Die Lernende Organisation fand in KMU bisher nur wenig Berücksichtigung. Allerdings rückt die Diskussion um die Zukunft des Standorts Deutschland für KMU in den Blickwinkel. Nun erscheint es es angemessen, sich mit der Übertragbarkeit der Diskussionen um die Lernende Organisation in den KMU zu beschäftigen.
Mit dieser Arbeit werden Wege und Möglichkeiten untersucht, inwieweit kleinere und mittlere Unternehmen, exemplarisch gezeigt anhand von Handwerksunternehmen, durch Veränderung der Organisations- und Personalstruktur in die Lage versetzt werden, mit veränderten Umweltbedingungen zukünftig besser und effizienter umzugehen.
Im Vordergrund steht die Hypothese, dass durch geplante und steuerbare Veränderungs- und Entwicklungsprozesse das Lernen in und von Organisationen gefördert werden kann.
Es wird zum einen das Lernen von Menschen in Organisationen betrachtet, zum anderen die Förderung dieses Lernens durch konkrete Maßnahmen. Ziel der lernenden Organisation ist es, zur Sicherung des unternehmerischen Erfolgs beizutragen, vor allem sollen aber in der derzeit angespannten Situation langfristige Sichtweisen und Chancen aufgezeigt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. LERNEN IN DER ORGANISATION UND ORGANISATIONSLERNEN
2.1. Individuelles Lernen
2.2. Organisationales Lernen
2.3. Lernen der Organisation der KMU
3. STRUKTUR- UND PROBLEMORIENTIERTE BETRACHTUNG VON KMU/HANDWERKSBETRIEBEN
3.1. Handwerksbetriebe im Vergleich zu Industriebetrieben
3.2. KMU Merkmale
3.3. Aus- und Weiterbildung im Handwerk
4. MÖGLICHKEITEN DER GESTALTUNG DES ORGANISATIONALEN LERNENS IN KMU/HANDWERKSBETRIEBEN
4.1. Organisation in KMU
4.2. Lernen der Organisation der KMU/Gestaltungsmöglichkeiten
4.3. Zukünftige Anforderungen an Handwerksbetriebe
5. FAZIT
5.1. Problematik der Übertragbarkeit von LO-Konzepten auf das Handwerk
5.2. Ausblick
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Anwendbarkeit des Konzepts der "Lernenden Organisation" auf kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie Handwerksbetriebe, um deren Wettbewerbsfähigkeit durch gezielte Veränderungsprozesse zu stärken.
- Theoretische Grundlagen des individuellen und organisationalen Lernens.
- Strukturelle Analyse von Handwerksbetrieben im Vergleich zu Industriebetrieben.
- Gestaltungsmöglichkeiten des Lernens innerhalb der KMU-Struktur.
- Zukünftige Anforderungen an Handwerksbetriebe durch globale und gesellschaftliche Trends.
- Problematiken bei der Übertragung bestehender Managementkonzepte auf das Handwerk.
Auszug aus dem Buch
Handwerksbetriebe im Vergleich zu Industriebetrieben
In der Literatur wird die Lernende Organisation nahezu ausschließlich im Hinblick auf Großbetriebe betrachtet. Deswegen soll zunächst die Abgrenzung Industrie/KMU/Handwerk dargestellt werden.
Der Begriff “Handwerk” wird für einen Teil der Volkswirtschaft, für die Summe aller handwerksmäßig geführten Betriebe, einzelne Gewerbezweige oder ganz allgemein Gewerbe mit überwiegend Handfertigung verwendet. Nach der Handwerksordnung gehört ein Gewerbebetrieb im Sinne einer juristischen Abgrenzung dann zum Handwerk, wenn er handwerksmäßig betrieben wird und zu einem in Anlage A der Handwerksordnung aufgeführten Betriebe gehört.
Wichtig ist die Abgrenzung des Handwerks von der industriellen Fertigung. Dies wird von der Handwerkskammer individuell geprüft und entschieden. Handwerksunternehmen besitzen in der Regel klein- und mittelbetrieblichen Charakter. Die Leitung erfolgt durch einen i. d. R. ausgebildeten Meister, welcher über fachtheoretische, fachpraktische, betriebswirtschaftliche und berufs- bzw. arbeitspädagogische Kenntnisse verfügen muss. Die Handwerksmeister führen ihren Betrieb im Regelfall als selbständiges Unternehmen, was bedeutet, dass der Unternehmer im Regelfall der Eigentümer ist. Dies bedingt die Zentralisation der Führungs- und Entscheidungsfunktion beim Eigentümer.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Lernenden Organisation und deren Bedeutung für die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit von KMU und Handwerksbetrieben.
2. LERNEN IN DER ORGANISATION UND ORGANISATIONSLERNEN: Definition und theoretische Abgrenzung von individuellem und organisationalem Lernen sowie deren Relevanz für Unternehmen.
3. STRUKTUR- UND PROBLEMORIENTIERTE BETRACHTUNG VON KMU/HANDWERKSBETRIEBEN: Untersuchung der spezifischen Merkmale von Handwerksbetrieben und Darstellung der aktuellen Situation der Aus- und Weiterbildung.
4. MÖGLICHKEITEN DER GESTALTUNG DES ORGANISATIONALEN LERNENS IN KMU/HANDWERKSBETRIEBEN: Aufzeigen von Wegen, wie Lernprozesse in KMU strukturiert und strategisch verbessert werden können, unter Berücksichtigung zukünftiger Marktanforderungen.
5. FAZIT: Kritische Würdigung der Übertragbarkeit theoretischer Managementkonzepte auf die Praxis kleiner Handwerksbetriebe und Ausblick auf notwendige Handlungsempfehlungen.
Schlüsselwörter
Lernende Organisation, KMU, Handwerksbetriebe, Organisationslernen, individuelle Kompetenzsteigerung, Personalentwicklung, Weiterbildung, betriebliche Praxis, Wettbewerbsvorteil, Führung, strategische Unternehmensführung, Wissensmanagement, Strukturveränderung, Kundenorientierung, Lernkultur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, inwiefern das theoretische Modell der "Lernenden Organisation", das primär für Großkonzerne entwickelt wurde, auf die spezifischen Strukturen von kleinen und mittleren Handwerksbetrieben übertragen werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Lernpsychologie, die Charakteristika von KMU, Strategien der betrieblichen Weiterbildung sowie die Anpassung von Organisationsstrukturen an veränderte Marktbedingungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Wege und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Handwerksunternehmen durch geplante Veränderungs- und Entwicklungsprozesse ihre Zukunftsfähigkeit und Flexibilität sichern können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine theoretische Analyse der Fachliteratur zu Organisationstheorien und vergleicht diese mit den spezifischen strukturellen Gegebenheiten und Problemen des deutschen Handwerks.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Abgrenzung von Industrie und Handwerk, den Merkmalen von KMU, der Analyse des aktuellen (oft defizitären) Weiterbildungswesens sowie praktischen Gestaltungsoptionen für Lernprozesse.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind die Lernende Organisation, Organisationslernen, KMU-Struktur, betriebliche Weiterbildung und Wettbewerbsfähigkeit.
Warum ist die direkte Übertragung von Managementkonzepten auf das Handwerk schwierig?
Die Arbeit erläutert, dass viele Konzepte Großbetriebe voraussetzen, während Handwerksbetriebe oft inhabergeführt sind und bei den Entscheidungsträgern häufig die Zeit für strategische Managementaufgaben wie langfristige Personalplanung fehlt.
Welche Rolle spielt die Führungskraft im Handwerk bei diesen Lernprozessen?
Da in Handwerksbetrieben oft eine Personalunion zwischen Eigentümer, Betriebsleiter und Manager besteht, trägt die Führungskraft die Hauptverantwortung, ist jedoch durch das operative Tagesgeschäft stark belastet, was strategische Lernansätze erschwert.
- Citation du texte
- Martin Mösch (Auteur), 2004, Die "Lernende Organisation" und deren Übertragbarkeit auf KMU/ Handwerksbetriebe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27896