In vorliegender Arbeit soll der demokratische Aspekt in Deweys Verständnis von Erziehung dargestellt und erläutert werden. Diese Wahl traf ich vor allem deshalb, da dieser Aspekt als solcher nur Wenigen ein Begriff sein dürfte, und sie, wenn sie den Namen John Dewey überhaupt schon einmal gehört haben, eher an den von ihm mitentwickelten modernen Projektunterricht denken dürften.
Gerade dieser Projektunterricht war es jedoch, der die Themenauswahl ungeplant mit bedingte. Denn erst während der Beschäftigung mit eben diesem Projektunterricht stieß ich darauf, dass Deweys Projektunterricht ja eigentlich nur Mittel zum Zweck für etwas Größeres gewesen ist: Der fortgesetzten Demokratisierung in der Gesellschaft zum Zwecke der Friedensschaffung und sozialer Gleichheit.
Doch wie wollte er die Gesellschaft demokratisieren? Um dies darzustellen soll im Folgenden zunächst auf das Leben Deweys eingegangen werden, um dann über seinen Begriff von Erziehung den Bogen zur ›Absichtsvollen Erziehung‹ zu spannen. Hier wird dann näher auf den demokratischen Aspekt in seiner Arbeit eingegangen und die Umsetzbarkeit dessen betrachtet.
Um Deweys Schaffen gerecht werden soll in dieser Hausarbeit vorrangig auf sein Buch „Demokratie und Erziehung“, aus welchem am deutlichsten sein demokratisches Verständnis von Erziehung herausgelesen werden kann, Bezug genommen werden.
Inhaltsverzeichnis
I. Vorwort
II. Deweys Leben
1. Kurzbiographie
2. Was prägte Deweys Schaffen?
III. Der demokratische Gedanke in der Erziehung Deweys
1. Deweys Erziehungsbegriff
a) Der handelnde Mensch
b) Gleichsetzung von Erziehung und Ergebnis
c) Die Wirkung der sozialen Umgebung
d) Wachstum
2. Absichtsvolle Erziehung
a) Folgerungen aus der Gleichsetzung von Entwicklung und Erziehung
b) Der demokratische Gedanke in der Erziehung
IV. Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, das Verständnis von John Dewey über den demokratischen Aspekt in der Erziehung zu analysieren und dessen Bedeutung für die Gesellschaft und das Individuum zu erläutern. Die zentrale Forschungsfrage untersucht dabei, wie Dewey den Demokratiegedanken in den erzieherischen Prozess integriert und welche Rolle Schule und Erziehung für die fortgesetzte Demokratisierung spielen.
- Biographische Prägung von John Dewey und sein Werdegang.
- Analyse des pragmatistischen Erziehungsbegriffs.
- Die Bedeutung von Erfahrung, Denken und sozialer Umgebung für das Wachstum.
- Das Konzept der absichtsvollen Erziehung als Vorbereitung auf die Demokratie.
- Die kritische Auseinandersetzung mit Erziehungszielen und schulischer Praxis.
Auszug aus dem Buch
b) Gleichsetzung von Erziehung und Ergebnis
Ähnlich wie Darwin in seiner Evolutionstheorie sieht Dewey das Leben als eine ständige Selbsterneuerung durch Austauschprozesse mit der Umwelt. Das Leben ist fortlaufende Entwicklung, denn „Solange es besteht, bemüht es sich, die es umgebenden Kräfte zu seinen eigenen Gunsten zu verwerten.“ Dies schließt nicht nur die bloß physischen Austauschprozesse mit ein, sondern auch den breiten Erfahrungsschatz an „Sitten, Einrichtungen, Glaubensanschauungen“, Wissen usw. - kurz, menschliches Kulturgut, welches menschliches Leben darüber hinaus prägt. Im weitesten Sinne bezeichnet Erziehung die Erhaltung und Erweiterung dieses Erfahrungsschatzes der gesamten menschlichen Rasse trotz des ständigen Wechsels der Generationen, d. h. Erziehung ist die Sicherung der „[…] sozialen Fortdauer des Lebens.“ Dewey sagt aus, dass diese Weitergabe von Erfahrung sich durch den Wechselverkehr zwischen den Menschen vollzieht. Er geht sogar noch weiter:
Übertragung und Wechselverkehr sind nicht nur das Mittel für den Fortbestand der Gesellschaft, sondern man kann sie geradezu als das Wesen der Gesellschaft bezeichnen. Die Menschen leben in einer Gemeinschaft kraft dessen, was sie gemein haben, und Austausch und Wechselverkehr sind Mittel, durch die etwas zum gemeinsamen Besitz wird. Dasjenige, was sie gemeinsam besitzen müssen, um eine Gemeinschaft, eine Gesellschaft zu bilden, sind Ziele, Glaubensanschauungen, Wünsche, Kenntnisse, gegenseitiges Verstehen, geistige Ähnlichkeit.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Vorwort: Der Autor erläutert seine Motivation, sich mit Deweys demokratischem Erziehungsverständnis auseinanderzusetzen, und stellt den Bezug zur Demokratisierung der Gesellschaft her.
II. Deweys Leben: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über Deweys Lebensstationen und die prägenden Einflüsse, die seine pragmatische Philosophie und sein pädagogisches Wirken maßgeblich beeinflusst haben.
III. Der demokratische Gedanke in der Erziehung Deweys: Der Hauptteil analysiert Deweys Erziehungsbegriff, betont den Zusammenhang von Erfahrung und Handeln, und diskutiert die Rolle der Erziehung im Kontext demokratischer Gesellschaftsformen.
IV. Schlussbetrachtung: Der Autor reflektiert den Prozess der Auseinandersetzung mit Deweys komplexen Werken und zieht ein Resümee über die Bedeutung des Pädagogen für die heutige Zeit.
Schlüsselwörter
John Dewey, Erziehung, Demokratie, Pragmatismus, Erfahrung, Wachstum, absichtsvolle Erziehung, Schule, Gesellschaft, Projektunterricht, Sozialisierung, Bildung, Instrumentalisierung, Selbstbestimmung, Handeln.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem demokratischen Verständnis von Erziehung bei John Dewey, insbesondere mit der Verbindung zwischen individueller Entwicklung und gesellschaftlicher Demokratisierung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Biographie Deweys, seinen Erziehungsbegriff auf Basis des Pragmatismus, die Rolle der Erfahrung sowie die Gestaltung absichtsvoller Erziehung in der Schule.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Darstellung und Erläuterung des demokratischen Aspekts in Deweys Erziehungstheorie, wobei die Frage im Vordergrund steht, wie Demokratie durch Erziehung in der Gesellschaft verankert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse, wobei primär auf Deweys Hauptwerk „Demokratie und Erziehung“ Bezug genommen wird, ergänzt durch biographische und pädagogische Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Deweys Erziehungsbegriff, der die Bedeutung von Handelndem Menschen, Erfahrung und sozialer Umgebung hervorhebt, sowie die Analyse der absichtsvollen Erziehung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Pragmatismus, Demokratie, Erfahrung, Wachstum, absichtsvolle Erziehung und soziale Teilhabe charakterisiert.
Warum ist Deweys Konzept der „absichtsvollen Erziehung“ problematisch?
Dewey sieht darin die Gefahr, dass Erziehung „lebensfern und tot“ oder „abstrakt und buchmäßig“ wird, weshalb sie bewusst auf das reale, menschliche Zusammenleben ausgerichtet bleiben muss.
Wie definiert Dewey die „Schulreife“?
Schulreife wird als die Fähigkeit definiert, bewusste Mitverantwortung für die eigene Entwicklung zu übernehmen, wobei der Abschluss der Schule als Beginn der vollen Selbstbestimmung verstanden wird.
- Quote paper
- Phillipp Zürcher (Author), 2002, Der demokratische Gedanke in der Erziehung Deweys, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27873