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Soziale Struktur und Emotionen in internationalen Konflikten. Eine Analyse des 9/11 und des Gefüges zwischen USA und Al-Qaida

Theorie von Kemper und Glasl's Konflikteskalationsmodell

Title: Soziale Struktur und Emotionen in internationalen Konflikten. Eine Analyse des 9/11 und des Gefüges zwischen USA und Al-Qaida

Term Paper (Advanced seminar) , 2012 , 34 Pages , Grade: unbenotet

Autor:in: Jan Wetterauer (Author)

Politics - Region: USA
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Wir schreiben das Jahr 2012. Wir leben in einer Zeit, welche geprägt ist von Aufklärung, Individualismus, Gleichheit, Freiheit und Toleranz. Zumindest was den Kontext unserer westlich geprägten Kultur betrifft. Im Laufe der Geschichte entstand die Genfer Konvention, die einen essentiellen Bestandteil des Völkerrechts bildet, welches wiederrum auf Gleichrangigkeit bettet. Die europäische Union, die Nato und die Vereinten Nationen mit samt ihrer etlichen Organisationen (bspw. UNESCO) stellen gegenwärtig das Erbe einer langen Geschichte dar, um im Rahmen der Globalisierung friedensstiftend und interdependent zu agieren. Im Kontext der Rüstungskontrolle formulierten sich zahlreiche Abkommen, wie beispielsweise der START-Vertrag. Aber auch zum Wohle des Klimaschutzes, der Bekämpfung des Terrorismus und vielen anderen Aufgaben in der Welt, kooperieren Staaten über ihre Grenzen hinaus, supranational, um die Welt fortwährend zu verbessern.
Frieden ist hierbei eines der Hauptanliegen der Bemühungen rund um den Globus. Der Weltfrieden war der Gründungsantrieb der Vereinten Nationen, denn im 1. Artikel der UN-Charta sind der „Weltfrieden“ und die „Internationale Sicherheit“ durch „Kollektivmaßnahmen“ zu gewährleisten. Ebenso stand die Idee eines „friedlichen Europas“ im Grundgedanken der Entstehung der europäischen Union. Es wurde hiermit (zwischen 1949 und 1959) das Ziel verfolgt, den blutigen kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Nachbarn Einhalt zu gebieten.
Auch wenn die VN darum bemüht sind Friedensbrüche und feindselige Angriffsaktionen zu unterbinden, sowie internationale Streitigkeiten präventiv zu behandeln, sind heutzutage immer wieder zahlreiche grenzüberschreitende, gewaltsame Übergriffe in den Medien wahrzunehmen. Solche Eskalation internationaler Konflikte soll rückblickend aus einem politikwissenschaftlich eher unüblichen Blickwinkel betrachtet werden und auf die menschliche Grundeigenschaft der Emotion zurückgeführt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Emotionen als Bestandteil des Politischen? – Stellungnahmen und Betrachtungsweisen

2 Emotionen als die Produkte der sozialen Struktur zwischen Individuen? - Kemper`s Macht-Status Theorie

2.1 Macht und Status als Bausteine der sozialen Struktur

2.2 Strukturelle, antizipierte und folgernde Emotionen

3 Sind Konflikte in Ebenen zu charakterisieren? - Die Konflikteskalation nach Glasl

3.1 Das Stufenmodell

4 Zwei Weltakteure im Lose-Lose? – Das Machtungleichgewicht zwischen den USA und Al-Qaida und der Trog entstehnder Emotionen

4.1 Die Macht der Rivalen

4.1.1 Vor 2001

4.1.2 Nach 2001

4.2 Der Konflikt im Modell von Glasl

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwiefern soziale Strukturen und daraus resultierende kollektive Emotionen zur Eskalation internationaler Konflikte beitragen können, wobei der Konflikt zwischen den USA und der Al-Qaida als empirisches Beispiel dient.

  • Macht-Status-Theorie nach Kemper
  • Konflikteskalationsmodell nach Glasl
  • Politische Rolle von Emotionen
  • Analyse des 11. Septembers
  • Transnationaler Terrorismus
  • Einfluss soziologischer Dynamiken auf Weltpolitik

Auszug aus dem Buch

2.1 Macht und Status als Bausteine der sozialen Struktur

Kemper nimmt sich der Frage an, wie die dynamische Qualität der Natur erklärt werden kann. Liebe und Zwist betrachtet er als zwei zentrale Emotionen. Während Liebe die Elemente zusammenführt und bindet, setzt der Zwist die Elemente wieder herab, entzweit sie und stößt sie in ihren alten Status. Die zeitnahen Ausprägungen von Liebe und Zwist benennt er in seiner Theorie als Status (= Liebe geben) und Macht. 22

Eine Vielzahl unterschiedlicher sozialer Handlungen kann das Verhältnis zwischen Individuen umstrukturieren und Kemper hat aus einer Fülle empirischer Funde die Komponenten von „Status“ und „Macht“ als die zentralen „Basisdimensionen“ deklariert. 23 Macht und Status lassen sich anhand der Freiwilligkeit unterscheiden. Macht setzt sich gegen den Willen eines Mitmenschen durch. Dies bedeutet, dass die Möglichkeit ergriffen wird, sein eigenes Wollen auch gegen den Widerstand des Anderen durchzusetzen. Durch Techniken wie Gewalt, Zwang oder Bedrohung können die eigenen Bedürfnisse gegen den Widerwillen anderer verwirklicht und die Unterordnung derer erlangt werden. Status hingegen wird auf freiwilligem Boden im Sinne von „Gunstbeweisen“ erteilt, welche ohne jeglichen Zwang an Mitmenschen weitergegeben wird, wodurch Status erhöht oder geschmälert werden kann.

Zwei in einer Situation agierende Personen bezeichnet Kemper als „Ego“ und „Alter“, was auch im Folgenden beibehalten werden soll. Macht und Status sagen nichts über die Inhalte von Interaktionen aus, sondern legen fest, inwiefern Handlungen von Akteuren aneinander ausgerichtet sind und welche Austauschprozesse von „Ressourcen oder Belohnungen“ zu erwarten sind. Der Prozess umschließt dabei faktische Handlungen, wie im Sinne von Macht das Verhalten, welches die eigenen Wünschen durch Überwindung des Widerstrebens des an der Interaktion beteiligten Akteurs erfüllt. Im Rahmen von Status sind es konkrete Belohnungserweise oder unterstützende Handlungen. Die zugrunde liegende Struktur der „Macht-Status-Matrix“ gibt die Erfolgsaussicht der Machtdurchsetzung und die Wahrscheinlichkeit der Harmonie der Bedürfnisse an. Die Sozialstruktur etabliert sich, sobald das Macht-Statusgefälle an zeitlicher Stabilität gewinnt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Emotionen als Bestandteil des Politischen? – Stellungnahmen und Betrachtungsweisen: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein und erläutert die Bedeutung von Emotionen für politisches Handeln im historischen und gegenwärtigen Kontext.

2 Emotionen als die Produkte der sozialen Struktur zwischen Individuen? - Kemper`s Macht-Status Theorie: Hier wird Kempers Theorie eingeführt, die soziale Beziehungen durch die Dimensionen von Macht und Status definiert, um daraus Emotionen abzuleiten.

3 Sind Konflikte in Ebenen zu charakterisieren? - Die Konflikteskalation nach Glasl: Das Kapitel stellt Glasls Modell der Konflikteskalation vor, um den Verlauf und die Verschärfung von Konflikten wissenschaftlich greifbar zu machen.

4 Zwei Weltakteure im Lose-Lose? – Das Machtungleichgewicht zwischen den USA und Al-Qaida und der Trog entstehnder Emotionen: Dieser Hauptteil wendet die zuvor erläuterten Theorien auf das Fallbeispiel der USA und der Al-Qaida an, um die Konfliktdynamik nach 9/11 zu analysieren.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Anwendbarkeit der Macht-Status-Theorie sowie der Konflikteskalationsstufen auf den analysierten Fall.

Schlüsselwörter

Macht-Status-Theorie, Konflikteskalation, Emotionen, USA, Al-Qaida, 11. September, Terrorismus, Internationale Konflikte, Soziale Struktur, Politische Handlungen, Kollektive Emotionen, Macht, Status, Wertkonflikt, Krisenmanagement

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Entstehung und Eskalation internationaler Konflikte durch die Linse soziologischer Theorien über Macht, Status und kollektive Emotionen am Beispiel des Konflikts zwischen den USA und Al-Qaida.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die theoretische Verknüpfung von Emotionen und sozialer Struktur, die Mechanismen der Konflikteskalation sowie die Anwendung dieser Konzepte auf globalen Terrorismus.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist zu ergründen, welche Aussagekraft Kempers Macht-Status-Theorie bei der Erklärung internationaler Konflikte besitzt und wie sich dies anhand eines empirischen Beispiels aufzeigen lässt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine theoriegestützte Analyse, bei der existierende soziologische Modelle (Kemper, Glasl) auf ein historisch-politisches Fallbeispiel appliziert werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse der Machtverhältnisse zwischen den USA und Al-Qaida vor und nach 2001, wobei die Anwendung der Eskalationsstufen nach Glasl und der Macht-Status-Matrix im Fokus steht.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Macht-Status-Theorie, Konflikteskalation, Emotionen, transnationale Akteure und das Fallbeispiel des 11. Septembers geprägt.

Wie unterscheidet Kemper zwischen Macht und Status?

Kemper unterscheidet anhand der Freiwilligkeit: Macht setzt sich gegen den Widerstand anderer durch, während Status auf freiwilligen Gunstbeweisen basiert.

Was bedeutet der Begriff "Lose-Lose" im Modell von Glasl?

Dies ist die letzte Ebene der Konflikteskalation, auf der beide Parteien verlieren und die Zerstörung des Gegners zum Hauptziel wird, selbst unter Inkaufnahme eigener schwerer Schäden.

Warum wird der 11. September als Ausgangspunkt für die Analyse gewählt?

Der 11. September dient als Fallbeispiel für einen hochgradig emotional aufgeladenen internationalen Konflikt zwischen einem staatlichen Akteur (USA) und einem transnationalen Netzwerk (Al-Qaida).

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Details

Title
Soziale Struktur und Emotionen in internationalen Konflikten. Eine Analyse des 9/11 und des Gefüges zwischen USA und Al-Qaida
Subtitle
Theorie von Kemper und Glasl's Konflikteskalationsmodell
College
University of Kaiserslautern
Grade
unbenotet
Author
Jan Wetterauer (Author)
Publication Year
2012
Pages
34
Catalog Number
V278765
ISBN (eBook)
9783656715177
ISBN (Book)
9783656715160
Language
German
Tags
Emotionen internationaler Konflikt Al-Qaida 9/11 11. September USA Kemper Glasl
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jan Wetterauer (Author), 2012, Soziale Struktur und Emotionen in internationalen Konflikten. Eine Analyse des 9/11 und des Gefüges zwischen USA und Al-Qaida, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278765
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