Der Reichstagsbrand ist wohl eine der umstrittensten politischen Kriminalgeschichten. Besonders für die beginnende faschistische Diktatur ist die Nacht von dem 27. Februar auf den 28. Februar von großer Bedeutung gewesen. Durch ihn wurde eine faschistische Terrorwelle ausgelöst, wodurch die nationalsozialistischen Anhänger noch am selben Abend um die 10000 Funktionäre und Mitglieder der KPD und SPD, sowie oppositionelle bürgerliche Demokraten verhafteten. Fraglich ist nun alle mal, wie solch ein riesigen Tumult in solch einer kurzen Zeit entstehen kann und was nun die wahren Hintergründe dieses Umbruches waren.
Weiterhin soll die Frage nach den Verantwortlichen für die Brandlegung aufgearbeitet werden, da trotz der Vielzahl an Quellen und Zeugenaussagen noch immer kein Täter nachgewiesen ist. In diesem Rahmen wird besonders der These nachgegangen, dass die nationalsozialistischen Anhänger den Reichstagsbrand inszenierten, damit sie die Möglichkeit zur Radikalisierung und den Einsatz staatlicher Machtmittel gegen die Linksparteien hatten.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Der Reichstag brennt und Van der Lubbes Festnahme
III. Reichstagsbrandverordnung
IV. Alibis für den 27.02.1933
V. Wie gelangt der Besucher in den Reichstag?
VI. Die Ungewissheit der SA- Führer- Wer waren die wahren Täter?
VII. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Hintergründe des Reichstagsbrandes vom 27. Februar 1933 und geht der zentralen Forschungsfrage nach, ob es sich dabei um eine gezielte Inszenierung durch die Nationalsozialisten handelte, um die politische Machtübernahme und die Verfolgung politischer Gegner zu legitimieren.
- Analyse der Brandursachen und der Rolle von Marinus van der Lubbe
- Untersuchung der politischen Konsequenzen wie der Reichstagsbrandverordnung
- Kritische Würdigung der Alibis führender Nationalsozialisten
- Evaluation der Sicherheitsvorkehrungen am Reichstag
- Diskussion über mögliche Mittäterschaft und inszenierte Täterszenarien
Auszug aus dem Buch
II. Der Reichstag brennt und Van der Lubbes Festnahme
Adolf Hitler, der seit dem 30.01.1933 von Hindenburg neu ernannte Reichskanzler, hatte sich zusammen mit der NSDAP vorgenommen, alle Kommunisten zu bekämpfen. So kam für die am Reichstag Eintreffende NS- Führung der Brand gelegen, um die Linken als Verursacher darzustellen. Hitler soll dem Journalist Sefton Delmar von der faschistischen Londoner „Daily Express“ direkt nach der Festnahme von Marinus van der Lubbe verkündigt haben, dass er „Zeuge einer grossen neuen Epoche“ sei. Es wäre ein sehr großer Zufall gewesen, wenn eine der wenigen hitlerfreundlichen Blätter Englands genau an dem Tag des Reichstagsbrandes ohne Hintergründe an Hitlers Seite stand. Auch drehte er sich zu dem Vizekanzler Franz von Papen und sprach: „ Das ist ein gottgegebenes Zeichen. Niemand wird uns nun daran hindern, die Kommunisten mit eiserner Faust zu vernichten.“
Van der Lubbe musste zuerst mit Hilfe eines Dolmetschers verhört werden, da er Holländer war. Somit konnte die Schuld der Kommunisten zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht festgestellt worden sein. Man könnte also davon ausgehen, dass Hitler den Brand inszeniert hatte und van der Lubbe ein zufälliges Opfer seines Plans war. Der Geschichtswissenschaftler Hans Mommsen interpretierte den Reichstagsbrand als von der NSDAP inszeniert, damit sie die schon vorher geplante „Revolutionsstrategie“ durchsetzen konnten. Hiermit war die Gleichschaltung des Systems und die Terrormaßnahmen wie die Verhaftung von Kommunisten gemeint. Somit hatte die NSDAP ihren zurzeit größten politischen Feind beiseite geräumt und hatte keinen starken Gegner mehr bei den Reichstagswahlen.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Bedeutung des Reichstagsbrandes für die Errichtung der NS-Diktatur und stellt die Arbeitsthese einer bewussten Inszenierung zur Radikalisierung auf.
II. Der Reichstag brennt und Van der Lubbes Festnahme: Das Kapitel behandelt die Umstände der Brandnacht, die Rolle von Marinus van der Lubbe sowie die unmittelbare Instrumentalisierung des Ereignisses durch Hitler.
III. Reichstagsbrandverordnung: Hier wird die Einführung der Notverordnung analysiert, die zur Ausschaltung politischer Gegner und zur Suspendierung der Weimarer Verfassung diente.
IV. Alibis für den 27.02.1933: Dieses Kapitel prüft die Alibis von Hitler, Goebbels, Göring und anderen Akteuren und hinterfragt deren Glaubwürdigkeit im Kontext einer möglichen Planung.
V. Wie gelangt der Besucher in den Reichstag?: Die Untersuchung der Sicherheitsvorkehrungen und Zugangsbeschränkungen legt dar, dass eine Alleintäterschaft ohne Unterstützung aus dem NS-Apparat nahezu unmöglich gewesen wäre.
VI. Die Ungewissheit der SA- Führer- Wer waren die wahren Täter?: Es werden Spekulationen über die tatsächlichen Hintermänner und die Rolle von KPD-Mitgliedern sowie NS-Führungskräften erörtert.
VII. Fazit: Das Fazit fasst die Indizien zusammen und kommt zu dem Schluss, dass der Brand als Vorwand für die Machtfestigung der NSDAP diente, auch wenn eine lückenlose wissenschaftliche Beweisführung aufgrund der Quellenlage schwierig bleibt.
Schlüsselwörter
Reichstagsbrand, NSDAP, KPD, Nationalsozialismus, Marinus van der Lubbe, Reichstagsbrandverordnung, Machtübernahme, Gleichschaltung, Revolutionsstrategie, Inszenierung, Weimarer Verfassung, Politische Kriminalgeschichte, Schutzhaft, SA, Zeugenaussagen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die historische Kontroverse um den Reichstagsbrand vom Februar 1933 und dessen Funktion für die Etablierung des NS-Regimes.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Rolle des mutmaßlichen Brandstifters van der Lubbe, die juristische Instrumentalisierung durch Notverordnungen sowie die Analyse der Alibis der nationalsozialistischen Führungsebene.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Indizien für die Hypothese zu sammeln, dass der Brand ein von den Nationalsozialisten inszeniertes Ereignis war, um gezielt gegen Linksparteien vorgehen zu können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Quellenanalyse, die auf zeitgenössischen Dokumenten, Tagebüchern und wissenschaftlicher Literatur basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Prüfung der Täterfrage, die Analyse der Sicherheitsstrukturen am Reichstag und die kritische Auseinandersetzung mit der NS-Propaganda und den Verhaftungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Reichstagsbrand, NSDAP, Inszenierung, Machtübernahme und die Reichstagsbrandverordnung.
Wie bewertet der Autor die Rolle von Marinus van der Lubbe?
Der Autor sieht in van der Lubbe eine „Marionette“ oder ein zufälliges Opfer, dessen Festnahme den Nationalsozialisten als willkommener Vorwand diente, um die KPD als Brandstifter zu diskreditieren.
Warum ist das sogenannte "Braunbuch" für die Arbeit von Bedeutung?
Das Braunbuch dient als zentrale, wenn auch kritisch zu betrachtende Quelle, die bereits 1933 die These einer NS-Mittäterschaft aufstellte, deren Glaubwürdigkeit jedoch aufgrund des anonymen Charakters diskutiert wird.
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- Katja Galatsch (Author), 2014, Der Reichstagsbrand 1933. Wer waren die Täter?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278829