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Leitbild schlanker Staat? Theoretische Analyse und Empirie der öffentlichen Finanzen

Titel: Leitbild schlanker Staat? Theoretische Analyse und Empirie der öffentlichen Finanzen

Masterarbeit , 2013 , 45 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Christian Muth (Autor:in)

VWL - Finanzwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Umgang staatlicher Institutionen mit ihren finanzpolitischen Mitteln ist in der Forschungslandschaft ein Dauerthema. Besondere Relevanz erhielt die Thematik durch das Aufkommen von extensiven Haushaltsdefiziten und drohenden Staatspleiten in mehreren Industrienationen. Die Fähigkeit der Politik angemessen mit dem ihr zur Verfügung gestellten Budget zentrale gesellschaftliche Aufgaben bereitzustellen wird zunehmend bezweifelt. An diesem Punkt ist es den politischen Akteuren, besonders im europäischen Währungsraum, nicht gelungen ihre Staatshaushalte an die veränderten gesellschaftspolitischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten ihrer jeweiligen Länder anzupassen. Die Wachstumstheorie des öffentlichen Sektors prognostiziert einen in weiten Teilen weiter steigenden Bedarf an finanziellen Mitteln für zentrale staatliche Aufgabenfelder, worunter insbesondere die Sozial- und Bildungspolitik fallen. Dieser wachsende Finanzbedarf wird speziell im Hinblick auf den demographischen Wandel, mit einer zunehmend alternden Bevölkerung, mit einem weiteren Anwachsen der individuellen Ansprüche an staatliche Leistungen, einhergehen und somit zusätzlich Druck auf die Staatshaushalte erzeugen. Dies führt schon gegenwärtig zu einer schmerzlichen Konsolidierungsphase, welche vor allem in den südosteuropäischen Ländern mit einer schweren Wirtschaftskrise einhergeht. Konsequenterweise müssen korrigierende Maßnahmen im Bereich des institutionellen Rahmenwerks etabliert werden, um die staatliche Handlungsfähigkeit in gesellschaftspolitisch wesentlichen Zuständigkeiten sicherzustellen. Diese dürfen aber gleichwohl die staatliche Verschuldungssituation nicht außer Acht lassen. In diesem Zusammenhang ist es deshalb wesentliche, welche Aufgaben einer staatlichen Bereitstellung bedürfen und wie deren Finanzierung sichergestellt werden kann.
Es stellt sich daher einerseits die grundsätzliche Frage in welchen Aufgabenfeldern der Staat gegenüber privaten Anbietern Effizienzvorteile genießt und diese folglich bereitstellen soll. Andererseits wie staatliche Institutionen zu mehr Effektivität gelangen können, um ein übermäßiges Anwachsen der Ausgaben zu vermeiden.
Es ist essentiell, institutionelle Rahmenbedingungen für den öffentlichen Sektor zu schaffen, welche einen kontinuierlicheren wirtschaftlichen Wachstumspfad unter Berücksichtigung der staatlichen Finanzierungsseite ermöglichen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Staatsaktivität im Wandel

2.1 Entwicklung der Staatsaufgaben

2.1.1 Dynamik der Staatsausgabenquote

2.1.2 Trend der Schuldenlast

2.2 Internationale Vorgehensweisen zur Ausgabenbegrenzung

2.2.1 Stabilitätskriterien der Europäische Union

2.2.2 Defizitbeschränkungen der Vereinigte Staaten von Amerika

2.2.3 Schweizer Schuldenbremse und Finanzreferenden

2.2.4 Die deutsche Schuldenbremse

3 Wachstumstheorie des Öffentlichen Sektors

3.1 Wagnersches Gesetz

3.2 Baumolsche Kostenkrankheit

3.3 Niveauverschiebungseffekt

4 Ansätze zur Disziplinierung staatlichen Handelns

4.1 Fiskalregeln

4.1.1 Schuldenregeln

4.1.2 Anreizkompatible Zielvereinbarung

4.2 Kommission für Kostenbewusstsein und Transparenz

4.3 Finanzreferenden

5 Empirie und politische Implikationen

5.1 Empirische Evidenz der Wachstumstheorie

5.2 Evidenzwirkung institutioneller Regelungen

5.3 Staatliche Entwicklungsmöglichkeiten

5.3.1 Staatliche Kernaufgaben

5.3.2 „Schlanker Staat“

6 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die theoretischen Grundlagen des Wachstums des öffentlichen Sektors sowie Möglichkeiten der fiskalischen Disziplinierung, um vor dem Hintergrund einer wachsenden Staatsverschuldung und veränderter gesellschaftlicher Rahmenbedingungen Handlungsspielräume für eine nachhaltige Finanzpolitik aufzuzeigen.

  • Entwicklung und Dynamik staatlicher Aufgaben und Staatsausgaben im internationalen Vergleich.
  • Theoretische Erklärungsmodelle für das Anwachsen öffentlicher Sektoren (z. B. Wagnersches Gesetz, Baumolsche Kostenkrankheit).
  • Analyse institutioneller Instrumente wie Schuldenbremsen, Fiskalregeln und Finanzreferenden zur Haushaltsdisziplinierung.
  • Empirische Überprüfung theoretischer Wachstumsannahmen und Bewertung von Effizienzsteigerungspotenzialen im Staatssektor.

Auszug aus dem Buch

3.2 Baumolsche Kostenkrankheit

Eine zweite Begebenheit ist durch die Beschaffenheit der Produktionstechnologie des öffentlichen Sektors definiert. Diese wurde von William Jack Baumol beschrieben. Bereiche, in denen es speziell um die Qualität einer erbrachten Leistung geht, stehen hier im Vordergrund. Er differenziert in seinem Modell zwischen zwei Sektoren, einem progressiven privaten Sektor mit stetigem Arbeitsproduktivitätsfortschritt und einem Sektor mit nur sporadischen Produktivitätserhöhungen. Er bezog sich damit im Besonderen auf die Produktion von stagnierenden Dienstleistungen, worunter er besonders das Gesundheitswesen, die Bildung, juristische Dienstleistungen und die Polizeiarbeit sah.

Als stagnierend werden sie durch ihre relativ hohe Arbeitsintensität im Vergleich zum privaten Sektor bezeichnet. Produktivitätsfortschritte lassen sich nur durch technologische Innovationen, Sachkapitalakkumulation oder Größenproduktionsvorteile erreichen. Anhand der Schwierigkeit, Arbeit durch Kapitalinput zu substituieren, zeichnet sich der öffentliche Sektor durch begrenzte Möglichkeiten für Produktivitätsfortschritte aus. Das heißt nicht, dass es keinerlei Verbesserungspotentiale gibt, aber gewisse Bereiche sind nur in begrenztem Maße optimierungsfähig. Angesichts des Wettbewerbs auf dem Arbeitsmarkt können ungeachtet einiger Friktionen die Löhne in beiden Sektoren nicht stark voneinander entfernt liegen. Außerdem bestehen größere Produktionsverbesserungspotentiale im privaten Sektor durch die Möglichkeiten des technischen Fortschritts. Aus dem optimalen Inputverhältnis ergibt sich im privaten Sektor eine Steigerung des Arbeitsbedarfs durch die Nutzung der Inputfaktoren gleich des marginalen Profits. Der öffentliche Sektor kann Arbeit aber nicht im gleichen Maße durch Kapital substituieren, weshalb der Lohnanstieg bei gleichbleibendem Output hier zu steigenden Kosten führt. Dies bewirkt bei gleichbleibendem Verhältnis von privaten zu öffentlichen Outputs ein steigendes Verhältnis der öffentlichen Ausgaben.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik der Staatsverschuldung und die Herausforderungen einer nachhaltigen Finanzpolitik angesichts gesellschaftlicher Veränderungen.

2 Staatsaktivität im Wandel: Das Kapitel untersucht den historischen Wandel der Staatsausgabenquoten sowie internationale Ansätze zur Begrenzung von Ausgaben und Schulden.

3 Wachstumstheorie des Öffentlichen Sektors: Hier werden theoretische Erklärungsmodelle für das Anwachsen öffentlicher Ausgaben, wie das Wagnersche Gesetz und die Baumolsche Kostenkrankheit, erläutert.

4 Ansätze zur Disziplinierung staatlichen Handelns: Dieses Kapitel stellt verschiedene fiskalische Instrumente vor, darunter Schuldenregeln und Finanzreferenden, um politisches Handeln zu disziplinieren.

5 Empirie und politische Implikationen: Die empirische Evidenz der zuvor vorgestellten Theorien wird geprüft und politische Handlungsmöglichkeiten für einen „Schlanken Staat“ werden diskutiert.

6 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit eines gesellschaftlichen Diskurses für eine nachhaltige Haushaltsführung.

Schlüsselwörter

Staatsausgabenquote, öffentliche Verschuldung, Fiskalregeln, Haushaltsdisziplin, Wagnersches Gesetz, Baumolsche Kostenkrankheit, Niveauverschiebungseffekt, Schuldenbremse, Finanzreferenden, Wirtschaftswachstum, soziale Sicherung, demographischer Wandel, öffentliche Finanzen, institutionelle Rahmenbedingungen, Haushaltskonsolidierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Ursachen für das Wachstum öffentlicher Staatsausgaben und der Suche nach effektiven institutionellen Instrumenten zur Begrenzung der Staatsverschuldung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung staatlicher Aufgaben, der Wachstumstheorie des öffentlichen Sektors sowie auf Strategien zur Haushaltskonsolidierung und Disziplinierung politischer Entscheidungsträger.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, den Wandel der Rahmenbedingungen öffentlicher Finanzen aufzuzeigen und Instrumente zu identifizieren, die staatliches Handeln in Bahnen lenken, welche eine langfristige Tragfähigkeit der Staatsfinanzen ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse finanzwissenschaftlicher Wachstumsmodelle in Kombination mit einem internationalen Vergleich empirischer Daten und institutioneller Regelungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Staatsausgabenwachstums, die Analyse internationaler Fiskalregeln (z.B. Schuldenbremsen) und die empirische Überprüfung dieser Konzepte im Hinblick auf ihre Effektivität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Staatsausgabenquote, Schuldenbremse, Fiskalregeln, Haushaltsdisziplin, Wachstumstheorie des öffentlichen Sektors und Nachhaltigkeit der öffentlichen Finanzen.

Wie bewertet der Autor die Wirksamkeit der deutschen Schuldenbremse?

Die Arbeit sieht in der Schuldenbremse einen potenziell zielführenden Ansatz zur Wiederherstellung der Tragfähigkeit öffentlicher Finanzen, mahnt jedoch an, dass die endgültige Wirksamkeit erst nach dem vollständigen Inkrafttreten und in wirtschaftlich schwierigen Phasen bewertet werden kann.

Warum reicht eine Schuldenbremse allein laut der Arbeit oft nicht aus?

Der Autor argumentiert, dass Budgetregeln durch "kreative Buchführung" oder politische Umgehungsstrategien unterlaufen werden können, weshalb sie durch zusätzliche Mechanismen wie Finanzreferenden oder unabhängige Kontrollinstitutionen flankiert werden sollten.

Ende der Leseprobe aus 45 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Leitbild schlanker Staat? Theoretische Analyse und Empirie der öffentlichen Finanzen
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Note
2,3
Autor
Christian Muth (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
45
Katalognummer
V278898
ISBN (eBook)
9783656764014
ISBN (Buch)
9783656764069
Sprache
Deutsch
Schlagworte
leitbild staat theoretische analyse empirie finanzen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christian Muth (Autor:in), 2013, Leitbild schlanker Staat? Theoretische Analyse und Empirie der öffentlichen Finanzen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278898
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Leseprobe aus  45  Seiten
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