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Ist guter Rat teuer?

Eine explorative Untersuchung des Modellprojekts zur Entlastung berufstätiger Angehöriger im Bereich Pflege & Eldercare der famPlus GmbH

Titel: Ist guter Rat teuer?

Masterarbeit , 2014 , 162 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Nina Reinhardt-Meinzer (Autor:in)

Sozialwissenschaften allgemein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Pflegebedürftigkeit ist längst kein abstraktes Schlagwort mehr, das ausschließlich im Zusammenhang mit dem demografischen Wandel verwendet wird. Sie ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Hochrechnungen zufolge belaufen sich die betrieblichen Folgekosten, die durch die mangelnde Vereinbarkeit von Beruf und Pflege entstehen, auf rund 8 Mrd. €. Für Unternehmen besteht eine Möglichkeit, berufstätige pflegende Angehörige zu unterstützen, darin, ihnen ein Beratungsangebot zur Verfügung zu stellen, das ihnen in organisatorischen und emotionalen Belangen hilft, und dabei auf die Bedürfnisse genau dieser Zielgruppe zugeschnitten ist. Im Rahmen des Modellprojekts zur Entlastung berufstätiger Angehöriger im Bereich Pflege & Eldercare wurden sechs Monate lang Berufstätige telefonisch zu Themen der Pflege und Betreuung Angehöriger beraten.

Auf der Basis theoretischer und konzeptioneller Grundlagen wurden die Beraterinnen, die im Rahmen des Modellprojektes tätig waren, in Experteninterviews zu ihren Erfahrungen, Sichtweisen und Erkenntnissen befragt. Dabei wurden vor allem die Qualifikation der Beraterinnen, die Bedarfe der AnruferInnen sowie die Möglichkeiten und Grenzen einer Telefonberatung in den Fokus genommen. Die Ergebnisse dieser Arbeit sind dabei nicht als Blaupause zur Initiierung eines telefonischen Pflegeberatungsprojektes für berufstätige pflegende Angehörige zu verstehen. Vielmehr soll sie einen Beitrag leisten zur Diskussion um die Qualität der Pflegeberatung und Anknüpfungspunkte für weitere Forschungsprojekte bieten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zur Situation pflegender Angehöriger in Deutschland

2.1. Pflegende Angehörige in Deutschland

2.1.1. Belastungen

2.1.2. Geschlecht und Alter

2.1.3. Erwerbstätigkeit

2.2. Implikationen für Arbeitgeber

2.3. Pflegeberatung nach SGB XI

2.4. Kritik an den bestehenden Beratungsangeboten

3. Darstellung des Modellprojektes

4. Theoretische Grundlagen einer Pflegeberatung für berufstätige Angehörige

4.1. Telefonberatung

4.2. Dienstleistungsorientierung

4.2.1. Der mikrosoziologische Dienstleistungsdiskurs

4.2.2. Die ökonomische Dienstleistungsdiskurs

4.3. Lebensweltorientierung

5. Konzeptionelle Grundlagen einer Pflegeberatung für berufstätige Angehörige

5.1. Case Management

5.1.1. Grundlagen und Prinzipien

5.1.2. Ablauf

5.2. Beratungsmodell zum erfolgreichen Altern

5.3. Qualifikationen der BeraterInnen

5.3.1. Wissen

5.3.2. Können

5.3.3. Haltung

5.4. Qualitätsdimensionen

5.5. Zusammenfassung

6. Methodendarstellung

7. Darstellung der Interviews

7.1. Die AnruferInnen

7.2. Die Beraterinnen

7.3. Die Beratung

7.4. Das Medium Telefon

7.5. Zur Zukunft des Angebotes

8. Ergebnisdarstellung

8.1. Die AnruferInnen

8.2. Zu Theorie und Konzeption der Beratung

8.3. Standardisierung der Beratung und Einsatz fachfremden Personals

8.4. Das Medium Telefon

9. Diskussion

9.1. Entwicklungsempfehlungen

9.2. Forschungsbedarf

9.3. Schlussbetrachtungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht ein innovatives, telefonisches Modellprojekt zur Pflegeberatung der famPlus GmbH. Ziel ist es, auf Basis der Erfahrungen und Einschätzungen der Beratungskräfte zu analysieren, wie ein solches Angebot gestaltet sein muss, um berufstätige pflegende Angehörige effektiv bei der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege zu unterstützen, und welche Anforderungen an Theorie, Konzeption und Personalqualität dabei bestehen.

  • Herausforderungen der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege
  • Theoretische Fundierung durch Telefonberatung und Lebensweltorientierung
  • Konzeptionelle Umsetzung mittels Case Management und Beratungsmodell zum erfolgreichen Altern
  • Qualitätsdimensionen und Qualifikationsanforderungen in der sozialen Dienstleistung
  • Empirische Auswertung der Erfahrungen aus der Projektpraxis

Auszug aus dem Buch

4.1. Telefonberatung

In Bezug auf die charakteristischen Merkmale einer Telefonberatung findet sich derzeit, im Gegensatz zur Beratung im Internet via Chats oder Onlineforen, kaum aktuelle Literatur. Deshalb muss an dieser Stelle auf ältere Werke rekurriert werden, die sich primär mit den Eigenheiten der Telefonseelsorge als Mutter der heutigen Telefonberatung auseinander setzen. Dabei gilt zu beachten, dass aufgrund der technischen Entwicklung in den vergangenen Jahrzehnten einzelne Aspekte heute anders bewertet werden müssen. Während z. B. in den frühen 1990er Jahren das Preissystem der Bundespost limitierte Freieinheiten für Anrufe bei der Telefonseelsorge vorsah und somit ausführliche Gespräche kostspielig werden konnten – Genth und Hoppe sprechen in diesem Zusammenhang von einem „Zwang zur Ökonomisierung der Worte“ (Genth/ Hoppe zit. nach Hornschuh 1990, S. 338; vgl. dazu auch Strauß 1990, S. 343) – kann in Zeiten von Flatrate-Angeboten der Kostenaspekt nicht mehr als limitierender Faktor angesehen werden. Andere Erkenntnisse zur Nutzung des Telefons als Medium in der Beratung besitzen allerdings bis heute ihre Gültigkeit.

So dient Telefonseelsorge in der Regel insbesondere der Klärung von Problemlagen; sie war und ist nicht gedacht als ein Angebot, dass ohne die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen Hilfestellungen anbietet, sondern übernimmt in der Regel eine Koordinations- und Vermittlungsfunktion innerhalb des Versorgungssystems. Damit betrachtet sie den Kontakt mit den AdressatInnen von vorneherein als zeitlich begrenzt (vgl. von Brachel 1989, S. 15f). Die Kontaktaufnahme ist dabei im Gegensatz zu klassischen Beratungsangeboten sehr niedrigschwellig angelegt. Nahezu jedem steht heute ein Telefon zur Verfügung, der/ die AdressatIn kann den Ort an dem er/sie telefoniert selbst bestimmen und hat insofern keinen Anfahrtsweg, wenn er/sie die Beratung in Anspruch nehmen will. Je nach Konzeption des Beratungsangebotes müssen auch keine Öffnungs- oder Wartezeiten oder eine Terminvereinbarung in Kauf genommen werden (vgl. a. a. O., S. 14; Hornschuh 1990, S. 335).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die Relevanz der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf im Kontext des demografischen Wandels und stellt die Problemstellung des Modellprojektes vor.

2. Zur Situation pflegender Angehöriger in Deutschland: Erörtert die soziologischen und ökonomischen Herausforderungen sowie die Rahmenbedingungen und Kritikpunkte bestehender Pflegeberatung.

3. Darstellung des Modellprojektes: Beschreibt den Ablauf und die Zielsetzung der telefonischen Pflegeberatung der famPlus GmbH.

4. Theoretische Grundlagen einer Pflegeberatung für berufstätige Angehörige: Beleuchtet Telefonberatung, Dienstleistungsorientierung und Lebensweltorientierung als theoretische Basis.

5. Konzeptionelle Grundlagen einer Pflegeberatung für berufstätige Angehörige: Definiert die konzeptionellen Pfeiler Case Management, Beratungsmodell zum erfolgreichen Altern sowie Anforderungen an Qualifikation und Qualität.

6. Methodendarstellung: Legt das methodische Vorgehen der Untersuchung, insbesondere die Experteninterviews mit dem Beratungsteam, dar.

7. Darstellung der Interviews: Präsentiert die empirischen Erkenntnisse zu den AnruferInnen, Beraterinnen und der praktischen Umsetzung der Beratung.

8. Ergebnisdarstellung: Interpretiert die Ergebnisse im Vergleich zu Studien und theoretischen Modellen.

9. Diskussion: Formuliert Entwicklungsempfehlungen, identifiziert Forschungsbedarf und zieht ein abschließendes Fazit.

Schlüsselwörter

Pflegeberatung, Berufstätige Angehörige, Vereinbarkeit von Beruf und Pflege, Telefonberatung, Case Management, Lebensweltorientierung, Soziale Dienstleistung, Modellprojekt, Qualitätsmanagement, Beratungskompetenz, Pflegebedürftigkeit, Eldercare, Arbeitswelt, Beratungsqualität, Experteninterviews.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht ein innovatives, telefonisches Beratungsprojekt zur Entlastung berufstätiger Menschen, die pflegebedürftige Angehörige betreuen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege, die theoretische und konzeptionelle Gestaltung sozialer telefonischer Beratungsdienste sowie deren Qualitätssicherung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist die Ableitung von Empfehlungen für die Verstetigung und Weiterentwicklung des untersuchten Beratungsangebotes auf Basis von Experteninterviews mit den BeraterInnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einem qualitativen Forschungsansatz mit Experteninterviews, die nach der Grounded Theory ausgewertet wurden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst die theoretischen und konzeptionellen Grundlagen, die Methodendarstellung, die Auswertung der Interviews sowie eine kritische Diskussion der Ergebnisse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Pflegeberatung, Vereinbarkeit von Beruf und Pflege, Case Management, Telefonberatung und Lebensweltorientierung.

Welche Rolle spielt die "Person als Werkzeug" in der Beratung?

Die Persönlichkeit der BeraterInnen beeinflusst den Beratungsprozess maßgeblich; daher sind Selbstreflexion und fachliche Klarheit über die eigene Rolle essenziell.

Warum ist das "uno-actu-Prinzip" bei diesem Beratungsmodell so wichtig?

Da Beratung im Moment der Interaktion produziert und konsumiert wird, sind Fehler im Prozess schwer korrigierbar, weshalb eine hohe Beratungsqualität von Beginn an entscheidend ist.

Was unterscheidet dieses Angebot von Pflegestützpunkten?

Das Modellprojekt ist telefonisch, zeitlich flexibler, bundesweit erreichbar und spezifisch auf die Bedürfnisse berufstätiger Angehöriger zugeschnitten.

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Details

Titel
Ist guter Rat teuer?
Untertitel
Eine explorative Untersuchung des Modellprojekts zur Entlastung berufstätiger Angehöriger im Bereich Pflege & Eldercare der famPlus GmbH
Hochschule
Hochschule München  (Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften)
Note
1,3
Autor
Nina Reinhardt-Meinzer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
162
Katalognummer
V278851
ISBN (eBook)
9783656742395
ISBN (Buch)
9783656742357
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Pflegeberatung Telefonberatung Case Management CSR Experteninterview Grounded Theory Pflege und Beruf Angehörige Eldercare
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nina Reinhardt-Meinzer (Autor:in), 2014, Ist guter Rat teuer?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278851
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  162  Seiten
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