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Die Prinzipal-Agent-Theorie am Beispiel von Ministerialbürokratie

Titel: Die Prinzipal-Agent-Theorie am Beispiel von Ministerialbürokratie

Seminararbeit , 2013 , 20 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Christian Graf (Autor:in)

Politik - Sonstige Themen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In einem deutschen Ministerium finden sich häufig Beteiligungen der Ministerialverwaltung im politischen Prozess wider. Nach Hustedt gelte es in den deutschen Ministerien als angemessen, dass die Ministerialverwaltung eigene Initiativen in der Politikentwicklung ergreife. Die Einbindung der Ministerialverwaltung in der Politikentwicklung (oder Gestaltung) hängt hauptsächlich von der Expertise der Beamten ab. Auf Grundlage der Expertise resultiert eine gewisse Art von politischer Responsivität, bei der die Beamten sich nicht nur als fachliche Experten sehen, sondern laut Hustedt auch die politische Seite ihrer Arbeit im Blick haben würden. Aber wie ist so eine Aktivität theoretisch zu erklären und wie genau macht sich eine Aktivität der Verwaltung innerhalb eines deutschen Ministeriums konkret bemerkbar? Die Theorie des Prinzipal-Agenten-Ansatzes soll Aufschluss über die Aktivität der Ministerialverwaltung geben. Als empirisches Beispiel dient das deutsche Bundesumweltministerium. Deshalb lautet die leitende Frage dieser Arbeit: „Wie lassen sich die Aktivitäten der Verwaltung in der Politikgestaltung innerhalb des deutschen Bundesumweltministeriums anhand des Prinzipal-Agenten-Ansatzes erklären?“

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Theoretischer Rahmen

2.1 Grundannahmen des Prinzipal-Agenten- Ansatzes

2.2 Implikation des P- A - Ansatzes auf die deutsche Ministerialverwaltung

3 Empirisches Beispiel

3.1 Aufbau und Aufgaben des deutschen Umweltministeriums

3.2 Politische Aktivitäten der Verwaltung am Beispiel des Klimawandels

4 Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Rolle der Ministerialverwaltung im politischen Gestaltungsprozess, wobei das deutsche Bundesumweltministerium als Fallbeispiel dient. Ziel ist es, die Aktivitäten der Verwaltung durch die theoretische Brille des Prinzipal-Agenten-Ansatzes zu erklären und aufzuzeigen, wie Informationsasymmetrien und Handlungsspielräume der Beamten das politische Handeln beeinflussen.

  • Anwendung der Prinzipal-Agent-Theorie auf den politischen Sektor
  • Analyse der hierarchischen Struktur und Kompetenzverteilung im BMU
  • Untersuchung des Informationsvorsprungs durch fachliche Expertise
  • Fallstudie zur Klimapolitik und nationalen Anpassungsstrategien

Auszug aus dem Buch

2.1 Grundannahmen des Prinzipal-Agenten- Ansatzes

Zunächst einmal ist zu klären was mit Prinzipal und Agent gemeint ist, bevor es zum nächsten Schritt geht. Grundlegend ist ein Prinzipal derjenige, der einem Agenten einen Auftrag gibt. Er besitzt die volle Verhandlungsmacht und ist derjenige, der die Verträge für den Agenten gestaltet (vgl. Noth 1994: 24; Balks 1995:80). Folglich ist der Agent derjenige, der den Auftrag des Agenten erfüllen soll. So beschreibt Spremann beispielweise die Rollen der beiden folgendermaßen: „…the principal is assisted by the agent and the agent is deciding on level and kind of his effort“(Spremann 1987: 3). Er erwähnt außerdem, dass der Prinzipal bereit sei dem Agenten für die Auftragserfüllung zu bezahlen (vgl. Spremann 1987: 3). Nach Spremann handele sich bei dieser Art von Beziehung um eine ökonomische Kooperation, bei der Güter, Dienste, Informationen, Risiken oder Rechte getauscht würden (vgl. Spremann 1987: 4). Nun bleibt aber noch die Frage, weshalb es zu solchen Kooperationen, beziehungsweise zu einer Prinzipal-Agenten-Beziehung kommt? Es wird angenommen, dass den betroffenen Akteuren (damit sind die Prinzipale gemeint) zum einen die Zeit fehle, um alle Aufgaben selbst zu bearbeiten und zum anderen wird behauptet, dass den Prinzipalen die finanziellen Ressourcen, technisches und/oder organisatorisches „Know-how“ fehlen würden. Deshalb müsse man bestimmte Aufgaben an die jeweiligen Agenten delegieren (vgl. Erlei/Leschke/Sauerland 2007: 74). Konkreter bedeutet das, dass es den Prinzipalen oftmals an Fachwissen mangelt und/oder sie nicht die Zeit haben alle Aufgaben wahrzunehmen. Gerade die Annahme des mangelnden Fachwissens bei den Prinzipalen ist für die spätere Analyse der Prinzipal-Agenten-Beziehung innerhalb des deutschen Ministeriums von größter Bedeutung.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Die Einleitung erläutert die Bedeutung der Ministerialverwaltung für die Politikgestaltung und führt die zentrale Fragestellung zur Anwendung des Prinzipal-Agenten-Ansatzes auf das Bundesumweltministerium ein.

2 Theoretischer Rahmen: Dieses Kapitel stellt die ökonomischen Grundlagen des Prinzipal-Agenten-Ansatzes dar und spezifiziert diese für den politischen Sektor sowie die Ministerialverwaltung.

3 Empirisches Beispiel: Hier wird der Aufbau des BMU analysiert und die Theorie anhand konkreter politischer Aktivitäten im Bereich der Klimapolitik und Anpassungsstrategien veranschaulicht.

4 Schluss: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und bestätigt die Eignung der Prinzipal-Agenten-Theorie zur Erklärung der administrativen Einflussnahme bei fehlender fachlicher Aufsicht durch die politische Spitze.

Schlüsselwörter

Prinzipal-Agent-Ansatz, Ministerialverwaltung, Bundesumweltministerium, Politikgestaltung, Informationsasymmetrie, Expertise, Klimapolitik, Anpassungsstrategie, Agency-Theorie, Hierarchie, Handlungsspielraum, Delegation, politische Steuerung, Verwaltungshandeln, Bureaucratic Drift

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die politische Rolle der Ministerialverwaltung und warum Beamte oft selbst Initiative bei der Politikentwicklung ergreifen, statt nur Befehle auszuführen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Prinzipal-Agent-Theorie, die Organisationsstruktur von Bundesministerien und die Rolle fachlicher Expertise bei der Gesetzgebung.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Frage lautet: Wie lassen sich die Aktivitäten der Verwaltung in der Politikgestaltung innerhalb des deutschen Bundesumweltministeriums anhand des Prinzipal-Agenten-Ansatzes erklären?

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-deduktive Arbeit, die einen ökonomischen Theorieansatz (Prinzipal-Agent-Ansatz) auf ein empirisches Fallbeispiel (BMU/Klimapolitik) überträgt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen erläutert und anschließend auf die deutsche Ministerialverwaltung übertragen, bevor diese Erkenntnisse am Beispiel der Klimaschutz- und Anpassungsstrategien konkretisiert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Prinzipal-Agent-Ansatz, Ministerialverwaltung, Informationsasymmetrie und Handlungsspielraum.

Warum spielt Fachwissen bei der Delegation eine so große Rolle?

Fachwissen ist der Grund, warum die politische Spitze Aufgaben an die Verwaltung delegieren muss; der Mangel an eigenem Expertenwissen erzeugt jedoch die Abhängigkeit vom Agenten.

Was sind "ministerialfreie Räume"?

Dieser Begriff beschreibt den Handlungsspielraum, den die Referate aufgrund ihrer Expertise genießen, in dem sie sich der direkten fachlichen Kontrolle der politischen Spitze weitgehend entziehen können.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Prinzipal-Agent-Theorie am Beispiel von Ministerialbürokratie
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Note
2,3
Autor
Christian Graf (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
20
Katalognummer
V278818
ISBN (eBook)
9783656718956
ISBN (Buch)
9783656718932
Sprache
Deutsch
Schlagworte
prinzipal-agenten-theorie beispiel ministerialbürokratie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christian Graf (Autor:in), 2013, Die Prinzipal-Agent-Theorie am Beispiel von Ministerialbürokratie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278818
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Leseprobe aus  20  Seiten
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