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Der Bruch von Heteronormativität. Das Schönheitshandeln in der lesbischen Community

Titre: Der Bruch von Heteronormativität. Das Schönheitshandeln in der lesbischen Community

Dossier / Travail , 2014 , 21 Pages

Autor:in: Lena Prinzhaus (Auteur)

Sociologie - Relations et Famille
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Die Soziologie deutet den Menschen als soziales Wesen, welches in ungeheuerlich komplexe gesellschaftliche Mechanismen eingebunden ist und in steter Interdependenz mit anderen lebt. Kein Individuum kann demzufolge ganz für sich alleine stehen und ist darauf angewiesen, mit anderen zu interagieren. Das wohl wesentlichste Interaktionsinstrument, das uns zur Verfügung steht, stellt unser Körper dar. Denn über ihn nehmen wir unterschiedlichste Reize aus der Umwelt in uns auf und wirken gleichzeitig auch auf sie ein. Neben der Sprache kann der Körper als wichtigstes Werkzeug für die menschliche Interaktion betrachtet werden.
Entgegen dem Alltagsverständnis, wonach die Modifizierung der äußeren Erscheinung vor allem dem persönlichen Wohlbefinden derjenigen dienen soll, die sich modifizieren, gibt es Stimmen aus der Körpersoziologie, die meinen, dass Schönheitshandeln, also das, was Menschen tun, um ihre eigene Außenwirkung zu inszenieren, in erster Linie den Zweck gesellschaftlicher Positionierung verfolgt. Dass Schönheitsideale existieren und eine relativ präzise kulturelle Vorstellung darüber herrscht, wie Frauen und Männer auszusehen haben, um als attraktiv zu gelten, wird nicht zuletzt an den Vorbildern deutlich, die uns die Medien hierzu präsentieren.
Im Verlauf der vorliegenden Arbeit soll nicht nur die Bedeutung von Schönheitshandeln für die Gesellschaft herausgestellt werden, sondern vor allem auch die Effekte des Schönheitshandelns auf das soziale Geschlecht (gender) der Schönheitshandelnden.
Ausgangsthese ist hierbei, dass Schönheitsideale zum einen gesellschaftlich stark standardisiert sind, und zum anderen auch in einem engen Kontext mit etablierten Geschlechterrollen zu sehen sind, was im Zusammenspiel unmittelbare Auswirkungen auf die Identitätskonstruktion von Individuen hat. Vor diesem Hintergrund scheint eine nähere Betrachtung jener Formen von Schönheitshandeln als interessant, die darauf abzielen, nicht als Geschlechtswesen in Erscheinung zu treten und sich somit gewissermaßen auch von kulturellen Normen distanzieren. Als präzisiertes Beispiel hierfür soll die lesbische Community dienen, deren Mitglieder teilweise von den kulturellen Standards weiblicher Schönheit abweichen und ihrerseits eigene Codes in Bezug auf die äußere Erscheinung entwickelt zu haben scheinen. Im Rahmen dieser Arbeit soll also die Frage behandelt werden, nach welchen Motiven sich Schönheitshandeln in der lesbischen Community vollzieht.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Fragestellung

2. Schönheitshandeln nach Definition von Degele

2.1 Schönheitshandeln als soziale Positionierung

2.2 Schönheitshandeln als Statuskategorie

2.3 Weibliches Schönheitshandeln und kulturelle Standards

3. Schönheitshandeln in der lesbischen Community

3.1 Zur Heteronormativität

3.2 Erkennbar lesbisch sein

4. Zusammenfassung und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Motive und Funktionen des Schönheitshandelns innerhalb der lesbischen Community vor dem Hintergrund einer heteronormativen Gesellschaftsstruktur und analysiert, wie durch die Inszenierung des Äußeren Identität konstruiert und soziale Anerkennung ausgehandelt wird.

  • Soziologische Grundlagen des Schönheitshandelns nach Nina Degele
  • Weibliche Schönheitsideale und kulturelle Normierung
  • Die Rolle der Heteronormativität bei der Identitätsbildung
  • Community-Building und die Sichtbarkeit lesbischer Identität
  • Doing Gender vs. Undoing Gender als politisches Statement

Auszug aus dem Buch

3.2 Erkennbar lesbisch sein

„Zum Image der Lesbierin gehört es, zigarrenrauchend, mit tiefer Stimme und herber Mimik, womöglich mit Bartansatz sich maskulin zu geben. Angeblich will sie von Mutterschaft nichts wissen, sucht nur die berufliche Karriere, haßt die Männer und konkurriert zugleich mit ihnen.“ (Lautmann 1977, S.11) Es sei an den Anfang dieses Kapitels gestellt, dass der vorliegenden Arbeit keinerlei Absicht zugrunde liegt, derartige Klischees zu reproduzieren. Trotzdem, so lautet die These, ist das gesellschaftliche Bild der maskulinen, derben Lesbe zumindest teilweise auch heute noch wirksam, ungeachtet dessen, dass die Bevölkerung inzwischen aufgeklärter ist und homosexuelle Partnerschaft, also auch Liebe zwischen Frauen, vermehrt als eine legitime Lebensform anerkannt wird.

Die Struktur unserer Gesellschaft bleibt jedoch heteronormativ und die Erwartungen an das Mann- bzw Frausein sind damit verbunden relativ klar definiert. Homosexuelle Frauen1 entsprechen diesen Erwartungen häufig nicht und setzen sich damit sowohl direkter als auch indirekter Diskriminierung durch andere Gesellschaftsmitglieder aus2. Ziel der vorliegenden Arbeit soll es jedoch nicht sein, die gewiss vielfältigen Formen jener Diskriminierung durch die Gesellschaft herauszustellen. Stattdessen beschäftigen wir uns mit der Frage, warum eine Vielzahl von lesbischen Frauen ihre Außenwirkung so inszeniert, dass sie für ihre Umwelt als solche erkennbar wird, obwohl sie sich gerade im Hinblick auf mögliche soziale Benachteiligungen ebenso gut dafür entscheiden könnte, als doing gender in Erscheinung zu treten, um somit sozialen Normen Rechnung zu tragen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Fragestellung: Das Kapitel führt in die soziologische Bedeutung des Körpers als Interaktionsinstrument ein und definiert die zentrale Fragestellung nach den Motiven lesbischen Schönheitshandelns.

2. Schönheitshandeln nach Definition von Degele: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Schönheitshandelns als Prozess der sozialen Positionierung und Statuskategorie sowie die spezifischen kulturellen Anforderungen an Frauen erörtert.

3. Schönheitshandeln in der lesbischen Community: Dieser Abschnitt analysiert das Spannungsfeld zwischen heteronormativer Gesellschaftsstruktur und der bewussten Inszenierung lesbischer Identität zur Abgrenzung und Gemeinschaftsbildung.

4. Zusammenfassung und Fazit: Das abschließende Kapitel führt die Erkenntnisse zusammen und unterstreicht, dass lesbisches Schönheitshandeln eine bewusste, wenn auch gesellschaftlich riskante Absage an klassische Geschlechterrollen darstellt.

Schlüsselwörter

Schönheitshandeln, Heteronormativität, lesbische Community, Doing Gender, Identitätskonstruktion, soziale Positionierung, Statuskategorie, Weiblichkeit, Körperbesessenheit, Anerkennung, Community-Building, Geschlechterrollen, Körperinszenierung, Diskriminierung, Subkultur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert, wie lesbische Frauen ihr Äußeres gestalten, um sich in einer heteronormativen Gesellschaft zu positionieren und sich innerhalb ihrer eigenen Community zu erkennen zu geben.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die Soziologie des Körpers, die Machtstrukturen von Schönheitsidealen, die Bedeutung von Heteronormativität sowie die Mechanismen der Identitätsstiftung durch das sogenannte „Schönheitshandeln“.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, die Motive aufzudecken, warum lesbische Frauen von kulturellen Standards weiblicher Schönheit abweichen und welche Funktionen diese Inszenierung für ihre Identität und soziale Zugehörigkeit erfüllt.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?

Die Autorin stützt sich primär auf die theoretischen Ansätze der Körpersoziologie, insbesondere auf die empirische Untersuchung von Nina Degele, um soziologische Konzepte auf die Lebenswelt lesbischer Frauen zu übertragen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung des Schönheitshandelns als soziale Positionierung und die konkrete Anwendung auf die lesbische Community, inklusive der Analyse von Begriffen wie „doing gender“ und „Heteronormativität“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind Schönheitshandeln, Heteronormativität, lesbische Identität, soziale Positionierung und Doing Gender.

Inwiefern ist das „Outing“ ein Bestandteil des Schönheitshandelns?

Das Schönheitshandeln dient in der lesbischen Szene oft als Medium, um ohne explizite Kommunikation die eigene sexuelle Orientierung sichtbar zu machen und sich gegenüber „Gleichgesinnten“ zu outen.

Warum wird das traditionell weibliche „Tussi-Ideal“ in der lesbischen Szene oft abgelehnt?

Die Ablehnung beruht darauf, dass ein solches Erscheinungsbild als zu stark auf männliche Anerkennung ausgerichtet gilt und somit der politischen Absage an patriarchale Strukturen und traditionelle Geschlechterrollen widerspricht.

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Résumé des informations

Titre
Der Bruch von Heteronormativität. Das Schönheitshandeln in der lesbischen Community
Université
Technical University of Darmstadt  (Institut für Soziologie)
Cours
Blockseminar "Körper, Interaktion, Gesellschaft"
Auteur
Lena Prinzhaus (Auteur)
Année de publication
2014
Pages
21
N° de catalogue
V278676
ISBN (ebook)
9783656719168
ISBN (Livre)
9783656719144
Langue
allemand
mots-clé
bruch heteronormativität schönheitshandeln community
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Lena Prinzhaus (Auteur), 2014, Der Bruch von Heteronormativität. Das Schönheitshandeln in der lesbischen Community, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278676
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Extrait de  21  pages
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