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Der Weg des Rings in die kirchliche Hochzeitsliturgie. Vom heidnischen Verlobungs- zum christlichen Ehering

Titel: Der Weg des Rings in die kirchliche Hochzeitsliturgie. Vom heidnischen Verlobungs- zum christlichen Ehering

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2014 , 22 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Gloria Reinhardt (Autor:in)

Theologie - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Obwohl der Ringwechsel seinen festen Platz in der Liturgie des Trauungsgottesdienstes hat und sich der Verlobungs- bzw. der Ehering durch die christliche Kirche im Abendland verbreitete, ist er nicht christlichen Ursprungs. Der Ring als Treuesymbol findet keine Erwähnung in der Heiligen Schrift, obwohl die Kirche die Ehe in Analogie besonders zum Neuen Bund zwischen Jesus Christus und der Kirche als seiner Braut stellt. Der Ehering ist ein Beispiel dafür, dass die Kirche weltlich-lokale Volksbräuche und -riten in ihre Liturgie aufnahm und diese kanonisierte. So hat auch der Ring innerhalb des kirchlichen Hochzeitsritus seine eigene Geschichte, die unabhängig vom Christentum beginnt. Da im Laufe der Geschichte die westliche und östliche Kirche ihre eigene Ordnung aufbauen und sie sich mit der Völkerwanderung und der Vermischung von romanisch-lateinischer und germanischer Kultur auch in Bezug auf die Feier der Trauung eigenständig entwickeln, ist es sinnvoll die West- und die Ostkirche getrennt voneinander zu betrachten. Um den Rahmen dieser Arbeit nicht zu sprengen, wird im Folgenden die Entwicklung des Verlobungs- bzw. Eherings allein in der römisch-katholischen Kirche dargestellt. Im Vergleich mit dem Alten und Neuen Testament wird aufgezeigt, dass der Ring in seiner heutigen Bedeutung für die Ehe nicht aus biblischen, ferner urchristlichen Zeiten stammt, sondern sein Ursprung im antiken Rom auszumachen ist.
Ziel ist es, die Geschichte des Eheringes zu skizzieren und seine Aufnahme in den kirchlichen Hochzeitsritus zu erläutern. Dazu ist es notwendig, die Entwicklung des Eherechts zu behandeln. Neben liturgiewissenschaftlichen Beiträgen, wie von Korbian Ritzer, der sich intensiv mit den Bräuchen der frühen Christen beschäftigt, und Artikeln aus rechtsgeschichtlichen Nachschlagewerken wird vor allem die Dissertation von Manfred Mühl herangezogen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Eheschließungen im Alten und Neuen Testament

2. Der Alte und der Neue Bund als Vorbild für das christliche Eheverständnis

3. Die Rolle von Schmuck in der Bibel

4. Parallelen zwischen biblischem und römischen Eherecht der Antike und der Ursprung des Verlobungsrings

5. Einsegnung der Ehe in der Kirche Roms ab dem 4. Jahrhundert

6. Vom Verlobungs- zum Ehering – Entwicklung einer Hochzeitsliturgie

6.1 Die Verlegung der Trauung in die Kirche

6.2 Der Ring als fester Bestandteil der Hochzeitsliturgie

Schlussfolgerung

Bibliografie

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung des Eherings von einem heidnischen Verlobungs- und Rechtssymbol hin zu einem festen Bestandteil der kirchlichen Hochzeitsliturgie. Im Zentrum steht dabei die religionswissenschaftliche Analyse, wie die christliche Kirche weltlich-lokale Riten aufnahm, kanonisierte und in ihren theologischen Kontext integrierte, während sie gleichzeitig die ursprüngliche, nicht-christliche Herkunft des Rings beleuchtet.

  • Historische Herleitung des Verlobungs- und Eherings aus der römischen Antike
  • Vergleich der Eheschließungspraktiken im Alten und Neuen Testament
  • Analyse der Übernahme und Sakralisierung von weltlichen Bräuchen durch die Kirche
  • Bedeutung von Treue und Bund als theologische Begründung der Ehe
  • Entwicklung des Trauungsritus und dessen Verlegung in den liturgischen Raum

Auszug aus dem Buch

4. Parallelen zwischen biblischem und römischen Eherecht der Antike und der Ursprung des Verlobungsrings

Manfred Mühl beschäftigt sich in seiner Dissertation ausführlich mit dem römischen Eheschließungs- und Verlöbnisrecht und geht dem Ursprung des Verlobungsrings nach. Der Argumentation Mühls folgend wird der Ursprung des Verlobungsrings ermittelt.

Der Ring, der später eine Bedeutung für die Hochzeitszeremonie haben wird, hat seinen Ursprung im antiken Rom. Ein eiserner Siegelring wird von den Römern in vorchristlicher Zeit als ein Standesabzeichen des „freien Mannes“ – im Gegensatz zum Sklaven – getragen und wird anulus pronubus genannt. Das Material Eisen steht für militärische Tapferkeit. Goldringe etablieren sich erst in republikanischer Zeit und werden von gesellschaftlich höher gestellten Persönlichkeiten getragen. Seit Beginn der Prinzipatszeit (27 v. Chr. - 284 n. Chr.) breiten sich goldene Ringe schneller aus und werden auch von anderen Personen getragen. Damit verliert der Ring seine Bedeutung als Standesabzeichen. Hinzu kommt, dass spätestens ab der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts n. Chr. die Sitte herrscht, einer Braut einen goldenen anulus pronubus zu überreichen. Nur ist dieser Ring dadurch noch kein Ehering, den sich die Brautleute bei einer Zeremonie gegenseitig anstecken. Vielmehr ist er ein Verlobungsring. Denn nach römischem Recht kann der Eheschließung ein Verlöbnis (sponsalia) vorausgehen und der Ring fungiert als eine Art Unterpfand auf die Braut bzw. als Brautgeld.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Es wird die heutige Bedeutung des Eherings als Symbol der Treue erläutert und die Forschungsfrage aufgeworfen, wie sich dieser ursprünglich nicht-christliche Brauch in die kirchliche Liturgie integriert hat.

1. Eheschließungen im Alten und Neuen Testament: Dieses Kapitel beleuchtet das Eheverständnis der biblischen Zeit, das primär vertragsrechtlich geprägt war und den Fortbestand der Familien-Genealogie sicherte.

2. Der Alte und der Neue Bund als Vorbild für das christliche Eheverständnis: Hier wird die theologische Analogie zwischen der Treue Gottes zu seinem Volk (Bund) und der Treue der Ehepartner untereinander erarbeitet.

3. Die Rolle von Schmuck in der Bibel: Der Text analysiert die Verwendung von Schmuck in biblischen Kontexten, wobei deutlich wird, dass Ringe und Schmuck in Bezug auf Eheschließungen in der Schrift keine Rolle spielen.

4. Parallelen zwischen biblischem und römischen Eherecht der Antike und der Ursprung des Verlobungsrings: Das Kapitel zeigt die historische Wurzel des Verlobungsrings im antiken Rom als „anulus pronubus“ auf und identifiziert ihn als rechtliches Pfand.

5. Einsegnung der Ehe in der Kirche Roms ab dem 4. Jahrhundert: Es wird beschrieben, wie die Kirche allmählich begann, Ehefeiern durch Segnungen zu begleiten, ohne jedoch anfänglich den Ritus selbst zu bestimmen.

6. Vom Verlobungs- zum Ehering – Entwicklung einer Hochzeitsliturgie: Das Kapitel beschreibt die Verlegung der Trauung in den Kirchenraum und die Transformation des Ringwechsels zu einem festen Bestandteil der kirchlichen Zeremonie.

Schlussfolgerung: Das Fazit fasst zusammen, dass der Ehering als Symbol für Liebe und Treue erst durch eine lange historische und liturgische Entwicklung seinen heutigen Platz in der Kirche gefunden hat.

Schlüsselwörter

Ehering, Hochzeitsliturgie, Verlobungsring, Römische Antike, Kirchengeschichte, Eheverständnis, Sakrament, Trauung, Anulus Pronubus, Brautkauf, Liturgiewissenschaft, Treue, Eherecht, Christentum, Mittelalter

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht die historische Herkunft und die liturgische Integration des Eherings in die kirchliche Hochzeitsfeier.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung des Eherechts in der Antike, biblischen Ehevorstellungen, römischen Brautbräuchen und der Entwicklung der christlichen Trauungsliturgie.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Untersuchung zielt darauf ab, zu klären, woher der Ehering stammt und durch welche geschichtlichen Prozesse er seinen Platz als festes Symbol im christlichen Trauungszeremoniell fand.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine historisch-analytische Methode, basierend auf der Auswertung von Fachliteratur, rechtsgeschichtlichen Dissertationen und liturgiewissenschaftlichen Quellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil spannt den Bogen von biblischen Grundlagen über das römische Verlobungsrecht bis hin zur schrittweisen Übernahme und Einsegnung dieser weltlichen Riten durch die mittelalterliche Kirche.

Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Anulus Pronubus, kirchliche Hochzeitsliturgie, Eherecht, Sakramentalität der Ehe und die historische Transformation von der Kaufehe zur freien Zustimmung.

Warum ist der Ring ursprünglich kein christliches Symbol?

Historische Quellen belegen, dass der Ring in der Bibel im Kontext einer Hochzeit nicht erwähnt wird und seine Ursprünge in der römischen Rechtspraxis als Verlobungspfand (anulus pronubus) liegen.

Welchen Einfluss hatte das Konzil von Trient auf die heutige Trauung?

Das Tridentinum führte eine zwingende Formvorschrift für die Eheschließung ein, wodurch der Ehekonsens in kirchlicher Form (in facie Ecclesiae) zur Voraussetzung für die Gültigkeit der Ehe wurde.

Was bedeutet der Begriff "anulus pronubus"?

Es handelt sich um den römischen Verlobungsring, der ursprünglich als Standesabzeichen und später als juristisches Pfand beim Abschluss eines Brautkaufvertrages diente.

Wie vollzog sich der Wandel vom Verlobungs- zum Ehering?

Der Wandel verlief fließend: Mit der schrittweisen Integration der Trauung in den kirchlichen Raum wurde die anfänglich weltliche Ringübergabe in das sakramentale Zeremoniell aufgenommen und erhielt dort eine neue, ethisch-symbolische Bedeutung.

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Details

Titel
Der Weg des Rings in die kirchliche Hochzeitsliturgie. Vom heidnischen Verlobungs- zum christlichen Ehering
Hochschule
Universität Potsdam  (Institut für Religionswissenschaft)
Note
1,3
Autor
Gloria Reinhardt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
22
Katalognummer
V278646
ISBN (eBook)
9783656766803
ISBN (Buch)
9783656766797
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ehering Liturgie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Gloria Reinhardt (Autor:in), 2014, Der Weg des Rings in die kirchliche Hochzeitsliturgie. Vom heidnischen Verlobungs- zum christlichen Ehering, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278646
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Leseprobe aus  22  Seiten
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