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Der Garantiezins in der deutschen Lebensversicherung

Zukunftsperspektiven

Title: Der Garantiezins in der deutschen Lebensversicherung

Seminar Paper , 2012 , 29 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Nina Donath (Author)

Business economics - Accounting and Taxes
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Die gemischte Kapitallebensversicherung ist die in Deutschland populärste Versicherungsform, da diese sowohl die Sicherungs- als auch die Sparfunktion miteinander kombiniert und somit eine sichere Alters- und Hinterbliebenenvorsorge ermöglicht. In Deutschland umfasst der Bestand an Lebensversicherungen im Jahr 2011 knapp 94 Mio. abgeschlossene Verträge. Die enorme Kapitalanhäufung infolge des langwierigen Sparprozesses begründet die ökonomisch entscheidende Rolle deutscher Lebensversicherer als Kreditgeber des Staates. Die Kapitalanlage dieses beträchtlichen Vermögens zum quasi risikolosen Zinssatz in öffentliche Anleihen leistet daher einen entscheidenden Beitrag zur deutschen Wirtschaftsleistung und führte in der Vergangenheit vielfach zu einer steuerlichen Begünstigung. Ein wesentliches Element der klassischen Lebensversicherung stellt dabei die garantierte Mindestverzinsung der Versicherungsprämien über die gesamte Vertragslaufzeit dar, die den Versicherungsnehmern eine langfristige Planungssicherheit ermöglicht. Das anhaltende Niedrigzinsumfeld infolge der europäischen Schuldenkrise sowie die anstehenden aufsichtsrechtlichen Kapitalanforderungen durch Solvency II erschweren die Erwirtschaftung der Garantiezusagen am Kapitalmarkt erheblich und stellen die Lebensversicherer vor eine große Herausforderung. Im Kontext dieser Rahmenbedingungen stellt sich die Frage nach der künftigen Umsetzbarkeit des klassischen Geschäftsmodells der Lebensversicher. Die vorliegende Arbeit befasst sich einerseits mit den Auswirkungen der aktuellen Rahmenbedingungen auf den Garantiezins und stellt andererseits eine ausgewählte Alternative zur Begegnung der Problematik vor.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Grundlagen

3 Aktuelle Rahmenbedingungen im Lebensversicherungsbereich

3.1 Anhaltendes Niedrigzinsumfeld

3.2 Bevorstehende Einführung von Solvency II

4 Ausgewählte Herausforderungen im Lebensversicherungsbereich

4.1. Wiederanlagerisiko als ökonomische Herausforderung

4.2 Zinszusatzreserve als handelsrechtliche Herausforderung

4.3 Solvency II als aufsichtsrechtliche Herausforderung

5 Zeitlich begrenzte Garantien als Zukunftsperspektive des Garantiezinsmodells

5.1 Handelsrechtliche Restriktionen bzgl. modifizierter Zinsgarantien

5.2 Vorschlag des zweistufigen Rechnungszinsmodells der DAV

5.3 DAV-Modellvorteile unter aktuellen Rahmenbedingungen

6 Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der aktuellen Niedrigzinsphase und der anstehenden Solvency-II-Regulierungen auf das klassische Geschäftsmodell der deutschen Lebensversicherung. Dabei liegt der Fokus auf der künftigen Umsetzbarkeit garantierter Mindestverzinsungen sowie der Analyse alternativer Modellvorschläge, wie etwa des zweistufigen Rechnungszinsmodells der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV).

  • Implikationen des anhaltenden Niedrigzinsumfelds auf Lebensversicherungsunternehmen
  • Herausforderungen durch handelsrechtliche Zinszusatzreserven
  • Aufsichtsrechtliche Anforderungen gemäß Solvency II
  • Relevanz und Handhabung des Garantiezinsmodells
  • Analyse des zweistufigen Rechnungszinsmodells der DAV

Auszug aus dem Buch

4.1. Wiederanlagerisiko als ökonomische Herausforderung

Das aktuelle Kapitalmarktumfeld stellt eine Herausforderung für den Investmentprozess der Unternehmen dar. Die Folge des Niedrigzinsumfelds ist ein Wiederanlagerisiko, das durch auslaufende, höherverzinsliche Anleihen bedingt wird. Problematisch sind die Zinsgarantien der Tarifgenerationen im Altbestand der LVU, deren Verzinsung derzeit nicht am Kapitalmarkt erzielbar ist. Das Zinsrisiko führt zu Marktwertänderungen der Rentenpapiere und beeinflusst die Aktiv- als auch Passivseite der Bilanz. So führt ein Rückgang des Kapitalmarktzinses zu einem höheren Marktwert und damit grundsätzlich zu einem Wertaufholungsbedarf der Kapitalanlageposition auf der Aktivseite. Gleichzeitig erfahren Verbindlichkeiten der Passivseite eine verlustinduzierende Aufwertung, da mit einem Zinsrückgang deren Betrag zunimmt. Werden somit aktuell Wertpapiere mit Niedrigverzinsung gezeichnet, führt eine künftige Erhöhung des Kapitalmarktzinses zu einem Wertminderungsbedarf auf der Aktiva und zu einem Wertaufholungsbedarf auf der Passiva, da die Verbindlichkeiten an Wert verlieren. Wertpapiere wären nur mit Verlust vorzeitig veräußerbar oder erzielen langfristig nur eine Kapitalanlagerendite, die unter der Garantieverzinsung liegt. Die langen Laufzeiten der Verbindlichkeiten auf der Passiva, die selten mit Kapitalanlagen gleicher Duration auf der Aktiva besichert werden können, führen zu einem sog. Duration Gap. Je größer die Lücke zwischen den Bilanzseiten ist, desto stärker ist die Hebelwirkung einer Zinsänderung (Durations-Mismatch).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Hinführung zur Problematik des Garantiezinses in der deutschen Lebensversicherung vor dem Hintergrund von Niedrigzinsen und Solvency II.

2 Grundlagen: Erläuterung der technischen Funktionsweise klassischer Lebensversicherungen, insbesondere der Bedeutung von Garantiezins, Prämienkalkulation und Deckungsrückstellung.

3 Aktuelle Rahmenbedingungen im Lebensversicherungsbereich: Darstellung des Niedrigzinsumfelds und der regulatorischen Transformation durch Solvency II als zentrale Herausforderungen für die Branche.

4 Ausgewählte Herausforderungen im Lebensversicherungsbereich: Detaillierte Analyse des Wiederanlagerisikos, der handelsrechtlichen Zinszusatzreserve und der aufsichtsrechtlichen Solvenzkapitalanforderungen.

5 Zeitlich begrenzte Garantien als Zukunftsperspektive des Garantiezinsmodells: Diskussion über modifizierte Garantieformen und Vorstellung des zweistufigen DAV-Rechnungszinsmodells als Lösungsweg.

6 Schlussbemerkung: Fazit zur künftigen Unhaltbarkeit der klassischen Lebensversicherung in ihrer derzeitigen Form unter den neuen ökonomischen und regulatorischen Rahmenbedingungen.

Schlüsselwörter

Lebensversicherung, Garantiezins, Niedrigzinsumfeld, Solvency II, Deckungsrückstellung, Zinszusatzreserve, Wiederanlagerisiko, Deutsche Aktuarvereinigung, Rechnungszins, Risikomanagement, Kapitalanlage, Bilanzierung, Versicherungsaufsicht, Garantieverzinsung, Kapitalmarktrendite.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Problematik des Garantiezinses in deutschen Lebensversicherungen in Zeiten niedriger Marktzinsen und neuer europäischer Regulierungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Niedrigzinsumfeld, die Solvency-II-Richtlinien, die Zinszusatzreserve sowie die ökonomische Belastung der Lebensversicherer.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, die Auswirkungen des aktuellen Umfelds auf den Garantiezins aufzuzeigen und alternative Ansätze, wie das zweistufige Modell der DAV, zu evaluieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Analysearbeit, unter Einbeziehung aktueller regulatorischer Vorgaben, aktuarieller Modelle und Kapitalmarktdaten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Rahmenbedingungen, spezifischer Herausforderungen wie dem Wiederanlagerisiko und die Diskussion konkreter Modellvorschläge zur Anpassung des Garantiezinses.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Garantiezins, Solvency II, Zinszusatzreserve, Niedrigzinsphase und Rechnungszins.

Wie unterscheidet sich das vorgeschlagene DAV-Modell vom aktuellen Vorgehen?

Das DAV-Modell schlägt eine zweistufige Aufteilung des Rechnungszinses vor, die den initialen Marktzinsphasen besser Rechnung trägt und eine glattere Volatilität der Bilanz ermöglichen soll.

Warum ist das Wiederanlagerisiko für Versicherer so problematisch?

Da Versicherer langfristige Zinsgarantien für Altverträge gegeben haben, diese aber aufgrund sinkender Marktrenditen nicht mehr profitabel durch neue Anleihen decken können, entsteht ein erheblicher wirtschaftlicher Druck.

Welche Rolle spielt die Zinszusatzreserve bei der Bilanzierung?

Die Zinszusatzreserve dient als Puffer, um bei sinkenden Kapitalmarktzinsen die Deckungsrückstellung zu stärken, was jedoch kurzfristig die Gewinn- und Verlustrechnung der Unternehmen belastet.

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Details

Title
Der Garantiezins in der deutschen Lebensversicherung
Subtitle
Zukunftsperspektiven
College
University of Leipzig  (Institut für Versicherungsbetriebslehre)
Course
Rechnungslegung in Versicherungsunternehmen; Aktuelle Fragen in der Versicherungswirtschaft
Grade
2,0
Author
Nina Donath (Author)
Publication Year
2012
Pages
29
Catalog Number
V278791
ISBN (eBook)
9783656719632
ISBN (Book)
9783656719625
Language
German
Tags
Garantiezins Rechnungslegung in Versicherungsunternehmen Versicherungswirtschaft Zinsgarantien Solvency II DAV Niedrigzinsumfeld Duration Gap Duration Mismatch
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nina Donath (Author), 2012, Der Garantiezins in der deutschen Lebensversicherung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278791
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