
4.2 Sport und Presse
4.2.1 Massenspektakel – politisches Schlafmittel?
4.2.2 Real Madrid – Francos Mannschaft?
4.2.3 Hervorhebung des politschen Einflusses am Beispiel des FC Barcelona
4.2.4 Real Madrid als Botschafter Spaniens

5. ROLLE DER FRAUEN IM HINBLICK AUF DEN SPORT
5.1 Leibeserziehung in der Falange
5.2 Einfluss der Kirche auf den Frauensport
5.3 Aufblühen des Sports bei den Frauen ab den 1960ern

6. FAZIT

7. BIBLIOGRAPHIE

1. EINLEITUNG

„Sport und Politik verkörpern zwei gesellschaftliche Teilbereiche, die stark miteinander verflochten sind“ (Schirmer 1995: 62) – was es mit dieser Aussage auf sich hat, geht aus der vorliegenden Hausarbeit hervor. Ist die Rede von der Sportberichterstattung, so handelt es sich um einen untergeordneten Teil der Medien, der jedoch einen großen Betrachterzuspruch findet (Vgl. Gleich 2000: 511f). Der Aspekt der Medien spielt gerade zu Zeiten des Franquismus eine interessante Rolle, weil es zu der Zeit unterschiedliche Zensurmaßnahmen gegeben hat. Daher stellt sich die Frage, wie die Entwicklung der Sportberichterstattung in den verschiedenen Medien im Hinblick auf die gesetzlichen Rahmenbedingungen verlaufen ist. Darüber hinaus wird erläutert, welche Rolle die Sportpresse bezüglich der Gesellschaft einnahm und welche Einschränkungen in diesem speziellen Gebiet vorgenommen wurden. In der Sportberichterstattung liegt der Schwerpunkt auf dem Spitzen- bzw. Leistungssport, vor allem auf der internationalen und nationalen Ebene – dies wird am Paradebeispiel des Fußballklubs Real Madrid illustriert. Ein anderer wichtiger Aspekt ist die gegenseitige Beeinflussung des Sports und der Politik, der durch den starken Zusammenhalt des oben genannten Klubs und des Regimes demonstriert wird. Zu guter Letzt wird auf die Domäne der Frauen im Zusammenhang mit dem Sport eingegangen. Im Nachfolgenden wird versucht, die zentrale Fragestellung zu beantworten: In welchem Ausmaß hat der Franquismus die Sportberichterstattung dauerhaft geprägt? (Vgl. Hernández: 2003: 21f).

2. GESETZLICHE RAHMENBEDINGUNGEN DER ÖFFENTLICHEN KOMMUNIKATION IM FRANQUISMUS

Nach der Machtübergreifung des Generals Francisco Franco herrschte bis zum das Jahr 1975 eine Diktatur in Spanien. Diese brachte neben den politischen, sozialen und kulturellen Unterschieden auch gewisse gesetzliche Rahmenbedingungen für die öffentliche Kommunikation. Es wurden zwei Phasen der Entwicklung in der Zensur der Medien unterschieden, die im Folgenden näher erläutert werden.

2.1 Dictadura

Bereits 1938 wurde das totalitäre Pressegesetz erlassen, damit die Massenmedien als ideologisches, politisches und kulturelles Machtmittel von dem Regime genutzt werden konnten. Die Zeitungen unterlagen einer strengen Zensur und wurden in den Dienst der Falange gestellt; manche Zeitungen, die republikfreundlich waren, wurden sogar ganz geschlossen. Zudem unterlagen alle Medien der Kontrolle der Delegación Nacional de Prensa y Propaganda del Movimiento. Darüber hinaus waren auch der Rundfunk und das Fernsehen gezwungen, Nachrichten auszustrahlen, die zuvor überprüft wurden (Vgl. Schulze Schneider 2005: 31ff; Fröschl 2004: 49ff).

2.2 Dictablanda

Mitte der Sechziger fand eine institutionelle Reorganisation statt, die so genannte Dictablanda. 1966 erfolgte eine Liberalisierung durch ein neues Gesetz des Druck- und Pressewesens (Ley Fraga Iribarne): die Vorzensur wurde abgeschafft, die Meinungsfreiheit wurde eingeführt und erstmals gab es eine Unternehmensfreiheit der Verlage. Allerdings wurde diese Auflockerung von nur ganz wenigen Journalisten genutzt, da die Rechtslage noch immer recht unklar war, d.h. dass das Pressewesen noch immer ziemlich stark von dem Regime abhängig war. Dennoch nahm der Einfluss der Movimiento -Presse zunehmend ab, was wiederum einen Wechsel signalisierte (Vgl. Schulze Schneider 2005: 31ff; Fröschl 2004: 49ff).

3. ENTWICKLUNG DER SPORTBERICHTERSTATTUNG IM FRANQUISMUS

Die Entwicklung der Sportberichterstattung spielte eine essenzielle Rolle in der Geschichte des Sports, denn durch sie wurden nicht nur die Menschen über die sportlichen Ereignisse schneller in Kenntnis gesetzt; auch der Sport gewann an Bedeutung. Im Folgenden wird erläutert welchen Verlauf die Sportberichterstattung in den Medien einnahm. Als wichtigstes Medium kann man das Fernsehen betrachten. Diesbezüglich äußerte sich Loosen:

Sport ist in den Medien in erster Linie Fernsehsport. Für die Printmedien ist Sport vor allem wegen seiner Fernsehpräsenz ein Thema; hier werden die entscheidenden Aktualitäts- und Relevanzmaßstäbe vorgegeben. Diese sind allerdings so absolut, dass weitere Bereiche des Sports hier gar nicht vorkommen können (Vgl. Schauerte 2007: 87 zit. n. Loosen 1998: 211).[1]

3.1 Rolle der Sportberichterstattung im spanischen Fernsehen

Nach der Einführung des Fernsehens in Spanien 1956 nahm die Rolle des Sportprogramms im spanischen Fernsehen stetig zu. Im Mittelpunkt stand dabei der Fußball, der ein großes Spektrum an Zuschauern anzog. Diese Fußballübertragungen nutze Franco allerdings zu seinen Vorteilen und so fungierten sie als Propaganda für das sein Regime, das die Erfolge als seine ansah. Die erste Fußballübertragung 1954, die das Spiel zwischen Real Madrid und Racing de Santander zeigte, wurde als großer Erfolg gefeiert. Es war kein Zufall, dass gerade ein Spiel des Fußballklubs Real Madrid zur ersten Übertragung ausgewählt wurde, denn dieser diente dem Franco-Regime als propagandistisches Instrument. In dieser Zeit wurde die Präsenz des Regimes im Fernsehen drastisch erhöht (Vgl. Bonaut Iriarte 2008: 2ff).

3.2 Verschiedene Sportarten in der Sportberichterstattung

Neben dem Fußball wurden auch andere Sportarten zunehmend populärer in der Sportberichterstattung. 1958 wurde erstmals das Finale eines Radrennens in Madrid übertragen. Allerdings wurden die besten Momente des Finales in 18 Minuten zusammenfassend dargestellt, da diese Sportart sich in Spanien noch nicht richtig etabliert hat. Im gleichen Jahr erfolgten die ersten Übertragungen von Schwimmen und Reitsport – in beiden Fällen wurden jeweils die spanischen Sieger gefeiert. Dies unterstreicht erneut, wie sehr das Regime durch den Sport öffentlich profitieren wollte indem hauptsächlich die „Siegessportarten“ gezeigt wurden (Vgl. Bonaut Iriarte 2008: 18f).

3.3 Verbindung zu Europa – Expansion des Sportberichterstattung

Ein wichtiger Fortschritt in der Entwicklung der Sportberichterstattung Spaniens war es, dass es TVE (Televisión española) gelungen ist, eine Verbindung zu Europa herzustellen – ab 1960 wurde dadurch ermöglicht, alle Spiele in Europa übertragen zu können. Ab diesem Zeitpunkt konnte sich der Sport im spanischen Fernsehen etablieren und folglich wurden nun auch andere Sportarten wie Tennis, Formel 1, Skispringen, Basketball und die Olympischen Spiele übertragen. Dabei handelte es sich hier auch hauptsächlich um Sportarten, in denen Spanier zunehmend erfolgreicher wurden. Dennoch ist an dieser Stelle zu sagen, dass dem Fußball die tragende Rolle in der spanischen Sportberichterstattung zugeschrieben wurde – die reine Berichterstattungszeit übertrifft andere Sportarten meist um das Zweifache, wenn nicht um das Dreifache. Mit den Jahren lässt sich eine rasante Entwicklung in der Übertragung vernehmen: während im Jahre 1960 lediglich 1125 Minuten Fußball übermittelt wurden, so waren es 1970 schon über 7000 Minuten (Vgl. Bonaut Iriarte 2008: 25ff).

[...]


[1] Loosen, Wiebke (1998): Die Medienrealität des Sports. Evaluation und Analyse der Printberichterstattung. Wiesbaden: Deutscher Universitätsverlag.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Die Rolle des Sports im Franquismus
Hochschule
Universität Mannheim
Veranstaltung
HS Sportberichterstattung
Note
2,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
12
Katalognummer
V278633
ISBN (eBook)
9783656714606
ISBN (Buch)
9783656714590
Dateigröße
411 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Franquismus, Sport im Franquismus, Medien im Franquismus, Sportberichterstattung
Arbeit zitieren
Daria Götte (Autor), 2009, Die Rolle des Sports im Franquismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278633

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