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Die konstruktivistische Perspektive der Weltpolitik

Title: Die konstruktivistische Perspektive der Weltpolitik

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 26 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Timothy Erik Röhrig (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Einleitung

Diese Arbeit soll sich mit der Frage beschäftigen, ob der Konstruktivismus eine Relevanz für die Theorie der internationalen Beziehungen hat. Um den Konstruktivismus in den Theorien der internationalen Beziehungen zu verorten und seine Bedeutung klären zu können, bedarf es einer Deskription und Forschung nach der Entstehung des Begriffs. Daher werde ich zunächst auf die Entstehung des Konstruktivismus als wissenschaftlicher Begriff und die Entwicklung von Ideengut innerhalb der Politischen Theorie, dass dem heutigen, politiktheoretischen Konstruktivismus verwandt ist, eingehen. Dabei soll angedeutet werden, dass es sich bei dem konstruktivistischen Ansatz keineswegs um grundlegend neues Ideengut handelt, sondern es vielmehr schon lange vor dem Beginn der Konstruktivismus-Debatte Politikwissenschaftler gab, die einen ähnlichen Ansatz verfolgten.

Im weiteren wird es darum gehen, den Konstruktivismus zu charakterisieren und zu beschreiben, was ihn von anderen Theorien unterscheidet. Dabei möchte ich im Besonderen auf das Konstruktivismus-Modell von Alexander Wendt eingehen, der einen gemäßigten Konstruktivismus propagiert. Dadurch soll ein greifbarer Eindruck vermittelt werden, wie der Konstruktivismus nicht nur als sozialer Denkansatz, sondern auch als in der Theorie ausformuliertes Modell existiert. Erst nach diesen Betrachtungen wird sich ein Bild des Konstruktivismus ergeben, dem dann Kritikpunkte entgegengestellt werden sollen, die in der wissenschaftlichen Diskussion häufig geäußert werden. Zum Schluss soll geklärt werden, in welcher Funktion der Konstruktivismus Relevanz für die Theorie der internationalen Beziehungen hat oder haben könnte. Zu Beginn jedoch muss noch der Begriff der Theorie der internationalen Beziehungen klarer gefasst werden, damit deutlich wird, was so eine Theorie ausmacht, um erkennen zu können, ob der Konstruktivismus als eine solche Theorie gelten kann. Zur Theorie der internationalen Beziehung schreibt Lothar Brock: „Ein zentrales Problem der Analyse der i.B. besteht darin, die Fragestellungen so zu fokussieren und die Vorgehensweise so zu organisieren, daß ein intersubjektiver Vergleich der Forschungsergebnisse, die Akkumulation von Wissen und eine bedingte Prognose (...) möglich wird.“

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entstehung des Konstruktivismus

3. Das Weltbild des Konstruktivismus

4. Verortung des Konstruktivismus im System der Theorien der internationalen Beziehungen

5. Alexander Wendts Konstruktivismus

5.1. Wendts Annahmen

5.2. Die soziale Konstruktion des internationalen Systems

5.3. Die soziale Konstruktion des nationalen Interesses

6. Kritik am Konstruktivismus

7. Konklusion

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz des Konstruktivismus als Theorieansatz für die internationalen Beziehungen und analysiert dabei insbesondere das Modell von Alexander Wendt sowie die kritische Abgrenzung zu materialistischen und rationalistischen Erklärungsansätzen.

  • Grundlagen und Entstehungsgeschichte des konstruktivistischen Ansatzes
  • Konstruktivistisches Weltbild: Soziale Konstruktion von Realität, Ideen und Identitäten
  • Vergleich und Einordnung des Konstruktivismus im theoretischen Diskurs der internationalen Beziehungen
  • Detaillierte Analyse des Modells von Alexander Wendt
  • Kritische Würdigung der Erklärungsleistung und methodologischen Grenzen des Konstruktivismus

Auszug aus dem Buch

5. Alexander Wendts Konstruktivismus

Alexander Wendt gilt als einer der größten und prominentesten Verfechter des Konstruktivismus. Dem Professor der Universität von Chicago verdankt der Begriff seine „Popularisierung“ für die Theorie der Internationalen Beziehungen. Wendt gilt als der führende Vertreter des sogenannten realistischen Konstruktivismus, der sich vom liberal-institutionalistischen Konstruktivismus, der u.a. von Thomas Risse-Kappen und Harald Müller vertreten wird und vom Radikalen Konstruktivismus unterscheidet.

Wendt fasst unter dem Sammelbegriff „Critical International Relations Theory“ vier Strömungen zusammen: Die Postmodernisten, zu denen Richard Ashley gehört, Feministen, Neo-Marxisten (Robert Cox, Stephen Gill) und Konstruktivisten, zu denen er Emanuel Adler, Friedrich Kratochwil, John Ruggie, Peter Katzenstein und schließlich auch sich selbst zählt. Im weiteren Sinne können sie alle als Konstruktivisten zählen, da sie alle nicht-realistische Ansätze verfolgen und die Weltpolitik als sozial konstruiert ansehen. Jedoch entwickelte sich in der Literatur der Begriff Konstruktivisten für die letzte der vier genannten Gruppen. Diese Konstruktivisten gehen von zwei Grundannahmen aus: 1.) Die fundamentale Struktur des internationalen Systems ist eine soziale und keine materialistische und richtet sich damit gegen den Materialismus. Die Struktur der menschlichen Gesellschaft ist in erster Linie von geteilten Ideen und nicht von materiellen Kräften bestimmt. Materielle Kräfte gewinnen erst durch die Ideen der Akteure an Bedeutung. Er setzt dem Materialismus mit seiner Fixierung auf Technologie, biologische und natürliche Vorgaben einen idealistischen Zugang zum sozialen Leben entgegen. 2.) Diese unter Punkt 1.) beschriebene soziale Struktur formt nicht nur das Verhalten des internationalen Systems, sondern, was der zentrale Punkt der gesamten Theorie ist, auch die Identität und Interessen der Akteure und richtet sich damit gegen den Rationalismus. D. h., dass diese die soziale Struktur konstruierenden Ideen - und damit eben nicht naturgegebene Merkmale - die Identität und Interessen der Menschen konstituieren. Dieses ist ein strukturalistischer Zugang, der sich von individualistischen Ansätzen abgrenzt. Die Kraft von sozialen Strukturen ist das entscheidende Merkmal und diese Kraft kann nicht auf das Individuum in einer solchen Struktur reduziert werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung formuliert die Forschungsfrage nach der Relevanz des Konstruktivismus für die Theorie der internationalen Beziehungen und skizziert das methodische Vorgehen.

2. Entstehung des Konstruktivismus: Dieses Kapitel zeichnet die Herkunft des Konstruktivismus aus der Soziologie nach und beleuchtet die ideengeschichtliche Tradition bis hin zu zeitgenössischen Einflüssen.

3. Das Weltbild des Konstruktivismus: Es wird die zentrale Annahme erörtert, dass die Welt primär sozial konstruiert ist, wobei Ideen und Identitäten als realitätsstiftende Faktoren fungieren.

4. Verortung des Konstruktivismus im System der Theorien der internationalen Beziehungen: Hier erfolgt eine theoretische Einordnung des Konstruktivismus im Spannungsfeld zwischen Idealismus und Realismus sowie eine Abgrenzung zu positivistischen Theorien.

5. Alexander Wendts Konstruktivismus: Der Fokus liegt auf der Analyse der Grundannahmen Wendts, insbesondere seinem strukturellen Idealismus und der Bedeutung der sozialen Struktur.

5.1. Wendts Annahmen: Das Unterkapitel konkretisiert Wendts soziologischen Strukturalismus und den Einfluss intersubjektiven Wissens auf das Handeln von Staaten.

5.2. Die soziale Konstruktion des internationalen Systems: Die Diskussion konzentriert sich auf die Dekonstruktion des starren Anarchie-Begriffs und die Entstehung kollektiver Identitäten durch Interaktion.

5.3. Die soziale Konstruktion des nationalen Interesses: Es wird dargelegt, wie nationale Interessen durch soziale Konstruktionen geformt werden und welche Faktoren diese Identitätsbildung beeinflussen.

6. Kritik am Konstruktivismus: Dieses Kapitel adressiert die Schwächen des Konstruktivismus, insbesondere das Fehlen eines konsistenten Erklärungsmusters für den Wandel sowie die Problematik der Staatszentriertheit.

7. Konklusion: Das Fazit bewertet die Bedeutung des Konstruktivismus als deskriptiver Ansatz, hebt seine methodologische Leistung hervor und diskutiert die Herausforderung, eine prognosefähige Theorie zu werden.

Schlüsselwörter

Konstruktivismus, Internationale Beziehungen, Alexander Wendt, soziale Konstruktion, Identität, Interessenbildung, Anarchie, struktureller Idealismus, Intersubjektivität, Macht, Normen, Außenpolitik, Theoriebildung, Reflexivität, systemischer Wandel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob und wie der Konstruktivismus als wissenschaftliche Theorie die Theorie der internationalen Beziehungen bereichern kann und inwiefern er sich von traditionellen Ansätzen abhebt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Im Zentrum stehen die soziale Konstruktion von Wirklichkeit, die Bedeutung von Ideen und Identitäten in der Weltpolitik sowie die Kritik an rein materialistischen oder rationalistischen Erklärungsmodellen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, welche Relevanz der Konstruktivismus für die Theorie der internationalen Beziehungen hat und ob er als wirkungsvolle, prognosefähige Theorie gelten kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine deskriptive und analysierende Methode, die auf der kritischen Reflexion bestehender Theorieansätze, insbesondere des Werks von Alexander Wendt, basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Entstehung und dem Weltbild des Konstruktivismus, der Verortung innerhalb der politikwissenschaftlichen Debatte sowie einer detaillierten Analyse von Wendts realistischen Konstruktivismus, ergänzt um eine kritische Auseinandersetzung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie soziale Konstruktion, Identität, internationale Beziehungen, Anarchie, Alexander Wendt und Intersubjektivität maßgeblich geprägt.

Warum kritisiert Jaeger die Staatszentriertheit bei Wendt?

Jaeger argumentiert, dass eine kollektive Einheit wie ein Staat keine eigenständige Akteursqualität besitzt, da Entscheidungen stets individuell getroffen werden, und plädiert daher für eine stärkere Einbeziehung gesellschaftlicher Faktoren.

Kann der Konstruktivismus laut Autor als prognosefähige Theorie dienen?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der Konstruktivismus aufgrund seiner primär deskriptiven Natur aktuell nicht in der Lage ist, Prognosen im Sinne einer klassischen Theorie zu treffen, da er Ereignisse stets erst rückwirkend erklärt.

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Details

Title
Die konstruktivistische Perspektive der Weltpolitik
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Institut für Politische Wissenschaft)
Course
Hauptseminar: Der weltpolitische Wandel seit 1989 in der theoretischen Debatte
Grade
1,0
Author
Timothy Erik Röhrig (Author)
Publication Year
2003
Pages
26
Catalog Number
V27891
ISBN (eBook)
9783638298148
Language
German
Tags
Perspektive Weltpolitik Hauptseminar Wandel Debatte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Timothy Erik Röhrig (Author), 2003, Die konstruktivistische Perspektive der Weltpolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27891
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