Soziale Arbeit als unterbezahlte Frauenarbeit. Folge einer männergeprägten Gesellschaft?

Wie können wir die Anerkennung Sozialer Arbeit durch Axel Honneths Anerkennungssphären "Liebe", "Leistung", "Recht" steigern?


Essay, 2014

20 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1.) Einleitung

2.) Hintergrund: über die Geschichte der sozialen Arbeit und den 2 Geschlechterkampf

3.) Die drei Anerkennungssphären und aktuelle Aufwertungsversuche Sozialer Arbeit
a) Die Anerkennungssphäre Liebe/Fürsorge und die Care-Debatte
b) Die Anerkennungssphäre Leistung und Ökonomisierung der Sozialen Arbeit
c) Die Anerkennungssphäre Recht und eine kritisch-reflexive Soziale Arbeit

4.) What works: Leistung, Liebe oder Recht?
a) Das Leistungsprinzip und die Vermännlichung Sozialer Arbeit
b) Die Care-Debatte und die Verweiblichung Sozialer Arbeit
c) Zwischenfazit: Die Vielfalt macht’s oder: Recht statt Leistung und Liebe

5.) Schluss

Literaturverzeichnis

1.) Einleitung

„Und dafür muss man studieren?“- eine Frage, der sich mit hoher Wahrscheinlichkeit der Großteil der SozialarbeiterInnen im Laufe der eigenen Karriere auseinandersetzen muss. Die Infragestellung der professionellen Identität von SozialarbeiterInnen ist nicht selten auf perpetuierte Rollenbilder zurückzuführen, die Soziale Arbeit als weiblich codierte ‚Semi-Profession‘ abwerten.

Im Zentrum diesen Essays steht die These, dass Soziale Arbeit in einer männerdominierten Gesellschaft auf Grund ihres Berufsstandes als ‚Frauenberuf‘ in ihrer Profession eine Abwertung erfährt.

Ein kurzer Abriss der Entstehungsgeschichte sozialer Arbeit zu Beginn des Essays demonstriert, wie eng die Geschichte der S.A. mit Frauenbewegungen und frühen Emanzipationsbestrebungen verknüpft ist und wie sie sich zunehmends zu einem ‚weiblich dominierten‘ Berufsfeld entwickelt hat. Eine generelle Subordination der Frau bzw. weiblich konnotierter Merkmale unter den Mann bzw. das ‚Männliche‘ wird dabei aus historischer Perspektive sichtbar.

Anschließend findet entlang des ‚Stratifizierungssignets Geschlecht‘ eine kurze Standortbestimmung sozialer Arbeit in der ‚Statushierarchie der Anerkennung‘ statt. Dazu bediene ich mich des anerkennungstheoretischen Konzepts Axel Honneths. Entlang der drei Anerkennungssphären Liebe, Leistung und Recht werden im dritten Kapitel die aktuellen Professionalisierungsstrategien -sprich Aufwertungsversuche- Sozialer Arbeit beschrieben.

Die unterschiedlichen Argumentationsstränge und Aufwertungsstrategien werden dann im vierten Kapitel kritisch reflektiert und auf Ambivalenzen bzw. auch auf eventuelle Kompatibilität überprüft. Gleichzeitig findet eine Beantwortung der Frage statt, unter welchen Bedingungen soziale Arbeit nun -aus meiner Sicht- eine Höherwertung erreichen könnte und wie disponibel die momentane Lage der Sozialen Arbeit ist.

Dieser Essay bleibt primär auf die Darlegung theoretischer Standpunkte beschränkt und beschäftigt sich daher weniger mit der konkreten Verwirklichung in der Praxis.

Auf Grund der Genderthematik ist dieser Text geschlechtergerecht formuliert.

2.) Über die Geschichte der sozialen Arbeit und den Geschlechterkampf

Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass soziale und fürsorgerische Tätigkeiten ursprünglich generell im, wie Rainer Wendt es formuliert, „oikos“ (Wendt 1995: 4), im Haushalt stattfanden und damit dem Bereich familiärer, nachbarschaftlicher Solidarität zugesprochen wurden (vgl. Großmaß 2008: 2). Das eigentliche Aufkommen der ‚sozialen Frage‘ und damit die Notwendigkeit einer Integration von Hilfstätigkeiten in die Öffentlichkeit entstand erst durch den Übergang von Agrar- zur Industriegesellschaft im 18. Jahrhundert: Einerseits brachte diese soziokulturelle Veränderung große Modernisierungsprozesse mit sich, andererseits entstand eine immer größer werdende Lücke zwischen den Polen Arm und Reich- massenhafter Pauperismus war die Folge (vgl. Wendt 1995: 38).

Die Idee der produktiven Arbeitsteilung hatte in der hochentwickelten Industriegesellschaft gravierende Folgen auf die Geschlechterverhältnisse: „es ist die Arbeitsteilung zwischen Beruf und Familie, wobei Beruf primär dem Mann, Hausarbeit primär der Frau zugewiesen ist“ (Beck-Gernsheim 1990: 23). Während der Mann in der Außenwelt produktive Arbeit leistete, so blieb die Frau stets auf den Bereich der Reproduktion beschränkt. So deckte die Frau dem Mann den Rücken und war grundsätzlich Fürsorgerin wenn es im privaten Bereich zu sozialen Bedürfnissen kam.

In der Öffentlichkeit hingegen begann die Beantwortung der sozialen Frage paradoxerweise durch Männer: So entstand in ihren Ursprüngen soziale Arbeit in Form von öffentlicher Armenpflege und war damit zum Beispiel in Form des Elberfelder Systems eine Reaktion der Männer auf die sozialen Belange. Die Männer hoben mit der kommunalen Armenverwaltung ihr Ansehen: „Das Konstrukt des eigenverantwortlich arbeitenden und mit behördlicher Macht ausgestatteten Armenpflegers des Elberfelder Systems (1853-1919) war eine Ressource zur Erlangung gesellschaftlicher Anerkennung“ (Heite 2008: 162).

Gleichwohl blieben Frauen weiterhin auf den Bereich der privaten Fürsorge beschränkt, jedoch wurde „mit der zunehmenden Einbindung von Frauen in die Familie ohne Erwerbsfunktionen, mit der damit verknüpften Absicherung ihres Lebensunterhalts durch einen männlichen ‚Ernährer‘,[…] die Ausdehnung einer weiteren Arbeitsform möglich, die in ihren ersten Ursprüngen eine außerhäusliche Aufgabe adliger und bürgerlicher Frauen darstellt, die verbandlich- vermittelte, unentgeltliche Arbeit im sozialen Ehrenamt“ (Backes 1987 in Beer: 222f.).

Eine Vorreiterrolle kann dabei den bürgerlichen Frauen zugeschrieben werden, die mit dem Prinzip der ‚Geistigen Mütterlichkeit‘ das Ziel verfolgten, mit spezifisch „weiblichen Eigenschaften ergänzend zu einem gleichzeitig kritisierten und anerkannten männlichen Prinzip einen relevanten Beitrag zum Sozialen [zu] leisten“ (Heite 2008: 158). Die ProtagnistInnen der bürgerlichen Frauenbewegung (1865-1894) erreichten dadurch eine Teilhabe der Frauen an der öffentlichen Wohlfahrtspflege (vgl. Großmaß 2008: 2).

1905 erhielten Frauen dann durch das Straßburger System Zugänge zum Bereich der ArmenpflegerIn. Allerdings wurden sie hier überwiegend in außendienstlichen Praxisbereichen eingesetzt, wo sie weniger autonom, sondern eher durch von Männern verrichtete (innendienstliche) Leitungsebenen kontrolliert und beaufsichtigt wurden.

So entstand bereits hier das doppelte Mandat der Sozialen Arbeit aus Hilfe und Kontrolle. Der aufkommende Ruf nach einer Verknüpfung von staatlicher Armenverwaltung und privater Fürsorge hatte demnach eine Geschlechter-Hierarchisierung zur Folge: Eine Mitarbeit der Frauen fand sich damit im praktischen Bereich der Fürsorge, Pflege als ‚Hilfe‘ und Wohltätigkeit, während Männer in theoretisch-leitenden Positionen und organisationsstrukturierenden Instanzen angesiedelt waren. Dabei blieben Frauen unterbezahlt und rutschten in ehrenamtliche Tätigkeiten ab. (vgl. Großmaß 2008: 5)

Hinderlich zur Erlangung höherer Positionen war vor allem der Ausschluss der Frauen aus (staatlichen) Universitäten. So forderten die Frauen eine Ausbildung ein: „Der entscheidende Impuls zu einer systematischen Ausbildung im Bereich sozialer Arbeit geht [dabei] eindeutig von der Berliner Initiative des Vereins Frauenwohl und der Deutschen Gesellschaft für ethische Kultur aus und ist mit den Namen Jeanette Schwerin und in der Folge Alice Salomon verbunden“ (Hering & Münchmeier 2000 in Großmaß: 5).

Durch deren Ruf nach Professionalisierung stieg das Ausbildungsniveau der sozialen Arbeit bis zu Beginn des ersten Weltkriegs kontinuierlich an. So wurde die erste Fachhochschule von Alice Salomon 1908 gegründet und ließ bereits ein breites Komptenzspektrum zu. Ab 1920 wurde Soziale Frauenbildung damit „zu einer fest institutionalisierten Berufsausbildung mit spezifischen Zugangsvoraussetzungen, gefestigtem Fächerkanon und staatlich anerkanntem Abschluss“ (Sachße 2003 in Großmaß: 7). Der Frauenberuf ‚Fürsorgerin‘ wird geschaffen, ein hochqualifiziertes weibliches Berufsfeld entsteht, wenn auch (von heute aus gesehen) um den Preis der Ausgrenzung aus der universitären Bildung (vgl. Großmaß 2008: 7). Von dort an entwickelte sich soziale Arbeit weiter zu einer Frauenarbeit, da internationale Diskurse überwiegend über Frauengruppen und –vereine stattfanden und die Hochschulen speziell auf Frauen ausgerichtet waren.

Auch heute zeigen die Statistiken noch immer eine Dominanz der Frauen in der Sozialen Arbeit, verbunden mit einem niedrigem Rang in der Anerkennungshierarchie. Christoph Sachße resümiert:

„Die Akademisierung der Sozialarbeit hat auch das Geschlechterverhältnis im sozialen Beruf verändert. Entstanden um die Wende zum 20. Jahrhundert als exklusiver Frauenberuf, verzeichneten die verschiedenen Tätigkeitsfelder der Sozialarbeit insgesamt im Jahre 1987 bereits einen Männeranteil von 19 %. Der Anteil der Geschlechter ist allerdings in hohem Maße vom Arbeitsfeld abhängig. Während in der Kleinkinderziehung auch heute noch bis zu 97 % der Erwerbstätigen Frauen sind, beträgt ihr Anteil bei den Jugendämtern nur 60 %, in der Jugendarbeit gar nur 50 %. Der Anteil der Geschlechter variiert auch mit dem formalen Ausbildungsniveau. Je höher die Ausbildung, umso höher der Männeranteil und umgekehrt […]. Und somit ballen sich die Männer auch in den gehobenen Berufspositionen, während die Frauen mit den unteren Etagen vorlieb nehmen müssen. Sozialarbeit: ein weiblicher Beruf unter männlicher Leitung.“ (Sachße 2003 in Großmaß: 11)

Was also kann getan werden, um die Anerkennung sozialer Arbeit als Frauenberuf zu stärken? Um diese Frage zu beantworten, besteht die Notwendigkeit einen Blick in den aktuellen Status der Sozialen Arbeit zu werfen. Dafür bediene ich mich in den folgenden Kapiteln der Anerkennungstheorie von Axel Honneth, um mit deren Hilfe eine Standortbestimmung der entgegengebrachten Anerkennung sozialer Arbeit vorzunehmen bzw. aktuelle Debatten und Aufwertungsversuche zu erläutern.

4.) Die drei Anerkennungssphären und aktuelle Aufwertungsversuche Sozialer Arbeit

Axel Honneths Anerkennungstheorie folgend existieren drei Sphären der Anerkennung: Die Sphäre der Liebe bzw. Fürsorge, die der Leistung und die des Rechts. Aus diesen Sphären resultiert die Vergabe der Anerkennung, die „eine Angelegenheit der Identitätsentwicklung und Selbstverwirklichung“ sei, wobei er hinzufügt, dass sich „mangelnde Anerkennung in ‚beschädigter‘ oder ‚unvollständiger‘ Subjektivität äußere“ (Honneth 2003 in Heite: 15, Abänderung durch J.B.).

Beginnen wir mit der für die soziale Arbeit wohl am bedeutendsten Sphäre: Dem Prinzip der Liebe und Fürsorge:

a) Die Anerkennungssphäre Liebe/Fürsorge und die Care-Debatte

Die ‚Anerkennungssphäre‘ der Liebe/Fürsorge bezeichnet „affektive soziale Beziehungen wie Familie im weitesten Sinne, Freundschaften, sexuelle Beziehungen und Liebesbeziehungen, welche Bedürfnisse nach emotionaler und körperlicher Nähe, Zuwendung, Betreuung und Pflege abdecken“ (Heite 2008: 16). „Als Liebe/Fürsorge beschreibbare Anerkennungsverhältnisse sind in dieser Hinsicht zunächst in partikular-individuellen, ‚privaten‘ Beziehungen verortet, sind jedoch nicht […] auf diese beschränkt. Es ist davon auszugehen, dass fürsorgliche und reproduktive Praxen verallgemeinerbar sind, insofern sie in politischen Steuerungsprozessen (de)kommodifiziert, privatisiert, verberuflicht oder veröffentlicht werden.“ (ebd.: 16)

Demnach könne Soziale Arbeit mit ihren Dienstleistungen als eine veröffentlichte Form der Sphäre Liebe/Fürsorge bezeichnet werden.

Es fällt nun auf, dass die Akteurinnen der bürgerlichen Frauenbewegung mit dem Prinzip der Geistigen Mütterlichkeit eine Aufwertung des ‚spezifisch Weiblichen‘ verfolgten. Als gut bürgerliche, sittliche Frauen aus den oberen Schichten lagen ihre Talente (damit ist die ‚bei Frauen ohnehin vorhandene‘ Fähigkeit zur Fürsorge gemeint) ‚brach‘, wenn sie sich nicht engagierten. So helfe ihnen die öffentliche Form der Fürsorge über ihre ‚Langeweile‘ und ihr ‚unerfülltes Leben‘ hinweg. Um Salomon zu zitieren brachte die Tätigkeit den Frauen „einen Lebenszweck und einen Lebensinhalt.“ (Salomon 1913 in Heite: 160)

Auch heute wird Soziale Arbeit eher als ‚Berufung‘, denn als –entlohnte- Profession wahrgenommen. Wir erkennen die Abwertung sozialer Tätigkeiten bereits in der politischen Debatte um das Betreuungsgeld für erziehende Mütter, das von der Gesellschaft pejorativ als ‚Herdprämie‘ belächelt wird.

Die Zielsetzungen der damaligen Frauenbewegung erfahren nun durch die seit etwa 30 Jahren geführte Care-Debatte wieder Aktualität. Die Denk- und Handlungsweise der Care ProtagonistInnen basiert auf der Annahme, dass alle Menschen in gegenseitiger Abhängigkeit stehen und somit jede/r potentiell ein/e auf Fürsorge-Angewiesene/r, wie auch potentielle/r Fürsorge-Leister/in sei. Gleichzeitig strebe jeder Mensch aber nach Autonomie und Durchsetzung seiner Rechte. (vgl. Brückner:1) Diese Dichotomie aus Autonomie – Abhängigkeit, wobei Autonomie eindeutig als ‚männlich‘, Abhängigkeit als klar ‚weiblich‘ gilt, unterliegt einer Hierarchie: Die „grundlegende zwischenmenschliche Interdependenz steht dem vorherrschenden Ideal der Autonomie entgegen und ist daher negativ konnotiert und löst Unbehagen aus“ (Nagl-Docekal 1994 in Brückner: 1).

Gendertheoretisch verfolgt nun die Care-Debatte die Anerkennung und Aufwertung der spezifisch ‚weiblichen Eigenschaften‘: Sozialer Arbeit seien demnach Fähigkeiten wie Beziehungsfähigkeit, Fürsorge, Empathie und Intuition zugeordnet und diese gelte es zu stärken und zu professionalisieren (vgl. Heite, Catrin b): 2010: 32.). Es wird wie in der bürgerlichen Frauenbewegung argumentiert, dass Frauen ‚qua Geschlechtsnatur‘ - also auf Grund ihres biologisch-sozialen Wesens für den zwischenmenschlichen und fürsorglichen Bereich und damit für eine Tätigkeit in der Sphäre Liebe/Fürsorge schlichtweg prädestiniert seien (vgl. Heite 2008: 159f.).

Das Konzept des ‚weiblichen Arbeitsvermögens‘ der Care-Debatte „erklärt die geschlechterhierarchische Segregation des Arbeitsmarktes mit ‚geschlechtsspezifischen‘ Berufsentscheidungen“ (ebd.: 59). Es basiert auf der Annahme, dass Frauen eine Affinität zu weiblich codierten Berufen, wie Lehrerin, Sozialarbeiterin etc. haben, da sie auf Grund ihrer Sozialisation bereits Kenntnisse im sozialen Bereich erworben haben und diese professionell anwenden könnten. Demnach beziehen sich die Eigenschaften hier nicht mehr rein auf das biologische Geschlecht – Sex- sondern darüber hinaus auf die Geschlechter rolleGender. (vgl. ebd.)

Care-ProtagonistInnen zielen auf eine Gleichstellung in der Anerkennung von Produktions- und Reproduktionsarbeit: „Es sei ‚an der Zeit, die öffentliche Wertschätzung des Wirtschaftens neu zu konzipieren mit dem Ziel, einerseits endlich auch die nicht über Märkte vermittelten Wirtschaftsleistungen in Rechnung zu stellen, statt wie bisher stillschweigend als gegeben vorauszusetzen, und andererseits mit größerer Aufmerksamkeit die sozialen Folgekosten des marktvermittelten Wirtschaftens zu registrieren“ (Hausen 1994 in Heite: 62).

„Die konträre Präsentation Sozialer Arbeit als männlich codiert oder entgeschlechtlicht, rational, leistungsstark, effizient, effektiv und outputorientiert stellt dabei die aktuelle Gegenbewegung zu weiblichen Codierungen und Statuspositionierungen als Kampf um Anerkennung dar“ (Heite 2008: 170). Demnach versucht Soziale Arbeit gegenwärtig weniger in der Sphäre der Liebe/Fürsorge, sondern mehr in der Anerkennungssphäre Leistung eine Höherwertung zu erreichen.

b) Die Anerkennungssphäre Leistung und Ökonomisierung der Sozialen Arbeit

Die Anerkennungsrationalität Leistung basiert auf der „konditionalen Vergabe von Anerkennung abhängig von spezifischen Leistungen“ (Heite 2008: 18). Gemessen anhand sachlicher, personneutraler Wertmaßstäbe verfolgt das Leistungsprinzip eine ‚gerechte‘ Verteilung von Anerkennung. „Die Qualifikation eines Individuums soll in eine entsprechende Position konvertierbar sein, die berufliche Position soll mit einem ihr angemessenen Einkommen ausgestattet sein- so will es die Leistungsideologie“ (Kreckel 2004 in Heite: 19). Was jedoch als Leistung und Erfolg anerkannt wird, ist Ergebnis gesellschaftlicher und kultureller Werte, wohingegen der ‚weiße, männliche, gesunde und produktive Arbeiter‘ als Idealtypus herrscht (vgl. Heite 2008: 19).

[...]

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Soziale Arbeit als unterbezahlte Frauenarbeit. Folge einer männergeprägten Gesellschaft?
Untertitel
Wie können wir die Anerkennung Sozialer Arbeit durch Axel Honneths Anerkennungssphären "Liebe", "Leistung", "Recht" steigern?
Hochschule
Duale Hochschule Baden-Württemberg, Stuttgart, Horb, früher Berufsakademie Stuttgart; Horb
Autor
Jahr
2014
Seiten
20
Katalognummer
V278932
ISBN (eBook)
9783656728368
ISBN (Buch)
9783656728320
Dateigröße
450 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Es gab keine Benotung des Essays. Dieser war Grundlage einer mündlichen Prüfung, die eine 1,0 erhielt.
Schlagworte
soziale Arbeit, Frauenberuf, Frauenarbeit, unterbezahlt, Männer, soziale Ungleichheit
Arbeit zitieren
Julie Bergé (Autor), 2014, Soziale Arbeit als unterbezahlte Frauenarbeit. Folge einer männergeprägten Gesellschaft?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278932

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