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Die Wirkung von Staatsverschuldung. Neutralität als Paradigma

Título: Die Wirkung von Staatsverschuldung. Neutralität als Paradigma

Tesis (Bachelor) , 2011 , 38 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Christian Muth (Autor)

Economía - Finanzas
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Das Phänomen der staatlichen Verschuldung ist schon seit der Gründung von Staaten und in Folge dessen seit der Möglichkeit eigener Finanzpolitik Thema der politischen Diskussion. Die Aufnahme von Schulden und damit einhergehend eine Belastung nachfolgender Generationen ohne deren Zustimmung, wurde immer wieder kontrovers diskutiert. Ein demokratisches System zeichnet sich jedoch gerade durch Machtzuweisung auf Zeit aus. Es bleibt zu hinterfragen, ob dieses Prinzip durch übermäßige Verschuldung ohne die Möglichkeit der Zustimmung zukünftiger Entscheidungsträger nicht durchbrochen wird. In der Neuzeit, spätestens mit dem Aufkommen der europäischen Schuldenkrise, hat das Thema erneut an Brisanz gewonnen. Es werden in regelmäßigen Abständen neue Meldungen über drohende Zahlungsunfähigkeiten einzelner Länder veröffentlicht. Zum Zeitpunkt der Arbeit steht besonders Griechenland stark im öffentlichen Fokus. Doch wie stellt sich die Lage wirklich dar? Der Schuldenstand des griechischen Staates liegt aktuell bei 142 Prozent des Bruttoinlandsproduktes, aber auch das Finanzvermögen griechischer Privathaushalte weist ein ähnliches Volumen auf. Hat die griechische Bevölkerung in Rücksicht auf die steigende Verschuldung der öffentlichen Haushalte und in Erwartung höherer steuerlicher Belastungen in der Zukunft vorgesorgt?
Und hat Staatsverschuldung in dieser Hinsicht überhaupt eine in solchem Maß wohlfahrtsmindernde Wirkung, wie häufig in den Medien der Eindruck erweckt wird?
Diese Arbeit liefert einen theoretischen Unterbau für die Relevanz von Staatsverschuldung.
Das Ricardianische Äquivalenztheorem, mit einem Standpunkt der von der klassischen keynesianischen Theorie abweicht, bietet hierfür einen guten Ansatzpunkt. Darauf aufbauend wird diskutiert werden, welche kritischen Modellannahmen zu hinterfragen sind. Anschließend wird untersucht, unter welchen Umständen das Modell auf die Wirklichkeit übertragbar und damit praktikabel ist. Schlussendlich wird die Theorie mit einer Analyse über die Entwicklung der gesamtstaatlichen Verschuldung und der privaten Vermögensbildung in der Bundesrepublik Deutschland nach der deutschen Wiedervereinigung abgerundet.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Staatsverschuldung – Relevanz des Themas

2 Ricardianisches Äquivalenztheorem

2.1 Zwei-Perioden-Modell mit einer Generation

2.2 Partialmodell mit zwei Perioden

2.3 Einführung von Steuern versus Aufnahme von Schulden

2.4 Unendliche Periodenlaufzeit

2.5 Modell der überlappenden Generationen

3 Kritische Punkte zum Ricardianischen Äquivalenztheorem

3.1 Unterschiede zum Modell des Keynesianismus

3.2 Alternative Sicht zur Lebenszyklushypothese

3.3 Diskussion der Modellannahmen

3.3.1 Intergenerativer Altruismus

3.3.2 Vollkommene Kapitalmärkte

3.3.3 Vollständige Information und Rationalität

3.3.4 Finanzierung durch unverzerrende Steuern

3.4 Implementierbarkeit der Theorie in der Realität

3.4.1 Todeszeitpunkt

3.4.2 Fertilität

3.4.3 Rentenmarkt

3.4.4 Anreizwirkung der Vererbung

3.4.5 Sparverhalten

3.5 Bedeutung des Theorems

4 Empirische Fakten für Deutschland

4.1 Aussagekraft des Ricardianischen Modells

4.2 Sparmotive

4.3 Statistisches Rahmenwerk

4.4 Ergebnisse

4.4.1 Trendlinie

4.4.2 Zeitraumbetrachtung

4.4.3 Schlussfolgerungen

5 Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die ökonomische Relevanz von Staatsverschuldung und analysiert, inwieweit das Ricardianische Äquivalenztheorem theoretisch fundiert ist und empirisch auf die Bundesrepublik Deutschland übertragen werden kann.

  • Theoretische Grundlagen des Ricardianischen Äquivalenztheorems
  • Kritische Analyse von Modellannahmen wie Altruismus und Kapitalmarktvollkommenheit
  • Untersuchung der Realitätsnähe bei Faktoren wie Fertilität und Todeszeitpunkt
  • Empirische Analyse der deutschen Staatsverschuldung im Vergleich zum privaten Sparverhalten

Auszug aus dem Buch

3.3.1 Intergenerativer Altruismus

Altruismus beschreibt einen Sachverhalt, bei dem das Nutzenniveau eines Individuums mit dem Nutzengewinn eines anderen Individuums ansteigt. Verhaltensweisen, wie die in unserem Modell beschriebenen Erbschaften, zählen zu diesem Phänomen. Die Äquivalenz der Kredit– und Steuerfinanzierung beruht auf der Annahme des Altruismus, da ansonsten die Individuen kein Interesse am Wohlergehen der nachfolgenden Generationen haben würden. Hierfür gehen wir auf die Nutzenfunktion der Elterngeneration aus Kapitel 2.4 zurück.

Der Parameter β in der Nutzenfunktion der Individuen wäre ohne Altruismus immer Null. Dadurch würde jedes Individuum ausschließlich seinen eigenen Nutzen maximieren, also vollständig eigeninteressiert handeln.

Von besonderem Interesse ist dabei das separat betrachtete Erbverhalten von Familien mit und ohne Kinder. Theoretisch sollten kinderreiche Familien im Falle steigender Staatsverschuldung eine höhere Erbschaft zurücklegen, da ihre Nachkommen einen größeren Steuerbetrag zur Deckung derselben erwirtschaften müssen. Empirisch zeigt sich jedoch kein signifikanter Unterschied. Möglicherweise haben Eltern ihren Kindern schon zu Lebzeiten ihren zusätzlichen Erbanteil, beispielsweise in Form von Investitionen in ihr Humankapital, zukommen lassen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Staatsverschuldung – Relevanz des Themas: Einleitung in die Problematik der Staatsverschuldung und der Belastung zukünftiger Generationen sowie Vorstellung der Forschungsfrage.

2 Ricardianisches Äquivalenztheorem: Theoretische Herleitung des Theorems anhand verschiedener Modellwelten, in denen Steuer- und Kreditfinanzierung als äquivalent betrachtet werden.

3 Kritische Punkte zum Ricardianischen Äquivalenztheorem: Diskussion der restriktiven Modellannahmen sowie deren Anwendbarkeit in der realen Wirtschaft.

4 Empirische Fakten für Deutschland: Empirische Überprüfung der Theorie anhand statistischer Daten zur deutschen Verschuldung und privatem Sparverhalten.

5 Ausblick: Reflexion über die zukünftige Bedeutung der Staatsverschuldung und die Herausforderungen einer gerechten Lastenverteilung.

Schlüsselwörter

Staatsverschuldung, Ricardianisches Äquivalenztheorem, Kreditfinanzierung, Steuerfinanzierung, intergenerativer Altruismus, Lebenszyklushypothese, private Ersparnis, Staatsbankrott, Deutschland, Finanzpolitik, Haushaltsdefizit, Kapitalmärkte, Humankapital, Sparquote, intergenerative Transfers.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert die Wirkung staatlicher Verschuldung und prüft, ob Steuer- und Kreditfinanzierung gemäß des Ricardianischen Äquivalenztheorems die gleichen Auswirkungen auf die Volkswirtschaft haben.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit behandelt die theoretische Herleitung der Staatsverschuldungsneutralität, die Validität der Modellannahmen sowie eine empirische Untersuchung der deutschen Wirtschaftsdaten.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Es wird hinterfragt, ob die Annahmen des Ricardianischen Modells, insbesondere hinsichtlich Altruismus und Rationalität, empirisch haltbar sind und ob private Haushalte ihre Ersparnisse an staatliche Verschuldung anpassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine deduktive theoretische Herleitung sowie eine empirische Analyse statistischer Zeitreihen zur Entwicklung der Staatsverschuldung und privaten Vermögensbildung in Deutschland.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Modellierung, eine kritische Diskussion der Annahmen (z.B. Altruismus, Kapitalmärkte) und eine empirische Fallstudie für Deutschland.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den zentralen Begriffen gehören die Staatsverschuldungsneutralität, das Ricardianische Äquivalenztheorem, die private Ersparnisbildung und die intergenerative Lastenverteilung.

Warum spielt der intergenerative Altruismus eine so wichtige Rolle für das Theorem?

Ohne die Annahme, dass Eltern das Wohlergehen ihrer Kinder in ihr Nutzenkalkül einbeziehen, würden sie keine Erbschaften bilden, um zukünftige Steuerlasten ihrer Nachkommen auszugleichen, wodurch die Äquivalenz hinfällig wäre.

Welche Rolle spielen unvollkommene Kapitalmärkte für die Ergebnisse der Arbeit?

Unvollkommene Kapitalmärkte führen dazu, dass staatliche Kreditaufnahme oft zu günstigeren Konditionen möglich ist als private Verschuldung, was die theoretische Äquivalenz stört und die gegenwärtige Generation bevorzugt.

Final del extracto de 38 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Wirkung von Staatsverschuldung. Neutralität als Paradigma
Universidad
University of Freiburg
Calificación
2,0
Autor
Christian Muth (Autor)
Año de publicación
2011
Páginas
38
No. de catálogo
V278903
ISBN (Ebook)
9783656764564
ISBN (Libro)
9783656764076
Idioma
Alemán
Etiqueta
wirkung staatsverschuldung neutralität paradigma
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Christian Muth (Autor), 2011, Die Wirkung von Staatsverschuldung. Neutralität als Paradigma, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278903
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